Back Down to Earth


[Statistik] Monatsrückblick Juli

Es kommt mir vor wie gestern, dass ich den Rückblick auf den Juni geschrieben habe. Das könnte auch daran liegen, dass mir für mehr als die fünf Beiträge letzten Monat schlicht und einfach die Zeit gefehlt hat - erst musste ich durchgehend arbeiten und dann hatte ich 10 Tage Urlaub. Und bei Städtetrips ist es doch eher schwierig, zum Lesen zu kommen.
Tatsächlich sieht es von der Aktivität her im August auch nicht viel besser aus, weil ich bis in den September hinein an jedem Wochenende etwas vor habe. Ein Reisebericht über Irland und Schottland ist aber geplant und außerdem geht es in diesem Monat noch auf zwei Konzerte, wozu natürlich meine Meinung auch nicht fehlen darf. 

#Gelesen/Gehört im Juli: 6 Bücher


1. Diabolic von S. J. Kincaid [2,5*] - Hörbuch
2. Children of Blood and Bone von Tomi Adeyemi [gute 3*]
3. Unser letzter Sommer von Ann Brashares [2,5*] - Kurzspots
4. The Last Time I Lied von Riley Sager [4,5*] - Hörbuch
5. Bernsteinstaub von Mechthild Gläser [3,5*]
6. The Death of Mrs Westaway von Ruth Ware [ohne Wertung, abgebrochen bei 47%] 

Gelesene Seiten: 2344
Durchschnittliche Seitenzahl pro Buch: ca. 390
 Gelesene Seiten pro Tag: etwa 75
Durchschnittsbewertung: 3,2*

Auch im Juli habe ich wieder drei Hörbücher gehört - aber nur Riley Sagers "The Last Time I Lied" hat mir richtig gut gefallen. Demnächst werde ich alle zusammen mal in Kurzspots besprechen. 
Von den physischen Büchern hat mich "Bernsteinstaub" noch am meisten überzeugen können - eine süße Geschichte, die teilweise ein wenig zu einfach aufgelöst wird. Hoffentlich habe ich bei der Qualität diesen Monat wieder ein besseres Händchen...

# Gesuchtet im Juli: 1 Serie


1. New Girl: Staffel 3, Folgen 1-4 [4*]

Anfang Juli habe ich mal kurzerhand mein Netflix-Konto deaktiviert, weil mich momentan so gar nichts interessiert, und bin stattdessen auf Amazon umgestiegen. "New Girl" hatte ich ewig liegen lassen, das wollte ich also mal nachholen, habe wieder am Anfang der 3. Staffel angefangen...und bin nicht besonders weit gekommen, bevor Amazon sie aus dem Prime-Programm genommen hat. Damn. Ich weiß, es gibt sie bei Netflix, und auch die 4. Staffel von "Brooklyn Nine-Nine" reizt mich da grade sehr...aber ich bin noch nicht bereit für die 11 Euro.

#Neuzugänge im Juli: ZU VIELE!


 
"Bernsteinstaub" habe ich schon gelesen, "Zerrissene Erde" und "Beale Street Blues" werden meine nächsten Lektüren. Besonders freue ich mich aber auf Laini Taylors "Strange the Dreamer" und Holly Blacks "The Cruel Prince", sowie den Spontankauf "Prince of Fools".
 
# Kino im August

Wie ich das schon geahnt hatte, war ich im Juli nicht im Kino und auch im August wird das wohl eher nichts. Dabei würde ich gerade bei dieser Hitze so gern mal wieder einen Film auf der großen Leinwand sehen!

Mission: Impossible - FalloutGrenzenlosDestination WeddingMEGAus nächster DistanzDeine JulietVollblüterThe Equalizer 2Christopher RobinThe Darkest Minds - Die ÜberlebendenBlacKkKlansmanDon’t worry, weglaufen geht nichtBad SpiesKindeswohl

Will ich auf jeden Fall sehen: Manchmal lasse ich mich ja wirklich von Kritiken hinreißen. Von "Mission Impossible" habe ich nur einen einzigen der Filme komplett gesehen, aber "Fallout" wird so hoch gelobt, dass ich wirklich gespannt bin. "Vollblüter" ist einer von Anton Yelchins letzten Filmen, daher muss ich den unbedingt sehen. "The Darkest Minds" ist mal wieder eine Jugendbuchverfilmung - die Reihe liebe ich! - und "BlacKKKlansman" hat ebenfalls wieder so gute Kritiken eingefahren, dass ich ihn mir eigentlich nicht entgehen lassen will.

Will ich vielleicht sehen: Eine Komödie mit griesgrämigem männlichen Protagonisten und zickiger Protagonistin? Kennen wir schon. Aber mit Winona Ryder und Keanu Reeves? Count me in bei "Destination Wedding"! Den ersten "Equalizer" habe ich damals im Kino gesehen und ich wäre durchaus interessiert, zu sehen, was sie aus dem späten Nachfolger machen. "Christopher Robin" ist der zweite Winnie Pooh-Film dieses Jahres und könnte sehr niedlich werden. Und "Kindeswohl" klingt nach einer spannenden, wichtigen Geschichte. Außerdem sehen "Grenzenlos", "MEG" und "Don't Worry" durchaus gut aus.

Will ich nicht (im Kino) sehen: "Deine Juliet" klingt zwar storytechnisch gut, aber die Lily James mag ich nun mal nicht. "Bad Spies" (mit blödem neuen Titel) könnte sehr witzig sein, aber irgendwie sind Kate McKinnons Rollen immer so gleich. Und "Aus nächster Distanz" reicht wahrscheinlich im Free-TV.

Was plant ihr für den August?

[Buchrezension] Bernsteinstaub - Mechthild Gläser

Meine Hand schloss sich um den schmalen Glaskolben. Dann schob ich langsam einen Fuß vor den anderen. Der Sog wurde mit jedem Schritt stärker. Der Staub zerrte an meinen Hosenbeinen, schon bald konnte ich mich kaum noch aufrecht halten. Ich erreichte die Dachkante, jedenfalls vermutete ich das, weil ich mit einem Mal nichts mehr unter meinen Zehen spürte. Und der Strom drängte mich weiter voran. Für einen Augenblick ruderte ich noch mit den Armen in der Luft, versuchte, das Gleichgewicht zu halten, dann kippte ich vornüber.
Die Welt um mich herum verwandelte sich in nichts als Staub. Graue Schlieren waren alles, was ich sah. Alles, was ich fühlte. Alles, was ich atmete.

INHALT
Die 16-jährige Ophelia hatte schon immer die Vermutung, dass sie mit einem Verspätungs-Fluch belegt ist - wie sonst kann es sein, dass sie sich immer rechtzeitig auf den Weg macht, aber nie pünktlich ankommt? Als sie plötzlich sich fortbewegenden Staub wahrnimmt und kurz darauf von ihrer Mutter zur Verwandschaft in Paris geschickt wird, zeigt sich, dass sie so falsch gar nicht lag: Denn sie besitzt die Fähigkeit, die Zeit zu sehen und auch zu manipulieren. Doch bevor sie die Gelegenheit hat, sich an diesen Gedanken zu gewöhnen, wird sie schon auf eine gefährliche Mission geschickt - denn überall auf der Welt spielt die Zeit verrückt, und gemeinsam mit drei anderen Begabten soll sie versuchen, das Problem zu lösen...

MEINE MEINUNG
Mechthild Gläser ist seit gut sechs Jahren sehr erfolgreich im Geschäft, konnte Leser sowohl mit ihren Buchspringern als auch mit ihrer Stadt aus Trug und Schatten begeistern. "Bernsteinstaub" sollte nun endlich auch mein erstes Buch von ihr werden - wenn es um das Manipulieren von Zeit geht, bin ich definitiv dabei. Erzählt wird die Geschichte größtenteils aus der Ich-Perspektive der Protagonistin, nur zwischenzeitlich unterbrochen von Abschnitten aus der Sicht des geheimnisvollen Leander. Der Schreibstil weiß besonders in den Beschreibungen zu begeistern, die wunderbar detailreich und voller schöner Details sind, und ist ansonsten angenehm frisch, ohne zu jugendlich zu wirken.

Obwohl Ophelia erst 16 Jahre als ist, konnte ich mich mit ihr überraschend gut identifizieren. Natürlich muss sie sich mit ihren neuen Fähigkeiten erst einmal arrangieren und anfangs fällt es ihr schwer, zu glauben, was sie sieht. Das legt sich aber bald und sie sträubt sich nicht anstrengend lang gegen alles, was passiert. Das bleibt allerdings nicht den ganzen Roman über so - leider entwickelt sie kurz vor Ende noch einmal die seltsame Anwandlung, den einfachsten Hinweisen nicht zu folgen, was ein wenig anstrengend zu lesen ist. Leander, der gutaussehende und zurückhaltende Junge, der Ophelia begleitet, ist anfangs schwer zu durchschauen und - wie sollte es anders sein - distanziert, dafür gibt es allerdings hier eine sehr glaubwürdige Erklärung. Man merkt schnell, dass ihm Ophelia sehr am Herzen liegt: So viel, dass er für sie sehr viel aufgeben würde, was ihn zu einer sympathischen Figur macht. Die Nebencharaktere sind alle sehr individuell und trotz der Fülle gut auseinander zu halten, in ihrer Skurrilität erscheinen sie teilweise aber auch ein wenig übertrieben.

Die Idee aber mochte ich von Anfang bis Ende: Nicht nur, dass die Charaktere die Zeit manipulieren können und in einem Turnier gegeneinander antreten müssen, es geht außerdem auch um den Tod von Ophelias Vater, der ihr doch sehr mysteriös erscheint. Schade fand ich, dass andere Personen ihr grundsätzlich nicht glauben wollen, weil sie ihre Beobachtungen zu abwegig finden - gerade, wo sie doch alle die Zeit anhalten oder sogar vorspulen können. Und einige Probleme, die die Protagonistin zu bewältigen hat, werden doch deutlich zu einfach gelöst. Davon abgesehen erwartet einen aber eine spannende Geschichte fast ohne Längen und mit einer kleinen Romanze, die sich sehr angenehm im Hintergrund hält. Zum Ende überschlagen sich die Ereignisse und es wird noch einmal sehr interessant, ohne großartig ins Abstruse abzudriften - aber auch ohne großartige Überraschungen. Für jüngere Leser könnten die Wendungen allerdings vielleicht unerwarteter kommen.  

FAZIT
Mechthild Gläsers "Bernsteinstaub" besitzt nicht nur ein tolles Cover, sondern auch eine interessante Geschichte, die von den originellen Ideen und einer überwiegend glaubwürdig handelnden Protagonistin lebt. Einige Schwierigkeiten werden etwas zu einfach überwunden und es hätte durchaus mehr Überraschungen geben dürfen, aber trotzdem bietet der Roman einige nette Lesestunden. 3,5 Punkte.

[ETC] Kurze Sommerpause: Es geht in den Urlaub!

Es geht mal wieder auf Reisen! Erst im März war ich für drei Wochen im Zuge eines Praktikums in Großbritannien, aber dieses Mal steht ein Urlaub an - und zwar besuche ich mit einer Freundin in 10 Tagen sowohl Irland als auch Schottland. Das ist keine lange Zeit und die Ankündigung einer Blogpause daher vielleicht glatt schon überflüssig - aber ich bin einfach so aufgeregt, dass ich meiner Vorfreude irgendwo Luft machen muss.

Es geht also nicht wieder nach England, sondern in zwei andere der englischsprachigen Länder. Da ich schon einmal in Schottland war - und es geliebt habe - und meine Begleitung in Irland, dachten wir, dass wir einander unsere Lieblingsorte zeigen müssen ;) 


Da ich seit Kurzem auch auf Instagram vertreten bin, verweise ich für die 10 Tage natürlich darauf. Mit Sicherheit werde ich dort einiges von dem Städtetrip berichten und  - wie ich mich kenne - auch den ein oder anderen Buchladen aufsuchen. Nach meiner Rückkehr folgt aber sehr wahrscheinlich auch ein Reisebericht.

Ich wünsche euch noch einen wunderschönen restlichen Juli - und bis bald!

[Kurzspots] Alias Grace, Unser letzter Sommer, Salz für die See, ES, Gringo

Lange ist es her, dass ich das letzte Mal im Kurzdurchlauf Bücher, Filme und Serien besprochen habe - wenig hatte mich da in letzter Zeit zu verführt. Aber nun, da ich endlich einiges beisammen habe, gibt es mal wieder eine gute Mischung.
Mit dabei heute: Eine junge und schöne Mörderin, Drama und Liebe auf einer Insel, der zweite Weltkrieg, ein böser Clown, und eine wilde Verfolgungsjagd durch Mexiko.

Alias Grace
mit Sarah Gadon, Edward Holcroft, Anna Paquin
Die noch recht junge Grace sitzt im Gefängnis - für den Mord an zwei Menschen. Nun soll beurteilt werden, ob sie vorzeitig entlassen werden kann. Dazu erzählt sie ihre Geschichte, die ebenso traurig wie zweifelhaft ist.

Margaret Atwood ist momentan, genauso wie Stephen King, groß im Trend - neben "The Handmaid's Tale", deren 2. Staffel momentan in den USA läuft, hat Netflix 2017 auch "Alias Grace" verfilmt, die fiktionalisierte Geschichte der Mörderin Grace Marks, die für die Tode des Hausherren Kinnear und seiner Haushälterin verurteilt wurde. Nun soll die Frage geklärt werden: Hat sie es getan oder ist sie unschuldig? Grace ist eine unzuverlässige Erzählerin, wie man es neuerdings auch in allerlei psychologischen Thrillern der Trend ist. Die hübsche Sarah Gadon spielt diese junge Frau, die so liebenswürdig und traurig wirkt, aber eindeutig auch einiges verbirgt, mit einer Art bedrohlichen Unschuld. Als Frau in den 1850ern hatte man es nicht leicht, und so musste Grace nicht nur einem gewalttätigen Mann entfliehen, sie musste sich auch immer wieder gegen Vorurteile und schlechte Behandlung zur Wehr setzen - und hat eben dadurch auch ihre liebste Freundin verloren. Es wird die Geschichte einer verlorenen jungen Frau erzählt, die selten geliebt und oft gehasst wurde, und insbesondere im Haushalt von Thomas Kinnear, der ein lästerliches Verhältnis mit seiner eifersüchtigen Haushälterin Nancy Montgomery führte, konnte sie sich nie wohlfühlen. Ist diese Serie also ein Thriller oder doch eher die Charakterstudie eines traumatisierten Mädchens? Man weiß es nicht. Die wahren Hintergründe bleiben ein Geheimnis. Und das macht das Ganze gerade so spannend. 4,5 Punkte.

Unser letzter Sommer
von Ann Brashares
Die Familie von Riley und Alice verbringt seit jeher ihre Sommer auf der kleinen Insel Fire Island. Nach Jahren der Abwesenheit kehrt auch ihr Kindheitsfreund Paul wieder zurück - und er und Alice lassen endlich ihre Liebe zu. Doch dann erkrankt Riley schwer und alles scheint zu zerfallen...

Für ihre "Sisterhood of the Traveling Pants"-Reihe bekannt, die vor einem Jahrzehnt auch mit Alexis Bledel und Blake Lively verfilmt wurde. Gelesen hatte ich bisher noch nichts von ihr - "Unser letzter Sommer" lag aber seit meiner späteren Jugend ungelesen im Regal. Und in diesem heißen Juli 2018 war es also Zeit, das mal zu ändern. Tatsächlich und unerwartet spielen aber nur etwa zwei Drittel des Romans in dieser Jahreszeit - die anderen hundert Seiten umfassen dagegen ein ganzes Jahr, und ein äußerst deprimierendes noch dazu. Insgesamt ist das Ganze eher weniger eine lockere und schöne Sommerlektüre als eine Geschichte um Freundschaft, erste Liebe und Verlust, die aber weit weniger in die Tiefe geht, als das möglich gewesen wäre. Schließlich wird die ganze Handlung auf 300 Seiten erzählt, und wichtige Schlüsselszenen wie die, in der Paul und Alice sich zum ersten Mal näher kommen, werden übersprungen oder stark verkürzt. Sowieso fand ich die Liebesgeschichte eher anstrengend, weil die Autorin die Charaktere immer wieder ziemlich grundlos und überzogen davor zurückweichen lässt. Die Krankheit Rileys treibt hauptsächlich die Story voran und die Liebenden auseinander, wird aber nicht großartig behandelt, ist einfach nur ein Mittel zum Zweck. Das ist schade, weil gerade diese Schwester mit ihrer Unabhängigkeit, ihrer Freude an der Natur und ihrer Weigerung, sich für Menschen zu verändern, die interessante der beiden ist, aber viel weniger zu Wort kommt. Insgesamt kein wirklich schlechtes, aber ein enttäuschendes Leseerlebnis. 2,5 Punkte.

Salz für die See
von Ruta Sepetys
Der 2. Weltkrieg hat seinen Höhepunkt erreicht und hunderttausende Menschen sind auf der Flucht - darunter die Lettin Joanna, die Polin Emilia und der Deutsche Florian. Sie alle haben ihre Geheimnisse, und sie alle versuchen zu überleben.

Wer gute historische Jugendbücher lesen will, sollte zu Ruta Sepetys greifen, das ist der Konsens - und insbesondere "Salz für die See" wird hoch gelobt. Schließlich wird hier mal nicht (nur) die Sicht der Deutschen oder der Amerikaner beleuchtet, sondern es kommen auch eine Lettin zu Wort, die für die Nationalsozialisten als "arisch" galt, und eine Polin, die mit zu den "Untermenschen" gehörte. Zu lesen, was beiden widerfährt, ist hart und tut oft weh, und das ist gut so, wenn man sich ansieht, wie dieses Gedankengut keine hundert Jahre später wieder auf dem Vormarsch ist. Der deutsche Florian hat dagegen ein Geheimnis, das nicht nur ihn bedroht, sondern auch alle Mitreisenden - er war mir ein bisschen zu sehr der "Held" der Geschichte. Außerdem haben mir die extrem kurzen Kapitel weniger gefallen - es war schwierig, eine Bindung zu den einzelnen Figuren aufzubauen, wenn man immer nur so kurz bei einer Sicht verweilen durfte. Ich persönlich wurde so des Öfteren herausgerissen und dann fiel es mir schwer, mich bei dem nächsten Charakter wieder einzufinden. Nichtsdestotrotz hat die Autorin einen angenehmen, aber ungeschönten Stil, ihre Nebenfiguren versprühen wunderbaren Charme, und ihr Wissen über die Zeit merkt man der Erzählung an, ohne dass es wie eine Geschichtsstunde wirkt. Ein wichtiges, gutes Buch. 4 Punkte.

ES
von Stephen King
Die Kleinstadt Derry war schon immer von einer seltsamen Aura umgeben - und alle knapp 30 Jahre kam es dort bisher zu schrecklichen Ereignissen. Eine Gruppe Kinder kommt dem Geheimnis auf die Spur: Das Böse selbst, ES, lauert in der Stadt und ernährt sich von Tod und Angst...

Stephen King ist wahrscheinlich ein Autor, dessen Bücher man mag oder nicht. Er hat einen ganz eigenen Stil, der oft ausufert und Ereignisse aus vielen verschiedenen Perspektiven und Zeiten beleuchtet, ohne dass man immer direkt ahnt, worauf das hinauslaufen soll. Das ist teilweise anstrengend, aber es ist auch eine Kunst, so viele verschiedene Charaktere - auch Erzähler abseits der Hauptfiguren - so lebendig zu gestalten. Anders als die Filme und die Mini-Serie ist die Romanvorlage von "ES" nicht in zwei Teile aufgeteilt, sondern in wesentlich mehr, und springt zwischen den Zeiten hin und her. So lernt man die Losers sowohl im Kindes- als auch im Erwachsenenalter gleich gut kennen (und lieben natürlich). Viel mehr als in den Adaptionen wird auch deutlich, dass King vor allem eine Coming-of-Age-Geschichte geschrieben hat, die ebenso von den Schrecken des Erwachsenwerdens wie denen des Clowns Pennywise erzählt. Die Freundschaft der Kinder ist bezaubernd, ihr späterer Zusammenhalt trotz allem, was sie gesehen haben, beeindruckend. Und auch, wenn die Schreckmomente deutlich rarer gesät sind, als man vermutet hätte: Das Buch bei Nacht zu lesen, ist keine gute Idee. "ES" ist kein Roman für zwischendurch - aber einer, den man lesen sollte. Gute 4 Punkte.

Gringo
mit Charlize Theron, David Oyelowo, Joel Edgerton
Eigentlich will Harold nur ganz normal seinen Job als Pharmavertreter ausüben. Doch plötzlich und unerwartet findet er sich mitten in der Drogenszene von Mexiko wieder, gejagt von Gangstern und kurz davor, alles zu verlieren, wofür er immer gekämpft hat...

Amazon ist mit seinen Amazon Studios auch ins Kinogeschäft vorgedrungen und "Gringo" war der erste Film mit großartiger Besetzung, den man auf der Leinwand bewundern durfte. Wobei "bewundern" deutlich zu viel gesagt ist, denn wenn die Qualität der noch kommenden Streifen die gleiche ist wie bei diesem Film, sehe ich eher schwarz. Trotz einer Besetzung mit unter anderem Charlize Theron, die sichtlich Spaß hatte an ihrer dreckigen und arroganten Rolle, oder mit David Oyelowo, dessen Charakter immerhin eine kleine Entwicklung vollziehen durfte, ist das Ganze ein abstruses, wirres Etwas, das die Leistung vollbringt, einen trotz der vollgestopften Handlung noch zu langweilen. Zum Einen liegt das sicherlich daran, dass einem kein Sympathieträger angeboten wird, oder wenigstens ein richtig hassenswerter Bösewicht - hier sind einem die Charaktere einfach alle egal. Zum anderen ist die Story aber auch einfach komplett konfus, zeichnet ein vollkommen klischeehaftes, amerikanisches Bild von einem drogenzerfressenen Mexiko und findet das dann auch noch urkomisch. Witzig geht allerdings anders, und sympathisch abgedreht wie etwa "This is the End" oder beißend-böse wie "The Wolf of Wall Street" ist er bei weitem nicht. Und erwähnte ich eigentlich schon einmal, dass ich noch nie einen Film mit Amanda Seyfried gesehen habe, den ich mochte? Wieder einer mehr auf der Liste. 2 Punkte.

[Buchrezension] Legacy of Orïsha: Children of Blood and Bone

I push through the crowd with a new fervor, desperate to escape. I'm almost past the textiles when someone graps my wrist.
What in gods' names?
I whip out my compacted staff, expecting to meet the arm of a royal guard or a petty thief. But when I turn, it's neither a guard nor a crook who's grabbed me.
It's a cloaked amber-eyed girl.
She pulls me into a hidden opening between two stalls with a grip so tight I can't fight my way free.
"Please", she begs, "you have to get me out of here!"

INHALT
Einst war Orïsha ein Land, das von magisch begabten sogenannten Maji und normalen Menschen gleichermaßen bevölkert wurde. Doch dann kam es zu dieser einen Nacht, in der die Kräfte verschwanden und alle Magier von den Schergen des Königs getötet wurden. Darunter war auch Zélies Mutter, die sich seitdem gemeinsam mit ihrem Bruder um ihren trauernden Vater kümmern muss. Zélie selbst ist ein Divîner, gekennzeichnet durch weißes Haar, und würde auch zur Maji werden, gäbe es die Magie noch. Doch der Gedanke daran scheint aussichtslos. Bis sie Amari begegnet, die ein geheimnisvolles Artefakt gestohlen hat. Ein Artefakt, das die Fähigkeiten zurückbringen könnte...

MEINE MEINUNG
Momentan ist es nicht möglich, an Tomi Adeyemis "Children of Blood and Bone" vorbeizukommen. In Zeiten der Rufe nach Gerechtigkeit und mehr Diversität musste ein Fantasyroman, der so auf die afrikanische Kultur setzt, ja einschlagen wie nichts. Und tatsächlich gelingt es dem Roman sehr gut, einerseits eine phantastische Geschichte zu erzählen, und andererseits einen Bogen zum Rassismus und Hass zu schlagen, wie wir ihn leider viel zu oft in der Realität entdecken. Allerdings ist der Inhalt selbst davon abgesehen nichts großartig besonders - es gibt originelle Details und manch interessante Wendungen, vieles ist einem jedoch schon aus anderen Büchern des Genres bekannt.

Zelié ist eine sehr impulsive Protagonistin, an die man sich gewöhnen muss. Sie spricht oft frei heraus, auch wenn es unangebracht ist, und bringt mit ihren voreiligen Taten schon einmal andere in Gefahr. Gleichzeitig hat sie aber das Herz am rechten Fleck und steht für andere ein. Ihr Bruder Tzain bildet mehr oder weniger den Gegenpol zu ihr und ist der Einzige der Protagonisten, der nicht selbst zu Wort kommt. Er reagiert oft ruhiger und nachdenklicher auf Geschehnisse,  lässt sich aber teilweise ebenfalls von seiner Wut treiben. Amari und Inan, die beiden Kinder des Königs, machen von allen Figuren die größte und beste Entwicklung durch. Vor allem Amari bemerkt durch den Tod einer geliebten Person schnell, dass die Herrschaft ihres Vaters nicht richtig sein kann - und entwickelt sich im Laufe der Reise zu einer echten Kämpferin. Inan dagegen wehrt sich lange gegen all das, was er sieht und was ihm falsch erscheint. Auch er bemerkt die Ungerechtigkeit, kann sich aber nicht so recht lösen von seiner Erziehung - und begeht damit so einige Fehler.

Das Prinzip der Divîner, die in ihrer Jugend zu Maji werden und dann eine von zehn Kräften erhalten, ist interessant und meistens neuartig - so können die Tider Wasser wirken, die Burner Feuer entstehen lassen, und Reaper wie Zelié die Geister Verstorbener zu ihren Zwecken nutzen. Magie wird außerdem gewirkt, indem in einer afrikanischen Sprache gesungen wird - hier fließt die Kultur wunderbar mit ein. Allerdings kommt einem auch vieles bekannt vor: Wie in fast jedem High Fantasy-Roman müssen die Protagonisten eine lange und beschwerliche Reise unter Zeitdruck auf sich nehmen, um ein Ritual zu vollziehen, das nur innerhalb des nächsten Monats möglich ist (was mich sehr stark an die Avatar-Serie erinnert hat). Es gibt einen brutalen König - dessen Motiv ich sogar nachvollziehen konnte - und eine Liebesgeschichte zwischen zwei eigentlichen Feinden. Gerade diese ging mir aber leider viel zu schnell, nachdem die Beziehung zwei Drittel der Handlung über aus gegenseitigem Hass bestanden hatte, und führte so zu einigen Längen. Erst auf den letzten knapp 100 Seiten zieht das Ganze wieder an und wartet noch einmal mit einigem an Spektakel und Kampf auf. Zwar endet der Roman zum Glück nicht mit einem übergroßen Cliffhanger, aber da die Reise der Charaktere ganz eindeutig noch nicht vorbei ist, ist der Nachfolger quasi ein Muss.

FAZIT 
"Children of Blood and Bone" ist wunderbar divers, geprägt von afrikanischer Kultur und lauter interessanten Details - insofern kann ich die allgemeine Begeisterung durchaus verstehen. Handlungstechnisch ist einem das Ganze aber sehr bekannt, denn viele Stränge und Ereignisse bringen nichts großartig Neues mit sich. Vor allem die Liebesgeschichte, die sehr plötzlich entsteht und nicht wirklich glaubwürdig ist, hat mich gestört. Die offenen Fragen lassen mich aber trotzdem dran bleiben - und "Children of Virtue and Vengeance" erscheint ja bereits nächstes Jahr im März. Gute 3 Punkte.

[Statistik] Monatsrückblick Juni

Schon ist er wieder vorbei, der Juni, und damit ist offiziell auch die Hälfte des Jahres 2018 um. Was bedeutet das für mich? Das Erreichen meines Leseziels ist in weite, weite Ferne gerückt. Und da ich im Juli für 10 Tage nach Großbritannien fliege, wird sich das wohl auch nicht mehr bessern. Aber alles Gejammer nützt ja nichts, denn es geht definitiv schlechter - auch von der Qualität her.

#Gelesen/Gehört im Juni: 6 Bücher


A Darkness Absolute: A Novel, Kelley Armstrong

1. Heart-Shaped Hack von Tracey Garvis-Graves [knappe 2*]
2. Najaden von Heike Knauber [3*]
3. Simon vs. the Homo Sapiens Agenda von Becky Albertalli [4,5*]
4. City of the Lost von Kelley Armstrong [gute 4*]
5. Salz für die See von Ruta Sepetys [4*]
6. A Darkness Absolute von Kelley Armstrong [4*] 

Gelesene Seiten: 2479
Durchschnittliche Seitenzahl pro Buch: ca. 413
 Gelesene Seiten pro Tag: etwa 80
Durchschnittsbewertung: 3,58*

Wie man sieht, habe ich im Juni wenig Physisches gelesen und bin stattdessen irgendwie auf die Hörbücher gekommen. Was ist da los, bin ich krank? Ich kann es nicht genau sagen, aber mir ist tatsächlich aufgegangen, dass sich Hausarbeit und Wege viel besser bewältigen lassen, wenn einem dabei vorgelesen wird - zumindest bei guten Hörbüchern. Das erste war direkt ein Reinfall, danach habe ich jedoch mit der Casey Duncan-Reihe angefangen, die mir sehr gefällt. Außerdem habe ich mit "Simon vs. the Homo Sapiens Agenda" endlich dieses knuffige Buch gelesen, über das alle sprechen, und auch ich wurde überzeugt.

# Gesuchtet im Juni: 1 Serie

Bildergebnis für sense8 finale plakat

1. Sense8: Komplette Serie [5*] - Wahrscheinlich erneute Rezension

Anfang Juni gab es endlich das Serienfinale und Special zu "Sense8" und natürlich musste ich davor noch einmal alle beiden Staffeln schauen. Die ganze Story ist immer noch so genial wie beim ersten Mal und ich liebe jede einzelne dieser Figuren - meine dringende Empfehlung also erneut! Davon abgesehen war mir das Wetter jedoch ganz einfach zu schön, um den Fernseher anzuschalten - daher blieb es auch bei der einen Serie.
 
# Kino im Juli

Nun ist es schon wieder sehr spät im Monat und ich habe einen 10-tägigen Urlaub geplant - mit Kino sieht das also mal wieder schlecht aus. Dabei läuft eigentlich ziemlich viel an - nur eben auch vieles, das zuhause auf dem Bildschirm wohl reicht.

How to Party with MomDie Frau, die vorausgehtEin Kind zur Zeit - The Child in TimeThe First PurgeLOMO - The Language of Many OthersDie Farbe des HorizontsSkyscraperSicario 2Mamma Mia! Here We Go AgainEin Lied in Gottes OhrCatch Me!Ant-Man and the WaspHotel ArtemisPapillon

Will ich auf jeden Fall sehen: "Hotel Artemis" wirkt ganz wie ein Film für mich - Killer, Verbrecher und Jodie Foster, besser kann es ja kaum werden. Auch "Papillon" klingt toll und wartet mit zwei guten Hauptdarstellern auf, ebenso wie "Ant-Man and the Wasp", Marvels erster Film mit weiblicher Hauptrolle. Zuletzt klingt "Catch me", das auf wahren Begebenheiten beruht, endlich mal wieder nach einer wirklich witzigen Komödie. 

Will ich vielleicht sehen: "Lomo" ist ein deutscher Jugendfilm, vielleicht auch Jugendthriller, der eventuell überraschen kann. "Die Farbe des Horizonts" soll sich statt auf den Überlebenskampf doch ein wenig mehr auf die Liebesgeschichte konzentrieren - Sam Claflin und Shailene Woodley sind es aber wahrscheinlich wert. Und "Ein Lied in Gottes Ohr" sieht mal wieder nach einer frischen französischen Komödie aus.

Will ich nicht (im Kino) sehen: Bisher habe ich noch keinen der "Purge"-Filme gesehen und das wird sich hier wohl auch nicht ändern - aber vielleicht schaue ich ihn auf Amazon mal. Musicals mag ich nicht, daher werde ich mir "Mamma Mia 2" definitiv nicht ansehen und auch die anderen Filme scheinen eher welche zu sein, die man sich in der Primetime im Free-TV ansieht.

Wie lief euer Juni?

Die Bloggerin

About Me
Kittyzer, 22 Jahre alt, früher als Sonne bekannt. Gebürtige Niedersachsin, die für die Arbeit nach Rheinland-Pfalz gezogen ist. Schreibt über Bücher, Filme, Serien und Mainz. Um mehr zu erfahren, klicke hier →

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