Back Down to Earth


[Buchrezension] Das Gold der Krähen - Leigh Bardugo

Wylan erhob sich, plötzlich begierig darauf, in die Stadt zurückzukehren, um Kaz dabei zu helfen, den Plan durchzuführen. Er war nur widerwillig zum Eistribunal gegangen, hatte Kaz nur widerwillig geholfen. Währenddessen hatte er immer geglaubt, dass er seines Vaters Verachtung verdiente, und jetzt endlich konnte er zugeben, dass er irgendwo, an einem verborgenen Ort in seinem Inneren, immer noch darauf gehofft hatte, die Gunst seines Vaters zurückzuerlangen. Nun, was ihn betraf, sollte sein Vater seine Gunst behalten und sehen, was die ihm nützte, wenn Kaz Brekker mit ihm fertig war. 
"Na los", sagte er. "Wir werden meinem Vater sein gesamtes Geld stehlen."

INHALT
Kaz und seine Krähen hatten den Coup aller Coups geplant - und dann sie sind übel hintergangen worden. Dabei wurde Inej, eines der Mitglieder, entführt, und die gesamte Situation erscheint aussichtslos. Aber Kaz Brekker wäre nicht Kaz Brekker, wenn er nicht bereits neue Pläne schmieden würde: Nicht nur will er das Geld, das ihm versprochen wurde, vor allem will er Inej um jeden Preis zurück. Aber dieses Mal müssen die übrigen Fünf auf's Ganze gehen. Denn abgesehen von dem Leben, das auf dem Spiel steht, haben sie sich noch einige weitere mächtige Feinde gemacht, die ihr Blut sehen wollen...

MEINE MEINUNG
Da ist sie, die Übersetzung des Abschlusses von Leigh Bardugos viel gelobter Dilogie um eine diebische Bande, "Das Gold der Krähen" im Deutschen. Ohne die originale Trilogie aus dem "Grischaverse" gelesen zu haben, hatte ich mich 2017 in dieses Abenteuer gestürzt - und war nicht enttäuscht worden. Die Autorin hat hier eine Welt geschaffen, in der gefährliche und gefürchtete Magie so perfekt in die ansonsten von Banden und Verbrechern bevölkerten Straßen eingebettet ist, dass es wahre Wonne bereitet, mit den Charakteren durch eben diese zu streifen. Nach dem Vorgänger ist man mit den Gegebenheiten schon vertraut und hat Ketterdam als dreckigen, ruchlosen Ort kennen - und lieben - gelernt. Und trotzdem wird das Erlebnis hier noch gesteigert.

Alle Protagonisten aus dem ersten Teil sind wieder dabei und dieses Mal wird der Leser zu meiner großen Freude auch mit der Perspektive von Wylan belohnt, diesem sanften Jungen aus gutem Hause, der sich überwinden muss, etwas gegen seinen Vater zu unternehmen. Jesper mit seiner großen Klappe und Nina und Matthias, die, obwohl sie sich gefunden haben, ihre Diskussionen nicht sein lassen können, sorgen für einiges an Spaß. Und trotzdem hat jede Figur weiterhin ihr Päckchen zu tragen: Kaz, traumatisiert seit dem Tod einer geliebten Person; Inej, die sich verkaufen musste; Matthias, der sich von seiner Gemeinschaft losgesagt hat. Diese Personen sind meistens alles andere als das, was man "gut" nennen würde, und trotzdem stehen sie füreinander ein, haben ihre eigenen Moralvorstellungen - und sorgen so für große Figurenliebe.

Aber das ist eben nicht alles, was der Autorin so gut gelingt. Dieses Buch hat in der deutschen Übersetzung beinahe 600 Seiten - und nicht auf einer einzigen kommt Langeweile auf. Immer wieder werden ihnen Steine in den Weg gelegt, immer wieder müssen sie neue Pläne schmieden oder einfach improvisieren. Es wird gelogen, betrogen...aber auch geliebt. Sechs Charaktere, drei komplett unterschiedliche Liebesgeschichten, und das funktioniert auch noch. Es wird intensiv, es wird zärtlich, aber niemals drängen sich die romantischen Gefühle in den Vordergrund, immer geht es noch um so viel mehr. Bis zum Ende bleibt die Erzählung auf einem durchgehend hohen Niveau, lässt den Leser die Geschehnisse hautnah miterleben - um ihm dann am Schluss das Herz herauszureißen. Gegen diese Achterbahn der Gefühle war der erste Band quasi eine ruhige Seefahrt. Es ist nicht möglich, sich gegen die Emotionen zu wehren, die ausgelöst werden - und man will es auch gar nicht. Nicht umsonst ist der Leitsatz der Krähen: Keine Klageweiber, keine Beerdigungen. 

FAZIT
Den ersten Band der "Glory or Grave"-Dilogie mochte ich. Aber "Das Gold der Krähen" habe ich geliebt. Schon vertraut mit den unterschiedlichen Charakteren und ihren Eigenarten, fällt es leichter, sich direkt auf diese Welt, ihre Magie und ihre Banden einzulassen. Leigh Bardugo versteht es meisterhaft, ihre Figuren zum Leben zu erwecken, und ebenso, den Leser immer wieder zu schockieren und zu überraschen. 5 Punkte!

https://www.droemer-knaur.de/buch/9558678/das-gold-der-kraehen

[Buchrezension] Beale Street Blues - James Baldwin

Sharon hatte die ganze Zeit über nichts gesagt. Ernestine hatte mich ihr übergeben, aber Sharon hatte mich gar nicht angefasst. Sie hatte was viel Verrückteres gemacht, nämlich mich gehalten und beruhigt - ohne mich zu berühren.
"Na denn", sagte sie, "die Männer sind wohl eine Weile weg, und Tish braucht Ruhe. Gehen wir schlafen."
Aber ich wusste, dass sie mich ins Bett schickten, damit sie noch ein bisschen aufbleiben konnten, ohne mich, ohne die Männer, ohne irgendwen, um damit fertigzuwerden, dass Fonnys Familie sich einen Dreck um ihn scherte und keinen Finger rühren würde, um ihm zu helfen. Wir waren jetzt seine Familie, die einzige Familie, die er hatte: Jetzt hing alles von uns ab.

INHALT
Seit ihrer Kindheit waren Tish und Fonny bereits befreundet, bevor sie ihre Liebe zueinander entdeckten. Nun ist Tish schwanger. Alles könnte so gut sein, säße Fonny nicht im Gefängnis für ein Verbrechen, das er nicht begangen hat. Denn beide sind schwarz - und der Rassismus in Amerika ist so tief verankert, dass allein die Hautfarbe ausreicht, um angeklagt zu werden. Tishs Familie unternimmt alles, um den jungen Mann aus dem Gefängnis zu holen, doch mit unzuverlässigen Zeugen und der Aussage eines Polizisten scheint das Unterfangen beinahe aussichtslos...

MEINE MEINUNG
"Beale Street Blues", das vorletzte Werk des afroamerikanischen Autors James Baldwin, erzählt die Geschichte einer Liebe, die unter keinem guten Stern steht - allein, weil die Liebenden nicht weiß sind. Es erzählt die Geschichte eines Justizsystems, das so von Vorurteilen und Rassismus durchdrungen ist, dass Gerechtigkeit unmöglich scheint. Und vor allem stammt es aus dem Jahre 1974, spielt also auch vor über 40 Jahren - und trotzdem habe ich das während des Lesens immer wieder vergessen. Das verdeutlicht nicht nur die Zeitlosigkeit der Erzählung, sondern, viel schlimmer, dass sich seitdem zu wenig geändert hat. Und das ist erschreckend.

Tish und Fonny kennen sich seit ihrer Kindheit, sind gemeinsam aufgewachsen und haben nun auch tiefere Gefühle füreinander entdeckt. Doch kaum sind sie miteinander glücklich, werden sie schon wieder auseinander gerissen. Es lohnt sich, nicht den Klappentext zu lesen, weil im Roman selbst erst sehr spät angesprochen wird, weshalb genau Fonny nun eigentlich im Gefängnis sitzt. Denn Erzählerin Tish - beeindruckend glaubwürdig von einem Mann geschrieben - geht viel auf die gemeinsame Geschichte ein, auf die Zusammengehörigkeit, die die schwarzen Bürger miteinander empfinden, auf die Familien und ihre Zukunft. Alle Figuren zeichnet eine große Ambivalenz aus: Einerseits fühlen sie den Rassismus der weißen Mitbürger, andererseits handeln sie umgekehrt mittlerweile auch so; einerseits  sind die meisten Figuren Frauen, andererseits behandeln sie andere ihres Geschlechtes mit wenig Mitgefühl. Tish als Protagonistin ist dagegen eine sehr sanfte Erzählerin, die trotzdem mit ihrem Mut begeistert.

Schwierig ist aber, sich darüber klar zu werden - und vor allem in Worte zu fassen -, was man da beim Lesen eigentlich fühlt und erlebt. Da ist zum einen dieses Leben, das sich nicht nur von dem der jetzigen Zeit unterscheidet, sondern differenzierter auch von dem, das "wir Weißen", zu denen ich nun einmal gehöre, führen. White Privilege ist kein Mythos, sondern Fakt, und das merken die Protagonisten hier ganz deutlich: Ein weißer Polizist ist es, der ihnen das größte Leid zufügt, das sie sich hätten ausmalen können. Das resultiert in gegenseitigem Hass, obwohl ein weißer Anwalt versucht, ihnen zu helfen. Zum anderen ist es schwierig, herauszulesen, welche Ansichten der Autor selbst hier eigentlich vertritt: Die Frauen werden geschlagen, sie ziehen sich gegenseitig in den Schmutz, das Opfer der Vergewaltigung wird ohne Nachsicht behandelt - sind Frauen also weniger wert? Oder bietet das Ganze nur eine Sicht darauf, wie sehr Menschen verrohen, wenn sie immer nur schlecht behandelt werden? In diesem Zusammenhang ist das Nachwort von Daniel Schreiber sehr wichtig, das tiefere Einblicke bietet und hilft, die Geschehnisse einzuordnen. Und über diese nachzudenken, was nach der Lektüre unvermeidlich ist.

FAZIT 
"Beale Street Blues" ist kein einfacher Roman: Schwer einzuordnen, mit komplexen Charakteren, die abgesehen von der Hautfarbe nicht in Schwarz und Weiß unterteilt werden können. Er ist auch keine Liebesgeschichte, wie man vielleicht durch den Trailer zur neuesten Verfilmung glauben könnte. Aber er ist wichtig. Er zeigt auf, wie essentiell es ist, sich gegen Rassismus zu stellen, gegen die schlechte Behandlung von Frauen, gegen Vorurteile. Es hat sich bisher zu wenig geändert, das wird während des Lesens immer wieder klar. Dringend lesenswert! 4 Punkte.


[Buchrezension] The Broken Earth: Zerrissene Erde - N. K. Jemisin

"Ich möchte diese Leute treffen", sagst du. Es besteht die kleine Chance, dass Jija oder Nassun vorgeben, jemand anders zu sein. Oder dass jemand anders sie gesehen hat, auf der Straße. Oder dass...nun ja. Es ist wahrlich nur eine kleine Chance. Du ergreifst sie trotzdem. Sie ist deine Tochter. Du wirst alles tun, um sie zu finden.
"Gut." Ykka dreht sich um und winkt. "Kommt, ich zeige euch ein oder drei Wunder." Als hätte sie das nicht bereits getan.
Du folgst ihr, denn weder Mythen noch Mysterien können einem noch so winzigen Hoffnungsfunken das Wasser reichen.

INHALT
Es ist eine Welt, wie sie schrecklicher kaum sein könnte: Alle paar Jahrhunderte kommt eine schreckliche Zeit des Leidens und Verderbens, die auf dem ein oder anderen Wege viele Menschenleben fordert. Schon lange legt die Bevölkerung deshalb Vorräte an, um zu überleben. Doch als sich ein Riss mitten im Land Sansia auftut, der nicht nur Asche in den Himmel spuckt, sondern auch jegliche Lebewesen verrückt werden lässt, scheinen alle Schutzmaßnahmen hinfällig: Diese sogenannte Fünfzeit könnte länger dauern als alle zuvor. Essun, eine Mutter aus einem kleinen Dorf mit Fähigkeiten, von denen niemand wissen darf, macht sich trotz dieser Gefahren auf eine Reise. Denn ihr Ehemann hat ihren kleinen Sohn getötet und ihre Tochter mitgenommen. Um jeden Preis will sie die beiden finden. Doch das Grauen hat noch gar nicht richtig angefangen. 

MEINE MEINUNG
"Zerrissene Erde" hat 2016 den HUGO Award erhalten, den Preis schlechthin für Sciene Fiction-Romane. Science Fiction? Das ist eigentlich nicht das Genre, das einem bei dem Inhalt als Erstes in den Sinn kommt. Wahrscheinlich nicht einmal als Letztes. N. K. Jemisin erschafft in ihrer Trilogie um die "Broken Earth" eine Welt, die man als Leser nur langsam durchschaut, und dieser erste Teil ist gewissermaßen eine Einführung in Charaktere und Aufbau. Es gibt nur wenige Antworten - ganz einfach, weil auch die Protagonisten die meiste Zeit im Dunkeln tappen und erst herausfinden müssen, was es mit all dem auf sich hat. Wir begleiten drei Frauen, deren einzelne Handlungsstränge lange vollkommen autark verlaufen, um dann zum Ende hin teilweise überraschend, vor allem aber sehr überzeugend zusammenzulaufen.

Gewöhnungsbedürftig ist die Art der Erzählung: Während die junge Damaya und die begabte Syenit aus der personalen Sicht erzählen, wird Essun mit "Du" angesprochen - warum, wird schließlich sogar erklärt. So ist es trotzdem erst einmal schwierig, zu Essun, dieser Mutter, die so verzweifelt ihr Kind sucht, eine Bindung aufzubauen, aber das bessert sich nach einer Gewöhnungsphase. Beeindruckend ist allerdings vor allem die Diversität, die die Autorin in ihrer Geschichte unterbringt, ohne dass es erzwungen wirkt - selten habe ich erlebt, wie auf so vollkommen natürliche Art Menschen jeder ethnischen Zugehörigkeit oder auch Transgender miteinbezogen werden. Außerdem begeistern die starken Frauenfiguren, die nicht nur mit ihren Fähigkeiten, der sogenannten Orogenie, beeindrucken, sondern auch mit ihrem eisernen Willen. Schon allein dafür lohnt sich das Lesen!

Dennoch sorgt die erste Hälfte vor allem für eines: Verwirrung. Während Damaya sich in einer Ausbildung befindet, um ihre Kräfte kontrollieren zu können, sind Essun und Syenit auf zwei sehr unterschiedlichen Reisen mit vollkommen unterschiedlichen Zielen. Die Welt, die wir erleben ist eine düstere, brutale, deren wenige lichte Momente immer wieder zerstört werden. Kein Wunder also, dass Essun ohne Rücksicht auf Verluste handelt; dass Syenit jeden hasst; dass Damaya bald alles Vertrauen verliert. Die gesamte Geschichte ist keine leichte Kost, so viel ist sicher. Aber sie ist gleichzeitig auch absolut spannend: Nicht nur gibt es unzählige Gefahren, auch viele offene Fragen müssen geklärt werden - Fragen, auf die nicht einmal die Protagonisten eine Antwort wissen und die man als Leser also mit diesen gemeinsam suchen muss. Der erste Band schließt dann mit einer Enthüllung, die wohl erst im Nachfolger ihre volle Wirkung entfalten wird. Gespannt sein darf man auf jeden Fall.

FAZIT 
"Zerrissene Erde" ist kein einfaches Buch, und es ist auch keine typische Science Fiction. Für die erste Hälfte muss man Geduld mitbringen, um sich in dieser seltsamen, düsteren Welt zurechtzufinden und nicht verloren zu gehen. Toll ausgearbeitete Charaktere, viel Diversität und unglaubliche Ideen helfen dabei. 4 Punkte!

[Statistik] Monatsrückblick August

Was war denn bitte im August los? Ich dachte ja, der Juli wäre nicht gut gelaufen, klar, Urlaub und so - aber der Wonnemonat August mit seinen heißen Tagen hat wirklich alles übertroffen. Ich war jedes Wochenende unterwegs, auf zwei Konzerten und viel arbeiten. Da blieben weder Zeit zum Lesen noch zum Bloggen. Daher gab es zwischen dem letzten Rückblick und diesem auch nur drei Posts zu lesen. Es tut mir Leid! Ich gelobe Besserung, aber verspreche lieber nichts. Mittlerweile ist es außerdem schon so spät, dass ich der Rückblick kaum noch lohnt. Aber was soll es - es gibt ihn einfach trotzdem.

#Gelesen/Gehört im August: 3 Bücher


1. This Is How It Always Is von Laurie Frankel [knappe 4,5*] - Rezension folgt
2. Tell me a Secret von Samantha Hayes [1,5*] - Hörbuch
3. The House von Simon Lelic [2*]

Gelesene Seiten: 1013
Durchschnittliche Seitenzahl pro Buch: ca. 338
 Gelesene Seiten pro Tag: etwa 32
Durchschnittsbewertung: 2,67*

Ein Satz mit X: Das war wohl nix! Über die 3,2* hätte ich mich im Juli richtig freuen sollen, denn im August ging das Ganze steil bergab. Allgemein war das glaube ich mein bisher schlechtester Monat. Nun gut. Dann fällt einem eine Steigerung auch leichter. Immerhin Laurie Frankels "This Is How It Always Is" ist ein wunderbar gefühlvolles, witziges und echtes Buch, das ich jedem nur empfehlen kann.

# Gesuchtet im August: 3 Serien


1. Cloak & Dagger: Staffel 1 [4*] 
2. Die Nanny: Staffel 1 [4*]  
3. Punisher: Staffel 1, Folge 11 [3*]  

Nicht mehr alle Marvel-Serien sind auf Netflix zu finden: Auch Amazon hat nun eine im Programm, und dort kurzerhand die Lebensumstände der beiden Protagonisten vertauscht. Die erste Staffel  von "Cloak & Dagger" ist durchaus sehenswert. Von einer Freundin wurde ich dazu gebracht, mal wieder "Die Nanny" anzuschauen, die zwar ein zweifelhaftes Frauenbild präsentiert, aber eben auch oft zu komisch ist. Zuletzt habe ich mal wieder eine Folge vom "Punisher" gesehen, aber ich glaube, wir werden keine Freunde mehr...

#Neuzugänge im August: IMMER NOCH ZU VIELE!


Mittlerweile zähle ich vorsichtshalber schon gar nicht mehr - es ist einfach zu gruselig, wie sehr ich momentan die Kontrolle verliere...
 
# Kino im September

Im neuen Monat war ich nun schon einmal im Kino - das bedeutet, meine Quote ist quasi schon übererfüllt :D Nach dem August läuft im September auch gar nicht so viel wie man hätte erwarten können - ein Glück. Dann komme ich ja vielleicht mal zum Lesen. Daher lasse ich die Vorschau einfach komplett ausfallen - ich bin sowieso schon viel zu spät dran. Und mache das Ganze einfach im Oktober wieder.

Lief euer August besser?

[Buchrezension] White Maze - June Perry

"Nein!", kreische ich. "Bist du jetzt total bekloppt?" Da wirbelt er mich herum und ich folge seinem Blick, sehe, wie hinter uns die Tür aufgedrückt wird, durch die ich vorhin aufs Dach gekommen bin. Eine schwarze Anzugschulter und...Was um alles in der Welt! Ist das eine Pistole?
Ich bin so geschockt, dass ich keinen Widerstand mehr leiste. Hand in Hand renne ich mit Tom auf den Abgrund zu - wir springen ab - ich schließe die Augen, fühle den Wind, seine Hand. Und wie fest er mich hält.
Wir fliegen.

INHALT
Die 16-jährige Vivian ist von Reichtum und Luxus umgeben: Ihre Mutter ihr Chefentwicklern einer Technologie-Firma, die auf Virtual und Augmented Reality spezialisiert ist und dazu Games und Linsen erfindet. Vivian erhält natürlich immer als Erste neue Produkte - so auch die neuen Lucent-Linsen, die es sogar ermöglichen, zu schmecken, zu riechen und zu fühlen. Doch noch bevor sie sie das erste Mal ausprobieren kann, glaubt ihre Mutter plötzlich, eine Bedrohung entdeckt zu haben, und zerstört ihre Innovationen. Und am nächsten Tag ist sie tot. Vivian ahnt schnell, dass etwas Größeres dahinter stecken muss und bittet den Hacker Tom um Hilfe. Gemeinsam mit drei seiner Freunde kommen sie sehr bald einer großen Gefahr auf die Spur. Einer Gefahr, die auch sie das Leben kosten könnte...

MEINE MEINUNG
Die Technologie ist auf dem Vormarsch - das ist kein Geheimnis. Die Grafik wird immer besser, das Erleben immer realistischer, und spätestens seit Pokémon Go wird man aktiv ins Spielgeschehen eingebunden. Samsung hat sich 2016 Linsen patentieren lassen, Apple hat erst dieses Jahr ein neues optisches System entwickelt. Die Zukunft, die June Perry in "White Maze" zeichnet, ist also gar nicht mehr so weit entfernt - ein gruseliger Gedanke. Wer sind wir, wenn wir uns nicht mehr in der Realität befinden, sondern nur noch in erdachten Welten? Auch dieser Frage wird hier nachgegangen, denn viele Teile des Romans spielen tatsächlich in solch "Erweiterten Realitäten", bei denen die wahre Umgebung um computergestützte, nicht-echte Details erweitert wird. Erzählt wird der Roman größtenteils aus der Ich-Perspektive der Protagonistin, zwischenzeitlich kommen aber auch ihre Weggefährten und der Strippenzieher zu Wort.

Vivian ist zu Beginn eines dieser typischen Girlies: Sie hat alles und will doch noch mehr, sie meint, sich alles erlauben zu können und wenn etwas nicht nach ihrer Nase läuft, reagiert sie aufbrausend und zickig. Vor allem aber kann sie nicht ohne die Technologie - fühlt sich allein und unfähig ohne. Dies ist wichtig, damit sie eine Entwicklung durchmachen kann, eine Entwicklung, nach der sie erkennt, dass die Realität immer die bessere Wahl ist. Leider ist sie trotzdem in vielen Belangen so begriffsstutzig, dass es schon anstrengend ist. Weil sie einen Hacker benötigt, lernt sie Tom und seine Freunde kennen, die zum Teil sehr stark den bekannten Klischees entsprechen: Der Eine ist in seinem Alter der Könner überhaupt, der Andere hat eine schwere Vergangenheit, und das einzige Mädchen im Bunde ist quirlig und hat "keinen Stil". Sie sind alle sympathisch, aber auch nur Beiwerk, inklusive Love-Interest Tom, der keinen eigenen Charakter entwickelt. Genau das ist leider auch beim Gegenspieler, dem "Prepender" der Fall: Dessen Motive werden einmal kurz angedeutet, dann aber fallen gelassen und nie erklärt - sehr schade.

Davon abgesehen hat die Autorin allerdings viele interessante und neuartige Ideen in ihrem Buch verbaut, die für einiges an Unterhaltung sorgen: Kryptische Botschaften der Mutter, erweiterte Realitäten, die nur schwer von der Wirklichkeit zu unterscheiden sind, und auch die Heimtücke, mit der der Prepender Vivian und den anderen immer wieder zuvor kommt. Leider wiederholen sich aber insbesondere die Gedankengänge der Erzähler immer und immer wieder, und viele Wortdoppelungen und Satzbau-Fehler stören den Lesefluss. Zum Ende hin wird Bezug genommen auf den Titel des Buches, und das auf sehr originelle und spannende Weise - es werden die Gefahren einer Welt, wie sie hier im Entstehen ist, noch einmal sehr deutlich gemacht. Allerdings fehlen ganz einfach die Erklärungen und Hintergründe, der Leser wird mit vielen Fragen komplett allein gelassen. Der Schluss deutet auf einen eventuellen zweiten Teil hin - dann immerhin könnten diese geklärt werden.

FAZIT 
June Perry zeichnet in "White Maze" eine Zukunftsvision, die quasi schon morgen eintreten könnte - und vielleicht gerade deswegen umso gruseliger ist. Sie erweckt diese Welt mit vielen Details und Ideen zum Leben, dafür mangelt es aber an der Charakterentwicklung und insbesondere an Erklärungen und Antworten. Besonders am Ende fehlte mir hier die nötige Tiefe. Insgesamt also 3 Punkte.

https://www.arena-verlag.de/artikel/white-maze-978-3-401-60372-8

[Filmrezension] Mission Impossible: Fallout


"Hoffnung ist keine Strategie." - "Oh, du musst neu sein!"

STORY
Nach der Festnahme von Solomon Lane zwei Jahre zuvor ist das Übel noch lange nicht aus der Welt: Seine Anhänger haben sich zur Gruppe "Die Apostel" zusammen geschlossen, die für einen gewissen John Lark Plutonium erwerben will - eine Bedrohung für die ganze Menschheit. IMF-Agent Ethan Hunt soll den Kauf verhindern, doch die Mission geht schief. Wenn er nicht Schuld an einem Massenmord sein will, bleiben ihm nun nur wenige Tage, um das Vorgehen der Attentäter zu vereiteln und nebenbei John Lark ausfindig zu machen. Doch wie immer scheint die Situation vollkommen ausweglos - und bald sind nicht nur Mörder hinter Ethan Hunt her, sondern auch die CIA...

MEINE MEINUNG
Manchmal werde ich tatsächlich zum Opfer der Kritiker - da hat mich die "Mission Impossible"-Reihe jahrelang nicht interessiert, und kaum taucht Henry Cavill im neuen Teil auf und die Stimmen sind begeistert, bin ich voll dabei. Ab und zu muss aber eben einfach ein reiner Actioner sein, mit wenig Anspruch und dafür ganz viel Spannung, möglichst viel Zerstörung und einer guten Prise Witz. Genau das bietet der neueste Film um Agent Ethan Hunt, der grundsätzlich von allen gejagt und verraten wird, und der dennoch alles für sein Land und seine Lieben gibt. Bei "Fallout" ist es wohl das erste Mal so, dass der Vorgänger in Bezug auf Figuren und Ereignisse direkt wichtig ist - aber auch ohne jegliches Vorwissen ist die Story nicht so kompliziert, dass man nicht mitkäme.

Großartige Charakterzeichnungen kann man natürlich nicht erwarten - das hier ist schließlich immer noch eine Action-Reihe. Trotzdem wird mit dem aufopferungsvollen Ethan, seinem ruhigen Kumpanen Luther, dem gewitzten Komplizen Benji (Simon Pegg muss man sowieso lieben), sowie der starken Ilsa eine gute Bandbreite abgedeckt, und immerhin ist es so auch nicht schwierig, die einzelnen Charaktere zu durchschauen und zu verstehen. Henry Cavills August Walker ist dabei aber wohl noch die offensichtlichste Figur, bei der sich auch kaum Mühe gegeben wird, Absichten zu verschleiern. Das ist nicht unbedingt abträglich - so freut man sich jedenfalls, wenn er ordentlich etwas einstecken muss. Und der viel besprochene und von allen Seiten geliebte "Arm Reload" beim Badezimmer-Fight ist tatsächlich so cool wie alle sagten.

Bildergebnis für henry cavill arm reload gif


Die Geschichte klingt erst einmal altbekannt: Ein Agent macht einen Fehler, durch den nun das Wohl der Menschen auf dem Spiel spielt, und den er nun dringend wieder ausbügeln muss. Einiges ist vorhersehbar, aber es gibt auch überraschend viele Wendungen, die keine Langeweile aufkommen lassen. Und dass Tom Cruise, den ich eigentlich so gar nicht leiden kann, einfach alles gibt, sieht man den Stunts an: Diese sind nicht nur richtig gut choreographiert, sie wirken auch echt. Klar, wenn der Schauspieler sie alle selbst macht (und sich dabei auch mal das Fußgelenkt bricht). Einige Elemente sind etwas weit hergeholt und was die Protagonisten alles überleben, ist fast schon lachhaft - aber wenn man zweieinhalb Stunden lang das Denken sein lässt, erhält man Unterhaltung vom Allerfeinsten. Und nicht weniger will man doch von einem Action-Film.

FAZIT 
Wer hätte gedacht, dass ich mal einen "Mission Impossible" schauen würde, und dann auch noch im Kino? "Fallout" hat mir aber nun so viel Spaß gemacht, dass ich sogar darüber nachdenke, die Vorgänger nachzuholen. Natürlich ergibt nicht alles Sinn und großen Tiefgang sollte man nicht erwarten - aber die Action ist gut, und die Charaktere sind in ihrer Einfachheit liebenswert. 4 Punkte!

 

[Buchrezension] The House - Simon Lelic

Als ich den Blick vom Fenster löste, steckte Elsie gerade ihren Schlüssel ins Schloss. Sie hielt kurz inne, und ich fragte mich, ob sie die Bewegung über sich auch wahrgenommen hatte. Doch dann drehte sie sich um und schaute mich direkt an. Da wurde mir klar, dass sie die ganze Zeit gewusst haben musste, dass ich ihr folgte. Sie lächelte. War das ein Lächeln? Sogar jetzt bin ich mir nicht ganz sicher. Es war auf jeden Fall etwas, irgendeine Art von Bestätigung. Es wirkte schüchtern, beinahe wehmütig. Es war derselbe Ausdruck, den ich zwei Monate später auf ihrem Gesicht sehen sollte, als wir uns auf dem Bahnsteig unseres Lokalbahnhofs begegneten und ich dastand und beobachtete, wie sie sich hinunterstürzte.

INHALT
Sydney und Jack haben sich endlich den Traum von einem eigenen Haus erfüllt und könnten glücklicher eigentlich kaum sein - müssten sie nicht das gesamte Haus ausräumen, weil der vormalige Besitzer alles zurückgelassen hat. Und würden nicht seltsame, erschreckende Dinge geschehen: Nächtliche Geräusche, unangenehme Gerüche, ein totes Tier auf dem Dachboden...und dann wird einer ihrer Nachbarn auch noch tot in einer Gasse hinter dem Haus aufgefunden. Sydney und Jack ahnen, dass ihnen jemand etwas Böses will. Doch wer? Und weshalb?

MEINE MEINUNG
Ein Haus, in dem scheinbar unerklärliche Dinge vor sich gehen, eine Leiche in der Gasse dahinter, und Protagonisten, die ihre Geheimnisse voreinander verbergen...Das klingt nach einem mysteriösen, leicht schaurigen Thriller voller Plot-Twists. Tatsächlich hat diese Erwartungshaltung aber wenig mit dem letztendlichen Ergebnis zu tun. Eher ist dieses eine Erzählung über eine schwere Kindheit, Kindesmisshandlung und die Gefahr einer Vergangenheit, die sich nicht begraben lässt. Daher ist auch der Titel, "The House", irreführend - Autor Simon Lelic konzentriert sich bereits vor Ende der ersten Hälfte mehr auf die traumatischen Ereignisse. Falsche Erwartungen werden insbesondere auch geweckt, da die Hauptfiguren zuerst eine Art Tagebuch voller kryptischer Andeutungen schreiben, die dann zu früh aufgelöst werden.

Mit Sydney und Jack wurden zwei relativ irrational handelnde Charaktere geschaffen, die sich immer wieder in ihre Unwahrheiten und Geheimnisse verstricken. Beide bleiben sie trotz ihrer Familiengeschichten ein wenig blass. Dennoch ist es anfangs durchaus spannend, ihnen in ihren Erlebnissen zu folgen und zu erfahren, welche Entdeckungen sie im Haus gemacht haben. Gefühlt hat der Autor diese Idee aber irgendwann einfach verworfen - bevor zwei Drittel des Buches vorbei sind, kennt man bereits den Strippenzieher und kann sich auch recht bald denken, wer für die Leiche verantwortlich ist: Überraschungen gibt es also keine. Ohne Zweifel, Kindesmisshandlung ist ein Thema, das angesprochen werden muss - aber nicht so wie hier, wo der Aspekt eher ein Mittel zum Zweck ist und viel zu gering ausgebaut wird. So bleibt zum Schluss nur das Gefühl, dass die gesamte Geschichte nichts Halbes und nichts Ganzes ist.

FAZIT 
Simon Lelics "The House" dreht sich nicht so sehr um ein mysteriöses Haus wie man glauben könnte. Stattdessen wird relativ früh offenbart, wer hinter allem steckt, und auf die großen Twists wie man sie sich bei Thrillern erhofft, wartet man vergeblich. Insgesamt eher unbefriedigend. 2 Punkte.

 

[Reisebericht] Irland, eine Neuentdeckung & Schottland, eine alte Liebe



Während hierzulande Ende Juli unerträgliche Hitze herrschte (und teilweise immer noch herrscht), floh ich lieber in kühlere und feuchtere Gefilde - Irland und Schottland nämlich. Gemeinsam mit einer guten Freundin hatte ich schon im Oktober des vergangenen Jahres eine kleine Rundreise geplant - nachdem wir Island aus Kostengründen verworfen hatten. (Das wird aber irgendwann nachgeholt.) Nun bin ich schon seit bald einem Monat zurück, um viele Erfahrungen reicher (und viele Euros ärmer). Und bringe vor allem eines mit: Die Empfehlung, beide Länder unbedingt zu besuchen.


Irland

Los ging es morgens um halb 8 mit dem Flieger vom Frankfurter Airport nach Dublin. Wer diese Uhrzeit ausgewählt hat? Wir waschen unsere Hände beide in Unschuld und tun, als wäre es die jeweils andere gewesen. Nach der Ankunft ging es dann mit einem der Airchoaches nach Galway - unsere erste Station für zwei Tage.

Galway ist eine Küstenstadt im Westen von Irland mit rund 80.000 Einwohnern. Da das Städtchen aber gar nicht mal so günstig ist, hatten wir uns in einem Hostel einquartiert - keine 5 Gehminuten vom Eyre Square entfernt, der das Zentrum bildet. An unserem ersten Nachmittag dort streiften wir also durch die Gassen, schauten den Straßenkünstlern zu - und besuchten selbstverständlich den bekanntesten Buchladen Galways - Charlie Byrne's Bookshop nämlich. Man kann sich wahrscheinlich denken, wer wen dorthin gezerrt hat.


Da Galway nur circa anderthalb Stunden Busfahrt von den Cliffs of Moher entfernt ist, war ein Besuch dieser am nächsten Tag selbstverständlich Pflicht. Anders als in Galway, wo es sonnig und warm war, herrschte dort oben allerdings das denkbar schlechteste Wetter: Es war total neblig, windig und extrem regnerisch. Die Folge? Man sah NICHTS. Nachdem wir uns also auf die Klippen gekämpft hatten, nur um mit einer Sicht auf eine graue, wabernde Masse und manchmal ein paar Schemen belohnt zu werden, entschieden wir uns schließlich dafür, wenigstens etwas über den Ort zu lernen und die Ausstellung anzuschauen. Übrigens sind diese Cliffs zwar die bekanntesten Irlands, aber bei weitem nicht die höchsten - während hier der höchste Punkt 214m über dem Boden liegt, sind es bei den Klippen von Croaghaun ganze 664m.

Dublin steuerten wir am nächsten Tag erneut mit dem Aircoach an.
Meine Freundin war bereits sowohl als Au-Pair als auch als Urlauberin in der Stadt gewesen und kannte sich daher exzellent aus, sodass sie mir erst einmal die Innenstadt zeigen konnte - bei der selbstverständlich ein Besuch im Disney-Store nicht fehlen durfte. Inklusive Arielle-Statue! (Man sieht, ich bin die Fotogenität in Person.)

An den nächsten zwei Tagen besuchten wir jeweils eines der vielen umliegenden Hafenstädtchen. Zuerst Dún Laoghaire, das mit gerade einmal knapp 25.000 Einwohnern aufwartet, dafür aber auch mit einer wunderschönen Hafenpromenade mit Leuchtturm. Der Name leitet sich übrigens von König Lear ab, der im Irischen Laoghaire heißt. 

Tags darauf stand dann Howth auf dem Plan, das mit nicht einmal 10.000 Einwohnern sogar noch kleiner und gleichzeitig auch noch niedlicher ist. Bei dem Sonnenschein ließ es sich auf der Hafenmauer wunderbar aushalten, auch wenn es unfassbar windig war. So viel also zu dem Thema, der irische Sommer ginge immer nur einen Nachmittag lang! Wer Hunger hat, sollte unbedingt die Fish & Chips ausprobieren und sie sich auf einer der Bänke am Wasser schmecken lassen.


Schottland

Nachdem ich also zum ersten Mal Irland kennen gelernt hatte, ging es Freitag endlich in mein Land. Neue Erfahrungen schön und gut, aber für mich geht doch nichts über Schottland mit seinen Highlands, seinen Highlandern und den Menschen, die einen immer und überall willkommen heißen.

Zugegeben,  Glasgow ist nicht die schönste Stadt, die man besuchen
kann, und kurz nach der Ankunft ist mir auch wieder eingefallen, wieso ich dort bei meinem letzten Besuch nur einen halben Tag verbracht habe. Zwar lohnt sich die Rundfahrt mit dem Sightseeing-Bus absolut und die University of Glasgow sowie das Science Center voller Spielereien sind absolut sehenswert - aber ansonsten ist es eine typische Großstadt: Laut, überfüllt und nicht immer freundlich. Allerdings sollte man dringend dem griechischen Restaurant "Elia" am George Square einen Besuch abstatten - in unseren zwei Stunden dort hatten wir nicht weniger als sieben Kellner, die alle mit unglaublicher Fröhlichkeit und echtem Interesse aufgetreten sind. Und ansonsten lohnt es sich immer, dem Waterstones einen Besuch abzustatten und viel zu viel Geld auszugeben.

Edinburgh ist meiner bescheidenen Meinung nach die unangefochten schönste Stadt Schottlands und hat unseren Abschluss gebildet - zum Glück. Denn wenn man schottische Kultur erleben will, sollte man hierher kommen. In die Highlands gibt es zwar nur Tagesreisen, weswegen wir das nicht geschafft haben - aber dafür gibt es wunderbar schaurig-interessante Führungen durch die "Vaults", die Katakomben Edinburghs, die unter der South Bridge von Edinburgh liegen. Denn was man sich gar nicht vorstellen kann:  Die Stadt hat unsichtbare Brücken, die man nur erkennt, wenn man eine der abschüssigen Gassen, Closes, Courts oder Wynds genannt, nimmt und sich plötzlich darunter befindet.

Von den vielen verschiedenen Bustouren für Touristen kann ich am ehesten die "3 Bridges"-Tour empfehlen, bei der es zur Queensferry Bridge, Forth Bridge und Forth Road Bridge geht, die nebeneinander liegen - und bei der man auf der angeschlossenen Fähren-Tour sogar Robben beobachten kann.


Verabschiedet von diesem wunderschönen Land haben wir uns am letzten Tag mit einem Besuch bei der Flower Clock in den Princes Gardens, die jedes Jahr - passend zu einem bestimmten Thema - neu bepflanzt wird. Und Fun Fact: Dass an jeder Straßenecke ein Dudelsack-Spieler steht, ist übrigens tatsächlich kein Gerücht ;)



Welches Land möchtet ihr unbedingt einmal besuchen?
 

Die Bloggerin

About Me
Kittyzer, 22 Jahre alt, früher als Sonne bekannt. Gebürtige Niedersachsin, die für die Arbeit nach Rheinland-Pfalz gezogen ist. Schreibt über Bücher, Filme, Serien und Mainz. Um mehr zu erfahren, klicke hier →

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