Back Down to Earth

[Filmrezension] Der perfekte Ex

"Weißt du, wenn wir nicht ausgegangen wären, hätte ich nie bemerkt, dass ich schwul bin!"

STORY
In ihrem Leben hat Ally vieles ausprobiert - neben einigen Jobs auch 19 Männer. Diese Bilanz stürzt sie jedoch erst in die Krise, als sie in einem Magazin liest, dass Frauen, die im Durchschnitt mit mehr als 10,5 Männern Sex hatten, nicht mehr als heiratstauglich wahrgenommen werden. Panisch sucht Ally nun unter ihren Ex-Lovern den Mann fürs Leben und bemerkt dabei gar nicht, dass er eigentlich schon neben ihr wohnt...

MEINE MEINUNG
Anna Faris ist eine von mir sehr gern gesehene Schauspielerin, weswegen ich mir die neue Romantikkomödie "Der perfekte Ex" nicht entgehen lassen konnte, auch, wenn sie absolut 08/15 klingt. Das ist sie streckenweise auch, kann aber dennoch über knappe 2 Stunden recht gut unterhalten.

Der Film kommt recht schnell zum Punkt: Ally ist frisch gefeuert, bekommt von ihrem Freund gesagt, dass er eigentlich nur Sex will und hat auch ansonsten eher weniger Perspektive. Ganz im Gegensatz zu ihrer Schwester, die den Mann fürs Leben gefunden hat und nun heiraten wird. Ally braucht eine Begleitung für die Hochzeit und nachdem sie in einer Zeitschrift gelesen hat, dass eine Frau mit mehr als 20 Sexpartnern nie den Richtigen finden wird, gerät sie in leichte Panik. Die Ex-Freunde müssen her! Vielleicht war darunter ja doch der Richtige...Ja, die Story ist eindeutig sehr wenig originell, besonders, nachdem die Hauptfigur mit Nachbar Colin einen Pakt geschlossen hat: Sie hilft ihm, sich vor seinen One-Night-Stands zu verstecken und er sucht dafür ihre Verflossenen. Das Ende kennt man schon von vornherein, ob der sympathischen Charaktere spielt das aber keine allzu große Rolle.

Schade ist nur, dass Anna Faris ihr Talent so vergeudet. Auch hier ist sie wieder das verpeilte, etwas schusselige und vor allem naive Blondchen, auf der Suche nach der großen Liebe und dabei verkennend, was sie schon hat. Sie ist zwar definitiv liebenswert und durch die Trampeligkeit auch sehr witzig, dennoch bin ich der Meinung, dass sie mehr könnte. Auch Chris Evans erschien mir hier sehr unterfordert, denn im Grunde ist alles, was er tut, sich regelmäßig Shirt oder Hose auszuziehen. Er sieht zwar klasse aus und hat auch den ein oder anderen lockeren - und lustigen - Spruch, dennoch hätte hier mehr rausgeholt werden können.

Die Ex-Freunde von Ally sind zwar beinahe alle total schräg - unter anderem auch so schräg, dass es nur noch wenig glaubwürdig ist -, bringen aber auch Frische und Witz mit hinein. In gewisser Weise ist diese Suche für den Zuschauer natürlich sinnlos und auch nervenraubend, weil ja klar ist, wie sie schlussendlich ausgeht, dennoch konnte ich schön über die Kerle lachen. Sei es Chris Pratt als verlobter Donald, bei dem Ally grundsätzlich reinplatzt, Andy Samberg als unnormaler und irgendwie gruseliger Puppenspieler Gerry Perry oder Anthony Mackie als Tom, der durch sie bemerkt hat, dass er schwul ist.

Regisseur Mark Mylod schafft es trotz der absolut durchsichtigen Storyline, dass es durchweg unterhaltsam bleibt und kaum langweilig wird. Der Streifen ist nicht übermäßig zum Brüllen, hat aber einige gute Szenen, die mich zum Lachen brachten - besonders, wenn Colin mal wieder nur mit einem Tuch vor dem Schritt auf dem Flur rumsteht oder halbnackt in Allys Wohnung sitzt und ihre Schwester verunsichert. Das Schema ist auch hier wieder dasselbe wie sonst, aber der Film macht halt Spaß und das ist ja nun das Wichtigste. Das Ende fand ich zwar eher weniger gelungen, weil sich die Hauptfigur wirklich seltsam verhält, die letzte Szene ist aber wieder so schön verrückt wie man es von Anna Faris eben kennt.

FAZIT
"Der perfekte Ex" ist mit einem durchschnittlichen Plot und zwischendurch recht unglaubwürdigen und verrückten Szenen sicherlich kein weltbewegender Film. Anna Faris und Chris Evans wirken etwas unterfordert, unterhalten aber gut und die Witze machen wirklich Spaß. Für nette 2 Stunden sicherlich das Richtige. 3,5 Punkte!



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