Back Down to Earth

[Filmrezension] Safe

"Sagen Sie allen Bescheid, Chinesen und Russen. Sperren Sie sämtliche Straßen, die aus Manhattan hinaus führen. Dieses Mädchen darf die Stadt nicht verlassen!"

Story:
Beide glauben sie, von allen verlassen worden zu sein. Mei, die von den Triaden entführte, wegen ihres Supergedächtnisses als lebender Speicher wichtiger Daten eingesetzte zehnjährige Chinesin, wie auch Martial-Arts-Fighter Luke, der sich für die Ermordung seiner Frau verantwortlich fühlt und an Selbstmord denkt. Doch als Mei ihren Entführern entkommen und in einen New Yorker U-Bahnhof flüchten kann, wird sie von Luke entdeckt und fortan mit Härte und Entschlossenheit vor russischen und chinesischen Gangstern beschützt...

Meine Meinung:
Jason Statham gehört wohl zu den Größen im Actionfilm-Geschäft und obwohl seine Filme oftmals irgendwie alle eine ähnliche Geschichte haben, schaue ich ihn immer wieder gern. "Safe" sah da vom Trailer her mal wieder sehr spannend aus - hat mir allerdings lange nicht so überzeugt wie sonst.

Es dauert circa 30 Minuten, bis es endlich zum ersten Treffen von Mei und Luke kommt. Bis dahin werden die unterschiedlichen Geschichten beider erzählt und wie sie dort hinkamen, wo sie nun sind. Dieser erste Teil zieht sich erheblich, denn auch, wenn beide Stränge recht interessant sind, tritt das Ganze ziemlich auf der Stelle. Es sind so viele Aspekte, die da zusammenkommen, dass das alles leicht konfus und zwischenzeitlich wenig durchdacht erscheint, vor allem, da man wenig über die Hintergründe erfährt.

Jason Statham ist wie immer toll anzusehen, während er sich durch Massen von korrupten Cops, russischen Gangstern oder Männern einer chinesischen Mafia kämpft. Seine Stunts fesseln, doch dass er hier die meiste Zeit nur wild um sich schießt, nimmt einen Teil des Spaßes. Natürlich ist sein Gesichtsausdruck selten ein anderer als der grimmig-fiese, den wir kennen, dennoch wirkt er für die Rolle des geächteten Ex-Cops, die er innehat, recht authentisch. Catherine Chan als Mei ist vor allem eines: niedlich. Sie bringt die Angst und gleichzeitig die Entschlossenheit, nichts zu verraten, sehr gut rüber, besonders zum Ende hin ist sei der ausdrucksstark. Manchmal allerdings entgleisen ihr in gewisser Weise die Gesichtszüge und es wird klar, dass sie eben noch sehr jung ist.

Der beste Nebendarsteller ist hier wohl eindeutig Robert John Burke. Als korrupter Cop und eiskalter Fiesling, voller Hass auf Luke, da der einige seiner Kollegen verraten hat, scheint er am besten charakterisiert zu sein. Die restlichen Figuren bleiben hauptsächlich blass, auch wenn man sich bei Chinese Quan Chang alies Reggie Lee nie sicher sein kann, ob er das Mädchen nun wirklich mag oder ob er es nur benutzt. Am wenigsten überzeugen konnte mich der Charakter des Bürgermeisters - denn über ihn erfährt man nichts als dass er ein paar unfähigen Polizisten alles durchgehen lässt. Eine schwache Figur, die ein wenig überflüssig erscheint.

"Safe" ist vor allem von der Story her schlechter als andere Filme mit Statham. Denn diese ist einfach zu konfus, zu verwirrend und zu nichtssagend. Alle sind hinter dem kleinen Mädchen her, weil es eine Zahlenreihe kennt - warum aber nun die kleine Mei unbedingt dafür gebraucht wurde, wird nicht ganz klar. Sicher ist nur, dass jeder sie will. Auch dass Luke nach einem Blick auf sie sofort alles tut, um sie zu befreien, erschien mir etwas weit hergeholt. Bei ihrer ersten gemeinsamen Flucht sagt er ihr bereits, sie gäbe ihm "Leben", und das nur, weil er jetzt einen Grund hat, ein paar Männer zu verprügeln? Mal abgesehen davon, dass die beiden die meiste Zeit des Filmes voneinander getrennt sind...

Am meisten störte mich allerdings, dass die chinesischen und russischen Dialoge nicht synchronisiert wurden. Mag ja sein, dass damit ein gewisses Maß an Authentizität erreicht werden wollte, doch das viele Lesen der Untertitel stört irgendwann nur noch. Das wird in den Action-Szenen natürlich besser, die auch hier wieder absolut fesselnd und Nervenkitzel auslösend gelungen sind. Das Ende ist von Anfang an zu 100% vorhersehbar und daher relativ langweilig, aber der Showdown davor ist nett anzusehen, wenn auch nicht sonderlich überraschend. Boaz Yakin hat hier einen netten Film entwickelt, der es über die Mittelmäßigkeit allerdings leider nicht hinaus schafft. Und ich frage mich wirklich, wirklich, woher die FSK-18 kommt, wobei ich schon deutlich brutalere und blutigere Actionfilme gesehen habe. Hier wäre 16 angemessen gewesen, aber die hohe Grenze verstehe ich ehrlich nicht...

Fazit:
Trotz Action-Star Jason Statham konnte mich "Safe" nicht ganz überzeugen. Die Story ist zu konfus, die meisten Geschehnisse zu voraussehbar und der Anfang zu langweilig. Trotzdem weiß auch dieser Film zu fesseln und an vielen Stellen zu unterhalten - trotz der wenigen coolen Sprüche. 3 Punkte.



   Kommentare:

  1. Hm, schade, ich hätte gedacht, dass gerade hier mal die Story punkten kann, aber das scheint ja nicht der Fall zu sein ^^ Ich weiß noch nicht ob ich dazu komme, ihn mir im Kino anzusehen.

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  2. @Katie:
    Nun ja, "Ex-Cop", "will ihr helfen" etc. haben schon deutlich gemacht, dass sich in Sachen Storyline nicht wirklich viel geändert hat ;)
    Ich hatte mir da aber auch besseres erwartet...Nun ja, dann kann der Nächste ja mal wieder voll reinhauen! :D

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