Back Down to Earth

[Filmrezension] Roller Girl

INHALT
Bliss Cavendar ist 17 Jahre alt, lebt in einem Nest in Texas und hat vom Kleinstadtleben die Nase voll. An Schönheitswettbewerben nimmt sie auf Wunsch der Mutter teil, sie sollen der Einstieg in ein erfolgreiches Leben sein. Eines Abends büxt sie mit ihrer Freundin Pash aus und fährt nach Austin, um sich ein Rollerderby anzuschauen. Vom rasanten Sport und den wilden, grell geschminkten Mädchen in Miniröcken, kessen Netzstrümpfen und Rollschuhen ist sie sofort begeistert. Ohne Wissen der Eltern wird sie ins örtliche Team aufgenommen und zum gefragten "Babe Ruthless"...

MEINE MEINUNG
Nach dem tollen Trailer und einiger positiver Meinungen musste ich diesen Film - der seltsamerweise bei uns erst 2 Jahre später in die Kinos kam - unbedingt sehen. Und ich bin froh, sagen zu können, dass ich nicht enttäuscht wurde.

Ellen Page ist eine wunderbare Schauspielerin, die jeden Charakter, den sie spielt, erstrahlen lässt und ihm einfach so viel Leben einhaucht, dass der Zuschauer gebannt am Bildschirm hängt, um dessen weiteren Weg mitzuverfolgen. Ihr Minenspiel ist so authentisch, mit so viel darstellerischer Liebe - sie hat eben einfach Talent. Auch ihre Rollschuh-Szenen wirken sehr gekonnt, obwohl die Stunts sicherlich von Doublen gemacht wurden. Einzig gestört hat mich ihre oftmals sehr emotionslose Synchronstimme, die so gar nicht Bliss' Gefühle wiedergegeben hat.

Neben Ellen Page haben auch die anderen Schauspieler in ihren Rollen geglänzt - allen voran Kristen Wiig als Maggie May, die mir hier wirklich viel besser gefallen hat als in "Brautalarm". Ebenso toll zu beobachten waren auch Marcia Gay Harden als Bliss' Mutter und Drew Barrymore als Smashley - letztere hat übrigens mit diesem Film auch ihr Regiedebüt gegeben und das, finde ich, gar nicht mal schlecht.

Der Storyaufbau selbst ist sicherlich nichts Neues - dass die Protagonistin herausfindet, was ihre Stärke ist und ihr Team endlich einmal voranbringt, nun ja, das gab es schon. Allerdings wohl eher nicht mit Rollerderby und auch selten in so schöner, gefühlvoller Art mit sympathischen Charakteren und Liebe zum Detail. Natürlich fehlt auch die typische Liebesgeschichte hier nicht, allerdings geht diese anders aus als gedacht und das hat mir sehr gefallen.

Der finale Teil des Film, nämlich der Kampf um den Sieg, ist wirklich richtig spannend, ich für meinen Teil fieberte mit, juchzte, jubelte und freute mich, wenn das Team wieder Punkte holte. Da war ich sehr froh über die kurze Einführung im 1/3 des Films, wo auch Bliss selbst die Regeln des Spiels erklärt bekommt - denn so verstehen es die Zuschauer gleich mit. Zu erwähnen ist hier Andrew Wilson als Coach der wilden Truppe, der für sehr viele Witze sorgt und einfach sofort ins Herz geschlossen wird.

Der Film hat jetzt nicht Unmengen von Lachern, aber das braucht er auch gar nicht, denn die wenigen sind sehr exakt und gut platziert. Außerdem wiegt die Herzenswärme, die Spannung, das Gefühl und die schauspielerische Leistung das wieder auf, und auch wenn das Ende - oder vielleicht gerade deswegen? - nicht war, wie man es erwartet, lässt einen der Film mit einem Lächeln zurück.

FAZIT
Ein sehr schön gemachter Film, der zwar hauptsächlich etwas für Jugendliche ist, aber nicht nur. Er hat einige Pointen, ist liebevoll gestaltet und auch gut zum wiederholten Ansehen - insgesamt nur zu empfehlen!



   Kommentare:

  1. Nun, das ist ja wirklich komisch, das der Film ganze zwei Jahre später ausgestrahlt wurde, woran liegt denn sowas?? Sieht im Übrigen echt niedlich aus- mal sehen, vielleicht führe ich ihn mir mal zu Gemüte.

    Habe mir gestern "Freunden mit gewissen Vorzügen" oder so ähnlich angeschaut- ist auch ganz nett :)

    LG
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  2. *liiiiiiiiiiike* Und ja, das mit den 2 Jahren spaeter ist echt komisch :D

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  3. Grüß Dich, Sonne!
    Manchmal läßt der hiesige Verleih einen Film einfach in der Schublade verschwinden, bis er der Meinung ist den richtigen Zeitpunkt erwischt zu haben - oder einfach die Schublade leer räumt. Da Du eine wenig einfühlsame Synchro (bei der Hauptrolle!) beanstandest, wird der Verleih hier kein teures Geld investiert haben wollen. Schade!

    Stimmt
    Miss Page ist in darstellerischer Sicht ein Hammer. Ich hatte sie keine Minute in 'Juno' gesehen, um dessen sicher zu sein. Man/frau muß ihre Charaktere mögen. Gut, abgesehen von 'Candy'(der Film über Selbstjustiz macht einen wirklich fertig!!!).

    bonté

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