Back Down to Earth

[Buchrezension] The Gracekeepers - Kirsty Logan

Even though she couldn't see him, she knew that Red Gold would be watching carefully. They all suffered violent crowds and chilly nights on the prison boat, but the ringmaster knew better than to risk that now. Although he had not spoken to North about it, she knew that he had noticed Melia's emotional state. There was a time for risk - and there was a time for safe acts and full bellies. North would never make a ringmaster, but she knew that much. 
She took her bear by the paw and led him deeper into the shadows, ready for their cue.

INHALT
Seit sie klein ist lebt North auf dem Zirkus-Schiff Excalibur und tritt gemeinsam mit ihrem Bären in der Manege auf - ein gefährliches Unterfangen, nicht jedoch so gefährlich wie die Intrigen der Frau des Direktors. Vor allem, weil North ein gefährliches Geheimnis hat. Alles eines der Crewmitglieder stirbt, hält das Schiff bei einem der Friedhöfe im Meer an, und dort treffen Gracekeeper Callanish und North das erste Mal aufeinander - und sind sofort fasziniert voneinander aufgrund ihrer jeweiligen Andersartigkeit und dem tiefen Verständnis dafür. Doch das Wasser treibt sie auseinander, genauso wie ihre jeweiligen Sorgen...

MEINE MEINUNG
Autorin Kirsty Logan hat es mit Büchern über das Meer und Wasser - so auch in "The Gracekeepers", ihrem neuesten. Es ist eine ruhige Geschichte über zwei Frauen in einer nicht näher benannten Zukunft, in der die Welt fast komplett von Wasser bedeckt ist, die Menschen sich aber wenig verändert haben: Noch immer grenzen sie einander aufgrund ihrer Herkunft aus. Erzählt wird der Roman größtenteils aus der personalen Sicht von Callanish und North, aber auch viele der Nebenfiguren kommen zwischendurch zu Wort. Die Beschreibungen sind detail- und abwechslungsreich und schaffen so eine besondere Atmosphäre, die einen bald in den Bann zieht.

North und Callanish sind sich in vielerlei Hinsicht sehr ähnlich: Beide sind sanfte Persönlichkeiten, die in ihrem Leben schon viel verloren haben und ziemlich einsam sind. Während North sich jedoch nie gegen etwas wehren würde und vieles einfach hinnimmt, kann Callanish durchaus spitzzüngig sein und nimmt ihr Leben irgendwann auch in die eigene Hand. Die Mitglieder des Zirkus sind aber die Personen, die eigentlich den faszinierenden Teil ausmachen: Der breit gebaute und grobschlächtige, aber gutherzige Direktor Red Gold; seine egozentrische, intrigante Frau Avalon; sein verzogener Sohn Ainsel; und die Clowns, die so gerne Unruhe stiften möchten - besonders in ihren eigenen Kapiteln geben sie alle interessante Einblicke in ihre Motive und Hintergründe, die sie sehr lebendig werden lassen.

Genauso wie auf diese Figuren, mit denen eine Identifikation oft schwierig ist, muss man sich auch auf die Handlung einlassen können - denn die Autorin überlasst das meiste der Vorstellungskraft des Lesers, erklärt weniges, und stellt die neue Welt einfach als gegeben hin, weil sie es auch für die Figuren ist. Das ist spannend, aber auch ein wenig unbefriedigend, besonders die verschiedenen religiösen Kults betreffend. Die erste Hälfte geht außerdem sehr langsam vor sich, richtig mitreißend wird es erst in der zweiten. Dann kann man sich jedoch auch kaum noch losreißen, weil sich die Ereignisse überschlagen. Am Schluss hält der Roman keine großen Überraschungen mehr bereit, aber das muss er auch nicht: Ein bisschen traurig, aber auch mit einem positiven Ausblick, lässt das Ende zufrieden zurück. Auch ohne Antwort auf jede Frage.

FAZIT
"The Gracekeepers" ist eine sehr ruhige Geschichte über zwei junge Frauen, die darum kämpfen, ihr eigenes Leben führen zu können. Es passiert nicht großartig viel, aber die wunderschönen Beschreibungen und außergewöhnlichen Figuren tragen zum ganz eigenen Flair des Romans bei. Nicht für jedermann, aber definitiv einen Blick wert. Knappe 4 Punkte!


Titel: The Gracekeepers
Originaltitel: -
Autor: Kirsty Logan
Übersetzer: -
Verlag: Penguin
Seitenzahl: 293 Seiten
ISBN-13: 978-1784700133
Bereitgestellt durch Blogg dein Buch

  1 Kommentar:

  1. Hoi, Sonne.
    Ein Zirkusschiff in einer Unendlichkeit. Thematisch erweckt sich dabei meine Erinnerung an Barry B Longyears "Zirkuswelt"-Trilogie. Farbenreiche, nicht minder dramatische SF aus den Achtzigern.

    Das Setting einer Wasserwelt scheint mir interessant.

    bonté

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