Back Down to Earth

[Kurzspots] Zodiac, Destruction of Silence, Snowpiercer, Der Anwalt des Teufels, Star Trek

In den letzten paar Monaten hat das mit den kürzer gefassten Filmbesprechungen irgendwie so gar nicht klappen wollen, daher muss ich das nun nach und nach aufholen. Für's Erste präsentiere ich heute Exemplare aus den Genres Thriller/Science-Fiction - und ausnahmslos alle haben mir gefallen.
Wie immer ist im Titel der einzelnen Filme übrigens ein Link zu finden, mit dem ihr auf die Seite eines Shops weitergeleitet werdet, um genauere Informationen zu finden.

Zodiac
mit Jake Gyllenhaal, Mark Ruffalo, Robert Downey jr.
Der Zodiac-Killer treibt sein Unwesen und macht sich mithilfe von codierten Botschaften über die Ermittlungen lustig. Der Journalist Robert Graysmith versucht, ihm auf die Spur zu kommen, doch Zodiac lässt sich nicht fassen...

Wer bei Thrillern immer Action, Verfolgungsjagden und irrwitzige Rückschlüsse auf den Täter erwartet, ist bei "Zodiac" falsch. Allen anderen kann der Film aber nur ans Herz gelegt werden. Denn ja, er beginnt langsam; ja, unerwartete Wendungen bleiben eher aus; und ja, blutige Gemetzel sucht man vergebens. Aber der Streifen will auch gar nichts anderes, als auf realistische Weise die Arbeit der Polizei wie auch der Zeitungen zu zeigen, die sich mit dem Zodiac-Killer beschäftigen. Das Ganze basiert auf einem wahren Fall und ist so nur noch beklemmender, und durch die ruhige Erzählweise wird einem erst klar, wie schwierig, zäh und manchmal Nerven raubend die Arbeit sein kann, einen Mörder zu fangen. Das geht eben nicht mal eben auf die Schnelle in 45 Minuten, sondern dauert auch mal Jahre, Jahrzehnte. Das zu sehen, ist mal etwas ganz anderes. Und auch die Darsteller sind hier alle erster Klasse: Jake Gyllenhaal als fanatischer Graysmith, Mark Ruffalo als ausgebrannter Polizist und Robert Downey jr. als Journalist, der bald dem Alkoholismus verfällt. Auf seine ganz eigene Weise ist der Film unheimlich packend, und das möchte ich gern honorieren. 4,5 Punkte.

Destruction of Silence
mit Rolf Schapals, Horst Janson, David Gisik
April 1945, das Ende des 2. Weltkriegs steht kurz bevor. GI Jack Brown ist mit seinen Kameraden unterwegs, als er einen kleinen Jungen entdeckt, der seine ganze Familie verloren hat. Und er beschließt, ihn zu beschützen...

"Destruction of Silence" ist ein Kurzfilm der deutschen Produktionsfirma Jakale Film, der in eindringlichen Bildern die Schrecken des 2. Weltkriegs zeigt, -Schrecken, die auch zum Ende dessen noch herrschten. Trotz der sehr geringen Laufzeit von nur 36 Minuten, ist es hier gelungen, dem Zuschauer die Geschichte voller Leid und Tod, aber auch Vertrauen und tiefer Freundschaft, überzeugend nahe zu bringen. Das Schicksal des kleinen Philipp berührt, ebenso wie die Opferbereitschaft des Soldaten. Es wird nicht wirklich viel gesprochen, hauptsächlich nur am Anfang und am Ende, doch die Menge an Dialogen reicht, um einem sowohl den Handlungsrahmen als auch das Leben der Soldaten zu dieser Zeit bewusst werden zu lassen. Dazu trägt sicherlich auch die Stimme aus dem Off bei, die immer wieder Gedanken einstreut und einen regelrecht die Atmosphäre der Zeit spüren lässt. Zugegeben, mir persönlich kam das Ende ein Stück weit zu abrupt, auch für einen Kurzfilm. Relativ plötzlich wird das Ganze mit einigen Zeilen auf dem Bildschirm abgebrochen, die meiner Meinung nach auch noch eingebettet in den Film gut hätten funktionieren können; ebenso bin ich allgemein der Meinung, dass die Geschichte großes Potenzial für einen kompletten Spielfilm hat, um beispielsweise die Beziehung von Philipp und Jack noch deutlicher auszubauen. Wer jedoch auf der Suche nach einem realistischen und filmisch wertvollen Film über den Krieg ist, ist hier sicherlich trotzdem wunderbar beraten. Von mir gibt es dafür verdiente und sehr gute 3,5 Punkte!

Snowpiercer
mit Chris Evans, Tilda Swinton, Octavia Spencer
In der Zukunft wurde die globale Erwärmung gestoppt - und dadurch die Erde in eine einzige Eisfläche verwandelt. Die einzige Zuflucht für die Menschen ist ein langer Zug, der "Snowpiercer". Doch diejenigen im letzten Abteil werden unterdrückt und misshandelt. So brechen sie auf zu einer Rebellion...

Dystopien haben den Filmmarkt nun auch außerhalb von Buchverfilmungen erobert und so zeigt uns in "Snowpiercer" Bong Joon-ho seine eigene Sicht auf die Zukunft. In Zusammenarbeit mit Park Chan-wook, von dem ich zuletzt ja "Stoker" sehr geliebt hat, entwirft er ein Szenario, das erschreckend wie faszinierend ist. Wie üblich gibt es einige Menschen, die über das Leben anderer regieren [in diesem Falle die im Zugkopf lebenden], sowie die obligatorischen Rebellen. Interessant ist hier, dass sich die Handlung nur im Zug abspielt. Zugegeben, einige der Dinge, die dort geschehen, sind schon sehr seltsam und wirken manchmal wie eine Parodie von sich selbst, ansonsten ist das Design der einzelnen Abteile jedoch genial gelungen. Dazu passend ist auch der Soundtrack gehalten, der immer wieder eine andere Atmosphäre verbreitet - insbesondere natürlich in der Axt-Szene, mit einem genialen Lied unterlegt, bedrohlich in Dunkelheit getaucht, nur das Gemetzel ist zu hören. Das Ganze ist schon recht brutal und grausam, zarte Gemüter sollten sich also eher fern halten. Was mir weniger gefiel, waren manchmal der Dialoge - insbesondere in der Schulszene wirken diese zum Beispiel äußerst klischeehaft und aufgesetzt, sind schon fast nervtötend. Das ist schade, vor allem in Anbetracht der wunderbaren Schauspieler wie zum Beispiel Tilda Swinton, die mal wieder Mut zur Hässlichkeit beweist. Insgesamt ist der Film nicht in allen Aspekten perfekt - aber definitiv etwas anderes. Sehr knappe 4 Punkte.

Der Anwalt des Teufels
mit David Tennant, Toby Kebbell, Sophie Okonedo
Will Burton ist einer der erfolgreichsten Anwälte überhaupt und daher sehr gefragt. Ihm wird sogar der Titel als Kronanwalt in Aussicht gestellt. Dafür nimmt er den des Mordes bezichtigten Liam Foyle als Mandanten an und verschafft ihm einen Freispruch. Erst dann bemerkt er, dass er grade einen Killer auf freien Fuß gelassen hat...

"Der Anwalt des Teufels" ist eine Mini-Serie aus dem Hause BBC und macht dem guten Ruf mal wieder alle Ehre. Ich bin mir nicht sicher, wie genau es dem Sender gelingt, immer wieder so glaubwürdige, gute Darsteller und funktionierende Drehbücher aufzutun. Zugegeben, die Geschichte um einen Anwalt, der ein Problem mit einem Mandanten hat, ist nicht neu [siehe zum Beispiel "Der Mandant"], wird hier aber dennoch auf andere Weise umgesetzt. Das beginnt schon damit, dass nach relativ kurzer Zeit ein unerwarteter und schrecklicher Mord geschieht, der die Stimmung aufheizt. So ist man von Anfang an voll mit dabei und gefesselt bis zum Schluss. Dazu tragen sicherlich auch David Tennant als zuerst verzweifelter, später gerissener Anwalt wie auch [und vor allem] Toby Kebbell als Psychopath Foyle bei. Letzter spielt so atmosphärisch, gruselig und faszinierend, dass man sich für ihn noch eine große Karriere wünscht. Letztendlich wird alles auf zufriedenstellende und glaubhafte Weise aufgelöst, lässt einen aber trotzdem mit einem angespannten Gefühl zurück. Ein Thriller, der unter die Haut geht. Daher gute 4 Punkte von mir.

Star Trek
mit Chris Pine, Zachary Quinto, Eric Bana
James Kirk ist ein eingebildeter junger Mann, der es sich durch eine gedankenlose Aktion verwehrt hat, mit auf das Raumschiff Enterprise zu kommen. Ein Freund hilft ihm jedoch, sich einzuschleichen. Eigentlich will er sich danach bedeckt halten - doch als die Crew von Bösewicht Nero angegriffen wird, muss er handeln...

Natürlich kenne ich die alte Enterprise-Serie, die auch zur Zeit in Deutschland jeden Nachmittag noch auf ZDF neo ausgestrahlt wird. Auch wenn einige Episoden davon überaus albern sind, so ist sie doch immer wieder interessant. Daher musste ich nun auch endlich mal die moderne Verfilmung des Stoffes, die in den jungen Jahren von Kirk und Spock spielt, anschauen. Ich bin natürlich kein Fanatiker der ursprünglichen Folgen und Filme und weiß daher auch nicht, wie sehr sich die neue Adaption tatsächlich an die Originale hält - aber so wichtig ist mir persönlich das auch gar nicht. In erster Linie unterhält Science-Fiction nun einmal hauptsächlich, und genau das gelingt "Star Trek" sehr gut. Änderungen wie die Liebesbeziehung zwischen Spock und Uhura finde ich durchaus mutig, und es ist spannend, mitzuerleben, wie sich der Vulkanier und Kirk erst einmal miteinander arrangieren müssen. Manchmal wirkt das Ganze ein wenig konfus, beispielsweise mit dem Zeitreise-Aspekt, insgesamt überzeugt jedoch auch die Story. Ein sehenswertes und spannendes Action-Spektakel! Sehr gute 3,5 Punkte.


   Kommentare:

  1. "Zodiac" will ich auch schon seit Ewigkeiten mal sehen. Ich glaub ich hab sogar mal angefangen, aber bestimmt bin ich eingeschlafen :D Ich setze ihn bei Lovefilm nochmal auf meine Leihleiste, danke für den Tip bzw die Erinnerung :)

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  2. Hi :-)
    Ich melde mich auch mal wieder ;-)
    Momentan verbringe ich meine Zeit eher draußen, als drinnen und deswegen schaffe ich es kaum, meinen Blog aktuell zu halten (ist ja auch nur ein Post pro Monat...) geschweige denn andere Blogs zu lesen. :-(
    Zodiac fand ich ganz schlecht und habe ich damals ausgeschaltet :-D Fand ihn total langweilig. Habe es bereits mehrfach versucht, ihn zu gucken, aber meine Meinung ändert sich irgendwie nicht :-P
    Snowpiercer habe ich in der Sneak gesehen und fand ihn auch so lala. Interessante Sichtweise, jedoch etwas ZU merkwürdig und sehr langatmig. Das lustige bei dem Film war, dass der Regisseur meinte, dass die Amerikaner zu blöd seien, um den Film zu verstehen :-D Ich frage mich, ob ich es auch bin, weil ich ihn doof finde... :-D Wäre mir aber auch wurscht :-D Ich meine, die Anspielungen habe ich schon verstanden, aber das ändert ja nichts daran, dass sie blöd waren :-D
    Und Star Trek fand ich klasse. Guck dir mal den zweiten Teil an. Benedict Cumberbatch spielt alle innerhalb von zwei Sekunden an die Wand *Daumen hoch*!

    LG Dene ;-)

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  3. @Katie:
    Also man muss bei "Zodiac" schon am Ball bleiben, ich schreibe ja auch, dass das nicht ganz einfach ist. Aber meiner Meinung nach passt das hier einfach und ich wünsche dir viel Spaß dabei, solltest du es noch einmal probieren ;)

    @Dene:
    Nun ja, wie ich schon schreibe, "Zodiac" ist sehr ruhig und man muss sich konzentrieren. Lässt man sich drauf ein, erwartet einen ein toll gedrehter und wunderbar gespielter Film. Ansonsten findet man ihn halt langweilig ;)
    "Snowpiercer" fand ich ja nicht "so lala", sondern gut, ne :D Ich fand die Drehweise ziemlich klasse, und grade so merkwürdige Filme mag ich ja nun mal SEHR. Daher trotz der Kritikpunkte für mich ein Film, den ich noch mehrmals gucke werden ;)
    Und "Star Trek Into Darkness" werde ich selbstverständlich noch gucken, keine Sorge. Wobei ich Khan als Bösewicht ja nun einmal nicht so mag, egal wie toll Cumberbatch auch ist...

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