Back Down to Earth

[Buchrezension] Evolution: Die Stadt der Überlebenden - Thomas Thiemeyer

Ein grausames Kreischen ertönte. Messerscharfe Krallen und ein Schnabel, krumm und lang wie eine Sichel, bohrten sich neben ihnen in die knochentrockene Erde. Ein heftiger Wind brandete auf, als die Schwingen in die Luft peitschten. Marek drang der ekelhafte Gestank nach verwesendem Fleisch in die Nase. 
Als er den Kopf hob, sah er sich einem gelben Auge gegenüber. Augen, die ihn mit tödlichem Hass anstarrten. Schneller als ein Pfeil von Zoes Bogen zuckte der Schnabel vor in Richtung seines Gesichts. Er spürte einen Luftzug, dann einen brennenden Schmerz.
Er schrie.

INHALT
Jem ist mit einer Gruppe anderer Jugendlicher für ein Austauschjahr auf dem Weg in die USA, als es plötzlich zu Turbulenzen kommt und das Flugzeug in Denver notlanden muss. Noch einmal mit einem Schrecken davon gekommen steigen die Passagiere aus - und finden eine völlig andere Welt vor als sie sie verlassen haben. Kein Mensch weit und breit, wilde Tiere streifen umher und die Vegetation hat sich der kompletten Umgebung bemächtigt. Wie kann das in der kurzen Zeit geschehen sein? Jem macht sich mit einigen anderen auf die Suche nach Antworten. Doch was sie herausfinden ist erschreckend...

MEINE MEINUNG
Mit dem Auftakt seiner neuen "Evolution"-Trilogie hat es Thomas Thiemeyer mal wieder in den Bereich der Jugendbücher verschlagen - dieses Mal ist sein Roman aber keine reine Dystopie, sondern zum Teil auch Fantasy. Erzählt wird die Geschichte größtenteils aus der personalen Sicht von Jem, immer wieder kommen jedoch auch die junge Lucie und andere Charaktere zu Wort. Der Schreibstil ist flüssig und bildlich, aber auch sehr gewöhnlich. Die Dialoge, insbesondere zwischen einigen rivalisierenden Teenagern, streifen teilweise die Klischees, darüber kann man aber hinweg sehen.

Jem ist ein durchaus sympathischer Protagonist: Mutig und dennoch sensibel steht er für andere ein, hat aber auch ein paar dunklere Kapitel seines Lebens zu verbergen. Nur seine ewigen Aggressionen gegenüber einem seiner Gefährten, Marek, zu den unpassendsten Momenten sind ziemlich anstrengend. Marek selbst ist natürlich das Klischee schlechthin mit seiner Arroganz und seiner besserwisserischen Art. Ob er sich da bessert, ist fraglich. Die weibliche Protagonistin Lucie ließ mich dagegen sehr zwiegespalten zurück: Auf der einen Seite nimmt sie so etwas wie die Rolle der Vermittlerin ein und kann die Leute durchaus dazu bewegen, sich zu öffnen - auf der anderen Seite ist sie sehr schnell eingeschnappt und nimmt grundsätzlich jeden in Schutz. Sogar in einem Moment der größten Gefahr denkt sie über ihre Gefühle zu Jem nach, was sie ziemlich verblendet wirken lässt. Der Rest der Figuren ist nett, aber nicht weltbewegend - außer Zoe, die sich als starke Kämpferin mit Pfeil und Bogen herausstellt und von der ich gern mehr lesen würde.

Die Idee ist ebenso spannend wie originell: Eine Welt, die plötzlich eine völlig andere ist, verändert von der Evolution, die hier viel schneller als üblich vonstatten gegangen ist. Wie das alles in der kurzen Zeit des Fluges passiert sein soll, ist natürlich die brennendste Frage - die zufrieden stellend früh geklärt wird, wenn hier auch noch nicht alle Antworten geliefert werden. Thomas Thiemeyer zeichnet das erschreckende Bild von Tieren und Pflanzen, die sich gegen die Menschheit gerichtet haben - und stellt wichtige moralische Fragen bezüglich unseres Verhaltens Flora und Fauna gegenüber. Dabei bleibt selbstverständlich auch die Action nicht auf der Strecke, inklusive Verfolgungsjagden, Gefahren durch die misstrauischen Tiere und Streitereien innerhalb der Gruppen. Leider macht das hohe Tempo es einem aber nicht wirklich leicht, die Gruppendynamik nachzuvollziehen und insbesondere die bereits angedeutete Liebesgeschichte glaubwürdig zu finden. Dafür ist aber ja zum Glück in den zwei weiteren Bänden noch Zeit.

FAZIT
"Die Stadt der Überlebenden" ist der spannungsgeladene Auftakt von Thomas Thiemeyers neuer Trilogie, in der die Evolution sich die Welt von uns Menschen zurückgeholt hat. Die Geschehnisse lassen einem kaum eine Atempause, verhindern aber auch eine wirkliche Bindung zu den Figuren und ihren Gefühlen. Zum Glück erscheinen die beiden Folgebände aber ja bereits nächstes Jahr - da hat der Autor sicherlich noch einiges in petto. Für den Auftakt gibt es von mir 3,5 Punkte.


Titel: Die Stadt der Überlebenden
Originaltitel: -
Reihe: Evolution
Autor: Thomas Thiemeyer
Übersetzer: -
Verlag: Arena
Seitenzahl: 360 Seiten
ISBN-13: 978-3401601670


[Buchrezension] Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen - Ulla Scheeler

"Ich...wollte dir eine Stelle vorlesen, aber jetzt kann ich mich nicht entscheiden."
"Lies auf der Seite, auf der du gerade bist."
"shall we
say years?
O let us say it, girl
to boy smiling while the moments kill
us gently and infinitely."
Die Momente töteten uns sanft und unendlich.
Ich ließ die Zeilen in der Luft hängen, bis sie im Zirpen der Heuschrecken zerfielen, und sagte: "Das ist wahr, oder?"
"Solche Sätze lassen mich daran glauben, dass die Menschen nicht komplett verrückt sind", sagte Ben.

INHALT
Hanna und Ben sind schon so lange beste Freunde, dass sie sich ein Leben ohne ihn gar nicht mehr vorstellen kann, ohne seine Geschichten, seine Graffitis und seine Undurchschaubarkeit. Als er sie darum bittet, fährt sie nach dem Abitur spontan mit ihm ans Meer, einfach nur so. Dort schlagen sie ihr Zelt auf, genießen die Landschaft, das Wetter und ihre Zweisamkeit. Bis sie Chloé kennen lernen, die ihnen eine schaurige Legende erzählt. Eine Legende, die sich immer mehr zu bewahrheiten scheint...

MEINE MEINUNG
Autorin Ulla Scheeler erzählt in ihrem ersten Roman von einer tiefen Freundschaft, einer ebenso tiefen Liebe, Missverständnissen und Schuldgefühlen. "Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen" lässt Hanna aus der Ich-Perspektive ihren Ausflug mit Ben erzählen und sie so zur guten Identifikationsfigur für den Leser werden. Der Schreibstil ist bildschön, voller Metaphern, ohne allzu stark zu übertreiben, und unglaublich atmosphärisch. Wäre die zweite Hälfte nicht gewesen - ich hätte das Buch lieben können.

Hanna ist eine starke Persönlichkeit, zwar oft unsicher und verletzlich, ebenso oft aber auch überraschend mutig und willensstark. Mit ihrer gewitzten Art begleitet man sie gerne, ihre starke Abhängigkeit von Ben und seinen Launen strengt jedoch auch an. Ben ist so ein Charakter, dem ich nicht so wirklich viel abgewinnen konnte: Egoistisch, eifersüchtig und gewollt geheimnisvoll wie er sich gibt, hatte ich oft das Gefühl, dass seine Freundin etwas Besseres verdient hat. Er hat zwar geniale Ideen und immer einen guten Spruch auf Lager, seine Arroganz macht ihn aber nur wenig sympathisch. Da gefielen mir Sam, den Hanna in einer Bar kennen lernt, und Chloé, die ihnen eine geheimnisvolle Legende erzählt, deutlich besser. Beide versuchen sich zu verstellen und scheitern damit, unter den Masken kommen spannende und originelle Persönlichkeiten zum Vorschein, von denen ich gern noch mehr gelesen hätte.

Die erste Hälfte des Romans mochte ich total gerne: Die geheimnisvolle Stimmung am Meer, die witzigen und glaubwürdigen Dialoge, die berauschenden Gefühle zwischen Hanna und Ben. Es passiert nicht wirklich viel, aber aufgrund der Chemie zwischen den beiden und Bens Verschwiegenheit bleibt  das Ganze durchgehend spannend. Jedenfalls bis plötzlich das Drama überhand nimmt und eine nicht recht passende Wendung vieles für mich kaputt gemacht hat. Die Handlungen der Personen konnte ich nicht nachvollziehen und auch die Intensität hat schlagartig nachgelassen. Bis zum Schluss bleibt alles seltsam vage, wirkliche Antworten gibt es nicht, die Beweggründe ergeben keinen Sinn und erst recht nicht Hannas Reaktion auf die Geschehnisse. Zwar regt die letzte Szene durchaus zum Nachdenken an - wirklich zufrieden stimmt sie aber nicht.

FAZIT
Von der ersten Hälfte des Buches her hätte "Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen" eine großartige Lektüre für mich werden können - schon allein aufgrund von Ulla Scheelers atemberaubendem Schreibstil. Aber der Plottwist später hat mich leider gar nicht überzeugen können. Daher reicht es letztendlich nur für gute 3 Punkte.



Titel: Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen
Originaltitel: -
Reihe: Nein
Autor: Ulla Scheeler
Übersetzer: -
Verlag: Heyne fliegt
Seitenzahl: 368 Seiten
ISBN-13: 978-3-453-27043-5

[Aus dem Leben] Werde ich alt oder ...erwachsen?

In letzter Zeit ist hier wenig los. Das sage ich in jedem Post, der keine Rezension ist, und auch in jedem Beitrag bei Facebook. Ich könnte aber auch sagen: Mit mir ist nichts los. Es liegt ja nicht an den Büchern - okay, doch, ich lese ja nur Schlechtes - oder daran, dass kein Kino in der Nähe wäre. Sondern schlicht und einfach daran, dass mir abends komplett die Motivation fehlt.

Am 24. August bin ich umgezogen, von Hameln in Niedersachsen nach Mainz in Rheinland-Pfalz. 330km weg von Zuhause, eigene Wohnung, erster richtiger Job.  Das ist eine Umstellung, die mich irgendwie aufregen sollte, mich fesseln. Gefühlt ist aber alles wie vorher, nur mit weniger Familie und vor allem sehr viel weniger Zeit. Ich mache eine Ausbildung zur Kauffrau für audiovisuelle Medien und habe eigentlich nicht wahnsinnig viel zu tun: 38,5 Stunden die Woche, dabei an 1-2 Tagen aber auch Schule nur bis um 3. Was habe ich hier also überhaupt zu meckern?

Wenn ich nachmittags, bzw. an Arbeitstagen eher abends, nach Hause komme, dann bin ich erschlagen. Dann lasse ich mich auf das Sofa fallen, atme tief aus und schon sind 2 Stunden vergangen, in denen ich irgendwie nichts getan habe. Ich will lesen, aber wenn ich ein Buch nur schief angucke, habe ich schon keine Lust mehr. Ich würde gerne Serien schauen, aber schon den Fernseher anzuschalten, ist mir irgendwie zu anstrengend. Und wenn ich dann sehe, dass die anderen Azubis sich abends noch am Rhein verabreden, frage ich mich, wie die das machen - während ich nur meine Ruhe will? Sind die normal, diese Monate der völligen Willenlosigkeit, direkt nachdem sich das Leben so komplett umgekrempelt hat? Oder kommt da meine antisoziale Ader durch? Oder bin ich einfach nur noch fauler geworden?

Eigentlich bin ich ja auch ziemlich zufrieden, wenn ich so darüber nachdenke. Ich sitze ganz gerne nur mal so rum, nachdem ich vorher in meiner Abteilung von einem Büro ins nächste gerannt bin und gefühlte 85 Formulare ausgefüllt habe. Ich bin auch mit meinem Job zufrieden, der mich der Produktion von Filmen und Sendungen sehr nahe bringt. Ich habe nicht das Gefühl, dass etwas fehlt. Es ist nur so, dass ich mich frage, ob ich seltsam bin oder die anderen: Weil ich eben nach der Arbeit nicht noch weggehen und an einem Montag schon gar nicht in eine Bar gehen will, weil ich auch mal ein paar Stunden mein Handy nicht in die Hand nehmen, sondern mich einfach treiben lassen will. Während für die sonstigen Gleichaltrigen das Leben noch immer eine einzige Party zu sein scheint. Dadurch fühle ich mich mit meinen 20 Jahren seltsam alt, ohne weiser geworden zu sein. Ich bin immer noch nicht schlau genug, um abends vor 12 ins Bett zu gehen, obwohl ich doch am nächsten Tag spätestens um 7 raus muss. Ich habe immer noch nicht kapiert, dass es nicht dumm ist, ein paar Minuten früher das Haus zu verlassen, um nicht zum Bus rennen zu müssen. Ich bin also innerlich gealtert, ohne den normal damit verbundenen Wissenszuwachs. 

Vielleicht bin ich aber auch erwachsen geworden und habe doch, vielleicht, ein bisschen was gelernt: nämlich, dass nicht immer alles sofort sein muss, nicht alles gleichzeitig, und schon gar nicht, wenn ich am nächsten Tag wieder arbeiten muss.

Wer kennt schon den Unterschied?

Wie geht es euch? Habt ihr am Abend nach der Schule/der Arbeit noch total den Antrieb oder geht es euch eher wie mir und das ist ganz normal?

[Blogtour zu "Evolution"] Überleben in Notfallsituationen: Lösungen

Wer meinen Beitrag vom 08. September gelesen hat, weiß, dass ich mit Bea von Bücher - Portale zwischen den Welten das Thema "Überleben in Notfallsituationen/Überleben von Charakteren in Büchern" geteilt habe. Seit heute ist auch der Beitrag meiner Partnerin online, die nach vielen wertvollen Informationen auch ein kleines Quiz bereit hält. Wer sich daran versuchen will, sollte erst hier klicken, bevor er weiter liest. Denn bei mir gibt es die Lösungen ;)


1. Frage, richtige Antwort B: Hubschrauber ist die richtige Antwort. Während ein Flugzeug einfach vom Himmel fallen würde, kann man den Motor eines Hubschraubers einfach abschalten und die Rotoren drehen sich weiter, sodass man angenehm landen kann, ohne wie ein Engel vom Himmel zu fallen ;)

2. Frage, richtige Antwort C: Im Fall, dass man die Kontrolle über ein Auto verliert und auf einen See zurast, sollte man das Fenster mit der Schnalle vom Gurt einschlagen und warten, bis das Auto untergegangen ist. Die Türen lassen sich aufgrund des unterschiedlichen Drucks nicht öffnen, wenn es am Sinken ist. Dieser wird jedoch ausgeglichen, sobald sich das Auto komplett unter Wasser befindet. Man sollte nicht versuchen, sofort durch das nun offene Fenster zu steigen, weil man sich dabei an den Scherben verletzen kann.

3. Frage, richtige Antwort A: Eine Explosion ist an Land besser zu verkraften. Hier kann die Energie nämlich kreisförmig über der Explosion in die Luft abgegeben werden. Das heißt, dass man selbst weniger von der Schockwelle abbekommt. Gäbe es eine Explosion im Wasser, während man selbst sich auch im Wasser aufhält, kommt man nicht mit dem Leben davon. Das Wasser nimmt die Energie auf und gibt sie weiter, und zwar an denjenigen, der sich im Wasser aufhält. Dabei kann es sein, dass die Lunge dem Druck nicht aushält und man an seinem eigenen Blut erstickt oder das Herz hält der Schockwelle nicht stand und es kommt zu einem Herzstillstand.

4. Frage, richtige Antwort B: Bei der Wahl zwischen Urin und Wein solltet ihr auf ersteren setzen. Alkohol macht durstig und man muss schneller auf die Toilette. Der Urin enthält hingegen Vitamine und Antikörper und kann bedenkenlos getrunken werden (wenn das auch echt ekelhaft ist). Erst nach 2 Durchläufen wird das schädlich, weil dadurch ja auch die Giftstoffe aus dem Körper transportiert werden.

5. Frage, richtige Antwort A: Auch wenn ihr euch beim Einsturz des Gebäudes auf dem Dach befindet: Nehmt die Treppe. Der Fallschirm braucht Zeit, um sich zu öffnen und vom 5. Stock aus hat der Fallschirm nicht genug Zeit dafür und ihr landet als Matsch am Boden.

6. Frage, richtige Antwort A: Bei der Wahl, den auf die Erde zurasenden Meteoriten oder den Asteroiden abzuschießen, solltet ihr euch für den Meteoriten entscheiden. Asteroiden und Meterodien würden großen Schaden auf der Erde anrichten, doch entscheidend ist die Geschwindigkeit. Während ein Asteroid sich mit 20 km/s fortbewegt, hat ein Meteroid 50 km/s drauf und würde deshalb bei einem Aufprall mehr Schaden anrichten, weil eine größere Kraft wirkt.

7. Frage, richtige Antwort C: Beim Biss durch eine Schlange sollte diesen nicht unbedingt ein Laie aussaugen, weil dabei viel falsch gemacht werden kann. Abbinden ist eine ganz schlechte Idee, denn sollte es sich um ein nervenzerstörendes Gift handeln, kann es sein, dass das Körperteil amputiert werden muss. Rennen oder allgemein Bewegung sollte in diesem Fall vermieden werden, weil dabei die Blutzirkulation angetrieben wird und sich das Gift schneller ausbreiten kann. Das Beste ist, wenn man den Gebissenen beruhigt und nicht bewegt. Sollte es nötig sein, sollte man ihn mit einer Trage in liegendem Zustand befördern und einen Arzt rufen.

--

Solltet ihr nun jemals in eine solche Situation kommen - was ich nicht hoffen will - wisst ihr durch Bea jetzt auf jeden Fall, was ihr zu tun habt ;)

Und nicht vergessen: Bis zum 14.09. habt ihr bei mir noch Zeit, ein Exemplar des Buches von Thomas Thiemeyer zu gewinnen!

[Blogtour zu "Evolution"] Überleben in Notfallsituationen/Überleben von Charakteren in Büchern (Teil 1) + Verlosung


Willkommen zum 15. Tag der Blogtour zu "Evolution" von Thomas Thiemeyer! 

Das Jugendbuch, eine Mischung aus Science Fiction und Fantasy, dreht sich um eine Gruppe Menschen, die nach einer Notlandung auf dem Flughafen von Denver erkennen müssen, dass sich die Welt plötzlich gravierend verändert und möglicherweise die gesamte Menschheit ausgelöscht hat. Die Protagonisten sind Jugendliche, die eigentlich so schon mit genug Sorgen zu kämpfen haben und die sich nun auch noch einer unbeschreiblichen Gefahr ausgesetzt sehen. Wie können sie in dieser neuen Welt überleben?

Und genau darum soll es bei mir heute gehen: Das Überleben - in schwierigen, gefährlichen oder sogar potenziell tödlichen Situationen. Gerade in einem Roman wie diesem, der schon mit einer Notlandung nach starken Turbulenzen beginnt und dann eine Geschichte erzählt, in der sich die Erde gegen die Menschheit wendet, kommt es zu nicht wenigen lebensbedrohlichen Situationen.

Plötzlich fiel es ihm ein: Das war das Kapitol - der Ort, an dem Politiker getagt und Gesetze erlassen hatten. Jetzt gab es allerdings nur noch ein einziges Gesetz: Überleben. (S. 157)

Autoren neigen dazu, ihren Figuren das Leben so schwer wie möglich zu machen. Ob sie nun ganze Rebellionen anführen müssen ("Die Tribute von Panem"), zum Durchlaufen grausamer Tests gezwungen werden ("The Maze Runner") oder die Apokalypse erleben ("Am Anfang war das Ende") - einen Moment der Ruhe gibt es selten, dafür umso öfter Entbehrung und Tod. Gerade letzterer ist es, vor dem man sich in heutigen Büchern immer häufiger fürchten muss, weil immer mehr Schriftsteller die Scheu davor verlieren. Auch bei Evolution kommt die Furcht um die Charaktere schon nach nur wenigen Seiten auf.


Der Lärm war ohrenbetäubend. Gepäckfächer sprangen auf und ließen einen Hagel aus schweren Gegenständen auf die Köpfe der Passagiere niederregnen. Die Leute fingen an zu schreien, die Geräusche waren so furchtbar, dass Jem sich am liebsten die Ohren zugehalten hätte. Rote Lichter flammten auf und ein nervenzerfetzendes Alarmsignal erklang. Als die Klappen aufgingen und die Sauerstoffmasken herauspurzelten, brach Panik aus.
Und auch Jem hatte keinen Zweifel: Das war das Ende. Noch nicht in seinem Leben war er sich so hilflos und ausgeliefert vorgekommen. Was immer hier vorging, eine normale Landung war das gewiss nicht. (S. 41)

Die Situation geht glimpflich aus, das Flugzeug kann landen. Aber wie ist es danach, in dieser fremden, veränderten Welt? Während gefährliche Tiere umherstreifen, keine Menschenseele zu entdecken ist und die Pflanzen Straßen und Häuser erobert haben? Wie sicher ist es da, dass die Protagonisten in "Evolution" überleben?  Das kann und will ich euch natürlich nicht verraten, ihr dürft zu diesem Thema jedoch miträtseln. Denn ich gebe euch nun zwei Ausschnitte, die gefährliche Situationen beschreiben - und ihr könnt den Ausgang vermuten. Auf welche Weise gelingt es den Figuren, sich aus dieser Situation zu befreien? Oder ist dies gar nicht möglich und es wartet am Ende ein anderes Schicksal? 

Ausschnitt 1: Aufbrechender Boden 
Ein hässliches Knirschen ertönte. Risse liefen über den Boden, Holzplatten wölbten sich auf und brachen. Staub wirbelte auf. Wo eben noch halbwegs solider Boden gewesen war, klaffte auf einmal eine Öffnung, die wie das gezackte Maul eines Haifischs aussah.
Connie hatte es gerade noch geschafft, zur Seite zu springen, doch der Boden unter ihren Füßen knackte erneut. "Was zum Teufel...?", rief sie, als die nächsten Holzplatten auseinanderbrachen. Connie sackte schlagartig nach unten und konnte sich gerade noch so mit den Händen am Rand des Loches festklammern. (S. 168)

Ausschnitt 2: Angriff eines Adlers
Ein grausames Kreischen ertönte. Messerscharfe Krallen und ein Schnabel, krumm und lang wie eine Sichel, bohrten sich neben ihnen in die knochentrockene Erde. Ein heftiger Wind brandete auf, als die Schwingen in die Luft peitschten. Marek drang der ekelhafte Gestank nach verwesendem Fleisch in die Nase. 
Als er den Kopf hob, sah er sich einem gelben Auge gegenüber. Augen, die ihn mit tödlichem Hass anstarrten. Schneller als ein Pfeil von Zoes Bogen zuckte der Schnabel vor in Richtung seines Gesichts. Er spürte einen Luftzug, dann einen brennenden Schmerz.
Er schrie. (S. 280)

Was glaubt ihr? Wie kann Connie wieder festen Boden unter den Füßen erreichen? Und was sollen die Jugendlichen gegen den angreifenden Adler unternehmen? Wie würdet ihr in diesen Situationen reagieren?

Eine Lösung gibt es natürlich nicht, das würde ja wichtige Teile vorwegnehmen. Da das Ganze aber ein gemeinsamer Beitrag mit Bea von Bücher - Portale zwischen den Welten ist, wird sie euch in ihrem eigenen Post Ideen und Anregungen geben - bei ihr dreht sich nämlich alles darum, wie es möglich ist, gefährliche Situationen zu überleben. Teil 2 des Themas geht am 12.09. online.

Gewinnspiel
Ihr habt nun die Chance, mein eigenes Exemplar zu gewinnen, indem ihr einen Kommentar zum Thema hinterlasst. Da ich kürzlich umgezogen bin, habe ich keinen Platz und möchte den Reihenauftakt gern einem Buchliebhaber zukommen lassen. Wer nicht bei der Verlosung dabei sein, aber miträtseln möchte, schreibt dies bitte dazu.
Zeit zur Teilnahme habt ihr bis einen Tag nach der Blogtour, also dem 15.09. Mitmachen dürft ihr, sofern ihr in Deutschland, Österreich oder der Schweiz wohnt und mindestens 14 Jahre alt seid. Der Gewinner wird per random.org ausgelost und  hier im Post bekannt gegeben. Hinterlasst bitte eine Mail-Adresse, damit ich euch im Glücksfall kontaktieren kann. 

Ich hoffe natürlich, ihr seid nach diesem Beitrag ein wenig schlauer als vorher. Morgen geht es bei Little Mythicas Buchwelten weiter - und ich wünsche euch noch viel Freude beim Rest der Tour!

--

Und endlich: Gewonnen bei der kleinen Verlosung hat - Marla! Glückwunsch, bitte schreib mir eine Mail, da du keine Adresse hinterlassen hast.

[Statistik] Monatsrückblick August & ein Lebenszeichen

Ja, ich lebe noch. Das hat wahrscheinlich kaum noch jemand geglaubt, aber es ist tatsächlich so. Ich habe nur einfach keine Zeit, weder zum Lesen, noch zum Bloggen. Wobei, Zeit eigentlich schon, ein bisschen jedenfalls. Aber nachdem ich letzte Woche meine Ausbildung in Mainz begonnen habe und zuvor dorthin gezogen bin (immerhin etwa 330km weit weg), habe ich abends einfach keine Kraft mehr. Heute nehme ich mir aber mal kurz den Moment - viel gibt es ja eh nicht zu berichten - und morgen kommt immerhin ein Blogtour-Beitrag. Und dann schauen wir weiter.
Wie schon angedeutet, war der August KATASTROPHAL. So wenig habe ich glaube ich in meinem Leben noch nicht gelesen, und so wenig gebloggt in den fast 6 Jahren auch nicht. Ich lade euch nun ein, an meiner elenden Schmach teilzuhaben:

# Gelesen im August: 1 Buch

30335726

1. "Justins Heimkehr" von Bret Anthony Johnston [3*]

Durchschnittliche Seitenzahl pro Buch: 
ca. 420
Gelesene Seiten: 
420
Gelesene Seiten pro Tag: ca. 13,5 (*Schnappatmung*)
Durchschnittsbewertung: 3* 
--
Neuzugänge: 5
Abgelesen: 1
Neuer SuB-Stand August: 75


# Geschaut im Juli: 3 Kinofilme



1. "Pets" von Chris RenaudYarrow Cheney (knappe 3*) - Kurzspot folgt
2. "Ghostbusters" von Paul Feig (gute 3,5*)
3. "Suicide Squad" von David Ayer (3*) - Kurzspot folgt

Durchschnittsbewertung: 3,16

Haut einen hier irgendetwas vom Sockel? Nein, natürlich nicht. Ich habe fast nichts gelesen und viel im Kino gesehen, aber nichts war richtig gut. Wobei, das Remake von "Ghostbusters" fand ich zum Schießen komisch, der lohnt sich also. Ich hoffe, hoffe nun, dass sich das mit den Büchern diesen Monat wieder bessert. Eines habe ich immerhin schon ausgelesen!

Die Kinofilme werde ich dieses Mal nicht groß beleuchten. Ich komme eh nicht ins Lichtspielhaus, von daher lohnt sich für mich die Arbeit nicht :P Wer Interesse hat, es laufen "Snowden", "Die glorreichen Sieben", "Don't Breathe", "War Dogs" und "The Light Between Oceans" an, die alle sehr lohnenswert aussehen.

Ich hoffe, euer August lief deutlich besser?

[Buchrezension] Pretty Baby - Mary Kubica

Ich stellte mir die Kinder vor dem Fenster vor, mit ihren Fahrrädern und der Kreide, denen von ihren eigenen Mommas und Daddys verboten wurde, mit Isaac und Matthew zu spielen, weil die seltsam seien. Und mit Joseph zu sprechen, weil der ein schräger Vogel sei. Und wie dann am Ende dieselben Mommas und Daddys der Polizei erzählten, dass sie schon immer gespürt hatten, dass es bei uns nicht mit rechten Dingen zuging, dass sie schon immer das Gefühl gehabt hätten, dass da was nicht stimmte. Auch wenn sie es nicht benennen konnten. 
Aber unternommen haben sie nichts dagegen.

Pretty Baby - Das unbekannte Mädchen INHALT
Heidi ist eine durch und durch hilfsbereite Frau: Sie arbeitet in einer gemeinnützigen Agentur, um Immigranten zu helfen, sie spendet für Obdachlose und engagiert sich in der Alphabetisierung. Als sie eines Tages am Bahnsteig ein verwahrlostes Mädchen mit einem schreienden Baby entdeckt, ist ihr daher völlig klar, dass sie helfen muss, und so nimmt sie die Beiden mit nach Hause - etwas, das ihrem Mann und ihrer Tochter gar nicht gefällt. Doch das Mädchen darf bleiben und mehr und mehr verändert sich Heidi, je länger sie vor allem Zeit mit dem Baby verbringt. Ihr Ehemann Chris versucht deswegen ohne ihre Mithilfe auf eigene Faust etwas über die neuen Mitbewohner herauszufinden. Und entdeckt Entsetzliches...

MEINE MEINUNG
Von der Aufmachung, dem Titel und dem mysteriösen Klappentext her, erinnert Mary Kubicas zweiter Thriller "Pretty Baby" stark an die Erfolgs-Thriller der letzten Jahre - "Gone Girl" und "Girl on the Train" etwa. Doch wer ebenso fesselnde Romane mit Verwicklungen und Wendungen erwartet, wird hier enttäuscht werden, denn der Fokus liegt ganz klar auf den Figuren und ihren langsamen Veränderungen. Das ist als Charakterstudie interessant - als Thriller jedoch ziemlich langweilig. Der Stil ist detailreich, geprägt von ausufernden Gedankengängen und langen Monologen, die erzählerisch toll sind, in Sachen Spannung jedoch gegen Null tendieren.

Protagonistin Heidi ist anfangs eine aufopferungsbereite, liebevolle Person, die man auch in ihrem unbändigen Drang, anderen zu helfen, verstehen kann. Ihre sich langsam entwickelnde Veränderung zu einer kontrollsüchtigen, panischen Frau, die jedes Maß verliert, ist daher zwar umso interessanter - aber auch unendlich nervtötend. Die Kapitel aus der Sicht ihres Ehemanns gingen mir jedoch noch mehr ab, denn in diesen passiert so gut wie nichts, das wirklich zur Geschichte beiträgt. Pausenlos denkt er über seine scharfe Kollegin nach und darüber, welche Gefahr das Mädchen in der Wohnung ist, kann sich aber nicht durchsetzen und jammert die meiste Zeit. Die spannendsten sind ganz eindeutig die Kapitel der jungen Frau, Willow, die in diesen ihre Geschichte und all ihre Beweggründe erläutert, sodass man zumindest sie und ihre Handlungen nachvollziehen kann, sie einem sogar glatt sympathisch wird.

Letztendlich verspricht der Klappentext ganz einfach mehr, als der Inhalt dann hält. Die erste Hälfte besteht gefühlt nur aus den Streitgesprächen der verschiedenen Personen - an denen Heidi eigentlich immer beteiligt ist - und die Handlung kommt nicht voran. Erst als die Stimmung zu kippen beginnt und das Drama seinen Lauf nimmt, kommt ein wenig Faszination für die Geschichte auf. Dennoch: Gäbe es Willows Kapitel nicht, die von einer langen Zeit des Leidens und der Angst erzählen, würde im ganzen Buch wahrscheinlich nichts passieren. Vor allem die Wendungen und Überraschungen haben mir ganz klar gefehlt, denn die wenigen kleinen Geheimnisse sind nicht besonders schwer zu durchschauen. Einzig der Höhepunkt am Ende, als es endlich, endlich zum finalen Sturm kommt, überzeugt und fesselt. Das reicht aber nicht, um den Rest ungeschehen zu machen.

FAZIT
"Pretty Baby" fand ich vor allem eines: sehr, sehr langweilig. Lange Zeit passiert so gut wie nichts, außer dass man Heidis Besessenheit im Bezug auf Babys besser kennen lernt. Ansonsten ist die Geschichte weder originell noch schwer zu durchschauen. Überzeugend geht anders. 2 Punkte.


Titel: Pretty Baby
Originaltitel: Pretty Baby
Autor: Mary Kubica
Übersetzer: Nele Junghanns
Verlag: Harper Collins
Seitenzahl: 304 Seiten
ISBN-13: 978-3959679701
Bereitgestellt durch


[Blogtour] zu "Evolution" von Thomas Thiemeyer


Seit gestern läuft wie Blogtour zu Thomas Thiemeyers neuem Roman "Evolution" - den Anfang hat Fina vom Buchlabyrinth gemacht und euch in ihrem Post die Charaktere des Buches vorgestellt. Heute ging es dann bei Mandy weiter, die ein spannendes Interview mit dem Hörbuchsprecher Mark Bremer geführt hat. 

Unter anderem werdet ihr im Laufe dieser Blogtour noch einiges über den Inhalt des Romans erfahren, über damit einhergehende Themen wie die Lehre von Charles Darwin und das Überleben in Notfallsituationen sowie über den Autor selbst.

Das sind die folgenden Stationen:


Wie ihr sehen könnt, bin ich also am 08.09. dran - mein Thema ist momentan aber noch eine Überraschung ;)

Ich freue mich, wenn ihr vorbeischaut!

2016 Reading Challenge

2016 Reading Challenge
Kittyzer has read 0 books toward her goal of 80 books.
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Meine aktuelle Lektüre

Meine aktuelle Lektüre
"Irgendwo im Glück" von Anna McPartlin [187/464]

Mein letzter Kinobesuch

Mein letzter Kinobesuch
"Suicide Squad" am 17.08.

Empfohlener Beitrag

[Aus dem Leben] Werde ich alt oder ...erwachsen?

In letzter Zeit ist hier wenig los. Das sage ich in jedem Post, der keine Rezension ist, und auch in jedem Beitrag bei Facebook. Ich könnte...

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