Back Down to Earth

[Filmrezension] Ant-Man

"Wir schaffen das. Wir konnten ja auch bei Ihnen einbrechen." - "Ich habe euch gelassen." - "Man könnte auch sagen, ich habe Sie uns lassen lassen."


STORY
Scott Lang hat gerade eine Gefängnisstrafe aufgrund eines schweren Diebstahls verbüßt und will nun endlich ein normales Leben führen - schon seiner kleinen Tochter zuliebe. Doch Geldknappheit und die abwehrende Haltung seiner Exfrau führen doch dazu, dass er erneut ein Ding durchzieht. Alles, was sich dabei jedoch im Safe des Hauses, in das er einbricht, befindet, ist ein Anzug. Und als er diesen anzieht, wird er unversehens geschrumpft. Wie sich herausstellt, wurde er von einem der intelligentesten Entwickler der Welt als Superheld Ant-Man vorgesehen und muss nun die Welt retten, um seine Tochter je wiedersehen zu können...

MEINE MEINUNG
"Ant-Man" gehört in den Comics eigentlich von jeher zu den Avengers, hatte bisher allerdings noch nie einen Solo-Film und kam auch in keinem der Assemble-Filme vor. Nun gibt es endlich auch seine Origin-Story auf der großen Leinwand zu sehen, die sich in den Grundzügen natürlich nicht anders gestaltet als viele bisher gesehene - sich von der Größe her im wahrsten Sinne des Wortes aber doch deutlich abhebt.

Paul Rudd ist, wie nicht anders von ihm zu erwarten, äußerst spielfreudig in seiner Rolle als Scott Lang. Die Mischung aus Sehnsucht nach seiner Tochter, dem Wunsch nach einem normalen Leben und der Faszination des Diebstahls gelingt ihm sehr gut. Michael Douglas ist als Hank Pym ebenso überzeugend, vor allem in den überraschenden komischen Momenten, in denen man ihm seinen Spaß anmerkt. Die einzige weibliche Hauptfigur, Hope, wird porträtiert von Evangeline Lilly, die die unterkühlte wie auch kämpferische Art gut darstellt, ihre recht schnelle Wandlung ist allerdings nur begrenzt glaubwürdig. Die anderen Figuren sind wie immer eher ein wenig stereotype Side-Kicks, die die Handlung aber immer wieder auflockern - insbesondere Michael Peña als etwas zu redseliger Luis. Als einzige enttäuscht hat mich die Figur des Darren Cross, die einfach zu stereotyp angelegt ist, woran auch Corey Stoll nichts ändern konnte.

Die Geschichte hebt sich dann insbesondere in dem Aspekt von denen der anderen Superhelden ab, dass Scott Lang ein verurteilter Verbrecher ist und damit im Gegensatz kein wirklich wohlhabendes und gutes Privatleben führt. Ansonsten gibt es selbstverständlich ein paar Diskrepanzen zwischen einigen der Figuren, eine kleine Liebesgeschichte, einen irren Bösewicht und viele Kämpfe. Dass das übliche Schema einen hier nicht stört, liegt insbesondere an der Drehweise: Dass Ant-Man eben immer wieder klein und groß werden kann, um seine Gegner zu überraschen, und dass er dabei ihm hörige Ameisen nutzt, die ihm auf verschiedene Weisen helfen, ist ebenso klasse anzusehen wie die überaus faszinierende Mikro-Sicht, wenn er sich in seiner kleinen Größe fortbewegt. Hinzu kommt noch der Humor, der nicht selten zu lautem Lachen führt, weil insbesondere der Situationswitz so gut wie immer zündet. 

Klasse ist an diesem Abschluss der 2. Phase des "Marvel Cinematic Universe" ebenso, dass hier tatsächlich einige wichtige Ereignisse der letzten Filme aufgegriffen werden - wie etwa die "fliegende Stadt" aus "Age of Ultron" oder der angegriffene Bucky Barnes aus "Winter Soldier". Auch der Cameo eines der Avengers bleibt nicht aus, ebenso wie ein Vorausblick auf den nächsten Film, mit dem in die 3. Phase gestartet wird. [Wie immer gilt hier: Auch bis nach den End-Credits sitzen bleiben!] Nach dieser gelungenen Origin-Story kann man sich da auch gut eine Rolle im nächsten Treffen der Superhelden vorstellen, denen Ant-Man sicherlich eine Hilfe sein könnte. Das Ende des Streifens macht so oder so zumindest aber große Lust auf einen 2. Teil. 

FAZIT
"Ant-Man" ist teilweise ein Marvel-Film wie man ihn schon des Öfteren gesehen hat, gleichzeitig bringt er mit seiner anderen Perspektive, einem Verbrecher als Helden und den vielen Bezügen zu den anderen schon gesehenen Superhelden auch etwas Neues mit sich. Und ebenso durch den richtig guten Humor gelingt daher wieder einmal große Unterhaltung. Nur die wenigen weiblichen Figuren [genau zwei!] hinterlassen einen schalen Nachgeschmack. Insgesamt gibt es für den Film von mir also gute 4 Punkte. 



0 Kommentar/e:

Kommentar veröffentlichen

Empfohlener Beitrag

[Serienrezension] Tote Mädchen lügen nicht

2017 Reading Challenge

Kittyzer has read 1 book toward her goal of 60 books.
hide

Meine aktuelle Lektüre

Meine aktuelle Lektüre
"Tote Helden" von Michael Peinkofer [125/528]

Mein letzter Kinobesuch

Mein letzter Kinobesuch
"John Wick: Chapter 2" am 16.02.
Folge mir auf Facebook
Folge mir auf Twitter