Back Down to Earth

[Filmrezension] The Help

"Deshalb habe ich die Initiative für Personal-Sanitäranlagen gegründet." - "Die was?" - "Ein Gesetzesentwurf zur Vorbeugung von Krankheiten. Es verlangt, dass eine separate Toilette für farbige Dienstboten existiert." - "Vielleicht sollten wir dir draußen 'ne Toilette bauen, Hilly."

STORY
1962 kehrt die junge Skeeter von ihrem Collegestudium zurück in ihre Südstaaten-Heimatstadt. Ihre alten Freundinnen haben viel Freizeit. Denn ihre Babys und Haushalte werden von farbigen Hausangestellten versorgt. Als eine von ihnen ein Gesetz einbringen will, dass Schwarze separate Toiletten benutzen sollen, ist Skeeter dermaßen schockiert, dass sie beschließt, die Hausmädchen in ihrer Umgebung zu interviewen, um ihre Seite zu dokumentieren. Zunächst fällt es ihr schwer, das Eis zu brechen, doch letztlich erhält sie die volle Unterstützung von Aibileen und Minny - und löst damit einen Skandal aus...

MEINE MEINUNG
"Gute Geister" von Kathryn Stockett ist die Vorlage dieses Films und wurde zu einem internationalen Bestseller. Immer wieder wollte ich diesen lesen, aber es kam mir doch immer etwas dazwischen, sodass ich jetzt zu erst die filmische Version kennengelernt habe - die mir wirklich außerordentlich gefallen hat!

Gleich von Anfang an wird klar, wie wenig angesehen die Schwarzen sind und wie schlecht sie behandelt werden. Sie sind die Dienstmädchen: kochen, putzen, waschen und kümmern sich nebenbei oft noch um die Kinder. Diese werde meist von den Schwarzen großgezogen, später aber genauso rassistisch wie ihre Eltern. Die Einstellungen der Menschen ist mir hier sehr nahe gegangen, da ich Vorurteile und Ekel gegenüber anderen ethnischen Gruppen absolut verabscheuungswürdig finde. Mehrmals musste ich schlucken oder den Kopf schütteln, wenn eine der Frauen eine Bemerkung machte - dieser Teil wird erschreckend authentisch dargebracht, sodass mich das Geschehen sofort fesselte.

Aibileen, das Dienstmädchen von einer von Skeeters Bridge-Freundinnen, erzählt die Geschichte sehr sanft aus der Ich-Form. Sie ist eine gutherzige, warme Person, die das Kind, das sie betreut, liebt und die Umstände dennoch verabscheut, was Viola Davis wunderbar darbringt.  Sie ist gleich von Anfang an sehr, sehr sympathisch und berichtet so einfühlsam, dass man sich sofort mitten drin findet. Auch ihre beste Freundin Minny, gespielt von Octavia Spencer, ist sehr interessant, wenn auch ruppiger, aufmüpfiger. Beide riskieren viel und ihr Mut macht einen großen Teil des Geschehens aus.

Während ihre Freundinnen hochnäsige, tratschende Elite-Frauen geworden sind, ist Skeeter, die Frau, die die Erzählungen der Schwarzen aufschreibt, auf dem Boden geblieben. Zwar kommt auch sie aus reichem Hause und wurde ebenfalls hauptsächlich von einem Dienstmädchen großgezogen, doch durch ihre schönen Erinnerungen daran, behandelt sie die Schwarzen ganz normal. Emma Stone bringt die mutige Frau, die ihren Weg gehen will und hofft, anderen helfen zu können, klasse rüber. Aber auch die anderen Persone sind brillant gespielt: Bryce Dallas Howard als intolerante, gemeine Hilly, Jessica Chastain als flippige, aber liebe Celia Foote und auch Allison Janney als Skeeters Mutter, die schließlich doch erkennt, wie stolz sie auf ihre Tochter ist.

Durch das brisante Thema und die schlimmen Dinge, mit denen die Dunkelhäutigen hier konfrontiert werden, ist der Film sehr fesselnd - hat aber zwischendurch dennoch so seine Längen. In jeder Minute ist er intelligent und gut dargebracht, dennoch ist es zwischendurch, als würde alles auf der Stelle treten - hier hätte wohl etwas gekürzt werden können. Aber durch die Geschehnisse, durch den langsam wachsenden Mut der Dienstmädchen und schließlich die Buchveröffentlichung, wird es noch einmal richtig interessant, ja, fast schon spannend. Die Reaktionen der Frauen sind heftig, und das verständlich. Schließlich sollte wohl nicht jeder erfahren, wie man seine Angestellten so behandelt...

Trotzdem ist der Film eindeutig ein Drama, denn er bedrückt zwischendurch doch recht stark. Dass die Schwarzen damals so behandelt wurden und dies auch heute noch vorkommt, ist für mich immer wieder hart, da ich Rassismus nicht verstehe und wohl auch nie verstehen werde. Diese Stimmung hat der Streifen ganz exzellent eingefangen, doch trotzdem zieht er nicht runter, denn er hat auch seine schönen Momente. So ist das Ende leicht melancholisch, aber auch Hoffnung gebend - und so auch sehr berührend.

FAZIT
"The Help" ist meiner Meinung nach eine sehr, sehr gute Verfilmung des Romans und bringt eine tolle Atmosphäre mit sich. Der Umgang mit den Schwarzen ist erschreckend, der Mut der drei im Vordergrund stehenden Frauen dafür unvergleichlich. Zwar weist er ein paar Längen auf, dennoch weiß der Film zu fesseln - und hat mich so absolut überzeugt! 4,5 Punkte.



   Kommentare:

  1. Hach Mensch, ich hab ewig überlegt ob ich ihn mir ansehe, und mir dann gedacht, dass man den nicht unbedingt im Kino gucken muss... Jetzt bereue ich das.. weiß gar nicht ob er bei uns noch läuft ^^

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  2. Ich habe den Film vor einiger Zeit gesehen und ganz ehrlich, solch ein Wechselbad der Gefühle habe ich lange nicht mehr erlebt. Ich habe mit Skeeter, Minny und Co. mitgelitten, ihren Mut bewundern, Angst um ihre Sicherheit gehabt. Habe geweint, gelacht und dann wieder geweint - dieses Mal vor Freude. Der Film ist unglaublich einfühlsam und gleichzeitig erschreckend ehrlich. Ein absolutes Muss, in meinen Augen!

    Ganz toller Bericht!

    Liebe Grüße!
    Saskia :)

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  3. werd den Film auf alle Fälle schauen, wahrscheinlich erst auf DVD

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  4. Den Film muss ich einfach sehen. Es gibt so viele Leute, die davon begeistert sind - nun auch du. Einfach faszinierend. Die Geschichte klingt aber einfach auch zu gut.
    Sehr schöne Rezi.

    Liebe Grüße, Diti

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  5. Ich liebe diesen Film ♥
    Der ist so toll und traurig aber eher lustig :) Am Ende hab ich sogar geheult ><
    Die Schauspieler sind auch mega :) Ein hamma film (sogar mein Bruder hat es gemocht und der ist wirklich wählerisch)

    lg

    Alisia

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