Back Down to Earth

[Filmrezension] Hercules

"Die erste Lektion für heute: Wie ersteche ich mich nicht selbst?"

Mein nächster Kinobesuch:STORY
Der Legende nach ist Herkules der Sohn einer Sterblichen und des Gottes Zeus, daher ein Halbgott und mit unmenschlicher Stärke gesegnet. Wahr oder nicht, Herkules hat schon viele Schlachten gewonnen, ob nun gegen Heere oder übernatürliche Monster. Als er gegen einen Haufen Gold nun König Cotys dabei helfen soll, das Land Thrakien wieder zu einem unter seiner Herrschaft zu vereinen, stürzt er sich in die Schlacht. Doch nicht alles entwickelt sich so wie erwartet...

MEINE MEINUNG
"Hercules" ist die zweite Verfilmung um den Halbgott, die dieses Jahr in die Kinos kommt - und wartet genau wie die erste mit muskelbepackten, halbnackten Männern, schönen Frauen und viel Action auf. Dieser Streifen hat jedoch zwei Vorteile: Er hat Dwayne Johnson - und John Hurt. Unterlegt mit stimmungsvoller Musik von Fernando Velázquez entsteht so ein mitreißendes Spektakel voller Schweiß, Waffenklirren und Kampf, das die anderthalb Stunden Laufzeit hindurch gut unterhält.

Ich bin nicht sicher, ob der Film auch so gut funktionieren würde, wenn nicht Dwayne Johnson die Figur des Herkules übernommen hätte - denn seine raubeinige Coolness und sein kämpferischer Charme sind so leicht nicht nachzumachen, und obwohl er ursprünglich nun wirklich nicht aus der Schauspiel-Sparte kommt, nimmt man ihm auch seine Wut, seine Liebe und seinen Gerechtigkeitssinn ab. Ebenso können seine 5 Sidekicks mit ihren unterschiedlichen Stärken und Geschichten punkten - vor allem Rufus Sewell als barscher Autolycus und Ian McShane als todsehender Amphiaraus. Besondere Hingucker sind jedoch definitiv John Hurt in der Rolle des Cotys und Joseph Fiennes als König Eurystheus, die beide ein Geheimnis haben.

Der Trailer gaukelt einem eine etwas andere Geschichte vor, als man sie im fertigen Film dann tatsächlich erlebt - von den 12 Aufgaben des Herkules erfährt man nur in Rückblicken und aus den Geschichten von Iolaos, stattdessen geht es um den Krieg im Land Thrakien, den Hercules mit seinen Mitstreitern zu beenden versucht. Gleichzeitig nimmt jedoch auch Hercules' Vergangenheit mit seiner Familie einen kleinen Teil der Handlung ein, in dem noch ein paar - allerdings eher offensichtliche - Geheimnisse gelüftet werden müssen. Trotz der wenig überraschenden Story mit nur ein bis zwei Wendungen, gelingt es dem Ganzen dennoch, durchgehend zu fesseln. Das mag sicherlich auch daran liegen, dass einem die vielen Kampf-Szenen gar nicht so viel Zeit lassen, über den Inhalt nachzudenken.

Diese sind nämlich, wie sich das für einen Actioner gehört, sehr gut choreografiert und beeindrucken vor allem, weil die verschiedenen Techniken der Krieger so gut miteinander harmonieren - besonders die der Söldner aus Herkules' Team. Da sind Bogenschützen, Axtschwinger und Hellseher, und dazwischen der Halbgott mit seiner Stachelkeule. Etwas enttäuschend ist natürlich die geringe Charakterentwicklung und, dass nicht wirklich auf den Mythos um Herkules' Herkunft eingegangen, sondern stattdessen eher die "Du kannst alles, wenn du es willst"-Kamelle ausgereizt wird. Aber zu viel sollte man eben auch nicht erwarten, und wer mit spannendem Popcorn-Kino rechnet, wird nicht enttäuscht werden.

FAZIT
"Hercules" ist natürlich kein anspruchsvolles oder hochwertiges Kino, aber diese Vorstellung sollte man von einem Action-Film wohl auch nicht haben. Wer auf der Suche nach richtig guter Unterhaltung mit etwas Witz und begeisternden Kämpfen ist, ist hier richtig. 4 Punkte.



   Kommentare:

  1. Wirklich eine toll geschriebe Kritik, die mich nur noch neugieriger auf diesen Film macht. Das der zuerst veröffentliche Hercules Film mit Kellan Lutz nicht wirklich erfolgreich sein würde, hat mich nicht überrascht, denn er hat einfach nicht in die Rolle gemacht. Dwayne macht einfach schon im Trailer eine gute Figur und passt perfekt. Das macht einfach schon Lust auf mehr.

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  2. Konban wa, Ashai san.
    Eine Leinwandpräsenz & ein geschicktes Händchen für die Figuren, die er zu spielen vermag, ist dem ehemaligen Wrestler nicht zu nehmen. Persönlich sind mir Darsteller wie Dwayne Johnson lieber, als gern gefeierte Löcher in der Landschaft. :-)

    Genial sind auch Leute wie Rufus Sewell und John Hurt, der jetzt wahrlich seit Ewigkeiten seine Marken zu setzen versteht.

    Auch wenn der Film keine erzählerische Tiefe, gehört er wohl zu jenen bei den man/frau nicht das Gefühl erhält, Lebenszeit verschwendet zu haben.

    Na und die Mädels werden an den trainierten Mannen ihre Freude gehabt haben.
    :-)

    bonté

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  3. @bknicole:
    Vielen Dank für das Kompliment, ich freue mich, dass ich dein Interesse wecken konnte!
    Das zum Film mit Kellan Lutz sehe ich auch so - er sah einfach nicht aus wie Herkules, und auch die Story wirkte wenig spannend.
    Solltest du dir diesen Film hier tatsächlich angeschaut haben, würde ich mich freuen, wenn du mir deine Meinung mitteilst, ich bin doch sehr neugierig ;)

    @RoM:
    Ich kann mich dir natürlich nur anschließen - früher war Dwaynes Auswahl nicht so vom glücklichen Händchen geprägt [Die Reise zum magischen Berg...], aber mittlerweile etabliert er sich meiner Meinung nach doch recht deutlich.
    Und Rufus Sewell und John Hurt habe ich ja auch sehr gern erwähnt, ohne die beiden wäre das Ganze vielleicht auch nicht so glänzendene Unterhaltung ;)
    Manchmal muss es eben keine große Story sein, um Spaß zu haben - und die Männer haben da sicherlich ihren Teil zu getan, wohl war :D

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