Back Down to Earth

[Laberparade] Voll abgezockt

"Ich schaff' das! Ich meine, wie groß ist sie? So groß wie ein Hobbit! Ich mache Jagd auf Bilbo!"

STORY
Diana hat eine große Leidenschaft: Einkaufen. Unerschöpfliche finanzielle Mittel machen den Luxus möglich. Die Sache hat nur einen kleinen Haken: Die Identität, die Diana beim Shoppen benutzt, lautet auf den Namen Sandy Bigelow Patterson und gehört einem Kundenberater, der auf der anderen Seite von Amerika lebt.
Der echte Sandy Bigelow Patterson bekommt den Identitätsraub nicht nur finanziell zu spüren, auch sein Ruf ist in Gefahr. Ihm bleibt nur eine Woche Zeit, um die Betrügerin aufzuspüren, bevor sein Leben komplett aus den Bahnen gerät...

MEINE MEINUNG

CHARAKTERE
Protagonist Sandy ist ein Familienvater wie er im Buche steht: Fürsorglich, liebevoll und bemüht, genug Geld nach Hause zu bringen. Als besonders letzterer Punkt bedroht scheint, ist ihm klar, dass er handeln muss. Er ist durchaus ein Charakter zum Identifizieren, gegen die Person Diana kommt er allerdings nicht an. Diese ist absolut schrill, chaotisch und, wenn auch zwischenzeitlich extrem nervig, doch irgendwie total liebenswürdig. Ansonsten überwiegen die klischeehaften Charaktere: Einige [selbstverständlich ausländische] Bösewichte, die nur skrupellos und damit schwarz-gezeichnet sind, die liebende Familie, ein schwuler Friseur...Da dies aber für eine Komödie relativ normal ist, wiegt dieser Aspekt nicht allzu schwer.

SCHAUSPIELER
Melissa McCarthy als identitätsklauende Diana ist sehr überzeugend, wenn sie selbstverständlich auch mal wieder in ein absolutes Stereotyp gedrängt wird, nämlich das der flippigen Dicken. Dennoch überzeugt sie besonders in Sachen Mimik und kann ziemlich witzig sein. Jason Bateman ist ebenfalls nicht schlecht, schaut allerdings eindeutig ein paar Mal zu oft verwirrt aus der Wäsche, wodurch er nicht immer ernst genommen werden kann. Morris Chestnut als Detective Riley ist eine ganz witzige Dreingabe, aber das Schauspiel der Verbrecher spielenden T.I. und Génesis Rodríguez ist des Öfteren viel zu übertrieben und damit leider irgendwie lächerlich.

GESCHICHTE
Gut, was jetzt kommt, kann man sich denken, aber dennoch: Die Geschichte ist, man muss es leider so sagen, zum größten Teil eine einzige Katastrophe. Es ist eine Komödie mit definitiv zu großem Action- und Gangsteranteil, die kläglich versucht, in die Tiefe zu gehen und Klischees auffährt, die kaum noch zu überbieten sind. Allein die total dämlichen Bösewichte, die die ungleichen Gefährten verfolgen, sind zum Schießen, weil sie so schlecht sind. Und trotzdem - irgendetwas hat dieser Film, das einen dazu veranlasst, sitzen zu bleiben. Vielleicht, weil zwischendurch tatsächlich in einigen Dialogen so etwas wie Intelligenz aufblitzt, oder es am Ende wirklich ein wenig rührend wird, oder weil Dianas Lieblingsbeschäftigung, nämlich Leute mit einem gezielten Schlag gegen den Hals außer Gefecht zu setzen, irgendwie doch ganz unterhaltsam ist.

SPASSFAKTOR
Man kann es nicht anders sagen, der Streifen hat durchaus seine witzigen Momente und weiß an der ein oder anderen Stelle sogar mitzureißen. Es ist sicherlich keiner, der einen von vorne bis hinten durchlachen lässt, dazu sind die Sprüche zu altbekannt und zu sehr vom Slapstick [oder unappetitlichen Sexszenen...] geprägt, dennoch gibt es einige Lacher, die nicht zu verkennen sind. Cool und Freude machend ist zudem auf jeden Fall der Soundtrack - sehr neumodisch zwar, jedoch passend zum freakigen Roadtrip. Man muss sich eben im Klaren sein darüber, dass man hier nichts Weltbewegendes sehen wird, und die Erwartungen dementsprechend runterschrauben - dann kann einem gar nicht so viel passieren.

FAZIT
"Voll abgezockt" hat selbstverständlich eine ziemlich unlogische, konfuse und beknackte Story, aber er ist trotzdem irgendwie öfter ganz lustig. Und die Hauptcharaktere sind so sympathisch, dass man ihnen gerne auf ihrer wilden Reise folgt. Aber Warnung: Trotzdem bloß nicht zu viel erwarten, lieber zu wenig! Von mir gibt es gute 2,5 Punkte.


 


   Kommentare:

  1. Salut, Sonne.
    Deine Worte zu den bösen, bösen Gangstern erinnern mich an einen Satz aus 'Is Was, Doc?'

    "Bitte, töten sie mich nicht! Ich bin Halb-Italiener!!"

    bonté :-D

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  2. Und wieder eine meiner geliebten Laberparaden - davon krieg ich ja nie genug! Obwohl ich zugeben muss, dass mich der Film NULL interessiert. Dabei fand ich Melissa McCarthy als Sookie in "Gilmore Girls" höchst sehenswert. Ich weiß nicht, aber alleine der Trailer und nun ja, irgendwie bestätigt deine Laberparade meine Befürchtungen nur, wenngleich der Film wohl einen gewissen Unterhaltungsfaktor zu haben scheint. Ich war früher mal ein Fan von Leslie Nielsen und somit Filmen wie "Die nackte Kanone" oder "Dracula - Tot, aber glücklich", doch irgendwie ist mir der Humor heutzutage etwas too much und oftmals ziemlich unlustig unter der Gürtellinie. Deshalb mache ich vor vielen Parodien/Komödien (außer den romantischen Komödien versteht sich) gern einen großen Bogen. Dieser hier wäre vielleicht mal was auf DVD... wenn mir jetzt ganz langweilig wird. Was bei deiner Parade zu keiner Sekunde der Fall war. Wie stets höchst gelungen!

    Liebe Grüße
    Reni

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  3. @RoM:
    Den Film kenne ich leider nicht - da würde mich jetzt mal interessieren, ob der sehenswert ist? ;)

    @Reni:
    Als Sookie mochte ich die McCarthy auch sehr gern - da geht es mir wie dir. Nachdem sie dann, wie die meisten Schauspieler der Serie, eine Weile in der Versenkung verschwunden war, ist sie jetzt hauptsächlich in schlechten Komödien zu sehen, was sehr schade ist...
    Leslie Nielsen und dessen Filme konnte ich noch nie leiden - da ist grundsätzlich alles überzeugen und in vielerlei Hinsicht ist das auch in diesem Film so. Obwohl er schon ein oder zwei Lacher hat ;) Auf [ausgeliehener] DVD durchaus kein Beinbruch!
    Und ansonsten danke ich dir wie immer für das Kompliment, hach :D

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