Back Down to Earth

[Filmrezension] Magic Mike

"Aus dem lässt sich vielleicht was machen. Er ist jung, er sieht gut aus..." - "Er tanzt aber scheiße." - "Ja, er tanzt voll scheiße - aber das kann man ihm beibringen."

STORY
Mike wünscht sich eine Karriere als Möbeldesigner, doch seine Realität sind seine Jobs als Dachdecker und Stripper, die seinen Traum einmal finanzieren sollen. Im Stripclub seines Chefs Dallas ist Mike der unumstrittene Star, der sich seit Jahren von der Suchtwelle aus schnellem Geld, unkompliziertem Sex und weiblicher Bewunderung mitreissen lässt. Bis er den jungen Adam kennen lernt, der als Stripper und Partyboy in seine Fussstapfen tritt und mit seiner Schwester Brooke eine Frau in Mikes Welt bringt, die Veränderung erzwingt...

MEINE MEINUNG
Auf "Magic Mike" habe ich mich schon vom Erscheinen des 1. Trailers an so sehr gefreut, dass ich beinahe die Tage gezählt habe. Einige der heißesten Schauspieler Hollywoods sieht man ja nun nicht immer strippen. Auch die Geschichte selbst hat mich interessiert - letztendlich fehlte aber dennoch das gewisse Etwas...

Channing Tatum mimt den Hauptcharakter und spielt so, wie er selbst in einem Interview erzählte, im Grunde seine eigenen Erfahrungen nach. Er ist immer gut gelaunt, sich seiner Attraktivität bewusst, ohne überheblich zu wirken, und durch seine lässige, aber freundliche Art sehr sympathisch. Besonders in den Tanz-Szenen überzeugt er komplett - da merkt man, dass er eindeutige Sachkenntniss hat. Alex Pettyfer als Kid ist ebenso nett anzusehen, sein Gesichtsausdruck wirkt aber zwischendurch ein wenig wie eingefroren. Er ist anfangs noch schüchtern und ein normaler junger Mann, als er aber ins Team geholt wird, wandelt er sich immer mehr, und das nicht unbedingt zum Guten. Dies ist an manchen Stellen sehr schade, da durch sein Verhalten und seine Art gegen Ende hin einige Sympathiepunkte verloren gehen.

Matthew McConaughey als Dallas sieht auch trotz seines Alters noch klasse aus und spielt den Boss sehr überzeugend. Er tauscht die Männer schnell gegeneinander aus und scheint von Ruhm und Geld besessen zu sein, dennoch vermittelt er ihnen durch Umarmungen und Lob immer ein Gefühl von Familie. Cody Horn als Brooke wirkt ebenso glaubwürdig, büßt aber durch die Verklemmtheit und die daraus resultierenden wenigen Entfaltungsmöglichkeiten an Tiefe ein. Außerdem kommt durch ihr Verhalten nie ein wirklicher Zauber auf. Die übrigen Figuren, von Stripper-Kollegen über Liebschaften, sind zwar gut gespielt, bleiben aber vergleichsweise blass.

Ob es wirklich wahr ist, dass der Film Channing Tatums Erfahrungen als Stripper zeigt und nicht doch, wie gemunkelt wird, eher die seiner früheren Kollegen, sei mal dahingestellt. Die Geschichte ist interessant und originell, was dieses Detail schnell vergessen macht. "Magic Mike" ist allerdings eine Dramödie, worauf man eingestellt sein sollte. Mike möchte mit dem Geld, das er in seinen verschiedenen Jobs verdient, eines Tages einen Möbelladen eröffnen. Die Bank gibt ihm jedoch keinen Kredit und der Markt ist, wie er selbst sagt, "noch nicht bereit dafür". So ist es nicht verwunderlich, dass er im Laufe der Handlung immer unzufriedener wird. Vor allem, da Brooke nicht begeistert ist von seiner Arbeit und sein Schützling Adam immer mehr abstürzen zu scheint. Auf einige schwere Entscheidungen und Konflikte kann man sich da verlassen.

Die Strip-Szenen sind toll choreografiert, wirken heiß und besitzen ein wunderbares Publikum. Die Männer haben eindeutig einiges an Zeit sowohl in ihre Körper als auch in ihre Moves investiert. Dennoch kann man sich eines Kicherns ab und zu nicht erwehren, weil es doch arg ungewohnt ist. Das mag sexistisch sein, zeigt aber nur, wie die Welt - auch ich offensichtlich - denkt. Halbnackte Frauen sind Normalität, für nur noch mit einem String bekleidete Männer haben wir jedoch kein Verständnis. Trotzdem sind die Parts nett anzusehen und machen Spaß, vor allem die Szenen hinter der Bühne. Die Liebesgeschichte zwischen Mike und Brooke ist eher zart und wenig intensiv, weil sie sich immer wieder zurückzieht. Dennoch kann man sich das Ende denken, dass dann in der Tat romantisch und leicht verspielt daherkommt. Einziger Kritikpunkt: Dass weder Mikes Karriereaussichten noch einmal angesprochen werden, noch, was nun aus Kid und seinem offensichtlichen Unverständnis der eigenen Situation wird. Schade - da hätte noch was draus gemacht werden können...

FAZIT
"Magic Mike" macht mit einigen Freundinnen sicherlich Spaß, entlockt einem aber zwischenzeitlich ein unfreiwilliges Kichern. Die Schauspieler sind gut gewählt und besonders in den Szenen im Lokal perfekt. Allerdings lassen einige Charakterisierungen zu wünschen übrig und der Schluss ist meiner Meinung nach zu offen. So ist der Film zwar unterhaltsam, aber eigentlich auch nur mittelmäßig. 3 Punkte.


   Kommentare:

  1. Wollte ihn mir eigentlich im Kino ansehen, aber bei uns läuft er schon nicht mehr & jetzt denke ich, ist wohl besser so ;)
    Mal davon abgesehen, dass man Freund nicht sooo begeistert davon wäre, scheint es nicht ein Film zu sein, den man unbedingt sehen MUSS.
    Danke dafür!

    Liebe Grüße
    Lisa

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  2. Ich bin ja immer noch skeptisch, zumal ich zum Beispiel Matthew McConaughey überhaupt nicht mag. Und wenn der Film bei dir nur so mittelmäßig angekommen ist, werde ich mir das im Kino glaub ich wirklich sparen ;)

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  3. @Lisa:
    Bei uns ist er ab heute auch raus, ich war also grade noch rechtzeitig drin. Der Kinobesuch lohnt sich aber nur mäßig - ich würde sagen, ein Kino-Abend mit der DVD ist da unterhaltsamer ;)

    @Katie:
    Ich mag ja McConaughey sehr, weil er auch in ernsten Filmen gut ist, aber das ist ja Geschmackssache. Er hat schon eine relativ hohe Präsenz, daher ist das wohl eher nichts für dich, würde ich mal schätzen. Ich sage auch: Du würdest dich wohl nur ärgern :D

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