Back Down to Earth

[Buchrezension] Es beginnt am siebten Tag - Alex Lake

Es ging leichter als gedacht. Das Mädchen ist mitgekommen, ohne dir Probleme zu machen. Du hast sie entdeckt, als sie gerade aus der Schule kam, ganz allein. Suchend blickte sie sich um, aber da war niemand - weit und breit keine Spur von ihren Eltern. wer tut sowas? Welcher verantwortlungslose Mensch setzt ein fünfjähriges Kind einer so gefährlichen Situation aus? Es ist erschütternd. Das ist es wirklich.
Aber es ist gut für dich.
Nicht so gut für die Kleine. Und ganz sicher nicht so gut für ihre armen Eltern, die Trauer und Selbsthass schon bald zerfressen werden.
Aber gut für dich. 

33001261INHALT
Julia ist eine vielbeschäftigte Rechtsanwältin, die Familie und Karriere nicht ganz unter einen Hut bekommt. Das wird erneut deutlich, als sie ihre fünfjährige Tochter Anna von der Schule abholen soll, aus einem Meeting aber nicht rechtzeitig herauskommt - und daher eine halbe Stunde zu spät da ist. Und in dieser halben Stunde ist Anna verschwunden. Eine fieberhafte Suche beginnt, in deren Verlauf die Ehe zwischen Julia und ihrem Mann noch mehr zu bröckeln beginnt als sowieso schon, und die Presse eine Hetzjagd auf die "Rabenmutter" startet. Was niemand weiß: Die Entführung des kleinen Mädchens ist erst der Anfang...

MEINE MEINUNG
Alex Lake zieht ihren vom Inhalt her prinzipiell recht konventionellen Thriller durchaus einmal anders auf: Es dreht sich zwar vieles um die Entführung der Tochter und die Suche nach ihr - Dreh- und Angelpunkt der Geschichte ist jedoch, dass der Entführer es eigentlich nicht auf das Mädchen abgesehen hat, sondern auf die Mutter. Neben deren Perspektive gibt es so noch Kapitel aus der Sicht des Täters, die langsam den Plan enthüllen. Das Problem an der Sache ist nur, dass der Verlag im Klappentext die wichtigste Wendung bereits spoilert und so von der Spannung nur noch wenig übrig bleibt.

Die Mutter Julia ist eine ziemlich unausstehliche Protagonistin. Zwar liebt sie ihr Kind aufrichtig und ihre Schuldgefühle sind nachvollziehbar - ansonsten aber ist sie egoistisch und verwöhnt, was sich auch nicht ändert. Sie will immer nur das Beste, ein einfaches Leben reicht ihr nicht, sie muss höher und weiter, sowohl in der Karriere als auch in der Ehe. Kein Wunder also, dass sich ihr Mann Brian ihr gegenüber äußerst unfreundlich verhält. Er ist im Gegensatz zu ihr jemand ohne Ehrgeiz - was permanent wiederholt wird -, der sich vollkommen in seinem Elend suhlt. Eine so verblüffend schwache Männerfigur ist zwar interessant, führt aber leider nicht zur Identifikation. Sonstige Figuren sind austauschbar und wirken meistens wie Randfiguren: Die nicht wirklich tatkräftige Polizistin in dem Fall, Brians nur kurz auftauchender Bruder, seine kalte und besserwisserische Mutter. Niemand entlockt einem auch nur den Hauch von Sympathie - was ich bei einer Geschichte, bei der man mitfiebern soll, problematisch finde.

Möglicherweise liegt das aber auch am endlosen Gerede und der Handlung, die über die ersten 200 Seiten einfach nicht voran kommt. Wer den Klappentext kennt, für den geschieht hier nichts Neues, weswegen schlicht Langeweile aufkommt. Ohne wirkliche neue Erkenntnisse ist ein Thriller kein Thriller, sondern maximal ein Drama, und darauf war ich nicht eingestellt. Als dann die versprochene Wendung allerdings kommt, wird es tatsächlich auch nicht besser - weil sich der versierte Leser bereits zusammen gereimt hat, wer hinter allem steckt. Motiv und Ziel wirken komplett an den Haaren herbei gezogen, ja, ich fand das "wahre Gesicht" der Person geradezu lächerlich. Das ist schade im Anbetracht dessen, dass eine Entführungsgeschichte hier einmal ein ganz anderes Prinzip verfolgt. Nur hat dieses eben überhaupt nicht funktioniert.

FAZIT 
"Es beginnt am siebten Tag" könnte einem besser gefallen, wenn man den Klappentext nicht kennt - denn dieser nimmt die Hälfte der Geschichte vornweg. So war ich jedenfalls permanent gelangweilt, was durch die anstrengenden Charaktere nur noch verstärkt wurde. Dass ich außerdem den relativ unlogisch handelnden Täter sehr früh erraten habe, hat dann auch den letzten Rest Interesse erstickt. Da mag ich nicht mehr als 2 Punkte vergeben.

25801299Titel: Es beginnt am siebten Tag
Originaltitel: After Anna
Autor: Alex Lake
Übersetzer: Stefanie Kruschandl
Verlag: HarperCollins
Seitenzahl: 472 Seiten
ISBN-13: 978-3959670555
Bereitgestellt durch

[Gewinnspiel] Schneegestöber-Auslosung

Es ist soweit, die Woche ist um und damit lose ich heute auch schon die Glücklichen beim Schneegestöber-Gewinnspiel aus. Zugegeben, hier in Rheinlandpfalz gab es nur ungefähr drei Flocken, aber wie ich gehört habe, konnte man in anderen Teilen der Republik ja durchaus Schlitten fahren ;)



Tatsächlich haben ganze 65 Personen teilgenommen - eine ziemlich überraschende Zahl für mich. Hauptsächlich lag das aber wohl daran, dass der Link in einem Forum gepostet wurde, woraufhin es teilweise ein bisschen dreist wurde. In das Fragen/Anregungen-Feld "nö" oder "ich will gewinnen" zu schreiben, ist tatsächlich gar nicht mal so die nette Art :) Viele haben leider auch nicht verstanden, dass ein "warum" in einer Frage bedeutet, die Antwort doch bitte zu erklären. Daher haben natürlich auch nur die eine Chance auf einen Gewinn, die mehr als zwei Worte dazu geschrieben haben, wer ihre Lebensgeschichte verfassen sollte.

Nun aber genug davon: Vielen Dank für die rege Teilnahme! Ich habe ausgelost, indem ich den einzelnen Gewinnen die Nummern der Teilnehmer in der Reihenfolge ihrer Teilnahme zugeordnet habe. Mit random.org habe ich dann die Gewinner gezogen. Und diese sind:

"Schwestern der Wahrheit" hat gewonnen:



Das ist Matthias Kruse, der gerne Orson Welles ein Buch über ihn schreiben lassen würde.

"Rebell" geht an:



Mit der Nummer 6 ist die Gewinnerin Katja, die J.K. Rowlings Werdegang spannend findet und daher auch ein Buch von ihr über sich.


Über "Tage zwischen Ebbe und Flut" kann sich freuen...



Melanie Neundorfer, die sich für Charlotte Link entschieden hat.


Und den Cineplex-Gutschein erhält:


Die Nummer 34 und damit Liliane, die wie viele andere übrigens auch, Terry Pratchett am liebsten als Schriftsteller der Wahl hätte. 

Die Mails werdet ihr gleich von mir erhalten. Euch und allen anderen wünsche ich noch ein schönes Rest-Wochenende!

[Serienrezension] Sense8


"Die wirkliche Gewalt, die Gewalt, von der ich gemerkt habe, dass sie nicht zu verzeihen ist, ist die Gewalt, die wir uns selbst antun, wenn wir Angst davor haben, wir selbst zu sein."

STORY
Acht Menschen auf der ganzen Welt erleben zeitgleich einen Moment des Erwachens: In einer Vision erfahren sie von einer Frau, die ihnen ein neues Bewusstsein gibt - und dann Selbstmord begeht, um sich vor einem gefährlichen Mann zu retten. Von nun an sind die vier Frauen und vier Männer untrennbar miteinander verbunden. Sie fühlen einander, sie kennen einander, ohne sich je begegnet zu sein. Aber sie sind auch in großer Gefahr, denn der Jäger ist nun ihnen auf den Fersen...

MEINE MEINUNG
"Sense8" ist etwas noch nie Dagewesenes. Das ist einem vom ersten Moment an klar, als man die gleiche Szene durch acht verschiedene Paar Augen erlebt und doch immer wieder etwas Neues sieht. Es wird einem immer bewusster, je besser man die unterschiedlichen Figuren mit ihren Träumen, Wünschen und Ängsten kennen lernt. Und man will es nie mehr vermissen, wenn man sich, ohne es wirklich aktiv zu bemerken, Hals über Kopf in diese Serie verliebt hat.

Ja, sie beginnt langsam. Mit einer Einführung der Charaktere und ihrer Lebenssituationen, mit ersten Indizien auf die neue Verbindung, die aber noch niemandem wirklich klar ist. Die Ausgangssituation wird geschaffen, und dabei schleichen sich ein paar kleinere Längen ein. Aber schon zu diesem Zeitpunkt wird deutlich, wie anders das Ganze auch ist: Die Schnitte von einer Person zur anderen, die in diesem Moment, obwohl auf verschiedenen Kontinenten, doch so ähnlich empfinden. Nasskalter deutscher Regen auf der Haut, obwohl es im eigenen Land, in Indien, heiß und trocken ist. Die Stimmen und Gedanken von Menschen im Ohr, die man nicht kennt, deren Sprache man nicht spricht und die man doch so gut versteht. Das alles entwickelt einen Sog, der schnell nicht mehr zu bremsen ist.

Sun und Capheus begegnen sich zum ersten Mal
Dazu tragen auch die Schauspieler bei - diese eher unbekannten Darsteller, die mit einer solchen Hingabe, mit einem solchen Herzblut spielen, dass einem ganz warm wird. Die Diversität ist unglaublich: Schwul, transgender, afrikanisch, europäisch und, und, und - das alles ist dabei und spielt doch auch wieder keine Rolle. Es macht für die Figuren keinen Unterschied, denn sie gehören zueinander, sie sind nicht nur ein "ich", sie sind ein "wir". Die kämpferische Sun (Doona Bae), die unschuldige Kala (Tina Desai), der herzensgute Capheus (Aml Ameen, ab Staffel 2 Toby Onwumere), die tieftraurige Riley (Tuppence Middleton), der beschützerische Will (Brian J. Smith), der draufgängerische Wolfgang (Max Riemelt), die quirlige Nomi (Jamie Clayton) und der sensible Lito (Miguel Ángel Silvestre) - sie stehen füreinander ein wie eine Familie und berühren damit zutiefst.

Natürlich darf aber die Spannung nicht fehlen und diese kommt spätestens ab Folge 4 auf und zwar gewaltig. Es gibt nicht viele Antworten, aber die wenigen zeichnen ein düsteres, tödliches Bild, das keine frohe Zukunft verheißt. Die Verbundenen sind in Gefahr, gejagt von einem Mann, der sie alle vernichten möchte. Dass sie sich nur gemeinsam gegen ihn zur Wehr setzen können, macht den Reiz aus: Denn ohne, dass sie wirklich da sind, begleiten sie einander - schlüpfen in den Körper des jeweils anderen und geben ihre Fähigkeiten weiter, um zu helfen. Die Schnitte, die Sprünge sind genial und absolut atemberaubend, ohne dabei zu verwirren. Bis zum Schluss dieser furiosen ersten Staffel bleibt vieles offen, aber damit gibt es auch genug Stoff für die noch kommenden Folgen. Und nach dem Ende und dem wunderschönen Weihnachts-Special als Fan-Geschenk kann die Zeit bis zum Mai gar nicht schnell genug herum gehen.

FAZIT
Das Konzept von "Sense8" ist ein so anderes, ein so besonderes, dass es seine Zeit braucht, bis man sich darauf eingelassen hat. Ich konnte - und wollte - aber bereits nach kurzer Zeit nicht mehr verhindern, dass sich diese schmerzvolle und doch wunderschöne Geschichte in meinem Herzen einnistet. Ich liebe jeden einzelnen Charakter und ich liebe jede einzelne Szene. Sehr gute 4,5 Punkte, die in Staffel 2 locker zu 5 werden können.

 
FUN FACT
Insgesamt haben vier Regisseure bei der Serie Regie geführt, wobei diese sich auf bestimmte Städte fokussiert haben. Die Wachowskis waren für die Szenen in Island, London, Chicago und San Francisco zuständig, James McTeigue für die in Mexiko und Mumbai, Dan Glass führte Regie in Seoul und Tom Tykwer in Berlin und Nairobi.

[Gewinnspiel] Schneegestöber-Verlosung

Nachdem um Weihnachten herum vom Winter weit und breit nichts zu sehen war, hält seit dieser Woche das eisige Wetter Einzug. Perfekte Gelegenheit, um sich abends mit Decke und einem heißen Getränk auf das Sofa fallen zu lassen (wahlweise auch ins Bett) und ein Buch zu lesen. Damit euch dafür nicht der Lesestoff ausgeht, starte ich nun meine Schneegestöber-Verlosung, bei der ihr euch einen von vier Preisen sichern könnt.

Und das könnt ihr gewinnen:



Ihr habt also die Chance auf eines von drei Büchern oder einen 10€ Cineplex-Kinogutschein. Zu jedem kleinen Päckchen gibt es noch eine hübsche Postkarte dazu. (Farblich passend, selbstverständlich.)

Was ihr dafür tun müsst? Denkbar einfach. Füllt nur das Formular aus, beantwortet die Frage, nennt mir den Wunschgewinn (ihr dürft auch für alles ein Los ziehen) und schon seid ihr dabei! Zeit habt ihr dazu bis zum 20.01.2017, auslosen werde ich einen Tag später.

Disclaimer: Für den Versand der Bücher müsst ihr - leider - zwangsläufig in Deutschland wohnhaft sein. Für den Kinogutschein könnt ihr aber auch in den Topf hüpfen, wenn ihr aus Österreich stammt. Schweizer haben leider das Pech, dass sich online keine 10€-Gutscheine kaufen lassen.
Seid ihr unter 14 Jahre, brauche ich das Einverständnis eurer Eltern für die Teilnahme. 

Und nun wünsche ich euch viel Glück!

[Buchrezension] Die Magier Seiner Majestät - Zen Cho

Sie hielt inne und dachte nach. "Vielleicht werde ich bei den Frauen andeuten, ich möchte die Geschichte geheim halten, weil ich mich ein wenig in Mr Hsiang verliebt habe und es mir jetzt im Nachhinein leidtut, meine Tugend verteidigt zu haben. Bei den Männern werde ich natürlich eine andere Herangehensweise wählen müssen."
"Dein unmoralischer Einfallsreichtum bei der Verfolgung deiner Interessen ist absolut schockierend", sagte Zacharias.
"Ja, nicht wahr?", fragte Prunella geschmeichelt.

9783426519141INHALT
Zacharias Wythe ist erst seit Kurzem der Königliche Magier und er ist nicht gerade beliebt. Dass er afrikanischer Herkunft ist löst bei den anderen Zauberwirkern Misstrauen und Missgunst aus. Kein Wunder also, dass sie ihm den Mord an seinem Mentor anhängen wollen und ihn außerdem dafür verantwortlich machen, dass die Magie in Großbritannien schwindet. Zacharias macht sich auf die Suche nach dem wahren Grund und begegnet in einer Mädchenschule der jungen, dickköpfigen Prunella Gentleman. Diese hütet ein Geheimnis, dass England retten könnte - die beiden aber auch in große Gefahr bringt.

MEINE MEINUNG
"Die Magier Seiner Majestät" ist der erste Band der "Sorcerer Royal"-Reihe und wird mit den Romanen Jane Austens verglichen - was seltsam anmuten mag, geht es doch um Zauberer. Tatsächlich kann man das Buch aber in das Regency-Genre einordnen, nur spielt eben auch ein bisschen Magie mit. Man merkt dem Schreibstil richtig an, wie viel Spaß die Autorin dabei hatte. Er ist altmodisch und teilweise etwas gestelzt, in vielen Momenten aber auch urkomisch. Die Erzählweise ist eher auktorial und begleitet nicht nur Zacharias und Prunella, sondern manchmal auch Nebenfiguren.

Zacharias ist ein Protagonist, dem ich ziemlich schnell Sympathien entgegen gebracht habe. Er wollte das Amt des Königlichen Magiers nie, aber er nimmt die Pflicht an und tut diese so gut er kann. Und obwohl er fast ausschließlich schlecht behandelt wird, lässt er seinen Ärger darüber doch nie an jemandem aus - was natürlich auch mit dem Anstand zu tun haben kann, der eben zur Zeit Napoleon Bonapartes galt. Der weibliche Gegenpart Prunella hat es mir dagegen oftmals eher schwierig gemacht. Eingeführt wird sie als starke, etwas aufmüpfige junge Frau. Bald 200 Seiten lang quält sich einen dann aber mit unglaublicher Oberflächlichkeit und Arroganz. Sie kann und weiß alles und ist sich dessen sicher, was mich ziemlich angestrengt hat. Zum Glück besinnt sie sich zum Ende hin wenigstens zum Teil, auch wenn ihre Eingebildetheit nicht nachlässt. Am Besten haben mir definitiv der unkonventionelle Damerell und Zacharias' Ziehmutter Lady Wythe mit ihrer gewitzten, gutmütigen Art gefallen.

Die Geschichte kommt anfangs recht träge ins Rollen und braucht ihre Zeit, um Wirkung zu entfallen. Es gibt viele Besprechungen, viele Diskussionen und bei dem Thema überraschend wenig Magie. Letzteres bleibt auch die meiste Zeit so. Trotzdem gelingt es der Autorin, einen immer wieder mit verspielten Details zu erfreuen, und ihre vielen absurden Einfälle, die als völlig normal dargestellt werden, entlocken einem immer wieder ein Lächeln. Schade ist, dass die Liebesgeschichte so kurz kommt. Entweder hätte sie weggelassen oder ausgebaut werden müsen - so kommt nicht auch nur ein Gefühl beim Leser an und Chemie entwickeln die beiden schon gar nicht. Dafür wird es auf den letzten 100 Seiten dann überraschend spannend und vor allem magisch. Endlich werden Geheimnisse gelüftet und überraschende Taten vollzogen. Das Ganze wird ziemlich gut abgeschlossen und lässt eigentlich keine Fragen offen. Ich könnte mir daher durchaus vorstellen, dass es in den folgenden Bänden um andere Charaktere geht. 

FAZIT
Anfangs war ich recht skeptisch, ob das Buch etwas für mich wäre - und habe daher auch lange gebraucht, um mich mit dem Stil und der Art der Erzählung anzufreunden. Es ist jedoch nicht zu verkennen, dass Zen Cho eindeutiges Talent hat und ihr witziger, origineller Stil lädt oft zum Schmunzeln ein. "Die Magier Seiner Majestät" ist weit weniger zauberhaft als vermutet, dafür detailreich und überraschend. Ein Fan von Regency-Romanen sollte man aber sein. Sehr knappe 4 Punkte!
 

http://images.gr-assets.com/books/1430239646l/23943137.jpgTitel: Die Magier Seiner Majestät
Originaltitel: Sorcerer to the Crown
Reihe: Die Magier Seiner Majestät/Sorcerer Royal
Autor: Zen Cho
Übersetzer: Julia Becker
Verlag: Droemer Knaur
Seitenzahl: 448 Seiten
ISBN-13: 978-3426519141

[Statistik] Jahresrückblick 2016

2016 ist endlich rum, was für ein Glück. Wie so viele andere war auch ich schon drauf und dran den Glauben daran aufzugeben, dass dieses furchtbare Jahr endlich rumgehen würde. Persönlich war es zwar okay, die Welt wurde aber ziemlich ordentlich durchgerüttelt, wobei nicht nur schrecklich viele großartige Künstler von uns gegangen sind (Anton! Alan!), sondern auch sehr viele unbekannte unschuldige Menschen. Ich hoffe, die Hoffnung, dass sich alles zum Besseren wendet, wird noch erfüllt.

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Erfolgreich war mein persönliches Jahr nur in Sachen Schule und Arbeit - indem ich das Abitur geschafft und eine Ausbildung begonnen habe. Zum Lesen und Filme schauen bin ich dagegen nur wenig gekommen und hatte oftmals sogar einfach keine Lust dazu. Seit ich nun in Mainz wohne und damit meine Kinofreunde nicht mehr so oft sehe, sind natürlich auch die Besuche deutlich weniger geworden.
Dafür habe ich mir neben Amazon Instant Video auch noch Netflix angeschafft und es hat ein bisschen mein Leben zerstört. Weil ich einfach zu nichts anderem gekommen bin, gefühlt. Daher muss in diesen Jahresrückblick definitiv auch eine Huldigung an Serien. (Stellt euch auf einen laaaaangen Post ein.)

# Gelesene Bücher 2016:  56

Durchschnittsbewertung: 3,2* 

19 Bücher war ich am Ende hinter meinem gesteckten Ziel von 75 zurück - eine ganze Menge. Krass, wenn ich daran denke, dass ich 2012 noch ganze 120 Stück geschafft habe. Woher hatte ich eigentlich die Zeit dafür? Hinzu kommt, dass leider nicht wirklich viel Gutes dabei war - was man gut an der Durchschnittsbewertung erkennen kann (die sich gegenüber 2015 noch verschlechtert hat) und was wohl ein Grund für meine fehlende Motivation war. Im Dezember hat mich das Elend dann auch so erschlagen, dass ich einfach mal kein einziges Buch gelesen habe. Da bin ich ja froh, dass ich mit Ach und Krach überhaupt meine Treppchen küren kann.

 Die fantastische Top 3:

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In Deutschland wurde der 2. Band der "Greatcoats"-Reihe aufgesplittet, was ich für wenig sinnvoll halte - trotzdem hat mich Teil 3 bzw. 2.2 wieder total überzeugen können. "Sleeping Giants" war für mich ein grandioser Auftakt einer wahnsinnig originellen neuen Science Fiction-Reihe. Und der Abschluss der "The Darkest Minds"-Trilogie ist, wie nicht anders erwartet, großartig gewesen.

Die nicht-fantastische Top 3:

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Jennifer Niven hat mich mit ihrem traurig-schönen Jugendbuch-Debüt zum Fan gemacht - auch ihren zweiten, ebenfalls guten Roman habe ich dieses Jahr verschlungen. Endlich habe ich auch ein Buch von Jenny Valentine gelesen - und nach "Durchs Feuer" werden hoffentlich noch einige folgen. Und mit "Winterhonig" habe ich zum Glück mal etwas Abwechslung in meine Genres gebracht.

Die Flop 3:

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"Skin" war wohl der schlechteste Thriller, den ich mir je angetan habe - unlogisch, konfus und langweilig. Das andere "Skin" besitzt ein tolles Setting, aber eine unausstehliche Protagonistin und sehr bizarren Fisch-Sex. (Von Büchern dieses Titels sollte ich mich wohl fernhalten.) Und "Ich und Earl und das Mädchen" ist ganz einfach so widerlich, es ist nicht zu beschreiben.

# Geschaute Kinofilme 2016: 15

Durchschnittsbewertung: 3,4*

Die Top 3:   

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Ja nun, keine besonders originelle Liste - mindestens zwei der Streifen haben wahrscheinlich die Hälfte aller Leute in ihrer Bestenliste. Aber immerhin muss ich keine Flops küren - nur mit den Enttäuschungen "Suicide Squad" und "Pets" lohnt sich das nicht.

# Geschaute Serien 2016: 12 oder mehr



Durchschnittsbewertung: 3,9*

Hier ist ganz klar zu sehen: Der Serien-Trend geht weiter, bei mir und bei den Streaming-Anbietern. Nur "The Walking Dead" gefällt mir, inklusive Ableger, weiterhin gar nicht, das wird auch nicht mehr weiter geschaut. Und "Wayward Pines" hat mich in der Mitte der Staffel ziemlich gelangweilt. Der Rest aber: ausnehmend gut. Da ist es sehr schwierig, sich für Favoriten zu entscheiden.

 Die Top 3:

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Über zwei der Serien habe ich hier auf dem Blog schon geschrieben. Ende des Jahres habe ich aber nun auch noch "Sense8" fertig geschaut und musste die Serie jetzt unbedingt mit aufnehmen. Die Staffel beginnt sehr langsam und baut dann immer weiter auf, bis man sich nicht mehr entziehen kann. Dazu folgt auch auf jeden Fall noch eine ausführliche Rezension!

EDIT: Die Verlosung werde ich an anderer Stelle noch einmal wieder aufnehmen, da hier nicht der richtige Ort zu sein scheint. Entweder auf Facebook oder hier auf dem Blog wird dazu noch einmal etwas folgen.

Ich wünsche euch allen ein großartiges neues Jahr!

[ETC.] Eine Pause vom Hass

 weihnachten

Fast zwei Wochen lang habe ich mich hier nicht zu Wort gemeldet und ich will ehrlich sein: Es hat mir gut getan. Das liegt aber vor allem daran, dass ich mich auch fast komplett von sozialen Netzwerken ferngehalten und mir somit mal ein wenig Ruhe gegönnt habe. Ich habe, wenn ich nach Hause kam, einfach mal den PC nicht angeschaltet, sondern mich um mich selbst gekümmert oder auf dem Sofa gelümmelt und Netflix geschaut. Dadurch ist leider auch das Lesen auf der Strecke geblieben - aber auch das war durchaus mal entspannend.

Ich bin in dieser Zeit überwiegend verschont geblieben von dem Hass in den Kommentarspalten, von den Anschuldigungen in den Posts und von den Beleidigungen in den Tweets. Bis auf einen kleinen Twitter-Streit nach der heute show am Freitag blieb alles friedlich, weil ich mich einfach mal von den Meinungen anderer ferngehalten habe. Versteht mich nicht falsch, Meinungen und insbesondere Diskussionen sind wichtig. Aber das, was im Internet abläuft, hat damit wenig bis gar nichts mehr zu tun. Und das strengt mich an.

Das habe ich gestern Abend grade wieder gemerkt. Da ist diese schreckliche Tat in Berlin geschehen, die nichts mit Herkunft oder Religion zu tun hat, sondern ganz einfach mit den irren Gedankengängen eines einzelnen - und in solchen Momenten, in denen Anstand und Respekt geboten sein sollte, haben die Leute nichts Besseres zu tun, als andere zu beschuldigen, Fremdenhass zu verbreiten und das, was geschehen ist, für ihre Zwecke zu missbrauchen. Dass gerade diese unschönen Emotionen in einer Zeit, in der es um Nächstenliebe geht, so hochkochen, ist erschreckend und traurig. 
 
Daher habe ich für mich beschlossen,  hier noch bis zum 01. Januar eine Pause zu machen. Um in dieser friedlichen Zeit, die ich mit meiner Familie verbringen will, nicht von dieser vielen Wut, diesen bodenlosen Frechheiten und diesen grausamen Widerlichkeiten runtergezogen zu werden. Ich wünschte, diejenigen, die diese Dinge hervorwürgen, würden sich auch einmal Gedanken darüber machen. Den Angehörigen der Opfer und den Verwundeten ihre Würde lassen und nicht auf ihrem Rücken einen Kampf austragen, der ganz anders angegangen werden sollte. 

Im Januar werde ich mich dann mit einem Jahresrückblick und mindestens einer Rezension zurückmelden. Bis dahin wünsche ich euch allen ein wunderschönes Weihnachtsfest und einen guten Start in das Jahr 2017. Es kann ja eigentlich nur noch besser werden. Und bitte, bitte, lasst euch nicht unterkriegen. Erst trauern wir. Aber dann kämpfen wir weiter für eine friedliche, bunte Welt.

Alles Gute!

2017 Reading Challenge

Kittyzer has read 1 book toward her goal of 60 books.
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