Back Down to Earth

[ETC.] Eine Film-Hommage an Anton Yelchin

Sonntagabend wurde es bekannt gegeben: Schauspieler Anton Yelchin ist tot. Sohn russischer Eltern, als Kleinkind nach Amerika gekommen, seit seinem 12. Lebensjahr regelmäßig vor der Kamera - nun ist er mit nur 27 Jahren verstorben. Ein weiterer Zuwachs für den Club 27, könnte man sagen, wenn dieser nicht nur Musikern vorbehalten wäre. So spricht man eben nur davon, dass ein viel zu junges Nachwuchstalent nicht mehr unter uns weilt.

Die Trauer ist groß. Vor allem natürlich bei Familie und Freunden, aber auch in den Filmkreisen. Schauspieler, Kollegen und Regisseure haben berührend Abschied genommen. Und nicht nur mir stand da sicherlich die ein oder andere Träne im Auge.


Ich habe Sonntag und Montag viel darüber nachgedacht, ob und wie ich etwas dazu schreiben sollte. Ist das überhaupt richtig, wenn man den Menschen überhaupt nicht gekannt hat? Nur aus Interviews und Erzählungen ahnt, dass er ein ganz besonderer junger Mann war? Daher konzentriere ich mich darauf, was er mit seinem darstellerischen Vermögen geschafft hat: Wunderbare, sympathische Figuren in großartigen, mitreißenden Filmen. Und meine Lieblinge stelle ich euch heute vor.

Jacob in Like Crazy
Dieses Werk habe ich bereits in den Kurzspots vorgestellt und wann immer mich jemand nach einem guten Film fragt, ist dieser eine meiner ersten Antworten. Ein all time favorite, den ich mir immer wieder gern anschaue. Weil er so ehrlich ist, so ungeschönt und so berührend selbst in den wenig dramatischen Momenten. Das Spiel von Anton Yelchin und Felicity Jones ist unverbraucht und geht einem unfassbar nahe - und ebenso begeistert auch das Improvisationstalent beider, denn ein richtiges Skript gab es nicht.
Obwohl der Film Gewinner der Sundance Film Festivals ist, ist er deutlich zu unbekannt. Vielleicht, weil er sich auf die ruhigen Momente konzentriert und ohne viele Dialoge auskommt. Gerade dieses zwanglose ist es aber auch, was mir als erstes in den Sinn kommt, wenn ich an Anton Yelchin denke.

Charley in Fright Night
Dadurch, dass sich dieser Film so völlig von dem vorherigen abhebt, wird vor allem eines deutlich: Ein einziges Genre war ihm nicht genug. Genauso wie er gern zwischen Blockbustern und Indie-Perlen gewechselt hat, war er auch wandelbar in seinen verschiedenen Rollen und den verschiedenen Sparten. 
Die Mischung aus Komödie und Horror ist ein ziemliches Spektakel - und ein sehr witziges noch dazu. Ungewohnt, Anton Yelchin in einem solchen Streifen zu sehen, aber im positiven Sinne, denn das komödiantische Spiel lag ihm durchaus, wie man in so gut wie jedem seiner Filme erkennen konnte. Allein die Gesichtsausdrücke, die leise Ironie, hier gemixt mit einigem an Blut - herrlich.

Charlie Bartlett in Charlie Bartlett
Die Coming- of-Age-Geschichte des jungen Charlie wurde mir einmal von einem Leser des Blogs empfohlen - zum Glück. Dieser Film rund um das Erwachsenwerden ist einer, der zum Verlieben einlädt: Sowohl in die zuckersüße und gleichzeitig sehr individuelle Romanze zwischen Anton Yelchins Charlie und Kat Dennings' Susan, als auch in die Entwicklung, die diese wunderbaren Figuren durchmachen und die wir als Zuschauer mit ihnen erleben dürfen. Ein unaufgeregter und dennoch mitreißender Film, lebenslustig und tiefgehend, in jedem Moment perfekt getragen vom Hauptdarsteller.

Chekov in Star Trek, Star Trek Into Darkness, Stark Trek Beyond
Seine bekannteste Rolle - obwohl er, wie er selbst sagte, kein Fan von Remakes war. Dass sein Chekov so beliebt wurde, liegt vermutlich zum einen an seiner Ausstrahlung, die durch den herzerwärmenden dicken russischen Akzent noch verstärkt wird, zum anderen aber auch daran, dass er hier wieder sein komödiantisches Talent unter Beweis stellen durfte. Seine Reaktionen auf Anweisungen von Kirk sind teilweise zum Schießen, sein "I can do it!" legendär. Die schönsten Szenen hat ein Youtuber in einem Video zusammen gefasst. Der nächsten Monat posthum startende 3. Teil der Reihe wird mehr oder weniger als sein Vermächtnis gelten - und ihn uns nochmal in einer seiner schönsten Rollen präsentieren. 



Weitere nennenswerte Filme: Green Room, Odd Thomas, Only Lovers Left Alive und vier posthum startende: Rememory, We Don't Belong Here, Porto, Thoroughbred

Rest in Piece, Anton.

0 Kommentar/e:

Kommentar veröffentlichen

Empfohlener Beitrag

[Serienrezension] Tote Mädchen lügen nicht

2017 Reading Challenge

Kittyzer has read 1 book toward her goal of 60 books.
hide

Meine aktuelle Lektüre

Meine aktuelle Lektüre
"Tote Helden" von Michael Peinkofer [34/528]

Mein letzter Kinobesuch

Mein letzter Kinobesuch
"John Wick: Chapter 2" am 16.02.
Folge mir auf Facebook
Folge mir auf Twitter