Back Down to Earth

[Filmrezension] X-Men: Zukunft ist Vergangenheit

"Ich will deine Zukunft nicht! Ich will deinen Schmerz nicht!"

STORY
In der Zukunft werden die Mutanten von in den 60er-Jahren entwickelten sogenannten Sentineln gejagt und nacheinander getötet. Die einzige Chance, der vollständigen Auslöschung der Superhelden entgegen zu wirken, ist, in die Vergangenheit zu reisen und den Bau zu verhindern. Also schickt Shadowcat Wolverine einige Jahrzehnte zurück, wo er es irgendwie schaffen muss, nicht nur Professor X, zu jener Zeit psychisch sehr angeschlagen, sondern auch dessen Erzfeind Magneto von seinem Plan zu überzeugen. Und die Feinde kommen in der Zukunft derweil immer näher...

MEINE MEINUNG
Ich bin ja zugegebenermaßen kein großer Fan der alten X-Men-Filme, die mir irgendwie immer albern vorkamen, aber seit der etwas neueren Orientierung, die mit "Letzte Entscheidung", einem Prequel, begann, kann auch mich das Franchise begeistern. In "Zukunft ist Vergangenheit" werden nun auch die älteren Ichs der Superhelden wieder eingeführt, wobei der Film ebenso ein Sequel zu den alten Filmen darstellt als auch zu "Wolverine" von letztem Jahr. Und obwohl Zeitreise nicht meine bevorzugte Thematik ist, ist genau dieser Aspekt hier durchaus sehr interessant gelungen.

Hauptdarsteller ist wieder einmal Hugh Jackman, der erneut den etwas mürrischen und sehr toughen Wolverine gibt. Langsam wird das ewige Augenmerk auf diese Figur zwar langweilig - aber ansonsten ist seine Darstellung mal wieder phänomenal. James McAvoy spielt wieder den jungen Charles Xavier und zeigt besonders in den schmerzvollen Szenen sein gesamtes Talent, und Michael Fassbender brilliert ebenso als in seinen eigenen Vorstellungen gefangener Magneto. Ellen Page ist als Kitty Pryde wieder im Team und, da muss ich wohl nicht viel mehr sagen, beweist, weshalb sie eine der vielversprechendsten Jungschauspielerinnen ist. Überraschen kann besonders Evan Peters als frecher und lässiger Quicksilver und grandios ist selbstverständlich auch Peter Dinklage als Trask, der einerseits fasziniert ist von den Mutanten, sie gleichzeitig jedoch auch fürchtet. Insgesamt gibt es im Cast keinen einzigen Ausfall - ein grandioses Ensemble, das vor allem in den gemeinsamen Szenen spitzenmäßig zu funktionieren weiß.

Die Story basiert auf dem zweiteiligen Comic "Days of Future Past" und hält sich bis auf einige Aspekte recht nah an diese Vorlage. Dennoch muss ich anmerken, dass das Ganze nichts wirklich Neues ist - nicht selten ist es schließlich die Aufgabe der Zeitreisenden, in der Vergangenheit etwas zu verhindern, das Jahre oder Jahrzehnte später katastrophale Folgen haben wird. Abgesehen davon kann die Geschichte jedoch insbesondere dadurch überzeugen, dass es nicht nur einen alleinigen oder übermächtigen Bösewicht gibt, sondern dass viele Aspekte zusammenwirken - Magnetos Wille, die Menschen zu unterwerfen; Mystiques Alleingänge; der Hass zwischen Charles und Eric, der eine Lenkung der Geschehnisse in positivere Bahnen immer wieder zu verhindern droht. 

Die Spannung lässt auf diese Weise kaum je nach und so weiß der Streifen vom Anfang bis zum Ende zu fesseln. Hinzu kommen da natürlich auch die gut gestalteten Kulissen wie auch die überzeugenden und richtig realistisch wirkenden Effekte. Im Gegensatz dazu steht dann leider das 3D, das nur an einer einzigen Stelle wenigstens ansatzweise zu erkennen ist - ansonsten wurde hier nur einmal wieder ein Aufschlag erhoben für eine Leistung, die mehr schlecht als recht geboten wird. Ebenso konnte mich das Ende leider nicht komplett überzeugen - es gibt zwar eine gute Auflösung des anfänglichen Problems, dafür ist die Schlussszene dadurch auch relativ kitschig geraten. Immerhin kann hier die kurze Sequenz nach dem Abspann entschädigen, die bereits einen phänomenalen Ausblick auf "X-Men: Apocalypse" 2016 gibt. Ich bin jedenfalls wieder dabei!

FAZIT
"Zukunft ist Vergangenheit" vereint dieses Mal sowohl das Cast der alten Filme als auch das der neuen - und schafft so zwei jeweils auf ihre eigene Weise sehr interessante Ebenen. Nicht alles sitzt perfekt, aber es ist ein spannender und gut gelungener Superhelden-Film, der auch einen Kinobesuch wert ist. Sehr gute 4 Punkte.




   Kommentare:

  1. Huhu,
    jetzt freu ich mich noch mehr auf dem Film :) Ich bin ja eher ein Fan der "alten X-Men" aber auch der mit den jüngeren Schauspielern konnte mich total überzeugen umso gespannter bin ich wenn das alles nun aufeinander trifft :)

    LG ♥

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  2. @Bountys Bücherwelt:
    Da ich erst so spät antworte [Asche auf mein Haupt!], warst du wahrscheinlich schon drin - und ich hoffe, dir hat der Film ebenso gefallen wie mir! Das Zusammentreffen des alten und des neuen Casts ist wirklich gelungen, fand ich ;)

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  3. Oh, zu dem kommt bei mir auch noch eine Rezi!

    Ich muss gestehen, dass ich die alten Filme gar nicht kenen :D, nur den zweiten, aber ich finde, man kann diesen hier auch sehr gut sehen, wenn man nur das andere Prequel kennt.

    Ich finde auch, dass das mit der Zeitreise gut gemacht wurde. Und durch das Ende haben sie ja auch fast alle möglichen Unterschiede zwischen den alten Filmen und den Prequels verhindert ;).

    Quicksilver fand ich auch klasse ;) - besonders diese eine Szene im Pentagon.
    Überhaupt ist der Cast wirklich grandios.

    Dass es nicht den einen Superbösewicht gibt, sondern viele Faktoren zusammenspielen, fand ich auch toll! Da kann man dann auhc drüber hinwegsehen, dass die Idee natürlich nicht soo furchtbar originell ist.
    Kennst du eigentlich die Comics?

    Stimmt, das 3D war mal wieder absolut unnötig -.-
    Und ja, irgendwie ist das Ende schon kitschig. Und irgendwie auch verwirrend, aber darauf kann man hier nicht weiter eingehen ohne zu spoilern.

    Die Szene am Schluss habe ich nicht gesehen, aber nach dem dritten Prequel muss doch dann mal Schluss sein, oder :D?
    Obwohl sie natürlich einfach die Geschichte noch mal neu schreiben könnten... ^^

    Ich stimme dir auf jeden Fall zu :). Der Film ist sehr gut gelungen!

    LG :)
    Charlie

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