Back Down to Earth

[Kurzspots] Männerhort, The Maze Runner, In the Flesh, Robocop, Who Am I

In letzter Zeit merkt man, dass ich alles so ein bisschen schleifen lasse, um in der Schule überhaupt noch ansatzweise mitzukommen. Daher ist es hier momentan ein wenig ruhig. Nun habe ich aber grade mal ein paar kurze Tage Leerlauf, und da sollen in paar Kurzspots zu verschiedenen Filmen und Serien natürlich nicht zu kurz kommen. Wie man sieht sind dieses Mal auch drei vor einigermaßen kurzer Zeit gelaufene Kinofilme dabei, bei denen ich mir keine große Resonanz ausgemalt habe. Daher nun hier, etwas dazu zu sagen habe ich ja trotzdem ;)

Männerhort
mit Christoph Maria Herbst, Elyas M'Barek, Detlev Buck
Frauen sind schreckliche Nervensägen, finden Erroll, Lars und Helmut. Deswegen haben sie sich an einem geheimen Ort einen Platz geschaffen, an dem sie gemeinsam existieren können, wie sich das für echte Männer gehört: Mit Bier, Chips und Fußball. Doch eines Tages wird ihre Ruhe empfindlich gestört...

Deutsche Komödien und ich werden wohl niemals Freunde werden - das ist mir nach dieser Peinlichkeit von Film wieder klar geworden. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wieso ich mich dazu habe überreden lassen [wo ich mich doch schon über das von "Das ist das Ende" geklaute Plakat so aufgeregt habe], aber es ist passiert, und ich habe es hinterher bitter bereut. Denn es geschieht nicht nur einfach nichts Nennenswertes über die gesamten anderthalb Stunden - noch nie haben sich 98 Minuten so lang angefühlt -, weil es leider keinen roten Faden gibt; nein, die "Gags" sind auch noch pubertär, widerlich und insgesamt wenig witzig. Ich mag sowohl Christoph Maria Herbst als auch Elyas M'Barek, aber während ersterer einfach einen schrecklichen Charakter spielt, hat letzterer eigentlich permanent den gleichen Gesichtsausdruck drauf. Ich für meinen Teil habe mich schrecklich gelangweilt, da konnte auch der Schmollmund von Cosma Shiva Hagen nichts mehr rausreißen. 1,5 Punkte.

The Maze Runner: Im Labyrinth
mit Dylan O'Brien, Kaya Scodelario, Thomas Sangster
Thomas wacht in einem Aufzug auf. Er hat keinerlei Erinnerungen daran, wer er ist und er weiß auch nicht, wo er sich befindet. Als der Aufzug sich nach seiner Fahrt jedoch öffnet, erwartet ihn eine Schar Jugendlicher auf einer Lichtung. Diese ist umgeben von den Mauern eines Labyrinths, das von schrecklichen Wesen bewohnt wird. Und es ist der einzige Weg, zu entkommen...

James Dashner konnte mich mit dem 1. Band seiner "Die Auserwählten"-Trilogie vor einigen Jahren sehr begeistern, keine Frage also, dass die Verfilmung im Kino angeschaut wurde. Insgesamt bin ich mit der Umsetzung auch durchaus zufrieden. Dylan O'Brien ist ein glaubwürdiger Hauptdarsteller, der insbesondere die Lauffähigkeiten, ebenso aber auch die Intelligenz seiner Figur gut verdeutlicht. Alles in allem wirkt das ganze Szenario etwas steriler als im Buch und auch nicht ganz so mitreißend, was möglicherweise daran liegt, dass man sonst zu keinem Charakter eine wirkliche Bindung aufbaut, auch nicht zu Teresa. Und die Action-, sowie Griewer-Szenen sind zwar wendungsreich und ziemlich spannend, die Dialoge wirken aber eher gestelzt. Zudem gibt es im Showdown am Ende eine Szene, die so nicht funktionieren kann und im Buch viel besser gelöst wurde  - da verliert das Ganze teilweise arg an Glaubwürdigkeit. Patricia Clarkson zum Schluss reißt dies aber mit ihrer bloßen Präsenz wieder raus und hat mir spontan einen Quietscher entlockt. Mit ihr als Strippenzieherin könnte uns im vielleicht entstehenden 2. Teil möglicherweise noch einiges erwarten. Von mir gibt es 3,5 Punkte für das vorhandene Potenzial, sich zu steigern.

In the Flesh
mit Luke Newberry, Emily Bevan, Emmett J. Scanlan
Ein paar Jahr nach dem Aufstand der blutrünstigen Untoten ist es den Wissenschaftlern gelungen, ein Serum zu entwickeln, das diese wieder in Menschen zurück verwandelt. Kieran ist einer dieser ehemaligen Zombies und wird wieder in die Gesellschaft integriert - wo ihm Hass und Furcht entgegen schlagen.

Das Thema mit den Zombies ist schrecklich ausgelutscht, wie ich finde, auch bei "The Walking Dead" schlafe ich regelmäßig ein. Da ist es sehr erfrischend zu sehen, wie "In the Flesh" an dieses Thema nun vollkommen anders herangeht. Denn nicht nur ist die Z-Apokalypse schon vorbei, auch war während dieser das Ziel der Untoten tatsächlich das Fressen der Menschen, nicht das Infizieren - denn auferstanden sind nur diejenigen, die bereits vorher tot waren. Das Interessanteste an der Story ist aber eben einfach, dass der Protagonist selbst einmal ein Fleischfresser war und nun in seine alte Familie, seine alte Welt zurück soll, was sowohl ihm als auch seinen Mitbürgern schreckliche Angst macht. Denn auch wenn die Infizierten von der Regierung "PDS-Leidende" genannt werden [PDS = Partial Deceased Syndrom, also teilweise verstorben], macht das ihre Taten während ihrer unbewussten Zeit als lebende Leichen nicht ungeschehen. Erschwerend kommt hinzu, dass seine Schwester sich der Bürgerwehr angeschlossen hat, die auch gegen die geheilten Zombies vorgeht. Die Serie behandelt also viele verschiedene Themen: Verlust, Hass gegen Minderheiten und Familie, hinzu kommen noch Homosexualität und Schuld - im Grunde wird alles abgedeckt und kann problemlos auf die Wirklichkeit übertragen werden. Interessierte sollten allerdings über gute Englisch-Kenntnisse verfügen, denn auf Deutsch gibt es das Ganze nicht, und alle Beteiligten sprechen Englisch mit starkem britischen Akzent. Wer sich das jedoch zutraut, wird mit einer sehr originellen Geschichte belohnt werden, bei der momentan noch auf Staffel 3 gehofft werden kann. 4,5 Punkte.

Robocop
mit Peter Weller, Nancy Allen, Kurtwood Smith
Der Cop Alex Murphy wird bei einem Einsatz brutal von einer Bande Gangster ermordet. Doch durch ein Programm wird er teilweise mit einem Roboter verschmolzen und so wieder zum Leben erweckt. Während er anfangs eine willenlose Maschine ist, erlangt er jedoch bald einige Erinnerungen zurück - und bemerkt, dass etwas Böses im Gange ist.

Bekanntermaßen wurde "Robocop" Anfang des Jahres in FSK-12 neu aufgelegt und äußerst schlecht aufgenommen. Ich wollte es trotzdem probieren und gedachte daher, den Streifen als Schnäppchen zu kaufen - ohne zu wissen, dass es die Version von 1987 ist. Nun gut, nicht zu ändern, so ein Klassiker muss ja auch mal sein, und ich habe mich zugegebenermaßen gut amüsiert. Heutzutage würde man das, was man hier geboten bekommt, eindeutig als Trash bezeichnen, und nicht mehr. Hier werden mit Schrotpistolen ganze Gliedmaßen abgeschossen, Menschen überleben Kopfschüsse und Säure ätzt nicht die Haut weg, sondern lässt sie wie Gummi zerfließen. Das ist einfach so doof, dass es schon wieder gut ist, und wenn man bedenkt, dass das Ganze tatsächlich schon fast 30 Jahre alt ist, kann man da wegen der Technik auch schon wieder keinen Vorwurf machen. Kurtwood Smith ist als Bösewicht außerdem ziemlich cool, und der sich abgehackt bewegende verfeindete Roboter ist zum Schießen. Mit so einer Story, wie sie einem hier geboten wird, kommt zur jetzigen Zeit nichts mehr durch, aber für damals...gebe ich famose 3 Punkte und empfehle den Streifen jedem, der mal ein bisschen Spaß haben will.

Who Am I
mit Tom Schilling, Elyas M'Barek, Wotan Wilke Möhring
Benjamin ist unsichtbar, so fühlt er sich jedenfalls. Nur wenn er hackt, etwas, das er richtig gut kann, glaubt er, sich beweisen zu können. Eines Tages schließt er sich mit drei anderen klugen Köpfen zusammen, um den berühmten MRX zu beeindrucken, der ihr großes Vorbild ist. Doch der stellt ihnen eine Falle, und bald ist die Polizei hinter ihnen her...

Wie mit den Komödien verhält es sich üblicherweise in deutschen Gefilden auch mit den Thrillern: Sie sind schlecht. Überraschend also, dass "Who Am I" da tatsächlich mal eine richtig ordentliche Ausnahme bildet. Nicht nur, dass die Geschehnisse rund ums Hacken hier tatsächlich sehr glaubwürdig wirken, weil alles tatsächlich in Englisch passiert - auch die Darsteller wissen in ihren Rollen definitiv zu überzeugen. Tom Schilling ist ein wunderbarer Benjamin, der zwischen Unsicherheit und frechem Mut steht; Elyas M'Barek spielt seine Paraderolle als cooler Frauenheld; Wotan Wilke Möhring überzeugt als etwas freakiger Kumpan. Die Story ist wendungsreich und vor allem spannend, bleibt dabei aber fast immer äußerst glaubwürdig. Insbesondere das Ende überzeugt mit zwei Überraschungen, die durchaus zu begeistern wissen, auch wenn der Weg, auf dem die Lösung erkannt wird, doch etwas zu einfach ist. Dennoch hat man hier das Gefühl, dass sich richtig Mühe gegeben wurde, eine Geschichte abseits des Mainstreams zu erzählen, und das ist nicht immer, aber oft, gelungen. Dafür gebe ich gerne sehr gute 3,5 Punkte und den Rat zum Ausprobieren.

   Kommentare:

  1. Ich fand auch den Trailer zu Männerhort so schlecht, dass ich ihn nicht geguckt hab und nicht gucken werde. Dafür hab ich gestern auch endlich mal "Fack ju Göhte" gesehen (keine Ahnung wie man das richtig falsch schreibt) und der hat mir schon ziemlich gut gefallen.
    Ebenso wie "Who am I", den fand ich echt klasse, hat mich sehr positiv überrascht!
    "The Flesh" hört sich auch sehr interessant an, merke ich mir mal :)

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    1. Wie gesagt - ich wollte "Männerhort" eigentlich auch gaaaar nicht sehen, aber ich war halt gezwungen und bereue es bitterlich :D
      Und "Fack ju Göhte" mochte ich auch, die Story ist natürlich Humbug, aber die Gagdichte reißt es einfach raus, daher freue ich mich auch schon auf Teil 2 nächstes Jahr ;)
      Ich freue mich sehr, dass ich bei dir Interesse für "In the Flesh" wecken konnte - die Serie lohnt sich definitiv.

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  2. Ich denke mal, ich werde noch ein Weilchen warten, bis ich mir den "Maze Runner" anschaue. Vielleicht irgendwann gemütlich auf Blue-ray, heute und morgen muss das nicht unbedingt sein. Irgendwann will ich ihn aber sehen ;)

    Liebe Grüße.
    Tina

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    1. So dringend ist es mit dem "Maze Runner" auch nicht - aber sehenswert ist er durchaus. Die Darsteller sind klasse und Patricia Clarkson ist immer einen Blick wert, auch in einer Gastrolle :D
      Hoffe sehr, dass du dich dann unterhalten fühlst!

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  3. Also bei Männerhort war mir gleich klar, dass das nichts für mich ist. Ich bin auch nicht unbedingt der größte Fan von deutschen Komödien, da passt der Spruch "hat man eine gesehen, kennt man alle" meist sehr gut, deshalb habe ich auch diese Komödie, obwohl ich Elyas auch sehr mag, gemieden und habe nach deiner Kritik damit wohl auch nichts falsch gemacht.

    The Maze Runner habe ich auch gesehen, jedoch habe ich das Buch noch nicht gelesen, das hatte ich mir letztens erst gekauft und fand den Film deshalb wirklich gut. Ich mag einfach Fantasy Filme dieser Art und war deshalb auch sofort von diesem Film begeistert. Zudem bin ich echt ein rießiger Dylan O'Brien Fan, schon in Teen Wolf hat er gezeigt, dass er ein wirklich talentierter Schauspieler ist und es freut mich einfach das er nun auch auf der Leinwand seinen großen internationalen Durchbruch hat.

    Mein Interesse geweckt hast du übrigens mit In The Flesh, weil ich hier die Idee auch sehr interessant finde. Ich mag Zombie Geschichten sehr gerne, auch The Walking Dead, finde es aber toll das man hier einmal einen ganz anderen Ansatz wählt. Vor Englisch schecke ich nicht zurück, finde den O-Ton eh immer viel besser, da kommen die Emotionen und Gags einfach besser rüber, deshalb schaue ich fast alles im Original. Auch Who Am I macht mich neugierig, habe jetzt schon sehr oft gehört, dass dieser Film doch sehr gut ist. Somit bin ich nun doch neugierig und generell finde ich es toll, wenn man sich in Deutschland auch mal an was anderes als Komödien wagt.

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    1. Bei "Männerhort" hast du nichts falsch gemacht, nein. Das Theaterstück, auf dem der Streifen basiert, soll ja wohl sehr gut sein, aber alle Kritiken geben mir Recht: Die Adaption ist großer Mist :D Ab und zu gibt es ja mal ganz nette deutsche Komödien, aber diese hier zählt echt nicht dazu...

      Es freut mich, dass dir "Maze Runner" so gut gefallen hat - den Hauptdarsteller, ebenso wie einige der anderen Schauspieler, fand ich auch gut gewählt und vor allem überzeugend. Mir hat hier nur ein bisschen was gefehlt, um dem Ganzen die nötige Glaubwürdigkeit zu verleihen und insbesondere das Ende fand ich ziemlich blöd, als der eine da noch mal angerannt kommt, was gar nicht funktionieren kann :D
      Auf Teil 2 bin ich aber dennoch gespannt, besonders wegen - ich erwähne es zu gerne - Patricia Clarkson ;)

      Und ich bin wahnsinnig begeistert, dass ich bei dir auf Interesse stoße mit meinem Bericht über "In the Flesh". Ich würde mich total über deine Meinung freuen, solltest du es mal probieren. Ist halt ganz anders als der sonstige Einheitsbrei, weil sich eben vor allem mit dem Thema der Ausgrenzung und des Hasses auseinander gesetzt wird sowie mit den Grünen für das "Rising".

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  4. Ich liebe 'In The Flesh', die Serie ist eine wunderbare Empfehlung!

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