Back Down to Earth

[Buchrezension] Nichts ist endlich - Kirsten Miller

Sie hatte keinerlei Zweifel mehr. Iain Morrow sah zwar kein bisschen aus wie der Ethan, den sie als kleines Mädchen immer gezeichnet hatte, aber Haven wusste, dass sie den Mann aus ihren Träumen gefunden hatte. Das war es, was Constance gewollt hatte. Jetzt musste Haven nur noch herausfinden, warum.

Inhalt:
Schon seit frühester Kindheit wird Haven von seltsamen Visionen einer Frau und eines Mannes aus den 20ern gequält. Die Einwohner der kleinen Stadt, in der sie lebt, halten sie für besessen und auch von ihrer Großmutter wird sie schlecht behandelt. Erst als ihre Mutter ihr einen alten Karton überlässt, voll mit allem, was sie von diesen Visionen je erzählt hat, beginnt Haven zu glauben, dass sie doch nicht verrückt ist. Sie weiß, sie muss nach New York, dem Ort, an dem sich alles abzuspielen scheint. Dort angekommen erfährt sie jedoch Dinge, die sie nie für möglich gehalten hätte - und bringt sich in große Gefahr...

Buchaufmachung:
Die Aufmachung des Buches ist wirklich wunderschön in den sanften Pink-, Rosa- und Blautönen. Das Mädchen auf der Schaukel wirkt verträumt und ist ein toller Eyecatcher. Die Blumen in den Ecken verzieren das Cover noch zusätzlich.
Ohne Umschlag ist das Werk in einem tollen Pink gehalten, das auch so klasse im Regal aussieht.

Meine Meinung:
Zwar habe ich so einige durchwachsene Rezensionen zu "Nichts ist endlich" gelesen, dennoch wollte ich es ob des wunderschönen Covers und des toll klingenden Klappentextes ausprobieren. Letztendlich muss ich aber sagen: Es war tatsächlich genauso mittelmäßig wie befürchtet, eher sogar schlechter.

Eigentlich beginnt die ganze Geschichte sehr spannend. Haven führt ein eher trauriges Leben in Snope's City, einem sehr christlichen, kleinen Ort. Sie wird als seltsam angesehen und ihr einziger Freund ist der schwule Beau - der ebenso ausgeschlossen wird wie sie. Als Haven Visionen bekommt, verändert sich ihr Leben jedoch schlagartig: Die Einwohner halten sie für besessen und sogar ihre eigene Großmutter sperrt sie ein. Als das Mädchen erfährt, dass sie schon früher diese Visionen hatte und sich anscheinend an ihr früheres Leben erinnert, wird ihr klar, dass sie nicht mehr bleiben kann...

Haven wirkte auf mich zwar ganz nett, ist ansonsten aber eine extrem blasse Persönlichkeit ohne Rückgrat oder irgendwelche nennenswerten Eigenschaften - außer ihrer Naivität. Sie wehrt sich partout nicht gegen die Dinge, die ihr an den Kopf geworfen werden und glaubt den Menschen, mit denen sie spricht, immer jedes Wort, ohne Wenn und Aber. Ich konnte mich mit ihr leider gar nicht identifizieren und war die meiste Zeit nur genervt, was vielleicht auch daran lag, dass sie alle zehn Seiten in Ohnmacht fällt - argh!

Auch mit Iain, ihrem Geliebten, den sie schon aus früheren Leben kennt, konnte ich nicht wirklich viel anfangen. Er war mir zu gutaussehend, zu liebenswürdig und vor allem viel zu geheimniskrämerisch. Er belügt und betrügt, nie wusste ich, was ich jetzt von ihm halten sollte - ich konnte ihn irgendwie einfach nicht leiden. Die Bösewichte der Geschichte sind da schon besser dargestellt, besonders die Präsidentin Padma Singh erschien mir recht facettenreich und interessant. Aber einzig Havens besten Freund Beau konnte ich richtig gut leiden, denn er scheint der Einzige zu sein, der sich wirklich sorgt und kümmert.

Die Sache, die hinter allem steht, ist weit größer als gedacht. Die Organisation, die sich mit Reinkarnationen beschäftigt und die hilfreich für Haven zu sein scheint, ist nicht wie sie scheint - genau wie die Menschen in ihrer Umgebung, von denen viele ein Geheimnis zu hüten scheinen. Immer öfter fühlt sich Haven verfolgt und kommt so einigen interessanten Dingen auf die Spur. Dazwischen allerdings lässt die Spannung sehr zu wünschen übrig. Nach den ersten 100 langweiligen Seiten findet sie ihren Geliebten, findet sich in Sekundenschnelle in seinen Armen wieder und schwärmt ab da die ganze Zeit nur herum, egal, was er tut. Die Liebesgeschichte konnte ich nicht einmal ansatzweise nachvollziehen - zu platt, zu schnell, zu wenig kribbelnd.

Das Ende nimmt dann ein wenig an Fahrt auf und deckt noch einmal einige Sachen auf, aber zufriedenstellen konnte es zumindest mich nicht. Auch dieses wirkte auf mich doch eher konstruiert und unzureichend - Kirsten Miller schien sich hier für meinen Geschmack zu wenig Mühe gegeben zu haben. Auch die letzten Zeilen gaben mir nicht das zu erwartende "Hach-ist-das-schön"-Gefühl und die versprochene Fortsetzung reizt mich nicht wirklich.

Fazit:
"Nichts ist endlich" konnte mich aufgrund von blassen Figuren, recht wenig Spannung und dem konstruiert wirkenden Ende leider nicht überzeugen. Mich hat es in weiten Teilen nur genervt und so kann ich nicht mehr vergeben als 2,5 Punkte. Schade, schade!


Das Bild auf der Verlagswebsite: Hier klicken

   Kommentare:

  1. Oh, ich hatte eigentlich auf eine viel bessere Bewertung gehofft. Schade, dabei klang das doch so interessant, aber eine langweilige Geschichte und eine nervige Protagonistin, die alle zehn Seiten in Ohnmacht fällt, braucht man nicht! Ich werde es eher weiterhinten auf meiner Wunschliste "verstecken".
    Vielen Dank für die tolle Rezi.

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  2. Ich kannte das Buch bisher garnicht, werde es aber wohl auch nicht auf meinen Wunschzettel setzen, dazu ist Deine Rezi dann doch zu schlecht ausgefallen ;) Aber sehr schön geschrieben :)

    Liebe Grüße

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  3. Schöne, ehrliche Rezension!
    Meine Freundin fand es eigentlich ganz gut - ja, der gleiche Fall wie bei Damian ;)
    Aber vielleicht leih ich es mir irgendwann mal und lass mich überraschen, ob wir wieder das gleiche Fazit ziehen werden.

    Liebe Grüße & schönen Rest-Sonntag! :)

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  4. Wie schade dass die Rezi so schlecht ausgefallen ist. Auf das Buch hatte ich schon ein Auge geworfen.

    Wie ich sehe liest du >Sündenjagd<. Dann werde ich auf die Rezension von dir warten. Das Buch könnte mich vom Klappentext her nämlich interessieren. Wenn jetzt der Inhalt stimmt wird die WuLi wachsen :)

    Und nicht zu vergessen, danke ich dir für die Rezension. Sehr schön und ausführlich geschrieben.

    LG
    Seitenakrobatin

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  5. @Diti:
    Diese Ohnmachtsanfälle waren der Part, der mich am meisten gestört hat - das braucht man wirklich nicht^^

    @Bookilicious:
    Kann natürlich sein, dass es dir gefällt - aber ich würd's nicht empfehlen ;)

    @Lisa:
    Jaja, "Damian" ist schon 'ne Sache für sich - ich kenne so viele, die es ganz klasse fanden! Würde mich mal interessieren, wie du "Nichts ist endlich" fändest :D

    @Seitenakrobatin:
    Danke für das Kompliment! "Sündenjagd" werde ich spätestens morgen durchgelesen haben. Bin selbst schon ganz gespannt auf mein Urteil :D

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  6. Hey :D
    schöne Rezi ♥
    mir gefiel das Buch etwas besser aber nicht viel... obwohl es wirklich eine schöne Idee wäre..

    Schau doch auch mal bei mir vorbei :D

    LG
    Weisselilie

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