Back Down to Earth

[Filmrezension] Einmal ist keinmal

"Bist du verrückt geworden? Das ist mein Wagen! Steig da aus! Verdammt nochmal, das ist mein Auto!" - "Im Augenblick ist es meins, Morelli, so sieht's aus!"

STORY
Stephanie Plum, gerade arbeitslos geworden, braucht dringend einen neuen Job. Cousin Vinnie, Inhaber einer Kautionsagentur, sperrt sich kurz, gibt schliesslich aber nach und lässt Stephanie einen kranken Mitarbeiter vertreten. Plötzlich ist das aufgedrehte Jersey Girl eine Kopfgeldjägerin und soll einen mordverdächtigen Cop, der seine Kautionsvereinbarung nicht einhielt, aufspüren und festsetzen. Dass der Gesuchte Joe Morelli ihr ungeliebter Ex-Lover ist, ist dabei ein Vorteil, dass Kugeln fliegen und Menschen sterben, allerdings ein Nachteil...

MEINE MEINUNG
Die Buchreihe von Janet Evanovich habe ich nie gelesen, aber die Geschichte klingt filmisch umgesetzt ziemlich spritzig. Nach einigen mittelmäßigen bis negativen Resonanzen war ich eher skeptisch - aber der Film überrascht tatsächlich mit einem relativ hohen Unterhaltungswert.

Hier wird nicht lange in die Handlung eingeführt, "Einmal ist keinmal" beginnt noch in den ersten 10 Minuten mit der Verbrecherjagd. Das ist eigentlich ziemlich erfrischend, weil die lange Phase vor dem Beginn der eigentlichen Ereignisse so fehlt. Trotzdem ging mir es mir zu schnell, wie Stephanie an ihren Job kommt, denn welcher Mensch [auch wenn es der Cousin ist] stellt schon einfach so eine unqualifizierte Ahnungslose ein? Dieser Aspekt ist doch reichlich weit hergeholt und ließ mich das ein oder andere Mal die Stirn runzeln.

Katherine Heigl ist nicht meine bevorzugte Schauspielerin, macht ihre Sache hier aber wirklich gut und überzeugt vor allem durch das Minenspiel. Auch ihre in diesem Film braune Haarfarbe steht ihr eindeutig besser und lässt sich nicht mehr so austauschbar wirken. Jason O'Mara wirkt als cooler Arschloch-Macho absolut authentisch, seine Sprüche sind zwar zwischenzeitlich etwas ausgelutscht, zünden allerdings an vielen Stellen durch seine tollen Gesten. Am besten jedoch gefielen mir eindeutig Sherri Shepherd in der Rolle der flippigen Prostituierten Lula und Debbie Reynolds als Plums verrückte Großmutter, die herrlich schräg ist.

Die Storyline ist sicherlich nicht komplett durchdacht und weist auch den ein oder anderen Logikfehler auf. Trotzdem ist der Streifen auf seine Art irgendwie fesselnd, denn Stephanie tritt von einem Fettnäpfchen ins nächste und lässt dabei keine Peinlichkeit aus. Dabei wird es nicht komplett abgedreht oder gar nervig, sondern balanciert knapp davor. Vor Lachen brüllen wird man hier bestimmt nicht, aber den ein oder anderen gut platzierten Witz gibt es, sodass man schon mal leise kichern kann.

Der Showdown am Ende mit dem wahren Bösewicht - der doch relativ schnell ersichtlich war - fehlte mir ein wenig, auch wenn die Action hier ebenfalls nicht zu kurz kommt. Es erschien mir doch auch reichlich unglaubwürdig, dass Stephanie plötzlich so gut schießen und dann mit einem, wie sie selbst sagt: "Projektil im Hintern", noch so gut laufen kann. Dennoch kann der Schluss mit einiger Komik und ein bisschen Niedlichkeit punkten, was einen die Unglaubwürdigkeit recht schnell vergessen lässt.

FAZIT
"Einmal ist keinmal" ist sicherlich nicht das Tiefsinnigste oder Beste, was man sich ansehen kann, für anderthalb unterhaltsame Stunden reicht der Film aber allemal. Die Schauspieler überzeugen, die Action kommt nicht zu kurz und auch witzig wird es zwischenzeitlich. An einigen Stellen hätten die Logiklücken gefüllt werden müssen, aber diese nehmen nicht den Spaß. Ich bin ganz zufrieden und gebe gute 3,5 Punkte.



   Kommentare:

  1. Also ich mag Katherine Heigl eigentlich ziemlich gerne, für diesen Film würde ich allerdings nicht unbedingt ins Kino gehen. Für einen DVD-Abend stünde er aber auf der Merkliste ;)
    Gute Rezension! (Wie immer!)

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  2. @Katie:
    Jap, für einen DVD-Abend ist der Film sicherlich perfekt! Das Geld kann sollte man sich besser für einen etwas sehenswerteren Film sparen ;)

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  3. ich werde mir den film auch anschauen, schon alleine wegen katherine heigl.
    <3

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  4. Hmm ich bin echt gespannt und werde ihn heute bei nem Kinonachmittag gönnen :)

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  5. Gut gelungene Rezi. Also zum Kino dafür, würde ich nicht, aber ich denke fürs Heimfernsehen ist der Film doch ganz nett.

    Liebe Grüße, Diti

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  6. Grüß Dich, Sonne!
    Yep, der Film gehört zur breiten Palette "Unterhaltung aus Hollywood". Wenn die Besetzung stimmt, gönne ich sie mir auch - gelegentlich :-)
    Jemanden ohne Qualifikation & Erfahrung als Kautionsjäger einzustellen, gehört zum beliebten Drehbuch-Kniff die Handlung übers Knie zu brechen. Läßt mich auch grummeln.
    Eine Verletzung der verlängerten Rückenpartie?! Hollywood wird "inovativ". Normalerweise erhalten männliche Figuren diese "edle" Verletzung. Für die Rubrik "Schenkelklopfer"!
    Daß sich die Heldin dadurch nicht einschränken läßt, gehört zu den Standards (vermutlich gab es nicht einmal sichtbaren Blutverlust).
    Ich denke einmal, daß Dir 'Chronicle' besser gefallen kann.
    Lesenswerte Rezi!

    bonté

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  7. @Leni & misakitty:
    Viel Spaß! Bzw, misakitty, hat er dir gefallen? :)

    @Diti:
    Genau. Als DVD ist er sicher lustig

    @RoM:
    Danke für den langen, lieben Kommentar ;) Und ich seh das ziemlich genauso - Hollywood halt. Was soll man da sagen...Aber der Film ist ja ganz unterhaltsam, kein Anspruchskino, aber ganz nett. Schade sind eben die unlogischen Aspekte, aber der mit ihrer Anstellung war wohl im Buch schon so...Nun ja.
    Und ja, "Chronicle" gefiel mir besser! :D

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  8. Leider habe ich es bisher nicht geschafft,schnüff. Echt schade,aber nach deinem neuen Post gibts ja massig sehenswerte Filme. :)

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