Back Down to Earth

[Laberparade] Themis Files: Waking Gods - Sylvian Neuvel

"I came to realize that good and evil were out of my reach, that time was the only thing I had any control over. I could buy time, create intervals. I could not truly make the world a better place, but I could make part of it a better place for a short while."

Bildergebnis für waking gods sylvianINHALT
Vor über einem Jahrzehnt wurde eine riesige Hand von den Menschen entdeckt - Teil eines außerirdischen Roboters, zurückgelassen vor langer, langer Zeit. Die Amerikaner haben es geschafft, den Roboter in Betrieb zu nehmen und auf seiner Grundlage das Earth Defense Corps gegründet. Doch das alles nützt nichts, als sich die Menschheit plötzlich einer neuen Bedrohung gegenüber sieht, größer als alles vorhergegangene: Neue Roboter erscheinen auf der Erde, dieses Mal absichtlich gesandt von den Aliens. Gesandt, um zu töten...

MEINE MEINUNG

SCHREIBSTIL
Wie schon Band 1 besteht auch "Waking Gods" aus Logfiles, Interviews und Tagebucheinträgen, dementsprechend ist ein wirklicher Schreibstil nicht zu identifizieren. Die Dialoge jedoch sind glaubwürdig und vor allem nie ermüdend, selbst wenn es um politische Schachzüge geht. Der Interviewer aus dem Vorgänger begleitet die Charaktere erneut über die meiste Zeit und stellt weiterhin so geniale wie sarkastische Fragen, die immer wieder die Situation auflockern. Besonders beeindruckend ist aber, wie gut es Sylvian Neuvel gelingt, trotz dieser Art seine Geschichte zu erzählen, perfekt Gefühle und Denkweisen zu transportieren.

CHARAKTERE
So viele liebenswerte Figuren, voller Leben, Witz und scharfem Verstand - es ist eigentlich unmöglich, sich zu entscheiden, wer einem am Besten gefällt. Da ist die toughe Kara, die immer noch so aufbrausend und frech ist wie eh und je, aber auch lernt mehr Verantwortung zu übernehmen. Oder Rose Frankling, nun eine jüngere Version ihrer Selbst und voller Angst, eine andere zu sein, aber doch so genial wie man sie kennt. Am interessantesten ist definitiv der mysteriöse Nachkomme der Aliens, der mehr weiß, als er preisgibt und gerne in rätselhaften Parabeln spricht. Daneben gibt es aber selbstverständlich auch Charaktere, die man hasst - und das tut man seltsamerweise gern. Die Forscherin Alyssa etwa ist völlig verrückt, aber sie bringt die Geschichte beständig voran und ist daher ein wichtiger Bestandteil des Romans.

STORY
Wer, wie ich, dachte, dass Band 1 so ungefähr alles nur mögliche aufgefahren hat, wird hier nun eines Besseren belehrt. Nachdem sich zuvor hauptsächlich mit dem einen Roboter und dem Streit der verschiedenen Länder darum auseinandergesetzt wurde, beginnt hier nun die echte Bedrohung: Nun beginnt nämlich die Invasion der Aliens und diese fordert viele Tote. Und zwar nicht nur unbekannte Tote: Auch von Charakteren, die wir schon seit Teil 1 begleitet haben, müssen wir uns verabschieden. Das ist hart und man wünscht sich permanent, sie mögen doch wieder auftauchen - aber so läuft das Leben nicht, auch die Helden sterben, was den Roman trotz der Sci-Fi-Story so realistisch macht. Es geht drunter und drüber, ein Ereignis folgt auf das nächste, Atempausen gibt es wenige. Und mit dem Schluss wurde die perfekte Ausgangslage für einen mindestens ebenso großartigen Abschluss der Reihe geschaffen. Nach diesen vielen Überraschungen kann ich mir gar nicht ausmalen, was uns da erwarten wird.

FAZIT
"Sleeping Giants" fand ich schon genial ausgedacht, toll geschrieben und absolut spannend - aber "Waking Gods" setzt da noch einen drauf. Sylvian Neuvel verbindet großartige Ideen mit super ausgearbeiteten Figuren und unfassbar vielen überraschenden Wendungen. Langeweile? Fehlanzeige. Ich jedenfalls kann Band 3, für den es bisher weder Titel noch Datum gibt, kaum erwarten. 5 Punkte.


[Buchrezension] Cainsville: Dunkles Omen - Kelley Armstrong

Die Namen werden Ihnen wahrscheinlich nichts sagen.
Na klar. Niemand, der im Mittleren Westen lebte, hatte je von Pamela und Todd Larsen gehört.
Eheleute. Serienmörder.
Ich war die Tochter zweier Soziopathen.
Voller Entsetzen starrte ich meinen Laptop an. Ja, ich wusste zwar, wer die Larsens waren, aber viel mehr auch nicht. Das sollte ich ändern.
Aber wozu?
Sie waren Mörder. Verurteilte Serienmörder. Wollte ich mich wirklich mit Details ihrer Taten herumquälen? Oder hoffte ich vielleicht, dass es gar nicht so schlimm war, wie ich gehört hatte?
Oh, sie haben nur sechs Leute umgebracht, nicht acht, wie ich gedacht hatte. Na, das ist ja dann gar nicht so schlimm.

https://www.randomhouse.de/content/edition/covervoila_hires/Armstrong_KDunkles_Omen_-Cainsville1_180792.jpgINHALT
Olivia Taylor-Jones führt ein Leben, wie es besser nicht sein könnte: Sie ist schön, sie ist reich, sie ist beliebt und auf dem besten Wege, Ehefrau eines zukünftigen Senators zu werden. Bis sie eines Tages erfährt, dass sie adoptiert wurde - und ihre wahren Eltern das Serienkiller-Ehepaar Pamela und Todd Larsen ist. Zurückgewiesen von ihrer bisherigen Familie und zu stolz, deren Geld zu nehmen, sucht sie verzweifelt einen Job und landet dabei im kleinen Örtchen Cainsville. Cainsville, das viele Geheimnisse hütet, ebenso wie Gefahren. Und das irgendetwas mit der Geschichte ihrer Eltern zu tun zu haben scheint...

MEINE MEINUNG
Kelley Armstrong ist vor allem für ihre Urban Fantasy-Romane bekannt, von denen viele auch bei uns erschienen sind. Mit den Büchern rund um das Örtchen Cainsville wagt sie sich nun seit 2013 an die Mystery-Thriller heran, die vor allem den Thrill bieten, aber mit geheimnisvollen Vorkommnissen auch immer wieder auf Übernatürliches hindeuten. Erzählt werden alle vier im Original bisher erschienen Teile aus der Ich-Perspektive der Protagonistin Olivia, was aber immer wieder durch kurze und oft sehr mysteriöse personale Kapitel anderer Figuren unterbrochen wird. Diese schaffen nicht nur eine ganz eigene Atmosphäre, sie geben oft auch schon Hinweise und Erklärungen, ohne jedoch zu viel vorweg zu nehmen.

Olivia ist entgegen des ersten Eindrucks, den man von dem reichen Mädchen aus gutem Hause hat, eine ziemlich toughe Protagonistin mit eigenem Willen und einem ziemlichen Dickkopf, wodurch sie einem schnell sympathisch wird. Der Anwalt Gabriel, der ihr nicht wirklich uneigennützig hilft, mehr über sich und ihre Familie herauszufinden, ist besonders zu Beginn ein ziemlicher Mistkerl, der aber nie verheimlicht, was er ist: Egoistisch und materialistisch. Dass auch er Gefühle hat, kann er jedoch nicht verheimlichen. Und auch die Nebenfiguren stehen den Hauptcharakteren in nichts nach: Ob nun die griesgrämige Vermieterin Olivias, ein freundliches Ehepaar, das deutlich mehr weiß als es sagt, oder die leibliche Mutter Pamela, bei der man sich wie Olivia nicht sicher sein kann, ob sie die Wahrheit sagt - sie alle lassen die Geschichte sehr lebendig werden und bestechen durch ihre glaubhafte Darstellung.

Mit Cainsville hat Kelley Armstrong einen ebenso beschaulichen und niedlichen wie geheimnisvollen und eventuell auch gefährlichen Ort geschaffen. Die Einwohner passen aufeinander auf und helfen sich gegenseitig, aber sie verbergen auch Dinge. Man weiß nie, woran man bei ihnen ist, was wunderbar zu der sowieso schon teilweise schaurigen Stimmung beiträgt. Olivia macht sich derweil mithilfe des Anwalts Gabriel auf eine lebensgefährliche Spurensuche: Denn mit dem Versuch, ihre leiblichen Eltern von den schrecklichen Morden zu entlasten, macht sie sich viele Feinde. Nicht nur die Presse ist hinter ihr her, auch fällt ihr auf dem Weg zur Wahrheit immer mal wieder eine Leiche vor die Füße. Und nicht nur das - die Omen, die sie sieht und die sie erst für Humbug hält, bewahrheiten sich immer öfter und machen nicht nur ihr Angst, sondern auch dem Leser. Zum Schluss wird das Ganze etwas zu abstrus, ist dafür aber auch sehr aufregend und hält sich gerade noch im Rahmen. Auf die Antworten, die uns in Band 2 erwarten, bin ich jedenfalls schon gespannt.

FAZIT 
"Dunkles Omen" ist der atmosphärische und schaurige erste Band der "Cainsville"-Reihe rund um den Versuch, vier Jahrzehnte zurückliegende Doppelmorde aufzuklären. Der Schreibstil ist fesselnd, die Geschichte originell und geheimnisvoll. Band 2, "Zeit der Schatten" erscheint im September auf Deutsch und verspricht neue Fragen und neue gruselige Ereignisse. Gute 4 Punkte!


[Beutezug] Neuzugänge Januar - Juli 2017



Lang, lang ist es her, dass ich das letzte Mal meine Neuzugänge vorgestellt habe. Irgendwie komme ich nie so recht dazu. In der Zwischenzeit hat sich so unendlich viel angesammelt, dass ich im Grunde drei Posts draus machen müsste. Daher habe ich wieder einmal fast alle bereits gelesenen Bücher weggelassen, Rezensionen dazu finden sich ja sowieso auf dem Blog. 
Wie man sieht hat mich besonders in letzter Zeit der Kaufrausch nach englischen Lektüren ereilt und ich habe es noch nicht geschafft, ihn wieder abzustellen... 
 
 
"For Darkness Shows the Stars" wurde von einigen Bloggern mit Nachdruck empfohlen. Ich habe vor allem so lange gezögert, weil ich mir eigentlich alle Bände als Hardcover kaufen wollte, aber letztendlich war ich dann doch zu geizig. Und die Aufmachung ist auch so wunderhübsch. Auch bei "Cinder" habe ich lange über eine andere Edition nachgedacht, die deutsche nämlich. Letztendlich hat aber auch hier der Preis das letzte Wort gehabt.
"Die Knochenuhren" war ein Ostergeschenk, über das ich mich sehr gefreut habe, so wie "Letztendlich sind wir dem Universum egal" ein Geburtstagsgeschenk war - von David Levithan habe ich bisher tatsächlich auch noch nichts gelesen.
"Feuerprobe" habe ich durch ein Buchwichteln erhalten und ich bin wieder einmal famos erschrocken darüber, wie der Verlag es geschafft hat, aus den ursprünglich so schönen Covern etwas so Hässliches zu machen.


Nachdem die Reihe um "Penryn & the End of Days" als Hardcover nicht weiter übersetzt, sondern als Taschenbuch neu aufgelegt wurde, musste ich mir die Bücher zwangsläufig neu zulegen (sie müssen im Regal ja passen) und dann habe ich mich mal wieder für die hübsche englische Version entschieden. Die Bücher von Amy Tintera sind im Deutschen noch überhaupt nicht geplant, also habe ich mir auch den ersten Teil ihrer neuesten Reihe im Original gekauft. Die Meinungen sind durchwachsen, aber das waren sie schließlich zu "Reboot" auch. 
"Heartless" habe ich Anfang des Jahres bei Tina gewonnen und es ist fest als eines der nächsten Bücher eingeplant. Und "Sieben Minuten nach Mitternacht" war ein Spontankauf am Mainzer Hauptbahnhof, ein Buch, das ich lesen will, bevor ich mir irgendwann den Film anschaue.


"Ich, Eleanor Oliphant" soll ein wunderschöner Roman sein, daher habe ich ihn mir als Prämie bei Lübbes Lesejury geholt. "Salz für die See" habe ich mir vor ein paar Monaten in der Stadt gekauft, als ich plötzlich den unbändigen Drang hatte, einen Buchladen zu besuchen.
"Borne" und "Spellslinger" sind die Ergebnisse meiner letzten Online-Bestellung und beide SO hübsch! Insbesondere de Castells neuen Roman möchte ich so schnell lesen wie möglich, weil ich mich so auf seinen besonderen Humor freue.
"Dunkles Omen" zuletzt ist im Original schon älter, aber grade frisch auf Deutsch erschienen und hat mir gut gefallen - die Rezension folgt.

Konntet ihr euch in Sachen Buchkauf in letzter Zeit besser zügeln als ich?

[Buchrezension] Nachtblumen - Carina Bartsch

Erneut schielte ich über meine Schulter und beobachtete Collin, der das Zeichnen wieder aufgenommen hatte. Ich erinnerte mich an jenes Gespräch auf der Aussichtsplattform, als er dachte, ich würde ihn aushorchen und die erschlichenen Informationen im Anschluss an Vanessa weitertratschen. Er sprach davon, dass er eine glückliche Kindheit gehabt hätte, in der es ihm an nichts fehlte. Wenn das tatsächlich der Fall war, fragte ich mich, warum hatte er dann so große Ahnung vom Kämpfen?
Stille breitete sich zwischen uns aus, als wäre sie unser treuester Begleiter. Collin und ich waren nie allein, sie war immer dabei. Ich lauschte in die Ferne, hörte den Wind und das Meer und hinter mir das Flüstern von Collins Bleistiftmine auf dem Papier.

INHALT
Jana, die bisher in Heimen und betreutem Wohnen untergebracht war, erhält die Chance ihres Lebens: Sie darf auf Sylt eine Ausbildungsstelle in einem Architekturbüro antreten und dafür im Haus ihres Chefs unterkommen, gemeinsam mit vier weiteren jungen Menschen. Die Eingewöhnung fällt ihr schwer und ihre Ängste bestimmen auch ihr neues Leben. Erst langsam gelingt es ihr, sich zu öffnen und Vertrauen zu fassen. Und dann ist da noch der unnahbare Collin, der ihr Herz flattern lässt - sie aber nur selten an sich heranlässt. Jana muss entscheiden, ob sie alles riskiert, um ihm ihre Zuneigung zu zeigen, oder ob sie lieber auf sicherem Boden bleibt und ihn dadurch eventuell verliert...

MEINE MEINUNG
Carina Bartsch hat mit ihrer Dilogie um Emely und Elyas vor zwei Jahren einen vollen Erfolg gelandet, von der mir insbesondere Band 2 sehr gut gefallen hat. Um "Nachtblumen" kam ich dementsprechend quasi nicht herum. Der einnehmende, gefühlvolle Stil und die Erzählung aus der Ich-Perspektive sind geblieben, ansonsten hat sich jedoch viel geändert: Die Geschichte ist deutlich ruhiger und geht mehr in die Tiefe. Gleichzeitig tritt die Handlung aber auch vor allem im ersten Drittel stark auf der Stelle und hätte teilweise wohl gekürzt werden können.

Jana ist mit ihrer ängstlichen und zurückhaltenden Art zu Beginn eine sehr anstrengende Protagonistin, vor allem, weil sie dazu neigt, Dinge in sich hineinzufressen. Anstatt auf die Leute, die ihr Vertrauen und Sicherheit bieten, zuzugehen, versteckt sie sich in ihrem Schneckenhaus und macht ihre eigenen Fortschritte immer wieder zunichte. Das erklärt sich zwar mit ihrer Geschichte, die in Therapiesitzungen und Gesprächen aufgedeckt wird, und sie macht eine stetige Entwicklung durch - diese geht aber so langsam vonstatten, dass es zwischenzeitlich frustriert. Love-Interest Collin ist nicht unbedingt der Traumprinz, den ich mir für Jana gewünscht hätte, denn mit seiner arg abweisenden und alle für dumm haltenden Art konnte ich wenig anfangen. Über die erste Hälfte spricht er kaum, gibt nichts von sich preis, weswegen es schwierig ist, ihn kennen zu lernen. Auch er hat eine schwerwiegende Vergangenheit und Fehler machen menschlich, aber ich konnte ihn nicht immer verstehen. Schade fand ich insbesondere jedoch, dass die Nebenfiguren so wenig Entwicklung erfahren bzw. diese eher im Hintergrund passiert, wodurch sie teilweise wie Beiwerk wirken.

Trotz der nur langsam voranschreitenden Handlungen und der kleinen Probleme, die ich also mit den Figuren hatte, war ich beinahe durchgehend gefesselt. Carina Bartsch hat so einen bildlichen und mitreißenden Stil, dass es schwierig ist, sich von ihren Worten loszureißen. Die Liebesgeschichte hat mich zwar nicht komplett überzeugen können, vor allem weil Jana Collin viel zu oft und viel zu viel nachläuft, ihre Emotionen habe ich aber dennoch immer nachempfinden können. Vor allem setzt sich die Autorin aber auf glaubwürdige und, ganz wichtig, sensible Weise mit Krankheit, Verlust und psychischen Problemen auseinander. Die Liebesgeschichte kommt ohne Kitsch, aber nicht ohne Schmerz aus, und für alle Charaktere ist es schwer, ihre alten Verhaltensweisen loszuwerden. Damit weiß der Roman bis zur letzten Seite zu fesseln und vor allem immer wieder zu berühren - besonders am Ende, das einen runden und schönen Abschluss bietet.

FAZIT
Carina Bartschs neuer Roman "Nachtblumen" ist ganz anders als ihre erste Dilogie, und doch in Sachen Schreibstil und Spannung genauso wunderbar zu lesen. Zwischenzeitlich gibt es einige Längen und nicht immer kam ich mit den Charakteren klar - dennoch war ich fast durchgehend gefesselt und insbesondere vom realistischen Umgang mit familiären und psychischen Problemen berührt. 4 Punkte!
 

[Statistik] Monatsrückblick Juni

Ich weiß ja nicht genau, warum, aber im Juni läuft es bei mir immer nicht. Irgendwie habe ich letzten Monat extrem durchgehangen und kaum gelesen - was aber auch daran lag, dass ich an den Wochenenden fast keine freie Minute hatte, ständig war ich unterwegs oder hatte Besuch. Das wird sich im Juli nun zum Glück ändern und dieser hat auch schon mindestens doppelt so gut angefangen. Vielleicht kann ich die verlorenen Seiten also wieder aufholen.
 
# Gelesen im Juni: 3 Bücher

33977447https://www.droemer-knaur.de/fm/48/978-3-426-52095-6_Druck.jpg34813077

1. Murder Park von Jonas Winner [2*]
2. Waking Gods von Sylvian Neuvel [4,5*]
3. Das Erbe der Seher von James Islington [4*]

Durchschnittliche Seitenzahl pro Buch: 511
Gelesene Seiten: 1535
Gelesene Seiten pro Tag: ca. 51
Durchschnittsbewertung: 3,5*
--
Neuzugänge: 3
Abgelesen: 3
Neuer SuB-Stand April: 73


# Geschaut im Juni: 1 Kinofilm

Mein letzter Kinobesuch 
1. Wonder Woman [5*]

# Gesuchtet im Juni: 3 Serien

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1. Penny Dreadful: Staffel 1 & 2 [sehr gute 4*] - Rezension folgt
2. American Gods: Staffel 1, Folgen 1-4 [4*] - Rezension folgt
3. iZombie: Staffel 2, Folgen 1-9 [gute 3*]

Nachdem das erste Buch des Monats direkt ein Reinfall war und mich ewig aufgehalten hat, konnten mich die anderen beiden zum Glück überzeugen. "Waking Gods" ist ein großartiger und unfassbar spannender zweiter Teil und "Das Erbe der Seher" der gelungene Auftakt einer neuen High Fantasy-Trilogie.
Im Kino war ich endlich auch mal wieder und "Wonder Woman" hat mir von vorn bis hinten gefallen - da freue ich mich ja schon fast auf die "Justice League", nur, um sie wiederzusehen.
Bei den Serien wurde es letzten Monat bei mir ansonsten düster und blutig. Nachdem ich "Penny Dreadful" allein wegen Eva Green weiterempfohlen hatte, ohne die Serie selbst überhaupt weitergeschaut zu haben, musste ich das nun endlich mal nachholen. "American Gods" gefällt mir insbesondere aufgrund der offensichtlichen Einflüsse von "Hannibal"-Regisseur Bryan Fuller. "iZombie" dagegen hat meiner Meinung nach in der 2. Staffel sehr nachgelassen und gefällt mir in der Charakterentwicklung gar nicht.

Wie so oft startet der Juli mit ziemlich vielen interessanten Filmen und Blockbustern durch. Ob ich es bei dem (hoffentlich besser werdenden) Wetter schaffe, einen davon zu sehen, steht noch in den Sternen, ich habe es aber vor.

Die Erfindung der WahrheitIch - Einfach unverbesserlich 3Casino UndercoverBegabt - Die Gleichung eines LebensSpider-Man - HomecomingFallen - EngelsnachtValerian - Die Stadt der tausend PlanetenDunkirkBaby Driver

Will ich auf jeden Fall sehen: "Begabt" hatte mich bei Chris Evans, ich gebe es zu, genauso wie "Dunkirk" ein Muss ist, weil er von Christopher Nolan stammt. "Valerian" sieht außerdem total abgedreht aus und die Cara Delevigne mag ich nun mal einfach gern.
Will ich vielleicht sehen: "Die Erfindung der Wahrheit" dreht sich um die Waffenlobby und ist daher brandaktuell. "Casino Undercover" würde ich nur wegen Amy Poehler sehen wollen und "Baby Driver" lebt sicherlich von der genialen Musik und kann mit Jamie Foxx und Kevin Spacey aufwarten - aber ich kann aus undefinierbaren Gründen Lily James nicht leiden, die versaut mir jeden Film.
Will ich auf keinen Fall sehen: Wenn ich nur von den Minions höre, habe ich schon das erste Mal schlechte Laune. Ich finde die kleinen Viecher absolut nervtötend, weswegen ich mir "Ich - Einfach unverbesserlich 3" definitiv nicht anschauen werde. Einen neuen "Spiderman" brauche ich auch nicht und "Fallen" sieht so schlecht aus, dass man den für einen Trash-Abend definitiv auf DVD braucht.

Was habt ihr im Juni erlebt?

[Buchrezension] Die Licanius-Saga: Das Erbe der Seher - James Islington

Der Atem des Meisters hing faulig in der Luft. Er lachte, ein scheußlicher Laut voller Verachtung. "Du kannst nicht entkommen. Du kannst mir nicht entkommen."
Zum ersten Mal seit Jahren lächelte Tal. "Du irrst dich. Diesmal gehe ich an einen Ort, an den Aarkein Devaed mir nicht folgen kann."
Er trat einen Schritt zurück, über den Rand der Klippe. Und fiel.
Der Schatten glitt vor, sah zu, wie Tal durch das Tor stürzte, unerreichbar für ihn. Der wirbelnde Ring aus blauem Feuer flackerte kurz weiß auf, dann war er verschwunden und nichts deutete mehr darauf hin, dass es ihn überhaupt gegeben hatte.
Das Wesen starrte auf die Stelle hinab. Die Wellen wogten sichtlich schwächer, als hätte etwas sie beruhigt.
Da begriff der Schatten.
"Das Wasser der Erneuerung", zischte er.
Sein Geschrei erfüllte die Welt.  

https://www.droemer-knaur.de/fm/48/978-3-426-52095-6_Druck.jpgINHALT
Der junge Davian ist Schüler einer Schule für Begabte, einer der letzten im Land. Er und seinesgleichen werden gefürchtet wie gehasst und unterstehen seit einem Umbruch vor Jahrzehnten den sogenannten Grundsätzen, die es ihnen verbieten, ihre Macht zu missbrauchen. Davor müsste Davian eigentlich sowieso keine Angst haben - egal, wie viel er übt, er kann seine Kräfte nicht einsetzen. Doch dann erfährt er den Grund dafür: Er ist ein Augur, ein Seher, mit besonderen Fähigkeiten, was ihn in große Gefahr bringt. Also flieht er gemeinsam mit seinem besten Freund Werr, um die Wahrheit über sich herauszufinden. Neue Gefährten stehen ihnen dabei zur Seite, aber gejagt von Feinden wissen sie nicht, wem sie eigentlich trauen können...

MEINE MEINUNG
James Islington beschloss, Autor zu werden, nachdem er Bücher von Patrick Rothfuss und Brandon Sanderson gelesen hatte - und "Das Erbe der Seher" ist das Ergebnis, Band 1 seiner eigenen Fantasy-Trilogie. Die Einflüsse kann man an einigen Stellen erahnen und die Welt braucht ihre Zeit, um eine eigene Dynamik zu entwickeln, aber nichtsdestotrotz ist dies der Beginn einer sehr vielversprechenden Reihe. Der Schreibstil ist größtenteils sehr flüssig und versehen mit wunderbar bildlichen Beschreibungen, ohne zu ermüden, und insbesondere die Dialoge können in ihrem Realismus überzeugen.

Mit Davian gibt es den etwas stereotypen unsicheren Protagonisten, wie so oft ein Waisenkind und mit ihm nicht bekannten Fähigkeiten gesegnet, die über das Schicksal der Welt entscheiden könnten. Er ist allerdings, zum Glück, nicht der mächtigste aller Charaktere und erhält dadurch auch die Chance, Fehler zu machen. Sein gewitzter und fähiger bester Freund Werr und die süße Asha, die immer an ihn glaubt und eine unglaubliche Willenskraft an den Tag legt, sind da dennoch schon etwas weniger klischeehaft. Besonders überzeugen können jedoch die Nebenfiguren, die sich oft schwer in die Karten schauen lassen und sehr unterschiedliche Persönlichkeiten an den Tag legen. Selten lässt sich sicher festmachen, wer nun auf der Seite der Protagonisten steht und wer im Geheimen gegen sie arbeitet. Allerdings tauchen im Laufe der fast 800 Seiten auch ziemlich viele Namen auf und nicht immer konnte ich diese wirklich gut auseinander halten. Eventuell hätte hier etwas gespart werden können.

Wie von High Fantasy gewohnt, gibt es gleichzeitig verschiedene Handlungsstränge, die lange parallel verlaufen und sich schließlich kreuzen. Ungewohnt ist hier jedoch, dass die Charaktere zwischendurch auch wieder getrennt werden - und sich einer von ihnen teilweise sogar auf einer anderen Zeitebene aufhält, was dem Ganzen eine ordentliche Portion Frische verleiht. Mit der Zeit offenbaren sich auch immer mehr originelle Details, die James Islingtons Welt zu einer ganz eigenen machen und eine besondere, zumeist düstere, Atmosphäre schaffen. Insbesondere die Fähigkeiten der Auguren und Begabten sind faszinierend und dementsprechend wissen auch die Kampfszenen zu überzeugen. Auf den letzten 200 Seiten wird dann auch alles aufgefahren, was gute Fantasy ausmacht: Viel Action, viele Tote und so einige Überraschungen. Bis zum Schluss kommt man daher kaum zu Atem und wo Fragen geklärt werden, werden auch direkt neue aufgeworfen. Damit steht einem sehr spannenden 2. Band nichts im Wege.
 
FAZIT
Nicht alles ist gänzlich neu in James Islingtons Erstling "Das Erbe der Seher", doch je weiter die Geschichte voranschreitet, desto mehr Originalität hält auch Einzug. Großartige Kämpfe, glaubwürdige Dialoge und viele gut ausgearbeitete Figuren entführen einen in eine Geschichte, die in Band 2 ihr gesamtes Potenzial entfalten könnte. 4 Punkte.
  

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Originaltitel: The Shadow of What Was Lost
Reihe: Die Licanius-Saga/The Licanius Trilogy
Autor: James Islington
Übersetzer: Ruggero Leo
Verlag: Droemer Knaur
Seitenzahl: 784 Seiten
ISBN-13: 978-3-426-52095-6

[Buchrezension] Murder Park - Jonas Winner

"Wir haben auch Erkenntnisse über Verätzungen am Kopf, am Gesicht, innerhalb der Mundhöhle..."
Paul setzte die Brille wieder auf. Sein Blick tastete sich zum neuen Bild auf der Anzeigetafel. Er fühlte, wie sich sein Bauch nach innen wölbte.
"...wichtig gewesen zu sein, dass die Opfer noch lebten, deshalb das Adrenalin", fuhr die Frau fort. "Zugleich aber hatte er es offenbar darauf abgesehen, seine Opfer sozusagen dicht an die Grenze zum Tod heranführen. Zum einen mit den Verätzungen und Injektionen, zum anderen aber auch, indem er Flüssigkeiten aus Tierkadavern entnommen und ihnen verabreicht hat. Und dies offenbar aus keinem anderen Grund, als um sie...in gewisser Weise krank zu machen."

https://www.randomhouse.de/content/edition/covervoila_hires/Winner_JMurder_Park_176532.jpgINHALT
Vor 20 Jahren sind im Vergnügungspark Zodiac Island drei junge, alleinerziehende Mütter getötet worden. Als Mörder wurde Jeff Bohner verhaftet und hingerichtet. Nun soll aus der Insel der Murder Park werden - voller Ausstellungsstücke früherer Serienkiller und verbunden mit einem Spiel rund um den mörderischen Nervenkitzel. Der Blogger Paul Greenblatt ist als einer von zwölf Pressevertretern zur ersten Runde des Spiels eingeladen. Doch als bereits nach kurzer Zeit Menschen zu sterben beginnen, scheint es sich in tödlichen Ernst zu verwandeln...

MEINE MEINUNG
Jonas Winners letzten Roman, "Die Zelle", habe ich als intensiven, verstörenden und spannenden Thriller empfunden, der mich lange nicht losgelassen hat. "Murder Park" war dementsprechend natürlich ein Muss - und Geschichten, in denen nach und nach die Anzahl der Personen dezimiert wird, bergen oftmals ein besonderes Spannungspotenzial. Was allerdings nicht aus dem Klappentext hervorgeht, ist, dass der Murder Park sozusagen als Partnerbörse fungieren soll und der gesamte Inhalt daher sehr stark sexualisiert ist - so stark, dass es mir schon bald auf die Nerven ging. Was im letzten Roman noch eine Funktion hatte, wirkt hier nur noch wie ein Mittel zum Zweck.

Paul Greenblatt ist leider außerdem kein besonders sympathischer Protagonist. Er hat eine schwerwiegende Vergangenheit, die ihn verständlicherweise nicht loslässt, dennoch benimmt er sich anderen Personen gegenüber aber sehr seltsam. Gerade bei den Erlebnissen seiner Kindheit ist es verstörend, wie versessen er auf jede Intimität ist und in welch absurden Situationen er an Sex denkt. Die anderen Figuren besitzen dafür allerdings so gut wie gar keine Persönlichkeit und erscheinen regelrecht austauschbar. Es kam nicht selten vor, dass ich nicht mehr wusste, wer nun wer ist und welche Aufgabe wer übernimmt. Die Frauen scheinen sowieso mehr zum Zwecke der sexuellen Erregung dabei zu sein (und sie bieten sich auch bereitwillig an), die Männer sind dafür fast alle extrem aggressiv, was sehr eindimensional wirkt.

Nachdem der Roman relativ langsam beginnt und erst einmal die Ausgangssituation schafft, nimmt er nach circa 100 Seiten stark an Fahrt auf. Die Charaktere sterben wie die Fliegen, wobei allerdings weniger eine bedrohliche Atmosphäre geschaffen als eher ein Gefühl des Ekels hervorgerufen wird. Interessant sind die zwischengeschobenen Interviews mit jeder der Figuren, wobei es mir jedoch sehr unglaubwürdig erschien, wie bereitwillig diese ihre intimsten Geheimnisse offen legen - insbesondere auch hier wieder, was ihr Sexualleben angeht.  Zum Ende hin ergeben einige vorherigen Details im Zuge der Auflösung durchaus Sinn, das Motiv des wahren Mörders auf der Insel ist aber eher an den Haaren herbeigezogen, da er sich durch seine Taten nur selbst in Gefahr bringt. Der Schluss ging mir viel zu schnell und hatte auch weniger mit Ermittlung und Hinweisen zu tun, als viel mehr mit Zufällen, sodass das Ganze nie wirklich realistisch wirkt.

FAZIT
Wo der letzte Roman von Jonas Winner mich fesseln und schockieren konnte, hat mich "Murder Park" leider ziemlich enttäuscht. Die Geschichte ist viel zu stark und unnötig sexualisiert, und die Entwicklungen sind eher unrealistisch. Besonders zum Ende hin wurde es mir leider deutlich zu abstrus. Eher nicht mein Buch. 2 Punkte.

https://www.randomhouse.de/content/edition/covervoila_hires/Winner_JMurder_Park_176532.jpg
Titel: Murder Park
Originaltitel: -
Reihe: Nein
Autor: Jonas Winner
Übersetzer: -
Verlag: Heyne
Seitenzahl: 416 Seiten
ISBN-13: 978-3-453-42176-9

Empfohlener Beitrag

[Beutezug] Neuzugänge Januar - Juli 2017

2017 Reading Challenge

Kittyzer has read 1 book toward her goal of 60 books.
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