Back Down to Earth

[Laberparade] Snitch: Ein riskanter Deal

"Ich lasse auf keinen Fall mein Schicksal von diesen Leuten bestimmen."

STORY
Nachdem sein 17-jähriger Sohn Jason fälschlicherweise wegen eines angeblichen Drogenvergehens zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt wurde, gibt es für den Vorstadt-Familienvater John nur eine Möglichkeit, den Filius zu retten. Die knallharte Staatsanwältin Joanne Keeghan bietet ihm für die Freiheit seines Sohnes einen sogenannten "Snitch" an: Er muss sich den Behörden als Undercover-Ermittler zur Verfügung stellen und ihnen helfen, dem Drogenboss Malik das Handwerk zu legen...

MEINE MEINUNG


CHARAKTERE
John ist ein liebender Familienvater wie er im Buche steht: Er ist nicht nur bemüht darum, alles richtig zu machen und für seine Kinder und seine Frau dazu sein, auch kümmert er sich in jeglicher Hinsicht um seinen Sohn aus erster Ehe. Passend zu seiner Rolle hat er keine besondere Kampferfahrung, seine Verzweiflung macht ihn einfach nur mutig und damit auch glaubwürdig. Die sonstigen Charaktere haben eher wenig Laufzeit und die Bösen sind hauptsächlich böse, sein Weggefährte Daniel allerdings ist wie John ein sorgender Mann mit Ecken und Kanten, während die Staatsanwältin Kheegan überzeugend wirkt durch den Zwiespalt zwischen der Moral und dem Wunsch, ein paar Drogenbosse dingfest zu machen.

SCHAUSPIELER
Dwayne Johnson kennt man normalerweise nur als echte Kampfmaschine, muskelbepackten Retter der Welt und Kerl, der hauptsächlich in Unterhemden herumläuft. Da ist es umso überraschender, dass hinter den Muskelbergen tatsächlich auch echtes Schauspieltalent verborgen liegt. Vor allem erleben wir ihn hier nicht als harten Kerl, sondern als Vater, der seinen Gefühlen freien Lauf lässt. Erfrischend! Susan Sarandon spielt ihn als Joanne Kheegan zwar meiner Meinung nach immer noch an die Wand, beide können sich als Hauptcharaktere aber wirklich sehen lassen. Jon Bernthal als Daniel und besonders Barry Pepper als Agent Cooper können jedoch ebenso überzeugen und lassen das Geschehen sehr lebendig wirken.

GESCHICHTE
Inwiefern sich "Snitch" nun wirklich an die wahre Begebenheit hält, auf der er wohl beruht, kann ich nicht beurteilen. Fakt ist aber, dass es in der Tat so ist, dass Drogenschmuggler oftmals eine höhere Strafe erhalten als beispielsweise Mörder, worauf am Ende auch eingegangen wird. Das ist es, was hier vom Vater verhindert werden will. Die Geschichte selbst ist nicht neu - er schleust sich selbst in den Kreis der Gangster ein und bietet seine Dienste für den Schmuggel von Drogen und Geld an. Spannend ist das Ganze aber dennoch die meiste Zeit über. Das Ganze hätte zwischenzeitlich gut und gerne gekürzt werden können, weil es ein paar Längen hat, diese überwiegen jedoch nicht. Besonders zum Ende hin wird es sehr nervenaufreibend, wenn der Schluss auch etwas knapp über die Bühne geht.

SPASSFAKTOR
Dwayne Johnsons sonst so markige Sprüche fehlen hier und die Action ist ebenso relativ sparsam auf den Film verteilt. Das macht ihn aber auch realistischer, gibt es hier doch nicht alle drei Minuten eine Explosion zu sehen. Außerdem hätte ein großer Anteil an Witzen auch wirklich nicht zur Story gepasst. So ist der Film zwischenzeitlich etwas fad, aber auch glaubwürdig und regelrecht ein wenig berührend. Wer nimmt nicht Anteil, wenn einem Mann wie Johnson die Augen feucht werden? Spaß macht der Streifen also eher wenig, dafür trifft er gefühlstechnisch das ein oder andere Mal ins Schwarze.

FAZIT
"Snitch" ist sicher nicht der beste Film, den man je gesehen hat, aber schauspielerisch ist er überraschend gut, und auch die Geschichte ist interessant und regt zum Nachdenken an. Durchaus ein Streifen für einen schönen DVD-Abend! Gute 3,5 Punkte.



   Kommentare:

  1. Einen aufgeweckten Mittag, Sonne.
    Dwayne gehört zu den Show-Ringern, die mehr als das dort übliche Posen drauf haben. Kein Lawrence Olivier, in seinen Rollen allerdings überzeugender als ein Tom Cruise - Dwayne nehme ich das ab, was er sagt & tut. Köstlich seine Taxifahrt mit zwei Stormtroopers zum SF-Con ('Race To Witch Mountain').

    Medial (Filme/Serien) geben die Staaten ja kein vertrauenwürdiges Bild ihres Justizsystems wieder. Das Geschachere erinnert hier eher an das Erfeilschen falscher Bärte auf dem jerusalemer Markt*

    bonté

    *welcher Film? :-)


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    Antworten
    1. Tom Cruise mag ich sowieso nur in einem einzigen Film - ach nein, zweien! ["Interview mit einem Vampir", natürlich, und "Collateral"], von daher kann ich hier zustimmen. Johnson hat die Aufmerksamkeit durchaus verdient! Wobei ich den benannten Film weniger mag. Witzig, aber hauptsächlich ziemlich doof, auch mit Alexander Ludwig ;)

      Ich würde jetzt spontan an "Das Leben des Brian" denken, aber ich bin mir nicht sicher. Habe ja nun nicht jeden Film gesehen :D

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    2. ...bingo!
      Für die richtige Antwort gibt's ein Tütchen Kieselsteine gratis dazu.
      :-)

      bonté

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