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[Serienrezension] Quantico, Staffel 1

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"Informationen sind nur etwas wert, wenn man der Quelle vertrauen kann, von der sie kommen."

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Alex Parrish hat die Ausbildung zur FBI-Agentin vor Kurzem erfolgreich abgeschlossen und ist nun ein vollwertiges Mitglied des Bureaus - bis ein Anschlag auf die Central Station geschieht. Weil sie inmitten der Trümmer gefunden wird, gilt sie fortan als Hauptverdächtige. Alex wird schnell klar, dass sie als Sündenbock herhalten soll, also flieht sie, um ihre Unschuld beweisen zu können. Gejagt von ihren eigenen Leuten, versucht sie Licht ins Dunkel zu bringen und ahnt bald, dass nur jemand aus ihrer eigenen Ausbildungsklasse der wahre Täter sein kann.

MEINE MEINUNG
Schon wieder eine FBI-Serie, könnte man beim Anblick von "Quantico" denken, weil wir ja noch nicht genug davon haben. Zum Glück geht es hier aber nicht um die Aufklärung einzelner "Murders of the Week", sondern stattdessen um einen großen übergreifenden Fall, verwoben mit den Lektionen, die die Anwärter auf der FBI-Academy erhalten. Natürlich ist auch ein großer Anschlag und die Verdächtigung der Hauptfigur nicht wirklich neu, wird hier aber unglaublich fesselnd umgesetzt, weil selten auch nur 5 Minuten ohne Action oder schwerwiegende Enthüllungen vergehen. Hinzu kommt noch, dass von Anfang an die Diversität der Serie positiv zu vermerken ist: Eine Inderin als Protagonistin, verschiedene Asiaten und Afroamerikaner in den wiederkehrenden Nebenrollen - das sieht man nicht oft.

Bollywood-Star Priyanka Chopra spielt Hauptfigur Alex Parrish sehr überzeugend und liebenswert, aber auch wenn die Dickköpfigkeit ihrer Figur einem teilweise imponiert - oft nervt es auch schlicht, dass Alex sich grundsätzlich in alles einmischen muss und bei jedem Fehler sucht, nur nicht bei sich. Dafür ist der Mann, mit dem sie eine ständige On-Off-Beziehung führt, gar nicht so, wie man das von einem harten Agent erwarten würde: Ryan kann durchaus über seine Gefühle reden und tut dies auch häufig, er ist beschützend, ohne dabei zu bestimmend aufzutreten und er weiß definitiv, was er will. Jake McLaughlin kann man in dieser Rolle nur gern haben. Noch besser gefallen aber die Nebenfiguren: Denn diese wachsen einem bereits nach kurzer Zeit richtig ans Herz: Die unschuldige Shelby und der eingebildete Caleb, der sensible Simon mit Gewissensbissen oder später in der Staffel auch die arrogante, aber coole Iris; sie alle werden von ihren Darstellern glaubwürdig und vor allem lebendig verkörpert.

Der größte Pluspunkt ist aber definitiv, dass es nie langweilig wird. Ständig sind alle in Bewegung: In der Vergangenheit trainieren die Anwärter für ihre Prüfungen, in der Gegenwart muss Alex ihre Unschuld beweisen. Dabei passen die Lektionen der Academy fast immer zu den Erfahrungen, die sie auf ihrer Flucht macht. Dass jeder einzelne Charakter ein mehr oder minder schweres Geheimnis mit sich herumträgt, ist zwar vielleicht nicht wirklich glaubwürdig, es trägt aber ebenso zur Spannung bei. Wem ist zu trauen und wessen Lebenslüge hat vielleicht direkt mit dem Anschlag auf die Central Station zu tun? Genau wie Alex verdächtigt man jeden, kann sich aber trotzdem nicht davon abhalten, es sich bei niemandem zu wünschen.

Alex stellt sich dem FBI - Bildrechte: ABC Studios
Obwohl die Handlung so eigentlich gereicht hätte, fokussiert die Serie sich aber leider zu oft auf die verschiedenen Beziehungen und Streitereien der Personen. Das lässt zwar die Herzen von Romantik-Fans höher schlagen und auch ich habe immer mal wieder mitgeschwärmt, teilweise nehmen diese Themen aber ganz einfach überhand. Vor allem, weil der Zickenkrieg oft von Alex ausgeht oder sich daraus ergibt, dass sie wieder nicht weiß, wann sie besser mal den Mund halten sollte. Letztendlich kann man darüber aber hinwegsehen, schließlich werden einem ansonsten sehr gut choreografierte Kampfszenen und viele falsche Fährten geliefert, die es einem schwierig machen, sich auf einen Verdächtigen festzulegen. Über den letztendlichen Täter und das Motiv lässt sich zwar streiten - überraschend ist beides aber definitiv.  

FAZIT
"Quantico" ist nicht perfekt, aber sehr unterhaltsam. Immer wieder wartet die Handlung mit neuen Überraschungen auf und bleibt fast durchgehend spannungs- und actiongeladen. Nur Alex mit ihren Fehlern, aus denen sie leider nie lernt, geht einem des Öfteren gegen den Strich, und Täter und Motiv überzeugen nicht wirklich. Wer auf großartiges Rätselraten und viele liebenswerte Charaktere steht, der ist hier aber definitiv richtig beraten. Gute 3,5 Punkte!



FUN FACT
Ursprünglich war "Quantico" der angedachte Titel für das noch immer laufende "Criminal Minds", dessen Produzent ebenso Mark Gordon ist. Der Titel wurde damals aber als nicht griffig genug empfunden. 

AUSSTRAHLUNG
Im Free-TV lief diesen Monat das Staffelfinale. Online ist die Serie aber auch zu finden: Die 1. Staffel von "Quantico" könnt ihr in deutscher Sprache auf Maxdome sehen. Die Folgen der 2. Staffel, die gerade frisch in den USA angelaufen ist, können dort gekauft werden.

   Kommentare:

  1. Jaaa, Batman ist einfach klasse!
    Und ich habe die Fledermaus Ausstecher glaube ich letztes Jahr auf der Buchmesse in Frankfurt gekauft! Die gibt es aber bestimmt auch in ganz "normalen" Küchengeschäften, in größeren Supermärkten oder im Müller, schließlich ist ja auch bald Halloween! :)

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  2. Quantico war für mich auch eine der besten neuen Serien, die ich in diesem Jahr gesehen habe. Sie hat mich einfach gut unterhalten, ich habe wirklich lange gerätselt wer nun der Attentäter ist, habe mir bei einigen gewünscht, dass sie es nicht sind und die Person die es dann war, hatte ich zwar auch auf den Schirm, aber fand die Auflösung trotzdem gut gemacht. Zumal ich es der Serie hoch anrechne, dass man die ganze Storyline innerhalb von einer Staffel aufgelöst hat und das nicht unnötig in die Länge gezogen hat, wie es bei anderen Serien der Fall ist, die in eine ähnliche Richtung gehen (zum Beispiel Pll). Denn je länger man sowas hinauszögert, umso höher werden die Erwartungen und umso mehr Logiklücken schleichen sich ein. So fand ich das zimelich schnell gelöst und gerade das hat ja auch für durchgehende Spannung gesorgt. Die vielen unterschiedlichen Charaktere fand ich auch super und Pryianka Chopra hat mich auch beeindruckt als Leading Lady, sie hat das echt gut gemacht ,auch wenn Alex manchmal nervig war. Aber letzten Endes mochte ich die Figur doch, ich fand es nur etwas unglaubwürdig, dass sie zu Beginn in der Akademie immer alles perfekt gemacht hat, aber irgedwann haben sich da ja dann Fehler eingeschlichen und das war auch gut so. Und was ich bei Serien selten habe, hier mochte ich auch alle Figuren und alle schauspierlischen Leistungen, das hat einfach gepasst. Ich mag ja Romantik, somit hat mich das gar nicht so sehr gestört, shippe ja vor allem Shelby und Caleb :). Alles in allem aber echt der bisher beste Neustart für mich, neben Lucifer.

    Danke auch für dein liebes Kommentar.
    So geht es ja auch vielen meiner Freundinnen, die schauen deshalb echt gar keine Horrorfilme xD. Egal, wie oft ich es versuche, sie zu überreden :D. Aber der ist echt nicht schlimm, da gibt es echt nicht wirklich Horrorelemente, somit könnte der dir vielleicht wirklich gefallen ;). Falls du dich mal ranwagst, kannst du mir ja mal eine Rückmeldung geben, ob du dich nun gegruselt hast oder nicht.

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  3. Die Unterhaltung kommt bei "Quantico" definitiv nicht zu kurz, da gebe ich dir Recht! Ich habe die Serie gemeinsam mit einer Freundin geguckt und wir waren wirklich permanent am Verdächtigen, Wundern und Rätseln. Das habe die Macher echt klasse hinbekommen!

    Mir gefällt ebenfalls, dass die Story um den Aschlag hier aufgelöst wurde, allerdings geht es in Staffel 2 nun ziemlich genauso von vorne los, was ich echt schade finde. Die gleichen Beziehungsdramen, der gleiche Ablauf...

    Aber mir ging es genauso mit Shelby und Caleb, ich liebe die beiden total. Hätte auch eine Staffel nur mit den beiden genommen :D Caleb ist in der 2. bisher leider noch nicht aufgetaucht, aber wir hoffen noch! <3

    Der beste Neustart war das Ganze für mich nicht - aber spannend war es definitiv ;)

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  4. Oh schön, dass du jetzt auch Serien im Programm hast. "Quantico" war für mich seit langem mal wieder eine Serie mit Suchtpotential - an wenigen Tagen war ich durch. Da ich früher mal eine kleine Bollywood-Phase hatte, war mir Priyanka Chopra keine unbekannte. Ich finde auch, dass sie hier einen guten Job macht. Mir persönlich war sie nie zu nervig. Ich kann deine Kritik aber auch nachvollziehen. Über das Ende und des Täters Motivation darf man sich meiner Meinung nach sehr gerne streiten. Ich bin die meiste Zeit auch nicht drauf gekommen, hatte aber hin und wieder einen Verdacht. Überdies baumelt die Motivation ja nun wirklich an einen sehr dünnen Faden. Die habe ich keine Sekunde abgekauft und dachte mal wieder: So viel Lärm und Nichst... Naja, spannend war die Staffel trotzdem und die letzte Szene hat mir auf jeden Fall Lust auf die zweite Staffel gemacht. Wo sich die Drehbuchschreiber hoffentlich mehr Mühe mit dem Hintergrund des Bösewichts geben werden.

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    1. Suchtpotenzial hat "Quantico" definitiv - und auch in der 2. Staffel geht es genauso weiter! Die gucke ich momentan mit einer Freundin auf Englisch und jede Folge wieder kommt es zu unglaublichen Enthüllungen. Luftholen ist eigentlich kaum möglich :D

      Priyanka selbst hat mich nicht genervt, ihr Schauspiel mochte ich sogar außerordentlich gerne und ich habe große Lust, mal einen Bollywood-Film mit ihr zu schauen. Nur Alex stresst mich immer mal wieder - weil sie sich einfach immer in alles einmischt.

      Und ja, Täter und Motiv mochte ich auch gar nicht. Sie wollten offensichtlich noch einmal richtig überraschen - aber das hat nicht wirklich gut funktioniert...

      Ich wünsche dir schon einmal viel Spaß bei Staffel 2!

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  5. Vielen Dank mit dem Tipp für "Quantico"! Das hört sich nach einer Serie an, die mir gefallen könnte. Hab gerade Grey's Anatomy soweit durch und brauch ohnehin was anderes ;) Vor allem unterhaltsam hört sich gut an!

    Liebe Grüße
    Tina

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    1. Über den Kitsch und die viele Romantik in "Quantico" musst du ein bisschen hinweg sehen - dann könnte sie dir gefallen. Sie ist auf jedenfall actiongeladen, spannend und wirklich sehr mitreißend. Solltest du sie anfangen, wünsche ich dir viel Spaß damit!

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