Back Down to Earth

[Buchrezension] Wächter und Wölfe: Das Ende des Friedens - Anna Stephens

Liris ist tot, und die Gesegnete ist bei dem Leichnam. Die Adlerhöhe hat keinen König mehr. Die Adlerhöhe ist verwundbar.
"Gosfath, Gott des Blutes, Dunkle Dame des Todes, ich danke Euch", flüsterte Corvus. "Ich schwöre, mich dieser Gelegenheit, die Ihr mir geboten habt, würdig zu erweisen. Alles, was ich tue, tue ich zu Euren Ehren." Einer der Häuptlinge drehte sich beim Klang seiner Stimme um, und sein Mund stand vor Staunen weit offen.
"Meine Füße sind auf dem Pfad", vollendete Corvus das Gebet. Er machte drei Schritte vorwärts, hob sein Schwert und begann zu töten. Der König war tot. Lang lebe der König.

INHALT
Der rilporischen Sklavin Rillirin gelingt nach Jahren der Gefangenschaft überraschend die Flucht vor den grausamen Mirak - doch ihre Überlebenschancen stehen denkbar schlecht. Der Seher Dom allerdings eine eine Prophezeiung, die ihre Wichtigkeit herausstelt, und rettet sie in letzter Sekunde vor ihren Verfolgern. Zum Glück, denn Rillirin hat so bedeutende wie erschreckende Informationen: Die Mirak planen einen Krieg und sie werden schon bald in die Städte Rilpors einmarschieren, um ihre verehrten Roten Götter - blutrünstige, folternde Herrscher - zurück in die Welt der Menschen zu holen. Und sollte ihnen das gelingen, würde die Erde in Blut versinken...

MEINE MEINUNG
Anna Stephens' Debüt ist eindeutig der Dark Fantasy zuzuordnen und macht diesem Subgenre alle Ehre: Die Welt in "Wächter und Wölfe" ist unbarmherzig, blutig und brutal, auf schwache Gemüter könnten die ausführlichen Kriegsszenen abschreckend wirken. Gerade diese sind aber hier absolut realistisch - nichts mit kuscheligen Kämpfen und ein paar Toten. Etwas anstrengend sind die vielen Perspektiven, von denen es die Hälfte (und damit immer noch fünf) ebenfalls getan hätten. So kommen immer wieder eher uninteressantere Figuren zu Wort, und auch wenn die Kapitel meist kurz sind, nimmt einem das zwischenzeitlich den Lesespaß.

Am besten ausgearbeitet sind definitiv die Sklavin Rillirin, der Seher Dom, der Soldat Crys und die Wölfin Gilda und damit sind ihre Kapitel auch die spannendsten - sie alle beweisen auf unterschiedlichste Weise Stärke. Rillirin etwa, indem sie sich von der ängstlichen ehemaligen Gefangenen zur tatkräftigen Helferin verändert, oder Gilda, die in ihrer Güte und ihrem Glauben nie am Guten im Menschen zweifelt. Die Autorin konzentriert sich also intensiv auf das Innenleben der Figuren, was ein positiver Aspekt ist - vergisst aber dafür ungewöhnlicherweise komplett die Äußerlichkeiten. Es ist kaum möglich, sich eine Vorstellung von den Charakteren zu machen, weil man einfach so gut wie nichts über ihr Aussehen erfährt.

Ein ähnliches Problem hat auch das Worldbuilding, das man zwar bald besser kennen lernt und in den Grundzügen stimmig ist, ansonsten aber wenig ausgestaltet wird. Städte, Dörfer, das alles bleibt blass, was enttäuscht. Dafür gibt es viele andere Momente, in denen die Autorin ihre Stärken präsentiert: Den wuchtigen Kampfszenen etwa. Die ersten 170 Seiten plätschern noch etwas dahin, aber nach einem sehr überraschenden Plot Twist gibt es kein Halten mehr und vor allem keine einzige ruhige Minute - sowohl für die Protagonisten als auch den Leser. Es geht Schlag auf Schlag, eine Schlacht folgt auf die nächste und die Gegner scheinen immer einen Schritt voraus zu sein. Es ist eigentlich unmöglich, das Buch am Ende zuzuklappen und nicht direkt wissen zu wollen, wie es weitergeht. Band 2, der im Original noch 2018 erscheinen soll, wird bei der ausweglos erscheinenden Situation sicherlich einiges zu bieten haben - ich jedenfalls freue mich drauf.

FAZIT
Wer harten Kämpfen und einem düsteren Weltentwurf eher weniger abgewinnen kann, wird mit Anna Stephens' Auftakt der "Wächter und Wölfe"-Trilogie nicht glücklich werden. Fans des Genres, die auf der Suche nach etwas Neuem sind, dürften aber wie ich begeistert sein von der vielen Action und dem hohen Spannungslevel. Teilweise bleiben die Figuren noch ein wenig blass und vor allem sind es ein paar zu viele, das trübt aber nicht meine Vorfreude auf Band 2. Knappe 4 Punkte!


[Statistik] Monatsrückblick Januar

Man glaubt es ja kaum, aber es ist tatsächlich schon wieder Februar. Gefühlt war gestern erst Weihnachten, und doch rückt nicht nur mein 22. Geburtstag immer näher sondern auch mein dreiwöchiges England-Praktikum im März. Dazu werde ich im Laufe des Monats noch einmal ausführlicher etwas sagen.
Nachdem der Januar gut gestartet hatte, kam ich zwischendurch in eine Flaute, aus der ich mich nur mit Mühe und Not am Ende wieder herauskämpfen konnte. Trotzdem bin ich ganz zufrieden - ich renne zwar bereits meinem Ziel hinterher, aber mit Blick auf den März kann es ja nur schlechter werden ;)

#Gelesen im Januar: 5 Bücher

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1. End of Days von Susan Ee [gute 4*] - Trilogierezension folgt
2. Bonfire von Krysten Ritter [gute 3*]
3. Letztendlich sind wir dem Universum egal von David Levithan [2*]
4. Die Knochenuhren von David Mitchell [4*]
4. Ein Käfig aus Rache und Blut von Stephen King [2,5*] - Kurzspot folgt
 
Gelesene Seiten: 2274
Durchschnittliche Seitenzahl pro Buch: 455
 Gelesene Seiten pro Tag: etwa 73
Durchschnittsbewertung: 3,1*
--
Neuzugänge: 2
Abgelesen: 5
Neuer SuB-Stand Februar: 70

# Geschaut im Januar: 1 Kinofilm



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1. Downsizing [gute 3*]

# Gesuchtet im Januar: 3 Serien

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1. Godless [4,5*] - Rezension folgt
2. Dark: Staffel 1  [gute 4] - Rezension folgt
3. Star Trek Discovery: Staffel 1, Folgen 10 & 11 [4*]
  
Leider konnte mich keine Lektüre im Januar so richtig begeistern, der Trilogieabschluss "End of Days" und David Mitchells Epos "Die Knochenuhren" haben mir aber gut gefallen. Von Krysten Ritter würde ich gern noch einmal etwas Originelleres lesen und die anderen beiden Werke...waren wohl einfach nicht mein Ding.

"Downsizing" war ansonsten mein Kinofilm des Monats, der mich über weite Strecken gut unterhalten konnte, aber definitiv auch seine Längen hatte und dem irgendwie ein wenig der rote Faden gefehlt hat.

Bei den Serien bin ich immerhin ein bisschen voran gekommen. Die Western-Serie "Godless" habe ich geschaut und ich fand sie ziemlich großartig - besonders die letzte Folge. Das deutsche "Dark" konnte mich erst nicht fesseln, nur um dann in der zweiten Hälfte der Staffel richtig zuzupacken. Und "Star Trek Discovery" habe ich nach der Pause wieder aufgenommen und ich habe das Gefühl, dass die richtig guten Entwicklungen für jetzt aufgehoben wurden.

Im Februar war ich bereits im Kino, ich hoffe aber, es noch einmal zu schaffen - denn dieser Monat ist, was Neustarts angeht, richtig stark:

The Disaster ArtistMaze Runner - Die Auserwählten in der TodeszoneCriminal SquadDie kleine HexeFifty Shades of Grey - Befreite LustDas Leben ist ein FestWind RiverBlack PantherShape of Water - Das Flüstern des WassersAlles Geld der WeltDie VerlegerinHeilstätten

Will ich auf jeden Fall sehen: "Black Panther" soll einer der besten Filme des ganzen MCUs sein - das will ja etwas heißen. "The Shape of Water" scheint mal etwas anderes zu sein und hat viele Preise gewonnen, da muss man ja mal schauen, ob er dem gerecht wird. Und "Das Leben ist ein Fest" sieht einfach nur verdammt witzig aus.
Will ich vielleicht sehen: Im Kino werde ich diesen Film (vor allem nach den Kontroversen) wohl nicht sehen, aber als Stream oder DVD würde mich "The Disaster Artist" definitiv interessieren. Auch "Wind River" sieht emotional und mitreißend aus. Und von "Die kleine Hexe" habe ich sehr viel Gutes gehört - als Fan des Kinderbuches ist die Verfilmung eigentlich ein Muss.
Will ich nicht (im Kino) sehen: Ich bin ganz ehrlich: "Shades of Grey 3" habe ich nur aufgenommen, um darüber lästern zu können - mir will weiterhin nicht in den Kopf, wie man diesen plumpen Blümchensex gut finden kann. Und "Heilstätten" ist ein Youtuber-Horrorfilm, das sagt ja schon wirklich alles.

Wie verlief euer Januar?

[Buchrezension] Die Knochenuhren - David Mitchell

Ich schätze die Wahrscheinlichkeit, dass Elijah d'Arnoq tatsächlich überlaufen will, auf fünf Prozent ein, aber Esther Little hat es gesehen, und wenn ich sie richtig verstanden habe, soll ich d'Arnoq als Verbündeten betrachten oder wenigstens so tun, als glaubte ich ihm. "Ich bin ganz Ohr."
"Nein. Wir müssen uns unter vier Augen unterhalten, Marinus."
Runter auf ein Prozent. Er will mich zu irgendeinem Treffpunkt locken, und dort schnappt die Falle zu. "Was schlagen Sie vor?"
Der Waschbär zeigt mir sein Gesicht mit der schwarzen Zorro-Maske.
"Kommen Sie mir nicht auf die Tiefenstrom-Tour. Ich sitze in Ihrem Wagen in der Auffahrt. Mir frieren gleich die Eier ab. Machen Sie schon mal ein Feuer im Kamin."

INHALT
Holly Sykes ist erst 16 Jahre alt, als sie unwissentlich in einen bereits Jahrhunderte andauernden Kampf zwischen Gut und Böse hinein gezogen wird. Eine lange Zeit, Jahrzehnte gar, bemerkt sie davon selbst nur wenig - abgesehen von einigen Vorahnungen und Visionen, die sie manchmal überfallen und die sie gern abstellen würde, und abgesehen von seltsamen Begegnungen, die sie sich lange nicht erklären kann. Doch im Hintergrund lauert nach wie vor die Gefahr. Und Holly, Spielball dieser grundverschiedenen Mächte, wird die Geheimwaffe sein, um den Sieg der Gegner zu verhindern...

MEINE MEINUNG
David Mitchell ist wohl am Bekanntesten für seinen "Wolkenatlas" aus dem Jahre 2004, der prominent besetzt verfilmt wurde. Weder habe ich das Buch gelesen noch den Film gesehen, der Autor und seine epischen Ideen sind also Neuland für mich. Erst einmal klingt sein neuester Roman, "Die Knochenuhren", auch ähnlich wie sein Bestseller von vor 10 Jahren: In beiden wird aus verschiedenen Perspektiven und in verschiedenen Jahrzehnten, teilweise Jahrhunderten, eine letztendlich zusammen hängende Geschichte erzählt. Da endet jedoch die Gemeinsamkeit. Auf diese Art des Erzählens, bei der die eigentliche Protagonistin selbst nur 300 der 800 Seiten zu Wort kommt, muss man sich erst einmal einlassen - aber es lohnt sich. Nicht nur für den wunderbar bildlichen und besonders in den Dialogen starken Stil, sondern auch für das große Ganze, das am Ende steht. 

Eigentlich bin ich kein großer Fan vieler verschiedener Perspektiven und auch hier hatte ich teilweise das Gefühl, dass sich der Autor etwas übernommen hat. Denn neben der starken, dickköpfigen Holly gibt es noch den arroganten, diebischen Studenten Hugo Lamb, den Kriegsjournalist Ed Brubeck, den ehemaligen Bestseller-Autor Crispin Hershey und zuletzt ein Mitglied der sogenannten Horologen, der Guten in dem allumfassenden Krieg. Das wirkt erst einmal ziemlich viel und bei den vielen unterschiedlichen behandelten Themen - Hersheys Teil etwa ist ein so wunderbar bitterböser Blick auf die Literaturszene, dass ich mir ein eigenes Buch darüber gewünscht hätte - geht zwischendurch ein bisschen der rote Faden verloren.

Mir hätte das Gesamtwerk wahrscheinlich noch besser gefallen, hätte Mitchell sich auf eines oder zwei seiner Themen konzentriert, und mehrere Bücher aus den übrigen gemacht. Zwar geht das Ganze so in die Tiefe, aber es will auch einfach so vieles: die Gesellschaft und ihre Gier kritisieren, auf unser Konsumverhalten und die Umweltverschmutzung aufmerksam machen, den altbekannten Kampf um Herrschaft thematisieren und dabei noch eine phantastische Geschichte erzählen. Die Fantasy-Aspekte werden gekonnt immer wieder eingebaut und letztendlich trägt jeder Teil etwas Entscheidendes bei, aber trotzdem ist das Buch für den Inhalt doch ziemlich ausführlich geraten. Davon abgesehen aber fasziniert diese geschaffene Welt ungemein, die wir bis zum Jahr 2043 begleiten und deren Veränderungen wir so hautnah miterleben können. Das Ende ist großartig und lässt zufrieden, aber auch ein wenig wehmütig zurück. Ein Gefühl der Verbundenheit bleibt nach so vielen Jahren, über die man die Figuren begleitet hat, wohl einfach nicht aus.

FAZIT
"Die Knochenuhren" ist ein sehr besonderer Roman, der sicherlich nicht jedem gefallen wird. Dass so viele unterschiedliche Charaktere zu Wort kommen und diese trotzdem alle perfekt ausgearbeitet sind, ist faszinierend - gleichzeitig hatte ich persönlich das Gefühl, dass auf diese Weise die eigentliche Geschichte zwischendurch zu kurz kommt. Der Ideenreichtum macht dies aber zum Glück in vielen Fällen wieder wett. 4 Punkte!

 

[Filmrezension] Downsizing

"Keine Sorge, Darling. Wie er selbst sagt, nichts, was er macht oder will, funktioniert."

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Paul und Audrey Safranek leben ein einfaches, aber gutes Leben - und träumen doch von mehr. Diese Wunschvorstellung könnte in Erfüllung gehen, als ein norwegischer Wissenschaftler aufgrund der drohenden Überbevölkerung der Welt ein Verfahren entwickelt, mit dem Menschen auf die Grüße von knapp 13 Zentimetern geschrumpft werden können. Die Lebenserhaltungskosten sinken dadurch extrem, weshalb purer Luxus möglich ist. Paul und Audrey beschließen, die Chance wahrzunehmen und melden sich zur Prozedur an. Doch alles kommt ganz anders als gedacht und die Welt der kleinen Menschen ist lange nicht so perfekt, wie es den Interessenten vorgegaukelt wurde...

MEINE MEINUNG
Regisseur Alexander Payne ist bekannt für seine Familiendramen und Tragikkomödien - und auch "Downsizing" schlägt teilweise eine ähnliche Richtung ein. hat aber auch starke Elemente einer Gesellschaftskritik und -satire. Die Erwartungen an das Ganze sollte man jedoch definitiv nicht zu stark an die Trailer koppeln, denn diese versprechen einen ziemlich anderen Film als er einem geboten wird. Die Idee ist genial und der Detailreichtum fasziniert, das Gesamtwerk wirkt allerdings leider ein wenig inkonsistent, weil ihm der rote Faden ab und zu verloren zu gehen scheint.

Nach einigen Ausflügen in die Action- und Science-Fiction-Welt ist Matt Damon in diesem Film mal wieder der gutmütige, leicht trottelige Normalo, der sich nur nach Frieden und einem besseren Leben sehnt. Paul Safranek ist eher ein Mitläufer als ein Macher, er ist liebenswert, aber auch relativ langweilig. Die Show wird ihm jedoch sowieso von Newcomerin Hong Chau gestohlen, die ab der zweiten Hälfte als Ngoc Lan auftritt und in ihrer trockenen und herrischen, aber mütterlichenArt für richtig gute Stimmung sorgt. Und Christoph Waltz darf endlich mal wieder nicht der Bösewicht sein - sein Dušan ist Pauls Nachbar, ein lebensfroher, nicht ganz legal handelnder Slowake, der durch seine Mimik geniale Momente schafft.

Die Idee, dass das Problem der Überbevölkerung, Ressourcenvernichtung und Umweltverschmutzung mit der Schrumpfung der Menschheit angegangen wird, ist großartig und führt zu einigen moralischen wie gesellschaftskritischen Fragen. Es ist eine sehr nahe Zukunft, die uns hier präsentiert wird, und die man sich durchaus vorstellen kann. Allerdings ist der Film damit auch nichts Halbes und nichts Ganzes, denn neben diesen Aspekten will er auch eine Selbstfindungsgeschichte, eine Komödie und zu einem kleinen Teil eine Romanze sein. So werden viele Zeitsprünge genutzt, um schneller voranzukommen, was einen aber immer wieder aus der Geschichte reißt, und nach der ersten Hälfte (die wunderbar diese neue Welt und ihre Eigenarten beleuchtet, aber auch ein wenig langweilt) habe ich mich bei einem der vielen Stimmungswechsel doch gefragt, was genau nun eigentlich die Story ist. Dafür ist der zweite Teil, wirklich, wirklich witzig, was vor allem an der neuen weiblichen Protagonistin liegt. Und auch das Ende passt und bildet einen überwiegend runden Abschluss - wäre der Mittelteil nicht gewesen, es hätte ein wirklich guter Film en können.

FAZIT 
"Downsizing" spielt wunderbar mit tollen Ideen und moralischen, gesellschaftlichen Fragen.  Storytechnisch wirkt dieser Genremix aber unausgegoren und ein wenig planlos, so witzig die zweite Hälfte auch ist. Insgesamt unterhaltsam, aber der große Aha-Effekt bleibt aus. Gute 3 Punkte.


 

[Kurzrezension] Bonfire - Krysten Ritter

The problem is that people think in black and white. They think they can have the good without the bad. But everything that's good for one person is probably bad for someone else. Life isn't like the Bible says it is. It isn't a choice between good and evil. It's about choosing which evils you can stand.

33876540INHALT
Nach 10 Jahren in Chicago kehrt Anwältin Abby Williams in ihr Heimatstädtchen Barrens zurück, um einen brisanten Fall von möglicher Umweltverschmutzung zu untersuchen. Beinahe sofort sind all ihre schlechten Erinnerungen wieder da: An das Mobbing in der Schule, an den Tod ihrer Mutter und das Verschwinden ihrer ehemaligen besten Freundin Kaycee. Eigentlich soll sie den größten Arbeitgeber der Gegend, Optimal, überprüfen, doch sie kann sich nicht des Gefühls erwehren, dass die ganze Sache irgendwie mit Kaycee zusammen hängt. Bei ihren Nachforschungen kommt sie dunklen Geheimnissen und einer Verschwörung auf die Spur - und riskiert ihr eigenes Leben.

MEINE MEINUNG
Als großer Fan der Schauspielerin Krysten Ritter konnte ich mich von ihrem ersten Roman nicht fern halten, obwohl ich es sonst vermeide, Bücher von Schauspielern zu lesen. Schreiben kann die Frau aber - der Stil ist sehr angenehm, detailreich und gefühlvoll formuliert. Allerdings haben sich auch einige zu ausschweifende Szenen eingeschlichen, die die Handlung nicht wirklich voran bringen und daher zu Längen führen. Der Inhalt klingt erst einmal bekannt und dieses unterschwellige Gefühl des Wiedererkennens bleibt auch - über Menschen, die auf den Spuren ihrer Vergangenheit wandeln, gibt es schließlich so einige Werke.

Die Story ist einem also schon ziemlich bekannt und mit wirklich vielen Überraschungen kann auch Ritter nicht aufwarten: Die zu Suchtmitteln neigende Abby findet genau das vor, was sie zehn Jahre zuvor in die Flucht getrieben hatte, will den Kampf dieses Mal aber nicht so einfach aufgeben. Intrigen, Lügen und undurchsichtige Stadtbewohner stellen sich ihr dabei in den Weg, vor allem aber schenkt ihren Vermutungen niemand Glauben. Leider bleiben die Nebenfiguren sehr blass und auch wenn die Protagonistin durchaus Identifikationspotenzial bietet, reicht das nicht ganz aus. Auch der Showdown zum Schluss lässt etwas unbefriedigt zurück, denn weil viel zu früh ausgeblendet wird, hat man nicht das Gefühl, wirklich dabei gewesen zu sein. Immerhin werden alle Fragen beantwortet und die Enthüllungen über die Machenschaften gehen durchaus in eine schockierende, wenn auch nicht neue Tiefe. Sollte die Autorin noch einmal ein Buch schreiben, könnte eine geniale Idee eventuell auch zu einem genialen  Werk führen. 

FAZIT 
Es macht schon ein wenig neidisch, dass Krysten Ritter nicht nur sehr sympathisch und eine sehr gute Schauspielerin ist, sondern dass sie auch noch sehr gut schreiben kann. Leider kommt die Geschichte ihres ersten Romans aber nicht an ihren guten Stil heran, weswegen das Ganze doch ein wenig flach bleibt. Ich vergebe gute 3 Punkte und hoffe auf einen neuen Versuch.

Meine Empfehlung für Leser, denen die Ausarbeitung einer von Lügen durchsetzten Kleinstadt wichtiger ist als die Spannung.

 

[Serienrezension] The Sinner



"Das war ein Mord im Effekt, rein emotional. Deswegen ergibt das Ganze keinen Sinn."

STORY
Cora verbringt mit ihrer kleinen Familie einen eigentlich ganz normalen Tag am Strand - bis sie wie im Wahn ganz plötzlich einen fremden Mann vor den Augen aller anderen ersticht. Dass sie die Täterin ist, ist klar, doch niemand weiß, warum. Nur Detective Ambrose ahnt, dass ein schweres Trauma der Auslöser war. In Gesprächen und mithilfe von Hypnose versucht er, zu ergründen, was Cora zu dem Mord veranlasst hat. Und bringt damit eine tragische Geschichte zum Vorschein...

MEINE MEINUNG
Wie sicherlich viele andere auch habe ich Jessica Biel als Schauspielerin bisher nicht sonderlich ernst genommen - einen Lieblingsfilm mit ihr wird wohl niemand nennen können. "The Sinner" ist nun aber keine Rom-Com, keine Komödie, sondern eine Mischung aus Thriller und Drama, und eine verdammt gute noch dazu - was zum einen an der Vorlage der deutschen Autorin Petra Hammesfahr liegt und an der Adaption als Serie, zum anderen aber auch ganz klar an den schauspielerischen Leistungen aller Beteiligten. Das Ganze ist kein einfaches Rätselraten um das Motiv, sondern geht viel tiefer und trifft den Zuschauer damit direkt ins Mark.

Dass das Leben der Protagonistin Cora schon seit längerem aus dem Ruder läuft, wird bereits nach wenigen Minuten durch ihren leeren Blick und ihr gezwungenes Lächeln deutlich. Doch was es ist, das sie so quält und das letztendlich zum Ausraster geführt hat, muss erst langsam, von Folge zu Folge, entschlüsselt werden. Jessica Biel spielt diese verzweifelte Frau mit solchem Herzblut, dass es fast schon weh tut. Obwohl sie einen Menschen getötet hat, kann man ihr nur das Beste wünschen. Auch der Rest des Casts überzeugt: Bill Pullmann etwa als Detective Ambrose, der auf der Suche nach der Wahrheit ist und mit seinen eigenen Eheproblemen zu kämpfen hat, oder auch Nadia Alexander, die die Sehnsucht von Coras kranker Schwester Phoebe so großartig darstellt. Viele der Figuren zeigen ihr wahres Ich erst in den Erinnerungen der Protagonistin, was immer wieder für spannende Wendungen sorgt.

Cora nach ihrer Tat
Die ganze Serie lässt den Zuschauer auf diese Weise kaum einmal zur Ruhe kommen, jede Folge endet mit einer neuen Enthüllung, die alles Vorherige in Frage stellt und durch die man die eigenen Ahnungen und Vermutungen wieder verwerfen muss. Aber es geht nicht nur darum, herauszufinden, was das Motiv der Täterin ist - es geht vor allem darum, herauszufinden, was sie zu der kaputten Person hat werden lassen, die sie ist. Es geht um Verantwortung und Verantwortungslosigkeit, um Liebe und um Missbrauch, um Leben und Sterben. Eine wichtige Rolle spielt auch einer der besten Seriensongs der letzten Jahre, Huggin & Kissin von Big Black Delta, dessen Bedeutung immer klarer wird und der noch lange danach in einem nachklingt. Wer also mal wieder eine schlaflose Nacht will, sollte sich diese Serie nicht entgehen lassen.

FAZIT 
"The Sinner" ist mit Sicherheit eine der besten Drama-Serien des letzen Jahres - hochspannend, intensiv und mit großartigen schauspielerischen Leistungen lässt sie einen bis zum Ende nicht mehr los. Unbedingt ansehen! 5 Punkte.

 

 
 

[Buchliebenetz] Leseziele 2018

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#buchliebenetz ist eine Gruppenaktion verschiedener Blogger, die sich um das so ziemlich schönste Hobby der Welt dreht: Das Lesen natürlich.

2018 ist da und da heißt es: Pläne schmieden. Ich halte mich von den üblichen Jahresvorsätzen à la "mehr Sport" fern, da ich sowieso schon zweimal die Woche Sport mache - und konzentriere mich stattdessen lieber auf meine Freizeitaktivitäten. Gemeinsam mit den anderen Mitgliedern des #buchliebenetz stelle ich euch also meine Leseziele für das neue Jahr vor.

Leseziel #1: Mindestens 65 Bücher lesen 

2017 habe ich offiziell die Anzahl meiner gelesenen Bücher aus dem Jahr 2012 halbiert: Von 120 bin ich auf 60 runter gegangen. Das liegt natürlich daran, dass ich mittlerweile arbeite - aber auch daran, dass ich mich viel zu oft ablenken lasse. 
2018 möchte ich mich nun endlich wieder steigern und bisher sieht es ganz gut aus. Fünf Stück mehr sind natürlich nicht wirklich ambitioniert, doch ich möchte mich auch nicht überfordern, schließlich habe ich genug zu tun. Aber eine Steigerung von einigen Büchern pro Jahr wäre definitiv wünschenswert.

Leseziel #2: Den SuB abbauen


Seit Anfang Dezember bin ich schon fleißig dabei: Ich kaufe weniger, frage kaum an und lese daher ganz viel aus dem Regal. Denn ja, mein Stapel ist eigentlich kein Stapel mehr, sondern tatsächlich ein ganzes Regal. Dass ich damit nun bei fast 80 ungelesenen Lektüren bin, nervt mich schon länger, jetzt nehme ich also den Kampf auf. Schließlich stehen so viele tolle Werke im Regal - und einige davon schon jahrelang. So kann das nicht weitergehen! Bis Ende 2018 möchte ich den Stapel ungelesener Bücher auf 60 reduzieren.

Leseziel #3: Reihen beenden/weiterlesen


Dieses Ziel hängt im Grunde mit dem vorherigen zusammen - in meinem Regal befinden sind nämlich neben einigen Reihenauftakten auch ziemlich viele Folgebände und Abschlüsse. Der 2. und 3. Band der "Red Rising"-Trilogie und der 3. Teil der "His Fair Assassin"-Reihe etwa (wobei bei beiden nun doch Fortsetzungen angekündigt wurden). Gestartet habe ich hier Anfang des Jahres mit der "Penryn & the End of Days"-Trilogie, die auch viel zu lang auf ihre Beendigung warten musste.
Lesen möchte ich also:

- Mortal Heart (His Fair Assassin #3)
- Im Haus der Feinde  Tag der Entscheidung (Red Rising #2 & #3)
- Schwarze Strömung (Lacey Flint #4)
- A Clash of Kings (A Song of Ice & Fire #2) 
 Leseziel #4: Endlich wieder rereaden 


Es gibt ein paar Bücher, die habe ich vor langer Zeit gelesen und geliebt und dieses Gefühl würde ich gern wieder entdecken. Letztes oder vorletztes Jahr habe ich zum Beispiel mal wieder "Nocturna" von Jenny-Mai Nuyen gelesen und das war ein tolles Erlebnis. Auch die "Harry Potter"-Bücher habe ich schon zu oft gelesen, um noch mitzählen zu können, und jedes Mal wieder freue ich mich, in die Welt zurückzukehren. Da ich aber noch einige andere Ziele habe, ist dieses mehr oder minder optional (auch, weil ich ein wenig fürchte, mir die guten Erinnerungen zu versauen). 
Folgende Bücher würde ich gern rereaden:

- Salzwassersommer (Wurde nach der Ausleihe nachgekauft und steht seitdem im Regal) 
- Totenbraut (Mein Liebling der deutschen Autorin) 
- Der Gentleman mit der Feuerhand (Schließlich möchte ich die "Skullduggery Pleasant"-Reihe irgendwann mal weiterlesen!)
Ich rchte, das sind eine Menge Ziele, die ich unmöglich alle erreichen kann...Aber irgendwo muss man ja anfangen, und mit der Hälfte wäre ich definitiv auch zufrieden.
 
 Habt ihr bestimmte Ziele im neuen Jahr? 

Weitere Beiträge könnt ihr hier finden: Smalltown Adventure |

Meine aktuelle Lektüre

Meine aktuelle Lektüre
"Wie Wölfe im Winter" von Tyrell Johnson [27/304]

Mein letzter Kinobesuch

Mein letzter Kinobesuch
"Wunder" am 03.02.

2018 Reading Challenge

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Kittyzer has read 1 book toward her goal of 65 books.
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