Back Down to Earth

[Laberparade] Winter's Tale

"Ich wollte grade das Haus ausrauben." - "Wollen Sie das immer noch?" - "Nein. Nein, will ich nicht." - "Dann...gebietet es nun wohl die Höflichkeit, Ihnen eine Tasse Tee anzubieten."

STORY
Im Jahr 1914 lernt der Dieb Peter Lake die wohlhabende und schöne, aber auch todkranke Beverly Penn kennen, als er grade ihr Haus ausrauben will - und verliebt sich mit Haut und Haar in sie. Doch ihm sind finstere Gestalten auf den Fersen, weshalb sie durch ihn in Gefahr gerät. In letzter Sekunde kann er sie retten und flieht mit ihr auf den Landsitz ihrer Familie, wo die beiden zum Wunder füreinander zu werden scheinen.
Hundert Jahre später erwacht Peter Lake in einem Fluss und kann sich an nichts erinnern. Fortan sucht er nach seinen Erinnerungen und ebenso nach seiner Bestimmung...

MEINE MEINUNG

CHARAKTERE
"Winter's Tale" ist ein Märchen, und genau deswegen habe ich mir keine besonders vielschichtigen Charaktere ausgemalt, denn in Märchen geht es nun einmal meistens eher um die Geschichte und die Moral. Überraschenderweise hat dieser Film, auch wenn vieles in Schwarz und Weiß ist, doch sehr starke Figuren, die durchaus überzeugen können. Peter Lake beispielsweise ist zwar ein Dieb, aber keiner von der zwielichtigen Sorte - er ist kein schlechter Mensch und seine Willensstärke macht ihn sehr sympathisch. Beverly Penn leidet an Schwindsucht und hat nicht mehr lang zu leben, ihre Freude an den kleinen Dingen ist ihr jedoch noch nicht verloren gegangen. Klasse anzusehen ist auch der dunkle Pearly, der vor allem auf Rache aus ist, oder Beverlys zuckersüße und intelligente kleine Schwester Willa.

SCHAUSPIELER
Das besondere Leben geben den Charakteren aber vor allem die wunderbaren Schauspieler. Allen voran selbstverständlich Colin Farrell, der ganz offensichtlich nicht nur in Thrillern überzeugen kann, sondern auch in Liebesfilmen. Insbesondere jedoch Newcomerin Jessica Brown Findlay stellt die Facetten ihrer liebevollen Figur absolut überzeugend dar. Und auch Russell Crowe darf als Bösewicht Pearly wieder einmal sein gesamtes Können zeigen. Insgesamt überzeugt das gesamte Cast von vorne bis hinten - und sogar den überraschenden Gastauftritt eines bekannten Weltstars als Luzifer gibt es, den ich hier nicht spoilern will, um die Freude nicht zu verderben.

GESCHICHTE
Der Film ist, genau wie der Titel aussagt, ein Märchen durch und durch, und so gibt es nicht nur allerlei phantastische Wesen und Begebenheiten zu bestaunen, sondern auch die Liebesgeschichte geht recht schnell. Dies ist insofern schade, dass man die wachsende Zuneigung zwischen Peter und Beverly nicht miterlebt, die Gefühle der beiden füreinander sind aber dennoch gut ersichtlich. Die Story selbst ist sehr zauberhaft und niedlich, hat aber zwischenzeitlich auch seine kitschigen Phasen - und auch der Pegasus wirkt manchmal etwas fehl im Platze, wobei ich natürlich nicht beurteilen kann, ob dies in der Buchvorlage ebenso ist. Insgesamt hat das Ganze aber seine witzigen, schönen und vor allem spannenden Momente, sodass es auf jeden Fall nicht langweilig wird.

UMSETZUNG
Dies liegt sicherlich auch an den Effekten, die mir persönlich sehr gut gefielen. Oft wird mit dem Licht gespielt und von den bestimmten Zwecken dessen erzählt - beispielsweise erkennt Bösewicht Pearly Hinweise mehrmals durch die Art, wie sich das Licht in seinen gesammelten Diamanten bricht -, was die gesamte Darstellung zauberhafter wirken lässt. Allgemein sind auch die Kulissen wunderschön anzusehen und sogar in den Szenen, in denen Luzifer auftaucht, wird originell mit der Umgebung gespielt. Sicherlich, insbesondere der Schluss ist doch etwas kitschig, aber der immer wieder aufkommende Witz und die schönen Dialoge überwiegen hauptsächlich, und lassen den Streifen so zu einem sehenswerten Liebesfilm werden.

FAZIT
"Winter's Tale" ist nicht perfekt, dafür ist er an einigen Stellen zu kitschig und manchmal fehlt es an Würze und Länge. Ich bin mir relativ sicher, dass das Ganze in der 800 Seiten starken Vorlage besser umgesetzt wurde. Dennoch ist der Film spannend, manchmal witzig und zwischendurch auch sehr berührend - insbesondere also für Romantik-Fans bestimmt das Richtige. Ich vergebe gute 3,5 Punkte!



   Kommentare:

  1. Ich schaue ihn mir morgen an und bin schon ganz gespannt :D

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  2. Hi, Sonne.
    In einem positiven Tenor laßen mich die Bilder von 1914 an Dickens' "Great Expectations" denken; besser an die treffliche Verfilmung von 1946.
    Über Jessica Brown Findlay bin ich in der Miniserie "Black Mirror" zuerst gestolpert. Sehr wandlungsfähig!

    bonté

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  3. @Dani:
    Du hast den Film ja mittlerweile wahrscheinlich gesehen - was sagst du denn dazu? Würde mich mal interessieren ;)

    @RoM:
    Ich kann dir im Bezug auf Frau Findlay nur zustimmen, bin auch immer noch sehr begeistert. Die junge Dame werde ich definitiv im Auge behalten!
    Und die Bilder des Filmes sind wirklich wunderschön - auch wenn ich jetzt keinen Vergleich ziehen kann ;)

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