Back Down to Earth

[Laberparade] Bad Neighbors

"Wir wollten euch nur in der Nachbarschaft begrüßen." - "Willkommen!" - "Und dann, naja..." - "Seid nicht so laut!"

STORY
Mac und Kelly sind ein relativ junges, noch frisch verliebtes Paar mit Kind, das sich endlich den Traum vom eigenen Haus erfüllt hat. Alles läuft wunderbar - bis plötzlich neue Nachbarn neben ihnen einziehen: Eine Studentenverbindung! Während sie sich anfangs insbesondere mit deren Präsidenten Teddy noch gut verstehen, gibt es bald Spannungen aufgrund der lauten Partys. Um die jungen Leute wieder aus der Straße zu vertreiben, hecken Kelly und Mac einen Plan aus. Doch dieser geht nach hinten los, und plötzlich herrscht Krieg...

MEINE MEINUNG

CHARAKTERE
Mac und Kelly sind sich in ihrem Aufbau als Charaktere irgendwie seltsam ähnlich. Beide möchten sie anfangs nicht gern zugeben, dass sie älter geworden sind, beide machen sie versaute und blöde Witze, beide geben sie sich der Vorstellung hin, durch ihre Aktionen noch einmal jung zu sein. Sie sind keine direkten Spießer, was gefällt, ihre übertrieben abgedrehte Art geht einem aber auch ein wenig auf die Nerven. Teddy ist das Klischee eines Studenten, liebt Partys und geht selten zum College - da ist nichts wirklich Besonderes zu finden, und auch ansonsten bleiben die Figuren, wie etwa sein bester Kumpel Pete, relativ blass und zeichnen sich oft nur durch die wirklich miesen Gags aus, die einfach alle in petto haben [sogar Polizisten].

SCHAUSPIELER
Bei solchen Charakteren wird natürlich keine übermäßig gute Schauspiel-Leistung gefordert und so gibt es eigentlich keinen Ausfall zu bemängeln. Seth Rogen ist der Spaßvogel wie man ihn kennt und dreht insbesondere in Streit-Szenen ziemlich gut auf, Rose Byrne gibt glaubwürdig auf der einen Seite die fürsorgliche Mutter und auf der anderen Seite die fiese Pläne ausheckende Nachbarin, und Zac Efron darf, auch wenn er meistens nichts anderes tut als ohne T-Shirt seine Muskeln beleuchten zu lassen, in den ernsteren Szenen durchaus überraschen. Schade finde ich leider die Verschwendung von Cristopher Mintz-Plasse, der eigentlich viel mehr kann als mit seinem extragroßen Penis zu protzen, oder auch Lisa Kudrow, die wieder einmal nur die ignorante Schlange gibt. Dafür darf immerhin Dave Franco mal wieder eine etwas größere Rolle übernehmen, und vor allem die Robert de Niro-Szene meistert er ziemlich gekonnt.

GESCHICHTE
Der Inhalt von "Bad Neighbors" ist vielleicht nicht wirklich neu, aber definitiv ein guter Ansatz, um einige abgedrehte und witzige Szenarios in Gang zu bringen. Ersteres ist auch gelungen - letzteres leider nicht wirklich. Es dauert erst einmal einigermaßen lange, bis der Kampf so richtig ausbricht, und selbst dann schaukelt er sich nicht so hoch, wie man das gern gehabt hätte. Zudem besitzt das Ganze einige Längen, denn nicht selten gibt es Dialoge zwischen einzelnen Figuren im Film, in denen diese sich doppelt und dreifach in ihren Aussagen wiederholen - wie etwa zum Ende hin, als Mac und Kelly ein endlos langweiliges Gespräch in ihrem Bett führen. Mal ganz abgesehen davon, dass die einzelnen Vorgänge wenig glaubwürdig sind [dies muss ja allerdings bei einer Komödie auch nicht immer der Fall sein], ist der gesamte Verlauf und Ausgang extrem vorhersehbar, zum Beispiel auch das Zueinander-Finden zweier Charaktere, und insofern ermüdend.

UMSETZUNG
Das große Problem des Filmes ist einfach der Trailer - denn wenn man den gesehen hat, kennt man auch bereits die besten Gags. Es gibt insgesamt nur wenig Neues, über das richtig gelacht werden kann, und das kann nicht den faden Geschmack überdecken, der bei einem im Laufe der Zeit aufkommt. Ich jedenfalls fühlte mich des Öfteren eher veralbert ob der schrecklichen Dialoge. Mal ganz zu schweigen davon, dass die Witze wie so oft zum Großteil unter die Gürtellinie gehen, was mich sonst eigentlich gar nicht stört, mir hier aber oftmals nur gewollt erschien. Einen Pluspunkt bekommt der Streifen von mir aber zugeschrieben: Für das zuckersüße Baby, das auch mich immer mal wieder zu einem entzückten Seufzer gebracht hat. 

FAZIT
Nach "Das ist das Ende" von letztem Jahr, das aus den Händen derselben Leute stammt wie dieser Film hier, hätte ich eigentlich erwartet, dass mir "Bad Neighbors" zusagen würde - aber der Schuss ist irgendwie nach hinten losgegangen. Das Ganze erschien mir mehr wie eine überlange Werbung für Zac Efrons Bauchmuskeln und insgesamt gibt es wenig Lacher. Von mir keine Empfehlung, das Ausprobieren könnte aber durchaus nicht schaden. Ganz knappe 2,5 Punkte.



   Kommentare:

  1. Grüß Dich, Sonne.
    "...eine überlange Werbung für Zac Efrons Bauchmuskeln."
    Chapeau!
    Besser läßt sich ein Fließbandfilmchen in einem Satz nicht versenken.

    Für eskalierende Nachbarschafts-Inferni sind eigentlich Stan & Oli seit filmischen Ewigkeiten ungeschlagen. :-D

    bonté

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  2. @RoM:
    Tja, "eskaliert" ist hier jedenfalls nichts, so viel ist sicher. Außer eben die Workout-Zeit von Efron. *seufz*

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  3. Schade :-( In den Film wäre ich auch fast rein gegangen.
    Dann lohnt sich wohl höchstens ein Besuch in der Videothek...

    LG Dene

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  4. @Dene:
    Also ich kann ja nur für mich sprechen. Eine Freundin fand ihn total klasse, dafür mochte sie zum Beispiel "Das ist das Ende" nicht. Das ist ganz einfach absolut Geschmackssache, für mich hat es hier nicht gepasst, leider...

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