Back Down to Earth

[Filmrezension] Dallas Buyers Club

"Sie sind im Krankenhaus. Sie sind beinahe gestorben." - "Nun, ich wette, das hat jetzt niemanden überrascht."

Mein nächster KinobesuchSTORY
Der Elektriker Ron Woodroof fühlt sich schon seit längerer Zeit ein wenig schwach und krank, geht allerdings, weil er an eine einfache Erkältung glaubt, nicht zum Arzt. Erst als er zusammenbricht, gelangt er ins Krankenhaus, wo er die Diagnose HIV erhält. Er weigert sich, auf die Ärzte zu hören, und geht nur noch selbstzerstörerischer mit seinem Körper um - nimmt Drogen, Medikamente und Alkohol wild durcheinander. Bis schließlich wirklich AIDS aus seiner Erkrankung wird. Er beschließt, dass er sich und auch anderen helfen muss, und schmuggelt alternative und als nicht-toxisch eingeschränkte Medikamente nach Texas, die er dort verkauft...

MEINE MEINUNG
"Dallas Buyers Club" ist einer der Favoriten für die diesjährigen Academy Awards und durfte auch schon einige andere Filmpreise - unter anderem Golden Globes und die Goldene Kamera - einheimsen. Der Film basiert auf der wahren Geschichte des Ron Woodroof, der in Texas gegen eine Mitgliedschaft Medikamente verteilte, die weit weniger gefährlich waren als das damals zugelassene Mittel AZT. Dieser Handel jedoch war verboten, und so hatte Woodroof nicht nur immer wieder mit dem Zoll zu kämpfen, sondern auch mit der FDA...

Matthew McConaughey hat für seine Rolle ganze 12 Kilo abgenommen, und das sieht man ihm auch an. Nicht nur spielt er Ron mit all seinem Talent und haucht ihm Leben ein, er scheint dieser HIV-Kranke auch zu sein. Dabei gelingt es ihm hervorragend, dem Zuschauer mit seiner Homophobie und schrecklichen Ausdrucksweise zuerst furchtbar unsympathisch zu sein, sich dann jedoch zu einem tragbaren Hauptcharakter zu entwickeln. Noch grandioser ist jedoch Jared Leto als transsexuelle/r Rayon. Dieser ist ein vom Leben gebeutelter, lebenslustiger und zugleich tieftrauriger Mann, der im falschen Körper geboren wurde. Leto sieht zwar denkbar schlecht aus, auch das gehört jedoch zur Rolle - und er wirkt als Mischung aus Mann und Frau so überzeugend, dass man ihn nur vollkommen ins Herz schließen kann. Die übrigen Darsteller sind ebenfalls alle sehr überzeugend, überraschenderweise auch Jennifer Garner als Dr. Saks, die ich sonst gar nicht leiden kann, und sorgen dafür, dass der gesamte Streifen sehr lebendig wirkt.

Das einzige Problem des Filmes ist nur, dass er kontinuierlich auf demselben Niveau bleibt - es gibt keine besonderen Höhepunkte, die Spannung stagniert. Das Ganze ist nicht direkt langweilig, dafür ist die Geschichte zu wichtig; dafür sind die Charaktere zu gut. Aber wirklich fesselnd ist es auch nicht. Irgendwie fehlt der Witz und der Charme, der einen als Zuschauer wirklich dran bleiben lassen würde. Natürlich ist es ein ernstes Thema, das auch bloß nicht ironisch verschandelt werden sollte, trotzdem hätte ein wenig Lockerheit an der ein oder anderen Stelle sicherlich ganz gut getan. Denn so wirkt der Stoff zwischenzeitlich arg trocken und definitiv zu lang gezogen. Dennoch: Die Geschichte berührt. Insbesondere zum Ende hin, als uns eine geliebte Figur verlässt. Der Kampf Ron Woodroofs um die Rechte der AIDS-Patienten bleibt bis zum Schluss durchweg nachvollziehbar - und wer den Film verpasst, der verpasst ganz sicher auch ein wichtiges Thema.

FAZIT
"Dallas Buyers Club" war und ist schon allein aufgrund der grandiosen Leistung der Schauspieler zurecht für so viele Film-Preise nominiert. Insbesondere Matthew McConaughey und Jared Leto beeindrucken durch ihr Talent. Dagegen schwächelt die filmische Inszenierung das ein oder andere Mal aufgrund der Trockenheit. Insgesamt aber ein wichtiger, guter Film, den man sehen muss. 3,5 Punkte!



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