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[Buchliebenetz] Book Blind Date


#buchliebenetz ist eine Gruppenaktion verschiedener Blogger, die sich um das so ziemlich schönste Hobby der Welt dreht: Das Lesen natürlich.

Für unsere heutige Aktion haben wir uns mal etwas ganz anderers überlegt: ein "Book Blind Date" nämlich. Jede von uns hat eine andere Bloggerin als Partnerin zugeteilt und durfte ihr ein Buch aussuchen und zuschicken. Einige haben dafür kleine Wunschlisten erstellt, andere nur Genres ausgeschlossen. So oder so wurden wir von der jeweiligen Lektüre auf jeden Fall überrascht. Ausgeschlossen hatte ich zuvor nur Young Adult und Erotik.

Ein Buch verschickt habe ich an die nossy von Welt & Farben - ihren Beitrag könnt ihr hier nachlesen. Und erhalten habe ich eines von Carolin von Carolinart.


Carolin ist eine Bloggerin aus Bayern, die seit April 2011 mit "Carolinart" unterwegs ist - und das ziemlich erfolgreich. Nicht nur hat sie, genau wie ich, eine Leidenschaft für Bücher und Serien, ihr Lesegeschmack trifft meinen auch noch ziemlich gut. Da musste das Book Blind Date mit ihr ja gut werden.

Mein Book Blind Date

Ich habe mich vielem gerechnet - aber nicht mit dem Buch, das ich in der Post hatte. Und das, obwohl Carolin aus ihrer Zuneigung zu Band 1 doch gar keinen Hehl gemacht hatte. So schnell ich nun mal weiß, wer in Krimis der Täter ist, im Erraten von Überraschungen bin ich (zum Glück?) ganz schlecht. 

Als bei mir also dieses Päckchen von Amazon ankam, in dem sich diese wirklich niedliche Tasche mit einer richtig schönen Nachricht befand, war ich absolut gespannt. Die Hülle benutze ich von nun an, um Bücher zu transporieren, wenn ich unterwegs bin, und dafür eignet sie sich definitiv hervorragend.

Nach der ausgiebigen Freude über die Verpackung habe ich das Buch dann schließlich doch noch ausgepackt...und den zweiten Teil einer sehr beliebten, sehr gehypten und sehr guten Dilogie vorgefunden: "Crooked Kingdom" von Leigh Bardugo nämlich, das übrigens im September auch auf Deutsch erscheint. Daher nutze ich auch der Einfachheit halber die deutsche Übersetzung des Klappentextes. Vorsicht, Spoiler für diejenigen, die Band 1 noch nicht gelesen haben!

Kaz Brekker und seinen Krähen ist ein derart spektakulärer Coup gelungen, dass sie selbst nicht auf ihr Überleben gewettet hätten. Statt der versprochenen fürstlichen Belohnung erwartet sie jedoch bitterer Verrat, als sie nach Ketterdam zurückkehren. Haarscharf kommen die Krähen mit dem Leben davon, Kaz' Geliebte Inej gerät in Gefangenschaft. Doch Kaz trägt seinen Spitznamen »Dirtyhands« nicht ohne Grund – von jetzt an ist ihm ist kein Deal zu schmutzig und kein Risiko zu groß, um Inej zu befreien und seinen betrügerischen Erzfeind Pekka Rollins zu vernichten.
("Das Gold der Krähen", Droemer Knaur, ET 03.09.2018)

Meine Überraschung

Wenn ich daran denke, dass ich eigentlich bis September gewartet hätte, um weiterzulesen, kann ich es schon gar nicht mehr fassen. Warum so lange warten, wenn ich doch jetzt schon erfahren kann, wie es mit den Krähen weitergeht? 

Nachdem ich beim Vorgänger meine Zeit brauchte, um mich in der Welt zurechtzufinden, war ich bei diesem Teil bereits nach wenigen Zeilen voll drin. Vor allem, weil meine Lieblingscharaktere bisher deutlich mehr zu Wort kamen als Bandenführer Kaz. Daher bin ich bereits 200 Seiten weit fortgeschritten und kann es jeden Tag kaum erwarten, das Buch wieder zur Hand zu nehmen.
  



Mein Fazit

Eine (positive) Überraschung dann und wann kann verzaubern - das hat sich an der gemeinsamen Aktion des #buchliebenetz ganz deutlich gezeigt. Wir alle haben uns Gedanken um andere Blogger gemacht, mit viel Liebe und Freude Bücher ausgesucht, und werden uns jetzt sicherlich noch einmal mindestens genauso freuen, wenn wir sehen, wie die Auswahl beim Partner angekommen ist. Daher werde ich nun die anderen Beiträge durchstöbern - und kann euch nur ans Herz legen, das auch zu tun.

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[Mein Ärger über] Die CineStar-Kinokette

Da bin ich 2016 schon aus einer Kleinstadt weggezogen in eine Stadt mit 200.000 Einwohnern - und trotzdem gibt es nur ein einziges Kino, in das ich gehen kann. Und dann ist es auch noch ein CineStar.


CineStar-Kinos sind groß und zeigen relativ viele Filme gleichzeitig. Es gibt Sneak Previews in Englisch und in Deutsch zu ziemlich kleinen Preisen, und am Wochenende oft Originalvorstellungen. Zudem gibt es ein 5-Sterne-Ticket, mit dem man 5 Mal für knapp 7 € ins Kino kommt. Das muss man der Kette zugute halten.

Mit der Kundenfreundlichkeit hat sie es aber dafür leider so gar nicht.

Ich ärgere mich also über: Die miese Freikarten-Politik

Intensive Kinogänger werden es kennen: Ab und zu gibt es auf Facebook oder anderen Portalen Kinofreikarten für bestimmte Filme zu gewinnen. Manchmal gibt es auch in Zeitschriften oder Snack-Packungen solche Aktionen. Und 2017 hat die Telekom ihren Kunden Gutscheine geschenkt - die in beinahe jedem Kino einzulösen waren.

Aber nicht bei Cinestar. Natürlich. Warum auch?

Nun hatte ich zuhause noch 5 Freikarten liegen. Erhalten vom Tobis-Verleih durch die Teilnahme an mehreren Umfragen auf Moviepilot. Die Aktion gibt es mittlerweile nicht mehr, war aber definitiv lohnenswert.

Der Film kann frei gewählt werden
Auf den Karten steht explizit, dass sie in jedem Kino einzulösen sind, in dem der gewählte Film läuft. Logisch: Das jeweilige Kino gibt die Karten aus und erhält das Geld vom Verleih zurück. Wie es schon immer gehandhabt wird.

Momentan läuft von Tobis "Gringo" im Kino, also habe ich eine Freundin eingeladen, Tickets reserviert, dann stand ich an der Kasse...und wurde abgewiesen. Es gebe eine Liste von Kooperationen mit Verleihern und Tobis stehe dort nicht drauf. Im Endeffekt musste ich die Karten also tatsächlich kaufen. Trotz Gutschein. 

Ein ernüchtender Moment, auch wenn ich gar nicht groß überrascht war - CineStar ist schließlich relativ bekannt dafür, sich bei so etwas zu sträuben. Trotzdem habe ich mich am selben Wochenende mit dem Verleiher in Verbindung gesetzt, der das Anliegen am Montag direkt an die Kette weitergegeben hat, mit der Bitte um Klärung. Und dann...habe ich gewartet.

Zwei Tage.

Das klingt erst einmal nicht viel. Aber für ein Problem, bei dem sich sogar der Verleih selbst an das Kino gewandt hat, kann ich durchaus erwarten, dass versucht wird, dem Kunden zumindest schnellsmöglich  eine Antwort zu geben. Die dann aber tatsächlich erst kam, nachdem ich mich am Mittwoch noch einmal direkt an das Kino gewandt habe. Um mir Folgendes mitzuteilen:


Eine Antwort, die einfach keinen Sinn ergibt. Wie gesagt, das Kino erhält das Geld wieder. Macht keinen Verlust. Stellt eine Kundin zufrieden, die regelmäßig kommt und einiges an Geld da lässt.  CineStar scheint das alles nicht so wichtig zu sein. Selbstverständlich können die Mitarbeiter selbst da nichts für. Aber dass sich eine Abteilung zu so etwas hanebüchenem entschließt - dafür habe ich kein Verständnis.

https://www.tobis.de/

Tobis, im Gegensatz dazu, hat mir als Entschädigung Freikarten für einen Kinofilm ("Adrift" mit Shailene Woodley und Sam Claflin) im Juli versprochen, obwohl das Ganze nicht deren Fehler ist. So geht Kundenfreundlichkeit.

Nachtrag 20.04.2018, 10 Uhr: Am gestrigen Nachmittag kam noch eine weitere Mail mit einer Erklärung zur Handhabung von Freikarten - aufgrund des Verwaltungsaufwandes wurde letztes Jahr auf Freikarten mit QR-Code umgestellt, um diese nur einscannen zu müssen. Karten ohne solch einen Code werden daher nicht mehr angenommen.
Immerhin weiß ich damit nun also den Grund für den ganzen Ärger. Es wäre nur schön gewesen, hätte es direkt eine Erklärung gegeben. 

 Habt ihr euch auch schon mal richtig über ein Unternehmen geärgert?

[Buchrezension] Die letzte Reise der Meerjungfrau oder Wie Mr. Hancock über Nacht zum reichen Mann wurde - Imogen Hermes Gowar

"Fragen Sie Ihre Frau, Sir", sagt der Makler. "Sie wird das vollkommen verstehen."
Aber Mr. Hancock versteht schon selbst. Seine Frau - ja, sie gehört ihm. Das Haus, ja, in Kürze ebenfalls. Das Kind, von dem er träumte, könnte eines Tages leibhaftig vor ihm stehen. Aber wenn die Grotte ebenfalls ihm gehören wird, sollte er dies als besonderes Zeichen verstehen. Ein langsames, verwundertes Lächeln breitet sich auf seinem Gesicht aus, als er beregift, dass ihm das Haus mit der Grotte aus einem einzigen Grund gewährt wurde: Er wird auch eine Meerjungfrau bekommen.

INHALT
Als der Kapitän seines Schiffes statt mit der gewünschten Ladung mit einer toten Meerjungfrau zurück kommt, ist der Kaufmann Jonah Hancock erst einmal zutiefst verärgert. Doch Not macht erfinderisch, und so stellt er das Fabelwesen zur Ansicht aus - ohne mit dem kommenden Ansturm zu rechnen. Schließlich wird ihm eine unglaubliche Summe für die Sirene geboten, und plötzlich ist er ein gemachter Mann. Nun hat er alles, was er sich wünschen kann - aber zu seinem Glück fehlt ihm noch eine richtige Familie. Angelica Neal, Kurtisane von Stand, ist die Frau seines Herzens. Doch um sie für sich zu gewinnen, muss er ihr eine lebende Meerjungfrau schenken...

MEINE MEINUNG
Das London des 18. Jahrhunderts - was für ein Schauplatz für einen Roman über Meerjungfrauen. Ist "Die letzte Reise der Meerjungfrau" überhaupt ein Buch über Meerjungfrauen? Es wird nicht ganz deutlich, mehr ist es wohl ein Gesellschaftsroman mit ganz leichten phantastischen Zügen. Klar ist aber, dass Debüt-Autorin Imogen Hermes Gowar einen unglaublich atmosphärischen Stil hat, der diese Stadt mit ihrer Atmosphäre, ihren Besonderheiten und ihren unterschiedlichen Bewohner auf eine so eindrückliche Weise zum Leben erweckt, wie man es selten erlebt. Erzählt wird hauptsächlich die Geschichte von Kaufmann Jonah Hanock und seiner Angebeteten Angelica Neal, aber auch Hancocks Nichte Sukie, die junge Prostituierte Polly und die Kupplerin Mrs. Chappell kommen zwischendurch zu Wort.

Es wird relativ schnell deutlich, dass von den beiden Protagonisten Angelica klar die stärkere ist. Zwar ist sie von ihrem Leben als Edelkurtisante verwöhnt und sie weiß wenig über das Führen eines Haushalts, ist sogar schon glatt arrogant in ihrer Unwissenheit - aber sie kennt es auch nicht anders und kämpft sich, als es wirklich drauf ankommt, mit deutlicher Willenskraft durch. Jonah Hancock hat dafür ein gutes Herz, macht sich ungern Feinde und greift und nur selten mal wirklich durch. Er lässt sich oft von anderen vorschreiben, was er zu tun oder zu lassen hat, aber seine Güte lassen einen oft über seine Schwäche hinwegsehen. Sympathieträger ist jedoch eindeutig die quirlige und für ihr Alter trotzdem sehr reife Nichte Sukie. Allen Frauen des Buches ist gemein, dass sie - ob auf gute oder schlechte Weise - für ihr eigenes Leben kämpfen, und dass sie dennoch in den Erwartungen anderer Menschen und ihren eigenen Zwängen gefangen sind - so ist die Situation der gejagten und gefangenen Meerjungfrau wohl eine Allegorie auf eben jene Zustände, könnte man sagen.

Denn diese Nixe kommt viel weniger im Roman vor, als man das bei dem Titel vermuten könnte. Sie ist eher der Auslöser für alle Geschehnisse: Dass sich Angelica und Mr. Hanock kennen lernen, dass sie eine Meerjungfrau verlangt und dass er versucht, ihr diese zu beschaffen. Besonders im Mittelteil wird das Buch eindeutig ein Gesellschaftsroman, der aber durch einige Überraschungen begeistern kann. Erst zum Ende kommen wieder phantastische Elemente auf, die dafür wunderbar genutzt werden: Die Stimmung ist melancholisch, geradezu düster, hat aber ihren ganz eigenen Reiz. Es wird mit den eigenen Erwartungen gespielt, was teilweise anstrengend, aber auch mal etwas ganz anderes ist. Nur das Ende gerät dafür, dass alles zuvor so aussschweifend behandelt wurde, ein wenig zu kurz, vor allem weil zuvor ausführlich beschriebene Handlungsstränge einfach fallen gelassen werden - da hätten ruhig 30 Seiten des Beginns für den Schluss verwendet werden dürfen.

FAZIT 
"Die letzte Reise der Meerjungfrau" ist kein Fantasy-Roman und ganz anders als erwartet, aber er besitzt dafür eine besondere Atmosphäre und viele sehr unterschiedliche Charaktere. Allerdings war mir das Ganze zu Beginn zu langatmig, um dann am Ende zu kurz abgehandelt zu werden. Wer jedoch Lust auf einen Gesellschaftsroman mit phantastischen Elementen hat, die mehr eine Allegorie auf die Realität sind, ist hier gut beraten. 3,5 Punkte.

https://www.luebbe.de/bastei-luebbe/buecher/sonstige-belletristik/die-letzte-reise-der-meerjungfrau/id_6124531

[Buchrezension] Artemis - Andy Weir

Ich stieß die Luke auf und stürzte hinein. Alles verschwamm mir vor den Augen, ich schnappte hektisch nach Luft. Mit einem Tritt verschloss ich die Luke, griff nach dem Notvorrat und riss den Sicherungsstift heraus.
Der Verschluss flog weg, und die Luft strömte in die kleine Kammer. Es ging so schnell, dass die Hälfte kondensierte und als Dampf in der Schleuse schwebte, weil die rasche Ausdehnung mit einer starken Abkühlung einherging. Beinahe ohnmächtig sank ich zu Boden.

INHALT
Jazz Bashara lebt in der einzigen Stadt auf dem Mond, Artemis, und hält sich  bei den teuren Lebensbedingungen einigermaßen über Wasser, indem sie kleinere kriminelle Tätigkeiten ausführt. Ihr Ziel ist es, mit den anderen EVA-Meistern Ausflüge auf der Mondoberfläche ausführen zu dürfen, aber dafür braucht sie Geld für einen anständigen Raumanzug. Als ihr für einen Coup eine Million geboten wird, scheinen alle Sorgen vergessen, und sie nimmt das Angebot ohne zu zögern an. Doch der Plan geht nicht auf: Sie wird entdeckt und ihr Auftraggeber ermordet. Und nun sind die Täter hinter ihr her...

MEINE MEINUNG
Zuerst im Selbstverlag erschienen, 2014 von einem Verlag gekauft, zum Bestseller geworden und von Ridley Scott verfilmt - das ist die Erfolgsgeschichte von Andy Weirs Debüt "Der Marsianer". Nach langen Jahren des Wartens legt er nun mit "Artemis" einen neuen Science Fiction- Roman vor, der wieder auf einem fremden Planeten spielt, dieses Mal auf dem Mond. Es wird versucht, vieles anders zu machen: Statt einem Überlebenskampf in unwirtlicher Umgebung geht es nun um einen fehlgeschlagenen Coup, statt eines männlichen Protagonisten haben wir eine weibliche Hauptfigur, und wir begleiten eine Riege von diversen Charakteren. Und doch scheint der Autor sein bestimmtes Schema nicht ablegen zu können, was irgendwann sehr anstrengend wird.

Jazz Bashara ist Muslimin, sie ist intelligent und gewitzt - und sie ist definitiv eigentlich ein Mann. Es ist schön, dass männliche Autoren einen anderen Blickwinkel einnehmen wollen und dass ein Sci-Fi-Roman aus eben diesem erzählt wird, aber hier tritt wieder der klassische Fall davon ein, dass ein Mann meint, aus der Sicht einer Frau schreiben zu können und gnadenlos daneben liegt.Die pubertären Witze haben bei Mark Watney funktioniert, aber sie tun es nicht bei Jazz, ihre ewige Reduktion auf ihren ach so vielen Sex nervt, und kaum eine Frau würde von sich denken, dass sie im T-Shirt eines Mannes schon "sehr sexy" aussieht. Dementsprechend ist für weibliche Leser eine Identifikation definitivsehr schwierig. Auch der Rest der Figuren ist von Diversität geprägt, aber gefühlt eher um genau dieser Diversität willen - bei Dale zum Beispiel, der offen schwul ist, was man daran merkt, dass er immer und immer wieder darauf hinweist. Charaktere sind Andy Weirs Schwäche, und das wird hier sehr deutlich.

Seine Stärke, die technischen und wissenschaftlichen Informationen und Details nämlich, spielt er dafür wieder aus - die Erklärungen sind anschaulich, die sich daraus ergebenden Handlungsstränge größtenteils interessant. Wenn man mal von der recht langatmigen ersten Hälfte absieht, in der beinahe nichts passiert. Erst nach dem Mord wird es spannender, als Jazz um ihr Leben fürchten und daher einen guten neuen Plan aushecken muss. Trotzdem gibt es immer wieder Längen, denn dieser Plan hat sehr viel, und ich meine wirklich sehr viel, mit Schweißen zu tun. Wo im Debüt des Autors jedes Kapitel mit einem fiesen Cliffhanger endete, treibt einen hier nicht so wirklich viel zum Weiterlesen an, und das ändert sich leider auch zu selten. Dafür gibt es einfach zu wenige neue Elemente und zu wenige Charaktere, die man wirklich ins Herz schließt. Es bleibt zu hoffen, dass Weir sich in seinem nächsten Roman wieder an seine Stärken hält.

FAZIT 
In "Artemis" versucht Bestseller-Autor, löblicherweise mehr Diversität bei seinen Figuren unterzubringen, vergisst darüber aber das Innenleben eben dieser. Zudem hat die Geschichte so einige Längen, wodurch an vielen Stellen kein richtiges Lesevergnügen aufkommen mag. 2,5 Punkte dafür.

 

[Statistik] Monatsrückblick März

Seit Ostersamstag bin ich aus England zurück, aber wie man sehr gut sieht, bin ich seitdem trotzdem irgendwie zu nichts gekommen. Ich arbeite wieder und bin viel unterwegs, da bleiben die Posts auf der Strecke. Einer zu meinem Praktikum im März ist aber bereits in Planung. Zumindest kann es nun mit dem Lesen nur noch besser werden und ich bin auch bereits fleißig dabei.

#Gelesen im März: 3 Bücher



1. Scrappy Little Nobody von Anna Kendrick [ 4*] 
2. Die Gabe von Naomi Alderman [3,5*]
3. Für immer ist die längste Zeit von Abby Fabiaschi [gute 3*]

Gelesene Seiten: 1125
Durchschnittliche Seitenzahl pro Buch: 375
 Gelesene Seiten pro Tag: etwa 36
Durchschnittsbewertung: 3,5*

Ich hatte mich für meine England-Reise schon auf nur drei Bücher beschränkt...und dann habe ich nicht mal ein einziges davon gelesen. Ich hatte einfach so viel anderes zu tun (zum Beispiel faul im Irish Pub zu sitzen) und bin zu nichts gekommen. Die Bücher hier habe ich also alle vor dem 11. März gelesen und nun hänge ich meinem Ziel mit 3 Stück hinterher. Da muss ich mich also ranhalten!

# Gesuchtet im März4 Serien

Ähnliches FotoBildergebnis für altered carbon posterÄhnliches FotoÄhnliches Foto

1. The Bold Type: Staffel 1 [4,5*] - Rezension folgt
2. Altered Carbon: Staffel 1  [gute 3,5*] - Kurzspot folgt
3. Collateral: Staffel 1, Folgen 1 & 2 [4*]
4. The Good Place: Staffel 1, Folgen 7-13 [sehr gute 4*] - Rezension folgt

"The Bold Type" ist mir von der Nicole empfohlen worden und ich bin so froh, dass ich auf sie gehört habe! Eine frische, witzige Serie mit viel Herz und tollen Frauen. "Altered Carbon" konnte ich in England gut gucken, wenn ich grade nichts zu tun hatte - zwischendurch war das Ganze echt flach, konnte aber zum Ende hin ein wenig Tiefe aufweisen. Bei "Collateral" bin ich erst bei der Hälfte, aber der Kriminalfall um den Mord an einem Pizzaboten gefällt mir bisher gut. Und "The Good Place" ist in Deutschland echt ein Geheimtipp und ich bin froh, dass sixx die Serie endlich zeigt.
  
# Neuzugänge im März: 8 Bücher


Neuer SuB-Stand April: 80

Nichts lesen, aber dafür wie eine Wahnsinnige Bücher horten, so muss das sein. Selbstverständlich konnte ich mich in England nicht vom Waterstone's fernhalten und hatte dort innerhalb kürzester Zeit plötzlich drei Bücher erstanden - "Dead Woman Walking" wollte ich aber schon lange (erscheint auf Deutsch nämlich erst im Herbst und das ist einfach zu lange), "This Mortal Coil" war ein Spontankauf weil 50% günstiger und von "Children of Blood and Bone" hört man einfach zu viel Gutes. Zudem habe ich in weiterer geistiger Umnachtung mit "The Bitter Kingdom" endlich mal den Abschluss von Rae Carsons Fantasy-Trilogie bestellt, der leider nie auf Deutsch übersetzt wurde.

"Palace of Glass" und "Die Klinge des Schicksals" (aktuelle Lektüre, daher nicht auf dem Bild) sind Bücher der Verlage und werden als nächstes gelesen. 

Und dann hatte ich ja noch Geburtstag...und es war Ostern...Dadurch sind also noch "Ein Glück für immer" und "Sommer unter schwarzen Flügeln" in meinen Besitz gelangt.

--

Im März hatte ich es entgegen meiner Pläne natürlich nicht ins Kino geschafft, dafür habe ich mir aber im April nun mindestens drei Filme fest vorgenommen. Zwar bin ich nun mit meiner Übersicht ein wenig spät dran, aber die (riesige Menge) anlaufender Filme stelle ich enfach trotzdem vor.

Ready Player OneDas ZeiträtselFilm Stars Don’t Die in LiverpoolGringoDer Sex PaktA Quiet PlaceSpielmacherSteig.Nicht.Aus!Ghost StoriesStrongerLady BirdSolange ich atmeAvengers -  Infinity WarA Beautiful Day

Will ich auf jeden Fall sehen: "A Quiet Place" ist bereits für nächste Woche geplant und mein großer Favorit diesen Monat - die Idee ist einfach genial. "Lady Bird" läuft endlich auch bei uns an und ist ein Muss, genauso wie "Avengers: Infinity War" natürlich, der hoffentlich besser ist als der 2. Avengers. Dann reizt mich auch "A Beautiful Day" sehr, das ja bereits mit John Wick verglichen wird, und "Gringo" hat zwar miese Kritiken erhalten, aber da ich einen Gutschein besitze, wird er am Freitag trotzdem geschaut.

Will ich vielleicht sehen: Es hat ziemlich lange gedauert, aber endlich läuft auch bei uns "Stronger" an - bei meiner beschränkten Zeit wird das aber vermutlich nichts. Ebenso sieht es vermutlich auch mit "Filmstars don't die in Liverpool" und "Solange ich atme", die beide toll klingen. Zuletzt wirkt "Der Sex-Pakt" erst einmal wie eine nervige typische Komödie, soll aber überraschend feministisch sein, vielleicht lasse ich mich dazu also noch überreden.

Will ich nicht (im Kino) sehen: "Ready Player One" und "Das Zeiträsel" sollen beide recht schlecht sein, da lasse ich es lieber gleich ganz bleiben. Ich mag den Frederick Lau sehr gern, weswegen mich "Spielmacher" durchaus interessiert - im Kino muss der wohl aber nicht sein, genau wie "Steig nicht aus", dessen Story man ja im Grunde auch schon kennt. Und "Ghost Stories" sieht zwar spannend aus, ist mir fürs Kino aber eindeutig zu gruselig.


Was habt ihr im März geschafft?

[Buchrezension] Für immer ist die längste Zeit - Abby Fabiaschi

Ich räuspere mich. "Weißt du, Eve, man sagt, die Zeit, die wir jetzt gerade durchmachen, nach der Beerdigung, wenn alle anderen weitergegangen sind, das ist die schwerste Zeit der Trauer."
"Ja, ach, ich finde, das ist kompletter Blödsinn", antwortet sie. Als ich auflache, fasst sie den Mut, weiterzusprechen. "Jeder Tag ist anders beschissen. Es wird nie aufhören."
Ich weiß nicht, ob es das Richtige ist, aber ich nicke zustimmend. Wie kann ich so tun, als hätte all das auch positive Seiten? Einzuräumen, dass alles beschissen ist, ist schon mal ein Fortschritt, denn immerhin sind wir uns einig.

INHALT
Die liebende Ehefrau und Mutter Maddy ist tot - vollkommen überraschend, womit sie ihre mitten in der Pubertät steckende Tochter und ihren immer zu viel arbeitenden Mann in eine tiefe Krise stürzt. Und dabei muss sie auch noch zusehen, denn sie ist nicht in den Himmel gelangt, sondern schwebt über der Welt. Ist das das Fegefeuer? Mitansehen zu müssen, wie sich ihre Familie gegenseitig zerfleischt, weil beide das Gefühl haben, mehr hätten tun zu können? Doch sie besitzt ein wenig Einfluss, wie sie feststellt. Und so beschließt sie, ihrem Mann eine neue Frau zu suchen und die Familie dadurch wieder zu kitten...

MEINE MEINUNG
Tod, Verlust, Trauer und Vergebung - wichtige Themen, die die Menschen beschäftigen und immer wieder gern in Büchern aufgegriffen werden. Auch Abby Fabiaschi macht sich in "Für immer ist die längste Zeit" daran, diesen emotionalen Regungen nachzugehen. Sie erzählt ihre Geschichte aus drei Perspektiven: Die der toten Maddy, die ihrer Tochter Eve und die ihres Mannes Brady. Insbesondere die ersten beiden sind sich aber extrem ähnlich, was nach einer Pause beim Lesen schnell zur Verwirrung führen kann. Der Schreibstil ist dafür jedoch sehr angenehm und ruhig, durchsetzt von spritzigen Dialogen und schönen Beschreibungen.

Die drei Protagonisten sind einem größtenteils sehr sympathisch und vor allem ihre jeweilige Trauer - individuell ausgelebt - wird sehr realistisch dargestellt. Maddy vermisst ihre Familie, tut aber alles, um diese wieder auf den rechten Weg zu bringen. Eve ist ein zickiger Teenager und muss erst entdecken, was alles in ihr steckt. Und Brady will sich ein neues Ziel setzen, um seine Wutanfälle besser kontrollieren zu können. Besonders letzterer macht eine intensive Wandlung durch, die mir gut gefallen hat. Am spritzigsten und spannendsten ist aber dennoch Rory, die Frau, die Maddy als neue Ehefrau auserkoren hat, und die sich diesem Plan doch irgendwie recht stark widersetzt. Sie ist eine leidenschaftliche, humorvolle Person, die man nur ins Herz schließen kann.

Die ersten 100 Seiten sind beeindruckend sensibel und realistisch geschrieben: Die Hinterbliebenen leben aneinander vorbei, beide mit ihren eigenen Sorgen und Schuldgefühlen beschäftigt, während Maddy im Jenseits (oder kurz davor) alles daran setzt, ihre Familie wieder glücklich zu sehen. Danach tritt das Ganze aber erst einmal auf der Stelle, niemand kommt so recht voran und bis die von Maddy auserkorene Frau mal in das Leben von Kind und Mann tritt, sind etwa 150 Seiten vergangen. Zudem will die Autorin unbedingt bis zum Ende ein Geheimnis aus den Umständen des Todes machen, was seltsam ist, wo doch die Verstorbene selbst aus der Ich-Perspektive erzählt und ganz leicht Licht ins Dunkel bringen könnte. So wirkt das Ende, obwohl es einige tolle Weiterentwicklungen der Figuren gibt, relativ gehetzt und auch nicht ganz nachvollziehbar - insbesondere der Epilog, in dem noch einmal alte Figuren ausgegraben werden. Eine Kürzung im Mittelteil und dafür ein verlängerter Schluss hätten dem Ganzen wahrscheinlich gut getan.

FAZIT
Abby Fabiaschi geht mit dem Thema Tod und Trauerbewältigung weitestgehend sensibel und realistisch um und die Entwicklung der Figuren ist schön mitanzusehen. Die zweite Hälfte weist aber Längen auf und die Heimlichtuerei um den Tod der Protagonistin ist anstrengend. Da hatte ich mir doch ein durchdachteres Ende erhofft. Letztendlich also gute 3 Punkte.

 

[Buchrezension] Scrappy Little Nobody - Anna Kendrick

Then I have to make the bed, and that's where it all falls apart. I hate making the bed so much. Way more than I should. I can't make my bed without collapsing into a full-on existential crisis. So you made the bed. It looks nice. But...you are just going to get BACK into bed tonight. Then you'll have to make it again tomorrow, and on and on and on and then you'll be dead. And then I'll start thinking, Well, why do any housework? Why do the dishes? You're just going to get them dirty again. Maybe you should start eating every meal with your hands, bent over the trash can. Why work to improve any area of your life when everything good that happens is going to require more and more maintenance?!

INHALT
Anna Kendrick ist Schauspielerin und Sängerin - bekannt vor allem aus den Filmen "Up in the Air", "Twilight" und "Pitch Perfect". Sie mag nun also eine kleine Berühmtheit sein, aber größtenteils fühlt sie sich immer noch, als würde jeden Moment auffliegen, dass sie eigentlich gar kein Talent besitzt. Ihre vielen Verrücktheiten hat sie zum Glück nie abgelegt und sie weiß aus Erfahrung: "The Crazy wants out".

MEINE MEINUNG
Es gibt Schauspieler oder Berühmtheiten, die man dafür bewundert, in jedem Moment perfekt auszusehen und perfekt zu sein - und es gibt Anna Kendrick, die einfach sie selbst ist, offen mit seltsamen Angewohnheiten umgeht, und dabei auch noch einen zuckersüßen Charme an den Tag legt. "Scrappy Little Nobody" erzählt in vielen Essays, kurzen wie langen, von ihrem Werdegang, angefangen als Kinderdarstellerin im Theater über ein paar Indie-Filme bis zu ihrer ersten Oscar-Nominierung und darauf gefolgten Blockbustern. Ihre Erzählstimme ist wunderbar lebendig, und wer schon einmal ein Interview mit ihr gesehen hat, hat unweigerlich das Gefühl, sie stünde direkt neben einem und erzählte die Geschichte persönlich, was einfach nur Spaß macht.

Es gibt ein paar Kapitel, die ich eher ein wenig langweilig fand, die mir wie ein Lückenfüller erschienen, nach denen ich dachte, ich bräuchte eine Pause - und dann erzählt sie davon, dass sie sich mit Lisa Kudrow darüber gestritten hat, wer von beiden die nervig-ehrlichere Person ist, oder wie sie am Set von "Into the Woods" zwei Tage lang die Szene proben musste, in der sie als Cinderella einen Schuh verliert - und Chris Pine die gesamte Zeit über nichts anderes tun durfte, als am Fuße der Treppe auf sie zu warten. Nach solchen Anekdoten, die so gut zu dieser frischen, witzigen und natürlichen Frau passen, ist alles wieder vergessen und man wartet nur auf die nächsten. Manchmal sind die Geschichten peinlich, manchmal sind sie unfassbar witzig, manchmal sind sie herzerwärmend. Zum Schluss jedenfalls kann man nur hoffen, dass sie ihr Versprechen einlöst, mit 70 eine komplette Biografie inklusive aller Details zu schreiben. Ich würde sie jedenfalls kaufen.

FAZIT 
Anna Kendrick ist meine absolute girl-crush und daher war es ein Muss, ihr Buch zu lesen. Nicht jedes Essay fand ich perfekt, aber das passt zu dieser jungen Frau, die völlig auf dem Boden geblieben ist und keinen Hehl aus ihrer Craziness macht. Für Fans der Schauspielerin definitiv die richtige Lektüre! 4 Punkte.


Meine aktuelle Lektüre

Meine aktuelle Lektüre
"Palace of Glass" von C. E. Bernard [127/416]

Mein nächster Kinobesuch

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"A Quiet Place" am 20.04.

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