Back Down to Earth

[Laberparade] Warm Bodies

"Obwohl wir wenig miteinander sprechen, haben wir doch beim Essen einen ähnlichen Geschmack. Und im Rudel zu marschieren leuchtet ein. Besonders, wenn Hinz und Kunz ständig versucht, dir in den Kopf zu schießen."

STORY
Die Untoten beherrschen das Land, und er ist einer von ihnen: Zombie R bewegt sich durch ein post-apokalyptisches Amerika. Er hat es vor allem auf die Gehirne der noch verbliebenen Menschen abgesehen. Die Erinnerungen, die diese in sich bergen, sind sein Lebenselixier und erinnern ihn an das, was er auch einmal war: Ein Mensch. Nachdem er eines Tages das Gehirn eines jungen Mannes verspeist hat, ändert sich sein Leben schlagartig - denn R wird überwältigt von Liebesgefühlen zu Julie, der Freundin des Toten. Und dann beginnt er sich zu verändern...

MEINE MEINUNG

CHARAKTERE
Wer Isaac Marions Romanvorlage [dt. "Mein fahler Freund" bzw. nun auch "Warm Bodies"] gelesen hat, kennt sich mit den Charakteren aus und kann daher gute Vergleiche ziehen. Die einzelnen Figuren wurden tatsächlich sehr originalgetreu übernommen - R, ein etwas poetischer, liebenswürdiger Zombie mit einer Vorliebe fürs Schulterzucken, der aber eben auch gezwungen ist, Menschen zu fressen; Julie, mutig und stark, aber auch voller Angst vor der neuen Welt. Auch Charaktere wie ihre beste Freundin Nora, die ihr hilft oder ihr Vater, ein kontrollsüchtiger, verbitterter Mann, sind wunderbar getroffen und erfüllen das Leser- und natürlich auch Zuschauerherz mit Freude.

SCHAUSPIELER
Nicholas Hoult ist im Bereich der Jungschauspieler nicht unbedingt mein Favorit, seine Qualitäten sind aber ganz eindeutig sichtbar. Er spielt Zombie R absolut überzeugend - sowohl seine Verwirrtheit, wenn es um menschliche Aktivitäten geht, als auch seine Liebe zu Julie und seine untote Art bringt er wunderbar rüber. Teresa Palmer wird dem Zuschauer schnell sehr sympathisch: Ihr Charakter ist sowohl mutig als auch vertrauensvoll und hilfsbereit, und genau diese Eigenschaften bringt sie einem nahe. Aber auch Darsteller wie Analeigh Tipton als Nora, Dave Franco als Perry oder Rob Corddry als M überzeugen mit ihren Mimiken. Einzig und allein für John Malkovich hätte ich mir mehr Platz gewünscht, denn so ist er irgendwie etwas verschenkt.

GESCHICHTE
In den meisten Punkten wurde die Story bei der des Originals belassen, was gut gefällt. Darauf, wie es zur Zombie-Invasion kam, wird nicht eingegangen, das ist aber auch nicht weiter schlimm, wird hier doch Platz zur Spekulation gelassen. Die Veränderung der Untoten ist toll dargestellt und geht weder zu schnell noch zu langsam vonstatten. Schade ist nur, dass sich R in Julie verliebt, bevor er sich Perrys Gehirn einverleibt, was auch für einen so seltsamen Zombie wie ihn ein bisschen zu unnormal ist. Andererseits kommt der Humor hier - besonders der ironische Blick auf das Untoten-Dasein - meiner Meinung nach noch ein bisschen besser rüber.

SPASSFAKTOR
Leute, die hier etwas wie einen "Twilight"-Verschnitt mit Zombies und viel Geschmachte erwarten, und die genau das auch wollen, werden wohl enttäuscht sein. Leute, die den Verschnitt ebenfalls erwarten, aber nicht wollen, werden dagegen wahrscheinlich positiv überrascht werden. Denn dieser Streifen ist eben keine Romanze, sondern eine Horrorkomödie mit einigen romantischen Aspekten. Wobei man hier auch nicht von "Horror" sprechen kann, denn viele der blutigeren Zombie-Szenen sind eher dunkel und schnell gehalten. Wer sich davor also ekelt, ist mit diesem Film trotzdem gut beraten, schon allein wegen der wunderbaren Ironie und der tollen Chemie zwischen den Hauptdarstellern. Einzig und allein das Ende ist etwas arg kitschig - darüber kann man aber gut und gern hinwegsehen.

FAZIT
"Warm Bodies" ist in erster Linie eine wirklich schöne Buchverfilmung und in zweiter eine tolle Horrorkomödie mit Zombies und einer netten Prise Romantik. Die Story ist etwas absolut Besonderes und überwiegend originalgetreu, dabei genauso witzig und originell. Definitiv sehenswert! Sehr gute 4 Punkte.



   Kommentare:

  1. Hallo Sonne :),

    ausnahmsweise habe ich mal einen Film etwa zeitgleich mit dir gesehen und kann dir mal wieder nur zustimmen.
    Zwar kann ich die Umsetzung des Buches nicht beurteilen (meine Mutter fand es allerdings gut), aber mir sagen die Schauspieler auch sehr zu!
    Vor allem haben mich die Nebenfiguren wie Perry und Julies Vater beeindruckt, weil sie doch für ihre eher kleine Rolle erstaunliche Tiefe hatten.

    Sehr amüsant fand ich die Stelle, an der R sich in Julie verliebt und sie mit offenem Mund anstarrt, während sie um sich schießt und so wunderbar kämpferisch schaut :D. Seeehr romantisch ^^.
    Überhaupt ist sein eher plumpes Verhalten kombiniert mit den Kommentaren in Gedanken sehr unterhaltsam.

    Wie immer eine sehr gelungene Rezension :), der ich nur zustimmen kann.

    Liebe Grüße
    Charlie

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  2. Ich liebe ja deine Labberparaden! Das Buch habe ich nicht gelesen, aber den Film gesehen und den fand ich überraschend gut. Vor allem der Humor war klasse und R fand ich total überzeugend. Besonders sein ständiges Schulterzucken war irgendwie süß. Ich bin sehr gespannt, wie Nicholas Hoult sich in "Jack and the Giants" so macht.

    Bei der Julie-Schauspielerin musste ich komischerweise immer an Kirsten Stewart denken. Nicht wegen der Rolle an sich, für mich sah sie aber irgendwie fast genauso aus, eben nur mit blonden Haaren und ohne dieses nervige Lippengekaue. Doch, es war einfach so. Bei John Malkovich gebe ich dir aber recht. Der hatte eher eine kleine Nebenrolle. Ehrlich gesagt, hatte ich da am Ende noch etwas mehr Action erwartet. Ich weiß ja nun nicht, wie das im Buch ist. Ich werde es aber wohl eines Tages mal lesen. Meistens sind die Bücher ja einen Ticken besser, als die Filme, wie ich gerade wieder bei "Rubinrot" fesstellen durfte. :)

    Liebe Grüße
    Reni

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  3. @Charlie:
    Also gesehen habe ich "Warm Bodies" schon Ende vorletzter Woche, nur - wie ich das ja beschrieben habe - fehlte mir auf meinem alten Blog partout die Zeit zum Posten :D
    Es freut mich aber wirklich sehr, dass dir der Film so gut gefallen hat!
    Und ja, Rs süß-seltsame Art ist absolut klasse umgesetzt worden, bin da wirklich zufrieden. Ich würde sagen, es ist glatt ein Film, den man sich öfter anschauen kann.
    Danke dir für das Kompliment!

    @Reni:
    Ich freue mich immer wieder darüber, dass dir meine Laberparaden gefallen ;) Und ja, der Film ist in der Tat sehr witzig, ich würde glatt sagen, witziger als das Buch noch. Sehr toll umgesetzt mit seiner Ratlosigkeit auch!
    Schade, dass du Teresa Palmer mit Kristen Stewart assoziierst - hätte ich jetzt nicht gesagt, aber das ist ja einfach subjektiv. Und für John Malkovich hätte ich mir einfach mehr Raum gewünscht, auch wenn seine Rolle im Buch ebenfalls nicht allzu groß ist.
    Das Ende dagegen fand ich ziemlich gut, besonders, da die Kämpfe ja davor stattfinden. Da wird sich sehr nah ans Buch gehalten, für die Leser ist das also perfekt ;)
    Bei "Rubinrot" ging es mir ja ansonsten, wie du weißt, wie dir...

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