Back Down to Earth

[Kurzspots] These Broken Stars, Godzilla, Edge of Tomorrow, Nachtlilien, Paulette

Lang, lang ist es mal wieder her, dass ich das letzte Mal im kleinen Format von den kürzlich gesehenen Filmen berichtet habe. Dafür gibt es nun auch eine Neuerung: Da ich mir schon länger nicht mehr den Stress mache, alle gelesenen Bücher zu rezensieren, manche aber dennoch auf die ein oder andere Weise eine Nennung verdienen, kommen nun ab und zu auch Romane in den Kurzspots vor. Dadurch könnte es sein, dass diese Kategorie auch mal wieder frischen Wind erhält ;)
Wer sich übrigens über fehlende Filmrezensionen wundert: Ich war diesen Monat tatsächlich noch KEIN Mal im Kino! Schock, ich weiß! Es läuft aber auch einfach nichts Anständiges, und zudem fehlt mir momentan auch die Lust, die Kritiken dazu zu schreiben. Das soll keinesfalls jammernd wirken, aber: Ich will mir nicht so viel Mühe machen, damit am Ende nur ich es lese, das bringt hier ja keinem was :D Mal sehen, wie es da weitergeht...

These Broken Stars
von Amie Kaufmann & Meagan Spooner
Lilac und Tarver sind beide mit dem größten und sichersten Raumschiff, das jemals gebaut wurde, unterwegs - sie gehören jedoch vollkommen unterschiedlichen Schichten an und dürfen daher eigentlich kaum miteinander reden. Dann jedoch stürzt das Schiff ab. Sie sind die einzigen Überlebenden auf einem fremden Planeten und müssen sich aufeinander verlassen...

Ich bezweifle, dass hier jemand bestreiten wird, dass das wunderschöne, atemberaubende Cover definitiv maßgeblichen Einfluss auf die Kaufentscheidung hat. Und so selten es auch ist - das ist hier gar nicht schlimm, denn der Inhalt macht der Aufmachung alle Ehre. Es ist Science Fiction, wie man sie als Genre-Fan gern liest [solang man auch Romantik und jugendlicher Frische nicht abgeneigt ist]: Ein großes Raumschiff, technische Spielereien, besiedelte Planeten, andere intelligente Lebensformen. Die Autorinnen verstehen es gekonnt, den Leser erst in die in der Zukunft entstandene Gesellschaft und Technik einzuführen, bevor sie die beiden Protagonisten dann gemeinsam stranden lassen. Da beide abwechselnd aus der Ich-Perspektive erzählen, erhält man schnell einen Einblick in ihre Denkweisen und kann sich mit ihnen identifizieren. Schade fand ich, dass Lilac, die anfangs noch wie eine untypische Reiche wirkt - benimmt sie sich doch sehr freundliche gegenüber Tarver - nach dem Absturz sofort zu einer schrecklichen, uneinsichtigen Zicke wird, was mir doch recht klischeehaft vorkam. Abgesehen davon ist "These Broken Stars" jedoch ein absolut lesenswerter Roman mit einer angenehmen Portion Romantik, einer originellen unbekannten Spezies und einem spannenden Verlauf. In Band 2 geht es dann um andere Charaktere, jede Geschichte der Reihe ist also für sich abgeschlossen. Für diese gibt es von mir 4 Punkte.

Godzilla
mit Aaron Taylor-Johnson, Elizabeth Olsen, Ken Watanabe
Die Welt bebt. Irgendetwas schlummert unter der Oberfläche. Joe Brody versucht, die Behörden darauf aufmerksam zu machen, denn er hat es schon einmal erlebt - bevor ein Atomkraftwerk einstürzte und seine Frau ums Leben kam. Tatsächlich hat er Recht, denn nach kurzer Zeit wandert ein unbekanntes, riesiges Wesen durch die Straßen, ein Muto. Und aufgehalten werden kann es nur vom Alpha-Predator Godzilla, der jedoch ebenso gefährlich sein könnte.

Godzilla, der Kult-Charakter der japanischen Filmgeschichte, wurde neu aufgelegt - mal wieder als amerikanische Verfilmung. Kritik wurde schon vor dem Dreh laut, die üblichen Zyniker erwarteten eine sinnfreie Materialschlacht wie im Film von 1998. Tatsächlich ist der "Godzilla" von 2014 jedoch viel besser. So gut, dass zumindest ich mich bereits auf die 3 weiteren geplanten Teile freue.
So richtig neu ist die Geschichte nach scheinbar endlos vielen vorherigen Streifen natürlich nicht mehr. Fremde und zerstörerische Wesen bedrohen die Menschheit, hier Mutos, die sich paaren und damit eine noch größere Anzahl ihrer Rasse in die Welt setzen wollen. Das Militär setzt daraufhin alles in Bewegung, um die Menschheit zu beschützen - doch sie haben keine Chance. Und dann taucht ein drittes Wesen auf: Godzilla. Ist es Freund oder Feind? Die Story ist nicht wirklich originell und verschwendet leider innerhalb einigermaßen kurzer Zeit einige Darsteller, die zumindest ich noch gern länger gesehen hätte - aber um ehrlich zu sein habe ich auch nichts wirklich Ausgeklügeltes erwartet, und da überzeugt der Film doch mit einigen Wendungen. Die Kämpfe und Effekte sind großartig, Aaron Taylor-Johnson und Elizabeth Olsen machen ihre Sache gut und das Ganze lässt einen kaum Atem holen. Godzilla ist hier deutlich amerikanischer, vielleicht auch ein wenig patriotischer, als in den alten Versionen, aber das fällt hier gar nicht wirklich auf. 4 Punkte von mir!

Edge of Tomorrow
mit Tom Cruise, Emily Blunt, Bill Paxton
Extra Large Movie Poster Image for Edge of TomorrowBill Cage wird gegen seinen Willen an die Front geschickt, in einem Krieg gegen eine außerirdische Rasse, die anscheinend nicht besiegt werden kann. Auf dem Schlachtfeld tötet er ein Wesen und stirbt kurz darauf bereits selbst - und wacht am Morgen desselben Tages wieder auf. Er ist in einer Schleife gefangen. Und das könnte die einzige Chance der Menschheit sein.

Ein Flop sowohl in den amerikanischen als auch in den deutschen Kinos - und kein Kritiker weiß, woran es liegt. Ich auch nicht, jedenfalls nicht, was den Film selbst angeht. Es wird wohl tatsächlich an Tom Cruise liegen, dessen Ära nun zu Ende geht. Ein Schauspieler, den ich nie wirklich leiden konnte, der hier aber tatsächlich keine schlechte Leistung abliefert und insbesondere im Zusammenspiel mit der gewohnt sensationellen Emily Blunt überzeugen kann. Die Geschichte selbst, das erkennt man schon an der kurzen Zusammenfassung, ist ähnlich wie "Und täglich grüßt das Murmeltier" und reizt dieses Prinzip auch sehr weit aus. Cage muss die Wiederholungen der Tage nicht nur nutzen, um überhaupt das Kämpfen zu erlernen, sondern ebenso auch, um einen Plan zu entwickeln, wie er die Aliens besiegen kann. Was gar nicht so einfach ist, denn nicht nur sind diese den Menschen immer einen Schritt voraus, auch muss er sich alles Geschehene an den vorangegangenen Tagen genauestens merken, damit er und seine Gefährtin Rita Vrataski nicht vor der Ausführung ihrer Mission getötet werden. Insgesamt so nicht ganz neu, dafür aber sehr gut und interessant umgesetzt, mit spannenden Wendungen und Überraschungen, die es nicht langweilig werden lassen. Und auf jeden Fall schon allein wegen der epischen Schlachten sehenswert. Knappe 4 Punkte!

Nachtlilien
von Siri Lindberg
Kurz vor der Hochzeit mit ihrem geliebten Dario erfährt die junge Jerusha etwas Schreckliches: Auf ihr lastet ein Fluch! Ein Fluch, der sie dazu zwingt, den, den sie am meisten liebt, zu verraten. Entschlossen macht sie sich auf, um den Zauber zu brechen. Doch ihre Reise ist gefährlich, und ihr Weggefährte Kiéran lässt sie bald zweifeln, ob Dario der Richtige ist...

"Nachtlilien" ist bei allen Fans des High Fantasy-Genres beliebt, wird gepriesen, gelobt und beschwärmt. Man kann also kaum etwas falsch machen. Wie kann es da sein, dass ich 4 Monate lang an diesem Roman herum gelesen habe, nur um es dann 200 Seiten vor Schluss entnervt aufzugeben?
Da ist zum einen der Schreibstil - pathetische Satzphrasen reihen sich an viel zu ausufernde und detailreiche Beschreibungen, die schnell eine unendliche Langeweile aufkommen lassen. Jerusha ist zudem eine schrecklich naive und regelrecht dümmliche Hauptfigur, die nichts versteht und blind ist für die einfachsten Dinge. Außerdem: Wie unlogisch ist es, dass ihr erst wenige Tage vor ihrer geplanten Hochzeit von dem Fluch erzählt wird, als es beinahe schon zu spät ist? Auf Hunderten von Seiten passiert so wenig und geht die gesamte Handlung so zähflüssig voran, dass das Weiterlesen bald schon zu einer Qual verkommt. Das liegt zum Teil sicherlich auch daran, dass Autorin Siri Lindberg gefühlt jedem Grashalm und jedem Tier einen neuen, außergewöhnlichen, aber seltsam lächerlich wirkenden Namen gibt, sodass man keine Chance hat, sich in der Welt auch nur in Ansätzen zurechtzufinden. Und auch die Liebesgeschichte macht das Ganze nicht besser: Zwischen Kiéran und Jerusha besteht keinerlei Chemie, dem Leser wird nur von ihrer unendlichen Sehnsucht nacheinander berichtet, Gefühle kommen bei einem selbst dafür nicht auf. Jerusha selbst vergisst übrigens nach wenigen Tagen bereits ihren Verlobten und denkt nur noch sporadisch an ihn, wenn es ihr mal einfällt - und genau das porträtiert ziemlich gut meine Haltung zum Buch. Mir war einfach alles egal. Und dafür kann es nichts besseres geben als die schlechteste Bewertung. 1 Punkt.

Paulette
mit Bernadette Lafont, Carmen Maura, Dominique Lavanant
Paulette ist eine grantige, fast schon bösartige rassistische Alte, die seit dem Tod ihres Mannes niemanden mehr an sich heran lässt. Als sie jedoch, um ihre Rente aufzubessern, beginnt, Drogen zu verkaufen, kommt sie mit allen ethnischen Rassen in Berührung, und vergisst bald ihre Vorurteile...

Ein absolut politisch-unkorrekter Film, der einem schon in den ersten 20 Minuten die Dialogzeilen "Warum magst du mich eigentlich nicht, Oma?" - "Weil du schwarz bist." um die Ohren haut. Paulette ist kein liebenswerter Charakter sondern eine Frau, für die man, würde man sie im echten Leben kennen, nichts als Verachtung übrig hätte. Als Filmfigur ist sie jedoch erfrischend anders, böse zwar und ihr Rassismus ist ekelhaft, aber sie lässt sich auch nicht unterkriegen, kämpft für ihr Geld und nimmt kein Blatt vor den Mund. Zugegeben, der Film ist etwas zu kurz, um ihre Wandlung zu einer etwas toleranteren Person [die jedoch immer noch das "N"-Wort sagt] wirklich glaubhaft porträtieren zu können, und es schleichen sich zwischenzeitlich durchaus mal Längen ein. Davon abgesehen ist es jedoch ein launiger Streifen, der in gewisser Weise auch Kritik am System übt - denn normal kann es ja nun nicht sein, dass eine Frau Drogen verkaufen muss, um sich ihren Lebensunterhalt sichern zu können. Nicht überragend, aber empfehlenswert. 3,5 Punkte.


   Kommentare:

  1. Tom Cruise war eigentlich nie ein schlechter Schauspieler, mir hat er zum Beispiel in "Rain Man" sehr gut gefallen, aber heutzutage ist er einfach mega unsympathisch, weswegen ich mir auch "Edge of Tommorrow" nicht angesehen habe. (Und doch habe ich wirklich nur positive Meinungen darüber gelesen)

    Godzilla hat mich auch nicht gereizt, aber mir gehts ganz ähnlich wie dir: keine Kinobesuche in letzter Zeit, da ist auch nichts was mich reizen würde...

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  2. @Katie:
    Prinzipiell finde ich auch, dass Tom Cruise nicht wirklich schlecht ist [außer in den Szenen, in denen er laufen muss :D] - aber ich mag ihn eben nicht und das kann ich auch nicht so richtig abstellen, muss ich sagen.
    Trotzdem könntest du es mit dem Film definitiv probieren, sehenswert ist er allemal ;)
    Und mit den Kinofilmen wird es leider im August erst wieder richtig gut, mal sehen, was dann kommt...

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