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[ETC] Warum ich Bücher von bestimmten Autoren nicht (mehr) lese

Ich bin nicht sicher, vielleicht bilde ich es mir auch ein - aber ich habe das Gefühl, dass über Autoren außerhalb ihrer geschriebenen Bücher in der Buchblogger-Welt ungern etwas gesagt wird. Verständlich natürlich: Wir bewerten schließlich Literatur und keine Menschen. Aber beides bedingt sich eben doch, das eine ist von dem anderen abhängig - und so fällt es mir bei einigen Autoren schwer, ihre Person von ihren Werken zu trennen.

Warum ich von manchen Autoren nichts (mehr) lese

Es gibt unendlich viele freundliche, witzige und ehrliche Schriftsteller, die gerne und auf geradezu liebevolle Art mit ihren Lesern und Fans in Kontakt treten. Die meisten von ihnen können auch mit Kritik umgehen und bleiben dennoch gelassen.

Aber es gibt eben auch schwarze Schafe.

# Kiera Cass

Ja, die Autorin von "Selection". Ich habe nur den ersten Teil ihrer Reihe gelesen und fand ihn in Ordnung (wenn auch inhaltlich völlig blödsinnig). Mit ihrer Schreibe habe ich also an sich kein Problem. Probleme habe ich damit, wenn Rezensenten, sogar Blogger, öffentlich auf Twitter oder Goodreads denunziert und beleidigt werden. 

Letzteren Teil hat zugegeben ihre Agentin Elana Roth übernommen (die die Goodreads-Rezensentin WendyDarling eine "Bitch" nannte), Cass hat aber auch in keinster Weise etwas dagegen getan, sondern stattdessen beschlossen, positive Reviews zu ihrem Buch zu liken, um auf diese Weise die negativen nach hinten zu verdrängen. Meinungsmache könnte man das auch nennen. Ausführlich berichtet hat darüber Pocketful of Books. Ihren Screenshot zu den Tweets könnt ihr mit einem Klick vergrößern. 

# Anne Rice

Und noch eine weitere Autorin, die professionellen Rufmord betreibt. Die Autorin von "Interview mit einem Vampir" mag nämlich keine Kritik - und reagiert auf diese schon mal ziemlich ärgerlich.

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Ihre Wut begann mit den schlechten Kritiken für "Memnoch the Devil", einen 1995 erschienenen Roman. Diesem Ärger machte sie gleich zu Anfang ihres nachfolgenden Romans "Blood Canticle" (dt. "Hohelied des Blutes") Luft verschaffte, indem sie Protagonist Lestat die Leser beleidigen und verspotten ließ. Die Verrisse auch dieses Buches konterte sie durch eine eigene 5-Sterne-Rezension auf Amazon, in der sie die Meinungen der Leser als "stupid, arrogant assumptions" abstempelte und ihnen vorwarf, das Portal als "öffentliches Urinal für Lügen" zu gebrauchen. Dass sie sich bspw. mit Pavarotti verglich, tat da sein Übriges. Leser so hart anzugreifen, ist schon ein hartes Stück - und entschuldigt hat sie sich dafür nie.

# Cassandra Clare

Dass ihre Reihe um die Schattenjäger eigentlich auf einer "Harry Potter"-Fanfiction rund um Draco Malfoy basiert, ist ja nicht weiter schlimm - davon merkt man in den Büchern letztendlich kaum mehr etwas (außer Muggel-Mundie und Voldemort-Valentine natürlich etc.). Und man mag darüber denken, was man will, dass sie bereits sage und schreibe 10 Bücher zum gleichen Thema veröffentlicht hat - auch das hätte ich ihr verzeihen können, wenn da nicht diese anderen Kleinigkeiten wären. 

Dass ihr nämlich nicht nur einmal vorgeworfen wurde, zu plagiieren, finde ich da weitaus schlimmer. In ihren frühen Fanfiction-Werken hat sie teilweise ganze Sätze und Passagen aus anderen Werken entnommen, ohne sie zu kennzeichnen, und niemand weiß, wie viele davon später in den Romanen verblieben sind. Mal ganz abgesehen davon, hat sie auch mit dieser zum Teil geklauten Fanfiction Geld gemacht - indem sie ihre Leser etwa dazu anhielt, für sie zu spenden, weil drei Laptops geklaut wurden (siehe Laptopgate). Auch gerade ist erneut eine Klage der Autorin Sherrilyn Kenyon gegen sie im Gange - Zufall?
Das ist jedoch nicht alles. Denn jeder, der in ihrer Reichweite auch nur das Wort Plagiat murmelt, wird von ihr angegriffen oder gleich geblockt. Tatsächlich ist die Frau so weit gegangen, über IP-Adressen Telefonnummern herauszufinden, um diese bspw. an die Polizei weiterzugeben. Und als wäre das nicht schlimm genug, befürwortet sie Angriffe ihrer Fans auf Leser mit anderen Meinungen oder macht deutlich, dass sie jemand zum Weinen gebracht hat - um diese davon abzubringen, weiterhin ihre gegensätzlichen Ansichten zu teilen und sie sich schlecht fühlen zu lassen. Sie mobbt die Leute nicht selbst, aber sie spricht sich auch nie dagegen aus oder sieht auch nicht davon ab, mit ihren Aussagen zu manipulieren. Und das finde ich fast genauso schlimm. (Um den Screenshot lesen zu können, einfach per Rechtsklick "In neuem Tab öffnen" anklicken und dann zoomen.)

# Orson Scott Card

Der letzte Fall, der mir am Herzen liegt, basiert ausnahmsweise mal auf den Taten eines Mannes. Er ist bekannt für "Enders Spiel" und ein gefeierter Science-Fiction-Autor, aber es gibt da doch etwas, das mir ganz und gar nicht gefällt: Seine Homophobie nämlich. 

Wie schon sein Urgroßvater ist auch er Mormone und nimmt dies sehr genau - und hat in der "Mormon Times" 2008 etwa einen Artikel zum Thema veröffentlicht, in dem er davon spricht, dass die Ehe für Homosexuelle das Ende der Demokratie bedeuten würde. Er ist sogar der Überzeugung, dass Missbrauch in der Kindheit dazu führt, dass Menschen schwul bzw. lesbisch werden. 
Aber das allein reicht nicht: Seine Ansichten bringt er auch in seinen Romanen zur Sprache, indem es zum Beispiel in "Ender in Exile" dringend vonnöten ist, dass alle heterosexuell sind, was wieder und wieder betont wird. Das muss ich ganz persönlich nicht lesen.

Was denkt ihr? Macht ihr das, was ihr lest, von den Autoren abhängig - oder seht ihr beides getrennt voneinander?

   Kommentare:

  1. Ich habe mir schon immer gedacht, dass ich wahrscheinlich eine schreckliche Autorin wäre, weil ich mit Kritik nicht umgehen könnte und mein Ego sehr darunter leiden würde. Aber wenn das mit Frau Clare und Frau Cass so stimmt, was du schreibst, wäre ich wohl eine vergleichsweise angenehme Person :D Bin gerade auch etwas erleichtert, dass ich weder die eine, noch die andere Dame gerne lese, sodass ich es in Zukunft auch komplett lassen kann. Trotzdem kann man wahrscheinlich froh sein, dass man nicht alle Autoren, die man gern liest, zu gut kennt, denn wer weiß, wer dann noch im Regal übrig bleiben würde.

    Bei Orson Scott Card ist der Fall allerdings wesentlich härter und betrifft mich persönlich auch zu sehr, als dass ich es ignorieren könnte. Als "Enders Spiel" dvor ein paar Jahren erschienen ist und ich gehört habe, dass er diese furchtbare Ansichten vertritt, habe ich mich von seinem Buch - trotz Empfehlung einer Kollegin - fern gehalten. Ich mag solche Menschen in keinster Weise unterstützen.

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    1. Immerhin weißt du, dass du eventuell unter der Kritik leiden würdest und würdest dir das immerhin eingestehen - bei den genannten Autoren scheint das ja nicht der Fall zu sein. Und wer weiß, vielleicht wäre das bei dir ja auch gar nicht so schlimm, meistens ist die Kritik ja doch konstruktiv und wird oft durch die positiven Stimmen wieder aufgewertet ;)

      Nach diesem Post habe ich auch gedacht, dass ich mir solche Informationen in Zukunft einfach gar nicht durchlese, das macht ja irgendwo schon ziemlich traurig :D

      Und geht mir genauso so, den Autoren will ich absolut nicht unterstützen - ich finde es schrecklich, wenn Leute ihre "Macht" gerade für so etwas missbrauchen.

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  2. Wow, was für ein interessanter Beitrag! Autoren, die nicht mit Kritik ihrer Leser leben können, sollten einfach nichts veröffentlichen. Punkt. Ganz schön krass, wass Cass und vor allem Clare (die liebe Cassandra Clare... :O) so von sich geben..
    Gerade bei letzterer bin ich - wie du merkst - echt schockiert, da ich ja doch ihre Bücher bisher immer so geliebt habe :/ Wahrscheinlich werde ich sie trotzdem lesen (widersprüchlich? Come on!).. Aber sie als Person rutscht wohl ein ganzes Stück nach hinten.

    Orson Scott Card ist ja auf anderer Schiene auch ziemlich hart.. Klar, jeder hat ja seine Meinung und so - aber: Muss das denn wirklich so wiedergegeben werden? Fraglich..

    Du hast mich mit deinem tollen und außergewöhnlichen Beitrag definitiv zum Nachdenken angeregt und ich glaube, so sollte das auch sein ;)
    Konsequenzen für mich? Im Moment, bin ich mir nicht sicher.. Mal sehen, inwieweit ich Clares Werke nun von den neuen Erkenntnissen trennen kann. Du wirst es erfahren!

    Liebste Grüße und einen guten Start in die neue Woche wünsche ich dir <3

    PS: Denk' mal an die Liste! ;)

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    1. Das war ja ein bisschen auch der Zweck meines Posts, zum Nachdenken anzuregen - ob man so etwas unterstützen will. Besonders Card sollte man wohl wirklich weglassen, wenn man nicht genauso wie er eingestellt ist und ihn nicht unterstützen will.

      Bei den Frauen verhält es sich wohl so: Solange du keine Kritik übst, ist alles im grünen Bereich. Dann kannst du die auch weiter lesen :D

      Ich bin gespannt, ob du Clares Bücher weiterlesen wirst. Erfahre ich ja sicherlich aus erster Hand. Aber lass dich nicht zu sehr verunsichern!

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  3. Hey,

    das mit Cassandra Clare habe ich mitbekommen, das ist halt auch echt heftig.

    Ich verstehe auch nicht, warum sie nicht belangt wird.

    Was die Bewertungen angeht: ist bei Amazon leider nicht anders ...

    Lg
    Sonja

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    1. Als Fanfiction musste das Werk ja nicht verklagt werden, da es nicht veröffentlicht worden war. Und offensichtlich kann es jetzt nicht mehr nachgewiesen werden. Wobei sie ja wie gesagt gerade in einem Rechtsstreit steckt, aber letztendlich wird sie mehr Geld und Bekanntheit haben, dementsprechend also auch bessere Chancen...

      Da kann man im Grunde halt leider nur Konsequenzen als Leser ziehen :/

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  4. Mal ein anderer und sehr spannender Beitrag! Habe ich gerne gelesen und mache mir jetzt so meine Gedanken! LG Verena von Books-and-cats....

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    1. Ich freue mich, dass dir der Post gefallen hat, danke dir!

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  5. Liebe Sonja,
    als ich den Titel deines Posts gelesen habe, fiel mir als erster Autor, den ich nicht lesen muss, der Enders Typ ein. Und Bums, scroll ich runter und sehe, dass auch du ihn erwähnst. Schon wie das manchmal so läuft. Auch ich weigere mich seine Bücher zu lesen. Mein Freund fand die Reihe klasse und wollte mir die auch andrehen, aber ich kann einfach nicht. Es gibt so viele großartige Geschichten, ich verpasse nichts, wenn ich nem Homophoben die kalte Schulter gebe.

    Ich find es so schlimm, das Autoren sich sowas rausnehmen. LEute als Bitch bezeichnen, weil sie Bücher schlecht bewerten anstatt aus den Bewertungen zu lernen. Gerade Wendy Darling. Ich mein, sie liest alle nennenswerten Bücher und hat auch nen gewissen Status bei Goodreads. Ihre Rezensionen werden von so vielen gelesen und bewertet, weil so viele Leute sie kennen. Ich würde so jemanden nicht beleidigen. Gerade öffentlich :/

    Bei solchen Diskussionen wird oftmals gesagt, dass man das Buch vom Autoren entfernt betrachten sollte, als alleinstehendes Werk. Das kann ich nicht.

    Liebe Grüße,
    Susanne

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    1. Ich kann mich dir wirklich nur anschließen - ich kann einfach nicht mit mir vereinbaren, Bücher eines Mannes zu lesen, der so eine Meinung vor allem öffentlich vertritt. Und wenn er das dann auch noch mehr oder weniger in seinen Büchern verarbeitet.

      Und ich sehe das genauso wie du - es zeugt schon von einiger Schwäche, beleidigend zu werden, nur weil jemand nicht begeistert war. Ob nun bekannt oder nicht, spielt da eigentlich kaum eine Rolle, aber den Leuten zu unterstellen, sie würden bewusst verletzende Rezensionen schreiben... nun ja.

      Ich kann mich dir da wirklich nur anschließen - trennen fällt mir teilweise auch sehr schwer, weswegen ich es einfach aufgegeben habe. Dann geht es mir auch einfach besser ;)

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  6. mhm interessantes Thema. Bisher hab ich mir dazu noch nicht wirklich viele Gedanken gemacht. Aber jetzt wo du es ansprichst, ist es natürlich ein logischer Gedankengang, dass das Verhalten von Autoren irgendwo auch ein Teil des Buches ist.
    Ähnliche Beiträge wie deiner wären natürlich schon interessant, aber es sollte mit einem gewissen Niveau passieren...

    Liebe Grüße Tessa

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    1. Es gibt Menschen und Leser, die so etwas - als öffentlich und autorenmäßig - gut trennen können und das finde ich auch völlig in Ordnung. Ich kann es für mich persönlich einfach nicht, weil ich beim Lesen dann immer an die Leute und ihre "Taten" denken muss.
      Aber ich denke, es ist auch nicht so schlimm, wenn du dir um so etwas nicht so große Gedanken machst, hauptsächlich geht es ja nun mal ums Lesen ;)

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  7. Erschreckender aber guter Beitrag! Autoren die ihre Fans aufrufen um andere Leser schlecht machen oder Bewertungen runtervoten, haben bei mir sowieso schon verloren. Ich hab irgendwo den Namen Cashandra Clare gelesen und das trifft es wohl sehr gut. Schade, da ich die ersten Bände der Chroniken sehr gern gelesen habe aber mittlerweile hat sie stark nachgelassen. :/

    Besonders schlimm finde ich aber den Enders Autor. Menschlich und charakterlich unter aller Sau!

    LG Sarah

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    1. Danke dir für das Kompliment!

      Ich habe Clares Bücher auch immer recht gern gelesen, auch wenn sie mittlerweile arg recycelt, aber mit so einem Verhalten kann ich einfach nicht guten Gewissens die Bücher lesen und das Geld dafür ausgeben. Ihr Spitzname passt da tatsächlich sehr gut :D

      Und das mit Orson Scott Card sehe ich absolut genauso!

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  8. Toller Beitrag!

    Aus Überzeugung lese ich keine Bücher von Orson Scott Card, weil ich einen Artikel über ihn gelesen habe und sein Verhalten und seine Ansichten unter aller Kanone finde. Leider ist der Mann aber ein so guter Schriftsteller, dass er in der Autorenwelt richtig was zu melden hat, was ich ganz schrecklich finde.

    Den Kiera Cass-Eklat habe ich am Rande mitbekommen und finde es sehr schade, dass man das so handhaben musste. Als Autorin die guten Rezis zu liken, macht sie mir nicht unbedingt sympathischer (finde die Bücher aber eh schlecht, von daher verpasse ich da auch nichts). Der Buchmarkt ist hart umkämpft, das verstehen wir alle, da zählt jede gute Rezi, aber es gehört (leider) auch dazu, dass nicht jeder die Werke liebt und das auch nicht immer nett gesagt wird. Man muss als Künstler bereit sein, Kritik abzubekommen - so läuft der Hase halt.

    Dass Anne Rice sich auch so verhält, wusste ich noch gar nicht. Da ich aber generell nichts über Vampire lese, geht das ziemlich an mir vorbei (obwohl es arg fragwürdig ist, sich selbst eine Fünf-Sterne-Rezension zu schreiben, aber gut).

    Tja, und als letztes die gute Cassandra Clare. Die ist so eine Sache für sich. Ich verstehe nicht, wie die Frau damit durchkommen kann, sich ihre Geschichten von anderen Leuten zusammenzuschustern (wenn sie sich selbst beklaut, ist das ja noch okay, wenn auch wenig kreativ). Ich habe die ersten drei MI-Bücher gelesen und mag sie auch, aber es kann nicht sein, dass sie sich noch immer so verhält und sowas als Bestsellerautorin macht!

    Generell sehe ich es aber so, wie VanaVanille: Ich bin froh, dass ich bei ganz vielen Autoren nicht genau weiß, wie sie privat drauf sind. Hauptsache ich mag ihre Bücher und sie fallen nicht dadurch auf, Kritiker zu beleidigen oder ihre Bücher selbst zu pushen.

    LG

    Effi

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    1. Vielen lieben Dank für das Kompliment!

      Geht mir mit Card genauso wie du - ich fand schon schlimm genug, dass sein Buch verfilmt wurde, auch wenn die Verantwortlichen das da sicherlich einfach getrennt haben werden (oder es war ihnen halt egal). Aber das und das Kaufen der Werke spielt dem Mann halt Geld zu, damit er weiter durch die Gegend missionieren kann, und das mag ich einfach nicht unterstützen.

      Genau so ist es - kritikfähig zu sein ist als Künstler jeglicher Art einfach extrem wichtig. Und auch schlechte Rezensionen können Interesse wecken. Das macht man dann alles zunichte, wenn man so reagiert und die Leser auf die Weise von den eigenen Büchern abbringt.

      Und ja, deswegen steckt Clare ja auch nicht in ihrem ersten Rechtsstreit wegen Plagiaten. Bisher konnte ihr leider nichts nachgewiesen werden und ich sehe da auch eher schwarz - aber auch Fans sollten sich mal überlegen, wie das wohl sein kann, dass das nicht das erste Mal ist. Und am Neid kanns nicht unbedingt liegen, Rowling ist das ja auch nie passiert...

      Ansonsten habe ich beim letzten Punkt ja auch VanaVanille zugestimmt und tue es auch bei dir: Es ist wahrscheinlich besser, gar nicht so genau Bescheid zu wissen. Besser auch für das Gewissen und das Gemüt, hab ich hinterher dann auch gedacht :D

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  9. Ein sehr interessanter Beitrag! Mit Autoren habe ich mich, außerhalb ihrer Bücher, bisher kaum beschäftigt. Außer mit denen, die ich toll finde, wie JK Rowling oder Astrid Lindgren. Aber dazu bin ich vielleicht zu wenig in der "Buchbloggerszene" unterwegs, um mehr über Autoren zu erfahren. Daher finde ich das total spannend, was du schreibst. Ich habe noch keinen der Autoren gelesen, würde es jetzt aber auch nicht mehr tun, insbesondere der letzte Autor. Sowas geht echt gar nicht. Aber auch die anderen Reaktionen auf Kritik etc, das darf einfach nicht sein.

    Mir geht es aber zB mit Schauspielern oder Regisseuren so. Ich schaue zum Beispiel prinzipiell keine Filme von Roman Polanski wegen der Vergewaltigung einer 13-jährigen in den 70ern Jahren und all seinen Handlungen, die bis heute damit zusammenhängen. Für mich ein unfassbar widerlicher Typ.

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    1. Das ist ja völlig verständlich, dass du dich damit nicht beschäftigt - als größerer Filmnerd weißt du wahrscheinlich mehr über Schauspieler und Regisseure als ich und das ist dann eben auch andersrum so. Als normaler Leser beschäftigt man sich ja auch meistens nicht mit so etwas :D

      Von Polanski schaue ich aber übrigens auch nichts, genau aus diesem Grund. Da schaudert's mich.

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  10. Hallo, das ist wirklich ein spannender Post.
    Ich habe mich mit dem Thema mal am Rande auseinander gesetzt, als ich meine Rezension zu "Die Nebel von Avalon" von Marion Zimmer-Bradley geschrieben habe. Der Autorin wurde posthum von ihrer Tochter jahrelanger Missbrauch vorgeworfen, was mich schon ziemlich geschockt hat. Ich bin jedoch zu dem Schluss gekommen, dass dieser Vorwurf (sei er nun begründet oder nicht, überprüfen kann man es ja nicht mehr) meine hohe Meinung von ihrem Werk nicht schmälert.

    Ich finde schon, dass man Werk und Autor trennen sollte und auch dann noch Freude an einem Buch haben kann, wenn die Autorin oder der Autor im echten Leben ein A**** ist. Anders verhält es sich für mich, wenn, wie in deinem letzten Beispiel, eine Meinung ins Buch transportiert wurde. Von solchen Autoren lese ich dann auch aus Prinzip nichts.

    Ich bringe als Beispiel immer gerne Wagner, der Antisemit und Hitlers Lieblingskomponist war, dessen Werke aber heute immer noch viel und gerne gehört werden. Eben weil sich seine Meinung und Einstellung nicht über sein Werk ausdrückt.

    Viele liebe Grüße
    Jacy

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    1. Ich hatte auch überlegt, ob ich Marion Zimmer-Bradley mit aufnehme. Da die Vorwürfe aber ja eben erst nach ihrem Tode aufkamen und nicht geklärt werden können, habe ich es weggelassen - will ja auch niemanden verleumden, auch wenn ich dem Opfer prinzipiell glaube. Habe in diesem Fall aber auch beschlossen, die Bücher wegzulassen, für mich als Leser.

      Ich find's gut, wenn es dir möglich ist, Autor und Werk zu trennen und das ist natürlich auch vollkommen in Ordnung - ich kann es für mich einfach nicht, weil mir diese Gedanken dabei immer im Kopf herumgeistern und ich permanent drüber nachdenke ;) Card ist aber meiner Meinung nach natürlich mit seiner Meinung noch um einiges schlimmer als die anderen.

      Und das mit Wagner wusste ich gar nicht, sieh mal an! Danke für die Aufklärung und das Beispiel!

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  11. Dia dhuit, Sonne.
    Die Steigerungen unschöner Charakterzüge - vom Dissen über Bande, bis hin zur direkten Homophobie - ist ein gelungener Spannungsbogen. Nebenbei kann ich feststellen, daß kein Orson Scott Card in meiner SF-Sammlung steht. :-)

    Gut - wenn Orson Scott Card diese seine reaktionäre Meinung hat, dann sollte er sie zumindest nicht als Monstrans öffentlich vor sich her tragen. Tut er allerdings, weil er offensichtlich eine politische Botschaft hat, die ein gesellschaftlich erzkonservatives & wirtschaftsliberales Amerika präferiert.
    Sprich das Idealszenario jeder zweiten Dystopie seit Orwell!

    Kann man/frau nun Werk & Schopfer getrennt sehen!?
    In der Regel schon. Wann immer aber inhumanes Gedankengut propagandistisch Eingang in das Werk findet, ist die Linie überschritten.
    Punktum.

    Passend zum Thema reaktionär, patriarchalen Verhaltens, mein aktueller Kinotip 'Mustang'.
    :-)

    bonté

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    1. Die Steigerung war gar nicht beabsichtigt, aber jetzt wo du es sagst... :D

      Eben genau weil er seine Meinung da so offen zeigt und verkündet, ist er für mich untragbar. Ich will dem kein Geld zuspielen, damit er seine Mission weiterführen kann. Da ist mir - ganz ehrlich - sogar egal, ob er das Ganze auch in den Romanen verarbeitet. Bei solchem Hinterwäldler-Tum ist bei mir schon alles vorbei :D

      Danke für den Tipp!

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  12. hey sonne!
    das ist unglaublich toller beitrag und ich fand es sehr spannend, ihn zu lesen!
    Cassandra Clare bricht mir fast das Herz, obwohl ich immer wieder mal gehört habe, dass sie einiges kopieren soll. Wo mir echt die Worte fehlen, weil ich ihre Charaktere ja wahnsinnig ins Herz geschlossen habe und eigentlich ihre Bücher mich dazu motivieren, eine spannende, außergewöhnliche Storyline zu schaffen! Das ist echt sehr, sehr traurig.
    Von Rice und Cass habe ich noch nie etwas gelesen und natürlich bin ich ganz klar dagegen, wenn jemand seine Fans wegen Kritik beschimpft. Ich versteh auch nicht, warum man das tut, wenn tausend Leute gegen den einen kritischen Fan ihre Werke lieben. Aber tja, solche Menschen kommen vor :D
    Bei Card hingegen kenne ich gar keine Entschuldigung, denn gerade als Autor/Schriftsteller sollte man darauf achten, welche Gedanken und welche Meinung man in die Welt schreibt. Man sollte offen sein.
    Ich finds toll, dass du über so etwas einen Artikel geschrieben hast! Sowas habe ich noch nirgendwo zuvor gesehen und du kannst so etwas ruhig öfter machen ;D

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    1. Vielen lieben Dank für das Kompliment!

      Du musst dir selbstverständlich von mir nicht vorschreiben lassen, wie du Clare nun findest, das weißt du aber sicher :D Ich will nur zum Nachdenken anregen und zeigen, warum genau ich teilweise Autor und Werk nicht mehr trennen kann. Das finde ich insbesondere bei ihr auch sehr schade, weil ich die ursprüngliche TMI-Trilogie liebe, aber alles danach fand ich ja schon...sehr hrmpf. Lass dich ruhig weiter inspirieren ;)

      Ich werde auch immer den Kopf schütteln, wenn so etwas passiert - sich so aus der Bahn bringen zu lassen von einzelnen kritischen Meinungen, also echt :D

      Und bei Card sehe ich das eben genauso wie du, der ist wirklich absolutes No-Go!

      Hach, danke dir - vielleicht fällt mir ja mal wieder was ein ;)

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  13. Ein sehr interessanter Blogbeitrag. Ich muss gestehen, dass ich von einigen Autoren die ich liese jetzt gar nicht so viel weiß ,vor allem wenn es Newcomer sind. Ich verfolge eigentlich nur von wenigen Autoren was sie so treiben. Sebastian Fitzek mag ich recht gerne ,da folge ich auch dem Facebook Account und der ist zum Glück super nett was Fan anbelangt, dann natürlich J.K. Rowling, die aber sowieso einen super Fan Umgang hat oder Tess Gerritsen, von ihr habe ich bisher auch noch nichts negatives gehört. Andere Lieblinsautoren meinerseits wären noch Dan Brown (der eigentlich auch immer recht symphatisch rüberkommt), Simon Beckett oder Cody Mcfayden.

    Von den oben genannten habe ich bisher ehrlich gesagt noch nichts gelesen und habe es auch nicht vor. Bei The Selection, hatte ich ja lange mal überlegt, aber das Buch ist mir einfach zu oberflächlich. Ähnlich wie ich über City of Bones schon viel negatives gehört habe und der letzte Mann geht ja mit seiner Einstellung gar nicht. Ich habe Menschen in meinem Freundeskreis die auf das gleiche Geschlecht stehen und finde das somit gar nicht schlimm. Das er seine Ansichten dann noch im Buch selbst immer wieder so zur Geltung bringt, fänd ich auch schrecklich.

    Ansonsten finde ich es sehr schockiert wie kindisch sich einige der von dir genannten Autoren verhalten. Ehrlich Fans blocken? Oder sie doof anmachen, nur weil ihnen das Buch vielleicht nicht ganz so gut gefallen hat? Mit sowas sollte man als Autor zurecht kommen und nur mit Kritik kan man sich ja auch verbessern.

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    1. Ich bin auch meistens nicht auf dem Laufen, was Autoren angeht - will man ja vielleicht auch nicht immer. Fitzek folge ich aber auch, weil der so sympathisch und witzig ist ;)

      Gerade Card finde ich auch am schlimmsten von allen - gerade, weil er eben auch Vorträge besucht und hält und damit also aktiv gegen Homosexuelle kämpft, was als Person des öffentlichen Lebens gar nicht geht.

      Wahrscheinlich wissen die Autoren selbst nicht was sie sie sich eigentlich dabei denken. Ich hoffe, die schauen irgendwann mal zurück und denken "Huch" :D

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  14. Finde ich sehr spannend, worüber du schreibst. Mal ein ganz anderer Blickwinkel. Ich wusste vieles nicht und bin tlw echt schockiert.

    Neri

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    1. Ging mir bei der Recherche genauso, sage ich dir ;) Danke sehr!

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  15. Ein sehr interessaner Post! Um ehrlich zu sein, habe ich über das Privatleben von Autoren tatsächlich noch nie so richtig nachgedacht, was seltsam ist, da ich mich nur allzu gern über das von Schauspielern auslasse.

    Ich bin ohnehin kein großer Fan von Kiera Cass und stecke seit Monaten in "The Elite" fest, aber die Rezensionen, die auf goodreads zuerst angezeigt werden, manipulieren zu wollen, nur weil sie einem nicht passen, ist echt traurig. Jeder Autor oder überhaupt jede Person öffentlichen Interesses sollte doch wissen, dass man so auch immer Kritik ausgesetzt ist - und damit leben können muss. Vor allem will man sich als Schriftsteller doch auch verbessern, oder nicht?
    Das gilt für Anne Rice natürlich ebenso.

    Und wieder was dazugelernt! Ich wusste gar nicht, dass der ganze Schattenjägerkram eine HP-Fanfiction war. Erstaunlich, was für Romane heutzutage alles aus Fanfictions hervorgehen.
    So ein Online-Psychoterror ist doch auch wirklich unter aller Sau -.-

    Das mit Orson Scott Card wusste ich auch nicht, aber ich fand "Ender's Game" ohnehin so schrecklich, dass ich die letzten 50 Seiten bis heute nicht gelesen habe :D. Erschreckend, dass es immer noch Leute gibt, die homophob sind und sich auch noch trauen, sowas öffentlich zum Ausdruck zu bringen.

    Vielen Dank für diesen sehr informativen Post!

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    1. Ich glaube, das Privatleben von Autoren und Schauspielern unterscheidet sich darin, dass das letzterer mehr im Fokus steht - warum auch immer. Vielleicht, weil sie sich in ihren "Werken" selbst zeigen, im Gegensatz zu den Autoren? Ich beschäftige mich da auch nicht so oft mit, das ist völlig normal glaube ich ;)

      Ja, ich bin wie ich ja schreibe auch kein Fan von Cass. Und ihr Verhalten hat da den Rest gegeben - weiterlesen werde ich definitiv niemals :D

      Und ja, Fanfictions sind tatsächlich auf dem Vormarsch, ich weiß auch nicht, wie das kommt. Bei Clare hat mich diese Erkenntnis damals aber echt überrascht, muss ich sagen.

      Und ha, dann passt das ja, dass Card ein Arsch ist und "Ender's Game" scheiße, dann kannst du den ja in Zukunft eh gleich weglassen ;)Sehe ich aber wirklich genauso wie dir.

      Dir danke für deinen Kommentar!

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