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[Buchliebenetz] Leseziele 2018

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#buchliebenetz ist eine Gruppenaktion verschiedener Blogger, die sich um das so ziemlich schönste Hobby der Welt dreht: Das Lesen natürlich.

2018 ist da und da heißt es: Pläne schmieden. Ich halte mich von den üblichen Jahresvorsätzen à la "mehr Sport" fern, da ich sowieso schon zweimal die Woche Sport mache - und konzentriere mich stattdessen lieber auf meine Freizeitaktivitäten. Gemeinsam mit den anderen Mitgliedern des #buchliebenetz stelle ich euch also meine Leseziele für das neue Jahr vor.

Leseziel #1: Mindestens 65 Bücher lesen 

2017 habe ich offiziell die Anzahl meiner gelesenen Bücher aus dem Jahr 2012 halbiert: Von 120 bin ich auf 60 runter gegangen. Das liegt natürlich daran, dass ich mittlerweile arbeite - aber auch daran, dass ich mich viel zu oft ablenken lasse. 
2018 möchte ich mich nun endlich wieder steigern und bisher sieht es ganz gut aus. Fünf Stück mehr sind natürlich nicht wirklich ambitioniert, doch ich möchte mich auch nicht überfordern, schließlich habe ich genug zu tun. Aber eine Steigerung von einigen Büchern pro Jahr wäre definitiv wünschenswert.

Leseziel #2: Den SuB abbauen


Seit Anfang Dezember bin ich schon fleißig dabei: Ich kaufe weniger, frage kaum an und lese daher ganz viel aus dem Regal. Denn ja, mein Stapel ist eigentlich kein Stapel mehr, sondern tatsächlich ein ganzes Regal. Dass ich damit nun bei fast 80 ungelesenen Lektüren bin, nervt mich schon länger, jetzt nehme ich also den Kampf auf. Schließlich stehen so viele tolle Werke im Regal - und einige davon schon jahrelang. So kann das nicht weitergehen! Bis Ende 2018 möchte ich den Stapel ungelesener Bücher auf 60 reduzieren.

Leseziel #3: Reihen beenden/weiterlesen


Dieses Ziel hängt im Grunde mit dem vorherigen zusammen - in meinem Regal befinden sind nämlich neben einigen Reihenauftakten auch ziemlich viele Folgebände und Abschlüsse. Der 2. und 3. Band der "Red Rising"-Trilogie und der 3. Teil der "His Fair Assassin"-Reihe etwa (wobei bei beiden nun doch Fortsetzungen angekündigt wurden). Gestartet habe ich hier Anfang des Jahres mit der "Penryn & the End of Days"-Trilogie, die auch viel zu lang auf ihre Beendigung warten musste.
Lesen möchte ich also:

- Mortal Heart (His Fair Assassin #3)
- Im Haus der Feinde  Tag der Entscheidung (Red Rising #2 & #3)
- Schwarze Strömung (Lacey Flint #4)
- A Clash of Kings (A Song of Ice & Fire #2) 
 Leseziel #4: Endlich wieder rereaden 


Es gibt ein paar Bücher, die habe ich vor langer Zeit gelesen und geliebt und dieses Gefühl würde ich gern wieder entdecken. Letztes oder vorletztes Jahr habe ich zum Beispiel mal wieder "Nocturna" von Jenny-Mai Nuyen gelesen und das war ein tolles Erlebnis. Auch die "Harry Potter"-Bücher habe ich schon zu oft gelesen, um noch mitzählen zu können, und jedes Mal wieder freue ich mich, in die Welt zurückzukehren. Da ich aber noch einige andere Ziele habe, ist dieses mehr oder minder optional (auch, weil ich ein wenig fürchte, mir die guten Erinnerungen zu versauen). 
Folgende Bücher würde ich gern rereaden:

- Salzwassersommer (Wurde nach der Ausleihe nachgekauft und steht seitdem im Regal) 
- Totenbraut (Mein Liebling der deutschen Autorin) 
- Der Gentleman mit der Feuerhand (Schließlich möchte ich die "Skullduggery Pleasant"-Reihe irgendwann mal weiterlesen!)
Ich rchte, das sind eine Menge Ziele, die ich unmöglich alle erreichen kann...Aber irgendwo muss man ja anfangen, und mit der Hälfte wäre ich definitiv auch zufrieden.
 
 Habt ihr bestimmte Ziele im neuen Jahr? 

Weitere Beiträge könnt ihr hier finden: Smalltown Adventure |

[Statistik] Jahresrückblick 2017

Ein frohes neues Jahr wünsche ich euch allen! Nachdem ich nun seit Samstagnacht aus dem Urlaub auf Fuerteventura zurück bin (und der Wärme hinterher weine), muss ich ja nun noch meinen (wie immer sehr, sehr langen) Jahresrückblick nachholen. Um ehrlich zu sein, hat sich 2017 in meinem Leben privat nicht wirklich viel geändert. Ich bin noch immer in der Ausbildung, noch immer in der selben Stadt und noch immer in der selben Wohnung. Nicht einmal zu besonders vielen Veranstaltungen war ich und auch im Kino bin ich kaum gewesen. Besonders in den letzten Monaten sind mir meine Couch und Netflix (bzw zuletzt Amazon) sehr ans Herz gewachsen.

Das wird sich 2018 ändern: Nicht nur werde ich im Frühjahr drei Wochen lang ein Praktikum in England absolvieren, ich werde im Juni voraussichtlich auch das erste Mal bei Rock am Ring dabei sein und im Sommer eine Tour durch Schottland und Irland machen. Reiseeindrücke wird es also wohl so einige geben.

Nun aber zum Vergangenen. Neue Rekorde konnte ich nicht verbuchen, wenn man davon absieht, dass ich viel zu viele Serien geschaut habe. Auch für das kommende Jahr habe ich mir lieber keine viel höheren Ziele gesetzt - ich will mich ja auch nicht stressen lassen.

# Gelesene Bücher 2017: 60







 









Mit Ach und Krach einen Tag vor Ende des Jahres habe ich mein Ziel noch erreicht. Immerhin! Wie so oft hatte ich vor allem Bewertungen im (guten) Mittelfeld mit wenigen Tops und einigen Flops. Ich bin da fast schon überrascht, wie gut mein Durchschnitt dafür ausfällt. Im Gegensatz zu letztem Jahr hat er sich sogar verbessert!

Durchschnittsbewertung: 3,42*  

Natürlich muss ich auch noch meine Highlights und meine Lowlights küren und wie immer unterteile ich erstere dabei in Fantasy und Romane. Der Einfachheit halber habe ich einfach die Rezensionen verlinkt.

Die fantastische Top 3:

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 Die nicht-fantastische Top 3:
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Die Flop 3:

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# Geschaute Kinofilme 2017: 12


Die Top 3:

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"Dunkirk" war 2017 definitiv mein Highlight - selten kam ich so emotional und berauscht aus dem Kino. Aber auch "Wonder Woman" und "La La Land" konnten mich beide sehr begeistern.

# Gesuchtete Serien 2017: 20


Einige Serien, die ich abgebrochen habe ("The Mist" und "Iron Fist" etwa), sind hier nicht aufgeführt. Insgesamt war 2017 ein großartiges Serienjahr, in dem mich viele Produktionen mitreißen konnten. Daher muss ich zwangsläufig 5 Favoriten nennen.
Die Top 5: 

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"The Marvelous Mrs Maisel" ist noch relativ frisch auf Amazon und von der Erfinderin der Gilmore Girls - dementsprechend ist die Serie spritzig, originell und voller skurriler Charaktere. "The Expanse" konnte mich zum Ende der ersten Staffel richtig fesseln und ich freue mich wahnsinnig auf die dritte. "The Sinner" hat mich des Öfteren schwer schlucken lassen und komplett mitgerissen, während die zweite Staffel von "Sense8" die vorherige nochmal übertroffen hat. Und zu guter Letzt hat mich selbstverständlich auch "Stranger Things" erneut begeistern können - ich liebe diese Kids einfach!

Das also war mein (gut gefülltes) Jahr in Büchern, Filmen und Serien. Ich hoffe, auch 2018 wird so abwechslungsreich.

 Auf ein erfolgreiches neues Jahr!

[Buchrezension] Ich bin nicht tot - Anne Frasier

"Ich habe heute Nacht einen Menschen getötet", sagte sie. "Ich habe jemanden umgebracht, um zu dir zurückkehren zu können." Dann drehte sie sich auf dem Absatz um und rannte davon.
Ihr ehemaliger Freund mit dem Namen, an den sie sich eben erst erinnert hatte, rief etwas hinter ihr her, aber sie lief einfach weiter. Zurück in die Dunkelheit. Und Gott mochte ihr beistehen, aber für ein paar kurze Augenblicke dachte sie tatsächlich darüber nach, zu dem Keller zurückzukehren - zu dem Verlies und zu dem toten Mann, bei dem sie sich fast schon wünschte, ihn nicht erschossen zu haben.

INHALT
Nach drei Jahren in Gefangenschaft ist es Detective Jude Fontaine gelungen, ihren Entführer und Peiniger zu überwältigen und sich in Sicherheit zu bringen. Doch zurück in der Wirklichkeit merkt sie schnell, dass sie auch hier keine Ruhe und Geborgenheit zu erwarten hat. Alles hat sich verändert, auch sie selbst. Doch sie ist fest entschlossen, zu ihrem Job als Polizistin zurückzukehren - gegen den Willen ihres neuen Partners Uriah Ashby, der sie für nicht zurechnungsfähig hält. Als sie zu einem neuen Fall gerufen werden, stellt sich jedoch heraus, dass Jude erstaunliche Fähigkeiten entwickelt hat: Sie kann Menschen lesen, was ihnen die entscheidenden Hinweise auf den Täter liefern könnte...

MEINE MEINUNG
Im Genre der Thriller noch etwas Neues zu finden, erweist sich mittlerweile als relativ schwierig. "Ich bin nicht tot" nimmt als Ausgangsszenario eine Entführung, macht daraus dann aber etwas ganz anderes: Denn als Leser lernt man die Protagonistin nur im bereits gebrochenen Zustand nach den drei Jahren des Martyriums kennen, was so spannend wie erschreckend ist. Der Schreibstil ist teilweise etwas distanziert, aber lebendig in der Sprache und dadurch mitreißend, aber auch schonungslos.

Jude Fontaine ist sicherlich keine einfache Hauptfigur - bei dem, was sie erleiden musste, überrascht das nicht. Teilweise erscheint sie ein wenig zu tough, aber ihre Verletzlichkeit und das schlimme Trauma schimmern immer wieder durch. Ihre Willenskraft ist ein starker Charakterzug, der von der trotzdem vorhandenen Empathie für Opfer nur noch untermalt wird. Ihr Kollege und Partner Uriah Ashby hat mit seinen eigenen Problemen zu kämpfen und traut ihr anfangs nicht. Er taut mit der Zeit auf, aber ein paar seiner Entscheidungen sind nur schwer nachzuvollziehen. Die Nebenfiguren bleiben leider ein bisschen blass und besonders der Täter entspricht durchaus dem Klischee, aber darüber lässt sich hinwegsehen.

Denn spannend ist das Ganze allemal. Neben den Morden an jungen Mädchen, die Jude und Uriah aufklären müssen - und die gut mit vergangenen Fällen verwoben werden - ist Jude auch auf der Suche nach dem Haus, in dem sie die drei Jahre festgehalten wurde, um endlich abschließen zu können. Leser sollten nicht zimperlich sein, denn einige Geschehnisse sind durchaus ziemlich brutal, und auch das, was der Protagonistin angetan wurde, lässt nicht kalt. Einige Verbindungen zum Ende hin konnte ich früh erahnen, andere wiederum haben mich überraschen können, sodass auch der Schluss größtenteils rund wirkt. Der Roman ist ein Einzelband - aber einem zweiten Teil wäre zumindest ich nicht abgeneigt.

FAZIT
Anne Frasiers "Ich bin nicht tot" ist ein packender und teils durchaus brutaler Thriller, der mit den beiden Hauptfiguren und den Verbindungen zwischen einzelnen Fällen punkten kann. Ein paar Schwächen fallen da nicht stark ins Gewicht. Gute 4 Punkte!


[Buchrezension] Weihnachten in Briar Creek - Olivia Miles

[Sie] eilte [...] die Main Street hinauf zu ihrer Bäckerei und suchte im Vorübergehen die Straßen und Schaufenster nach dem Mann ab, der vorhin in sie hereingerasselt war. Der Zusammenstoß hatte sie dermaßen überrascht und verärgert, dass alles nur so an ihr vorbeirauschte, aber jetzt glaubte sie sich an sein breites Lächeln zu erinnern, die Lachfältchen um seine haselnussbraunen Augen, an das markante Kinn und die schöne, gerade Nase. 
Sie hätte ihn jederzeit wiedererkannt, und plötzlich hoffte sie, dass sie ihm wirklich noch einmal begegnen würde. Um sich zu entschuldigen...und vielleicht auch, um herauszufinden, ob er über Weihnachten in der Stadt blieb. 

BildergebnisINHALT
Es ist Winter in Briar Creek und damit hält auch der Weihnachtszauber Einzug. Die junge Kara hat vor wenigen Monaten ihre eigene Bäckerei eröffnet, und auch wenn sie diese Jahreszeit liebt, hat sie aufgrund der vielen Arbeit doch kaum Zeit, um sie wirklich zu genießen. Ganz anders ergeht es Nate, der für zwei Wochen seine Tante besucht: Er hat frei, für Weihnachten aber so gar nichts übrig und würde dem Trubel am liebsten aus dem Weg gehen. So gegensätzlich wie die beiden sind, sprühen doch schon bei der ersten Begegnung die Funken zwischen ihnen. Ob Weihnachtsbäckerin und Weihnachtsmuffel einen Weg zueinander finden werden?

MEINE MEINUNG
In der Weihnachtszeit überkommt es auch mich: Da habe ich mal Lust auf eine locker-leichte Liebesgeschichte, die so richtig in winterlich-festliche Stimmung versetzt. "Weihnachten in Briar Creek" ist der letzte Band einer fünfteiligen Reihe und verspricht genau das. Ich bin komplett ohne Vorkenntnisse an den Roman herangegangen, was aber kein Problem ist, weil jeder davon von zwei anderen Protagonisten handelt. Erzählt wird das Ganze abwechselnd aus den Perspektiven der Turteltauben, der Schreibstil ist besonders in den Beschreibungen der Winterlandschaft zauberhaft - aber mehrmalige Wiederholungen einzelner Gegebenheiten sowie Unstimmigkeiten in den Beschreibungen (da ist der Teint erst blass, später dunkel) stören den Lesefluss.

Dafür hat die Autorin mit Kara aber eine wunderbar sympathische und liebenswerte Protagonistin geschaffen, die nach einer Vergangenheit als Wirbelwind, der nicht wusste, was das Leben bringen soll, zu sich selbst gefunden hat. Sie verfolgt ihren Traum von der eigenen Bäckerei eisern, wird aber selbstverständlich auch von Zweifeln geplagt. Nate ist schon eher von sich überzeugt, denn als erfolgreicher Geschäftsmann meint er, alles im Leben erreicht zu haben. Dass dem eventuell nicht so ist, stellt er erst in Briar Creek fest. Er ist ein netter Kerl, zieht aber oft voreilige Schlüsse und sein Weihnachts-"Trauma" fand ich recht weit hergeholt. Für die amüsantesten Momente sorgen definitiv die unterschiedlichen Stadtbewohner, die zum großen Teil natürlich einem gewissen Klischee entsprechen (die quirlige Schwester, die kuppelnde Tante, etc), aber auch immer wieder für Frische sorgen.

Dieser Roman ist eine Weihnachts-Romanze, damit habe ich gerechnet, und daher war ich positiv überrascht, wie viel Zeit sich mit der Liebesgeschichte gelassen wird - so können sich die Gefühle langsam entwickeln, Leser mit beiden Figuren warm werden und nichts wirkt überhastet. Gleichzeitig wird aber auch der "Konflikt" (dass Nate eigentlich in Boston lebt) arg ausgewalzt, was zu Wiederholungen und Längen führt. Zudem werden sehr unpassend noch kleinere Sequenzen aus der Perspektive von Karas Schwester eingestreut, die so gar keinen Mehrwert für die eigentliche Geschichte haben und dann am Schluss plötzlich ganz einfach fallen gelassen werden. Sowieso ist die Auflösung des ganzen Liebesdramas viel zu knapp und kommt sehr überraschend, ohne den Weg dorthin wirklich auszugestalten, was ein wenig enttäuscht. Nach Schnee sehnt man sich nach dem unvermeidlichen wie schönen Happy End aber trotzdem irgendwie.

FAZIT 
"Weihnachten in Briar Creek" ist, das sagen Titel und Cover schon ganz deutlich, eine winterliche Romanze mit einer Prise Kitsch und ganz viel Zärtlichkeit. Tatsächlich entwickelt sich die Liebesgeschichte angenehm langsam und bleibt so glaubwürdig - die Dramen waren mir dann aber doch ein wenig zu viel und das Ende wurde mir viel zu kurz abgehandelt. Insgesamt knappe 3,5 Punkte.

 

[Auslosung] Das verflixte 7. Jahr ist vorbei!



In den letzten zwei Wochen habe ich mich ein wenig rar gemacht, aber es ist ja auch Festtagszeit und dementsprechend habe ich keine Zeit für nichts - auch nicht wirklich für Aktualisierungen hier. Das wird erst im Januar wieder besser. Daher halte ich auch die Auslosung des Gewinnspiels eher knapp - auch ihr seid sicherlich alle im Stress ;)

Ich habe mich sehr über eure Erlebnisse der letzten 7 Jahre gefreut. Verlosen kann ich nun drei der Gewinne:
"Forbidden"


geht an Lotti!

Über "Sleeping Giants"


darf sich freuen VanaVanille!

Und den Hauptpreis, das Wunschbuch

 erhält Darleen!

Die Mails gehen gleich raus. 

Ich wünsche euch und allen anderen Lesern einen guten und feucht-fröhlichen Rutsch ins neue Jahr!

[Buchrezension] Die Blutkönigin - Sarah Beth Durst

"Warum?", fragte Daleina. "Warum hilfst du mir?"
Sie zuckte mit den Schultern und vermied es, Daleina in die Augen zu sehen. "Während des ganzen Unterrichts bist du die Einzige gewesen, die es gewagt hat, eine Frage zu stellen, die Einzige, der das Lernen wichtiger war, als ein abgerichteter Affe von denen zu sein und blöde Examen zu bestehen. Offen gesagt, ich brauche jemanden zum Reden, und du bist die Einzige, die zumindest ein Fünkchen Grips im Kopf zu haben scheint."
Daleina musterte sie. Sie ist einsam, ging es ihr durch den Kopf. "Danke."
"Sicher, angesichts deines Mangels an Talent wird dir bestimmt nur ein kurzes Leben beschieden sein, aber ich werde deine Gesellschaft genießen, bis zu in Fetzen gerissen wirst."
Daleina wiederholte: "Danke", etwas weniger dankbar. Dann schlossen sie sich den anderen Schülerinnen an, um zu hören, wer bestanden hatte und wer durchgefallen war.

INHALT
Das Land Renthia ist von Geistern bevölkert, die nur zwei Dinge im Sinn haben: Erschaffen und Zerstören. Um diese beiden Ziele in Einklang zu bringen, braucht jedes Königreich eine Königin, die die Geister kontrolliert. Nur Frauen besitzen die Gabe, sie zu befehligen - und als die junge Daleina aus dem Königreich Aratay ihre Familie vor einem Geister-Angriff bewahrt, wird deutlich, dass auch sie mit dieser Fähigkeit gesegnet ist. Und sie ist eine der Auserwählten, die eine der Akademien für Thronanwärterinnen besuchen dürfen. Allerdings ist sie ganz eindeutig nicht die Beste und so stehen ihre Chancen, jemals Königin zu werden, denkbar schlecht. Jedenfalls bis sie von einem Meister erwählt wird, der sie ausbilden will: Es ist Ven, der vor Jahren von der amtierenden Königin verraten wurde... 

MEINE MEINUNG
Es ist lange her, dass ich das letzte Buch von Sarah Beth Durst gelesen habe - aber ihr bildlicher Schreibstil und ihre phantastischen wie originellen Ideen sind mir im Gedächtnis geblieben. Sie schreibt keine konventionellen Fantasy-Romane, die nach bewährtem Schema ablaufen, und das wird auch in "Die Blutkönigin" schnell deutlich. High Fantasy für junge Leser hat oft einen faden Beigeschmack, weil sich statt auf das Worldbuilding mehr auf die Liebesgeschichte konzentriert wird. Zum Glück ist das hier nicht der Fall: Der packende Schreibstil zieht einen schnell in eine Geschichte voller Überraschungen und großartiger Ideen. Und mit der jungen Daleina und ihrem Mentor Ven gibt es zwei Protagonisten, die man sehr gern begleitet.

Daleina ist bei weitem nicht diese "besondere" Hauptfigur, die alles kann und von jedem bewundert wird. Im Gegenteil - sie ist die wahrscheinlich am wenigsten talentierte Kandidatin. Doch was sie nicht an Fähigkeiten vorweisen kann, macht sie durch Intelligenz, Mut und Persönlichkeit wett. Sie hat Fehler, aber sie versucht immer, Gutes zu bewirken, und das macht sie sehr sympathisch. Meister Ven ist ein tief enttäuschter Mann, der seiner Vergangenheit mit der Königin nachhängt, ihr aber auch des Öfteren die Stirn zu bieten vermag. Er ist streng und unnachgiebig, aber mit seiner fürsorglichen Art dennoch etwas wie ein Ziehvater. Durch die Tatsache, dass nur Frauen Oberhaupt der Königreiche von Renthia werden können, sind die Charaktere zum größten Teil weiblich - eine tolle Abwechslung. Zugegeben, Daleinas Freundinnen konnte ich nicht alle auseinander halten, das ist zum Teil aber auch der Fülle geschuldet. Und Zickenkrieg sucht man vergebens: Selbst die talentierte und hochnäsige Merecot ist insofern keine Konkurrenz für Daleina als dass sie einander trotzdem helfen - auch ungewöhnliche Freundschaften werden geschlossen, was wunderbar zu lesen ist.

Mit den Geistern, die die Welt instand halten und gleichzeitig die Menschen töten wollen, hat die Autorin ein abstraktes Konstrukt entworfen, das sie großartig erklärt. Noch viel besser gefällt aber ihre Welt: Denn die Bewohner Aratays leben in den Bäumen, in den Kronen und Ästen werden Häuser gebaut, verbunden sind einzelne Städte durch Brücken und Seildrähte - eine wunderbare Idee, die eine besondere Naturverbundenheit porträtiert. Der Leser begleitet Daleina während ihrer Ausbildung in der Akademie und bei Meister Ven, wobei sie dem Tod mehr als einmal knapp entkommen muss. Das Leben mit und unter Geistern ist gefährlich, und so ist es kein Wunder, dass man sich mehr als einmal von liebgewonnenen Figuren verabschieden muss. Es gibt eine kleine Liebesgeschichte, die aber nur einen Bruchteil der Handlung einnimmt (fast schon wieder zu kühl wirkt), ansonsten wird sich komplett auf Daleina und ihr Ziel konzentriert. Ein paar kleinere Längen im Mittelteil werden zum Glück immer wieder von actionreichen Szenen aufgelockert - und der Schluss ist  erschreckend, überraschend und absolut konsequent. Band 2 handelt von einer anderen Protagonistin und man darf gespannt sein, wie die Geschichte weiter gesponnen wird.

FAZIT 
Sarah Beth Durst hat sich in "Die Blutkönigin" eine umwerfende Welt erdacht, die einen schnell in ihren Bann zieht. Viele neue Ideen und starke wie liebenswerte Frauen runden das Bild ab. Bis auf ein paar kleinere Längen ein echtes Lesevergnügen. Sehr gute 4 Punkte!

Meine Empfehlung für Leser auf der Suche nach starken, kämpferischen Frauenfiguren in einer großartig erdachten Welt.

[Rückblick + Gewinnspiel] Das verflixte 7. Jahr ist vorbei!



Es ist so weit: Heute auf den Tag genau vor 7 Jahren habe ich diesen Blog gestartet. Damals noch als persönlichen Blog, der hauptsächlich aus Unfug bestand, bis ich ihn im Februar in einen Rezensionsblog verwandelte. Aber der Beginn zählt ja. Daher starte ich nun eine Verlosung, um das gebührend zu feiern - muss zuerst aber natürlich ein paar Worte verlieren.

Mit 14 habe ich begonnen, über mein Leben und meine Interessen zu schreiben - öffentlich, im Internet. Das haben anfangs nur wenig Leute mitbekommen und ich gehöre auch heute beileibe nicht zu den bekanntesten Bloggern. Aber das ist auch gar nicht schlimm. Ich habe seit Jahren eine ziemlich beständige Zahl von 363 Lesern, die mir anscheinend treu bleiben wollen und das finde ich wirklich, wirklich schön. Um die 3000 Kommentare habe ich über die Jahre erhalten und auch, wenn ich mir leider oft ziemlich Zeit mit meinen Antworten lasse, freue ich mich über jeden einzelnen. Ich freue mich riesig, wenn ich jemanden zum Nachdenken anregen oder ihm Lust auf ein Buch/eine Serie/einen Film machen kann. Das ist mein Ziel als Bloggerin und ich hoffe, dass ich es bereits des Öfteren erreicht habe.

Inzwischen bin ich also ziemlich lange dabei und in dieser Zeit hat sich so einiges geändert. Nicht nur bin ich älter geworden, natürlich, sondern auch ein bisschen erwachsen. Darüber habe ich sogar mal in einem Post gesprochen. Ich bin letztes Jahr von Niedersachsen nach Rheinland-Pfalz gezogen und manchmal noch ein bisschen verwundert über die Rheinhessen, aber auch begeistert von der Freundlichkeit, die ich aus Norddeutschland gar nicht gewohnt bin.
Mein Lesegeschmack hat sich von Romantasy und mein Seriengeschmack sich von Sitcoms so ziemlich in das Gegenteil verkehrt: Heute mag ich es gern actionreich und ein bisschen blutig. Ich bin dafür aber immer noch sehr begeisterungsfähig und kann mich weiterhin lang und laut über Dinge aufregen - kein Wunder also, dass ich 2012 die Kategorie Mein Ärger über ins Leben gerufen habe.

Seit eben diesem Jahr schreibe ich auch jährlich Monatsstatistiken und eines ist daran sehr deutlich geworden: Dass ich vor 5 Jahren noch ziemlich genau doppelt so viel Zeit hatte wie heute. Damals habe ich ganze 119 Bücher gelesen - mittlerweile muss ich mich extrem anstrengen, um überhaupt noch die 60 zu knacken. Mitunter liegt es aber auch an den Filmen und den Serien, die weitere Themen meines Blogs sind. Nur die Anzahl der geschauten Serien hat aber zugenommen :D
Seit 2014 bin ich außerdem bei Goodreads, was einerseits vieles erleichtert - und mir gleichzeitig mit Vergnügen zeigt, dass ich eindeutig zu viele schlechte Bücher lese, weswegen die Durchschnittsbewertung von 3,56 nicht wirklich verwundert:

  
Trotzdem bringt mich das nicht davon ab, jedes Jahr wieder zu versuchen, meine Durchschnittsbewertung zu erhöhen - ob mir das 2017 gelungen ist, werde ich dann im Jahresrückblick feststellen.

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Und damit habe ich auch definitiv genug gequatscht. Ich möchte etwas zurückgeben für all die Zeit, die ihr in eure Kommentare steckt und die Freude, die ihr mir bereitet. Daher verlose ich natürlich auch Dinge, die mich in meinen 7 Jahren des Bloggens auf irgendeine Weise geprägt oder begleitet haben.



1. Preis:

Ein Wunschbuch oder ein Wunschfilm aus all meinen gelesenen/geschauten Büchern/Filmen. Diese könnt ihr hier und hier einsehen. Auch unter den Kurzspots sind noch einige zu finden. Natürlich kann ich nur empfehlen, einen meiner Lieblinge zu wählen ;) Dazu hier meine Favorites auf Goodreads. Der Gewinner darf entscheiden, ob er beim Buch die deutsche oder englische Ausgabe erhalten möchte.

2.-5. Preis:

Hier habe ich eine kleine Auswahl aus gelesenen Büchern und geschauten Filmen zusammen gestellt. Für jedes davon könnt ihr in den Lostopf hüpfen.

"Simpel" von Marie-Aude Murail


Tatsächlich habe ich diese Lektüre gelesen, bevor ich zu bloggen begonnen habe - aber es war ein Buch, das mich durch seine Warmherzigkeit lange nicht losgelassen hat. Gut gegen Vorurteile und gut für die Seele. Zu gewinnen gibt es die Filmausgabe.

"Sleeping Giants" von Sylvian Neuvel


Ich erwähne es ständig und ich werde es bestimmt noch öfter tun - aber eines meiner Highlights 2016 muss ich natürlich hier verlosen. Zu gewinnen gibt es die Taschenbuchausgabe.

"Forbidden" von Tabitha Suzuma


Bei Erscheinen war das Buch in aller Munde und auch ich habe es heiß und innig geliebt. Eine intensive Geschichte voller Schmerz, Vertrauen, Angst und Liebe. Zu gewinnen gibt es die gebundene Ausgabe.

"Interstellar"


Mein Lieblingsfilm 2014, der mich vollkommen überwältigt zurückgelassen hat. Ein Glanzstück von Christopher Nolan, das ich jedem nur empfehlen kann. Zu gewinnen gibt es die DVD.

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Alles, was ihr dafür tun müsst, ist, mir einen Kommentar zu hinterlassen und mir zu erzählen, was euch aus den letzten 7 Jahren am meisten im Gedächtnis geblieben ist - ein Weltereignis? Etwas Persönliches? Etwas Gutes, etwas Schlechtes? Gebt bitte auch eure Wünsche für die Verlosung an (auch, ob ihr Wunschbuch/-film gewinnen möchtet, da braucht ihr aber noch keinen Titel zu nennen) und hinterlasst eine Kontaktmöglichkeit - oder schaut zwischen den Feiertagen regelmäßig hier herein.
Teilnehmen könnt ihr bis zum 23.12.2017 um 24 Uhr.

Jeder erhält durch seinen Kommentar ein Los. Es kann für so viele Preise wie gewünscht in den Lostopf gehüpft, aber nur einmal gewonnen werden. Zur Teilnahme berechtigt sind alle natürlichen Personen über 14 Jahren oder mit Einverständnis der Eltern. Mehrmalige Versuche führen zum Ausschluss. Ausgelost wird das Gewinnspiel zwischen Weihnachten und Silvester, die Glücklichen werden hier bekannt gegeben und gegebenenfalls kontaktiert. Wird sich innerhalb von 10 Tagen nicht mit einer Adresse zurück gemeldet, muss neu ausgelost werden. Achtung! Verschickt wird erst in der zweiten Woche des neuen Jahres, da ich davor im Urlaub bin. Adressen werden nur zum Versenden des Gewinns genutzt und danach gelöscht.

Und nun wünsche ich euch viel Glück!

Meine aktuelle Lektüre

Meine aktuelle Lektüre
"Die Knochenuhren" von David Mitchell [94/816]

Mein letzter Kinobesuch

Mein letzter Kinobesuch
"Paddington 2" am 02.12.

2018 Reading Challenge

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Kittyzer has read 1 book toward her goal of 65 books.
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