Back Down to Earth

[Laberparade] R.I.P.D.

"Was dich auf der anderen Seite erwartet, wird bestimmt böse. Aber keine Sorge. Ist ja nur für ewig."

STORY
Als der Polizist Nick Walker bei einem Einsatz tödlich verwundet wird, muss er feststellen, dass der Tod noch längst nicht die ewige Ruhe mit sich bringt, die man erwarten könnte. Er kehrt als Mitglied des Rest-In-Peace-Departments, kurz: R.I.P.D., in die Welt der Lebenden zurück. Ihm zur Seite steht der ehemalige Revolverheld Roy Pulsipher, der schon seit Jahrzehnten im Auftrag des Departments für Ordnung sorgt. Der erfahrene Cop steht zwar kurz vor der Pensionierung, aber ein letztes Mal will er noch seinem legendären Ruf gerecht werden. Das untote Duo macht sich auf, um die Straßen von allerlei dunklen Kreaturen zu säubern und den Killer zu finden, der auch für Nicks Tod verantwortlich ist...

MEINE MEINUNG

CHARAKTERE
Wer auf klischeehafte Figurenzeichnung steht, ist mir "R.I.P.D." bestens bedient, denn selten wurden Charakterisierungen so grandios schlecht umgesetzt. Nick ist der typische Polizist, der sich einerseits für seine Frau ins Zeug legt, um ihr ein gutes Leben zu ermöglichen, gleichzeitig aber auch wegen Gewissensbissen geplagt wird und, als er im Toten-Department arbeitet, alles versucht, um sein altes Leben wieder zu erlangen. Roy ist ein Möchtegern-Cowboy durch und durch: Mit altmodischen Pistolen, einem passenden Bart und einem im Original starken Lispeln und Nuscheln ausgestattet, gibt er vollständig den harten Hund. Und Bobby Hayes ist zwar ganz doll skrupellos und böse, dabei aber so strunzdumm, dass man sich ernsthaft fragen muss, wie es ihm gelungen ist, Nick überhaupt zu töten.

SCHAUSPIELER
Bei so schlechten Charakteren wundert man sich dann natürlich, warum um alles in dieser Welt diese Schauspieler sich dafür hergegeben haben. Ryan Reynolds hatte sich nach dem üblen "Green Lantern" grade wieder gefangen, und schon haut er wieder so einen Schund raus - obwohl er es gar nicht nötig hätte, denn seine Mimik überzeugt durchaus. Jeff Bridges mag noch so cool sein, er hat leider eben auch immer die gleichen Rollen und Gesichtsausdrücke. Und bei Kevin Bacon habe ich fast geweint, schließlich konnte er sein großartiges Talent schon in Filmen wie "Sleepers" oder "24 Stunden Angst" beweisen. Hier allerdings bleibt er blass, was vollständig seiner Rolle geschuldet ist. 

GESCHICHTE
Bevor ich aber in Tränen ausbreche, komme ich lieber zur Story - wobei ich da mit meiner Schimpftirade gleich weitermachen kann. Nicht nur, dass sich "R.I.P.D." in der Tat anfühlt wie eine schlechte "Men in Black"-Parodie, die sich zu ernst nimmt, das Ganze ist auch noch völlig hirnrissig. Allein die Handlungen des Bösewichts sind so sinnfrei - schließlich tötet er Nick und bringt sich damit selbst in Gefahr -, dass es schon richtig traurig ist. Hinzu kommen unendlich viele Stereotypen wie die On-Off-Beziehung zwischen zwei Nebencharakteren oder der brennenden Liebe von Nick zu seiner Frau. Das Einzige, was mir an der Geschichte richtig gefiel, waren die Szenen, in denen von Nick und Roy auf ihre neuen Identitäten - die heiße Blondine und den alte Chinesen - geswitcht wurde.

SPASSFAKTOR
Denn diese sind die, bei denen auch wirklich gelacht werden kann - schade nur, dass sie nicht öfter auftauchen. Stattdessen gibt es eine Menge Flachwitze, bei denen man sich die Mühe spart, die Mundwinkel zu verziehen, und einige Längen besitzt das Ganze trotz der geringen Laufzeit von 87 Minuten auch noch. Das Schlimmste allerdings sind die Animationen. Wo die Effekte wie Explosionen etc. noch in Ordnung sind, haben die Techniker bei den untoten Monstern trotz des nicht gerade geringen Budgets von 130 Millionen Dollar völlig versagt. Das Ganze wirkt absolut lächerlich und schrecklich unrealistisch, was einen permanent zum Kichern bringt - allerdings ganz sicher nicht so, wie es von den Produzenten beabsichtigt war...

FAZIT
WARUM? Das ist die Frage, die mir permanent im Kopf herumschwirrt, wenn ich an "R.I.P.D." denke. Warum haben Ryan Reynolds, Jeff Bridges und Kevin Bacon dafür unterschrieben? Warum hat sich keiner die Story noch einmal durchgelesen? Warum ist das CGI so schlecht? Und warum zur Hölle hat das Ganze so viel gekostet?! Auf all diese Fragen wird es wohl nie eine Antwort geben. Auf die nach meiner Bewertung schon: 2 traurige Punkte hierfür. 



   Kommentare:

  1. Ja, sowas hab ich mir schon gedacht als ich den Trailer gesehen habe...

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    1. Ich auch - aber ich habe die Hoffnung nicht aufgegeben, dass das Ganze vielleicht doch nicht so schlecht ist wie erwartet. Tja, schade...
      Gut, dass du ihn dir nicht angeschaut hast! :D

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  2. Uff, na zum Glück habe ich keinerlei Zeit, mir diesen Film anzuschauen! Hatten Micha und ich ja eigentlich vor, wenn du dich erinnerst.
    Jetzt bin ich gerade mehr als froh, den nicht sehen zu können :D
    Danke, ich hab mich gerade köstlich amüsiert! <3

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    1. Schau mal, manchmal hat es also doch seinen Sinn und Zweck, keine Zeit zu haben ;) Wir hatten ja den Trailer zusammen im Kino gesehen, und eigentlich sah das Ganze da gar nicht so schlecht aus...Tja, der erste Eindruck täuscht eben manchmal :D

      Lieben Dank für das Kompliment ;)

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  3. Oh 2 Punkte sind noch zu viel, wenn es nach deiner Kritik geht, was? :-D
    Gott sei Dank bin ich doch nicht in den Film gegangen ;-)

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    1. Naja, also "R.I.P.D." ist nicht der schlechteste Film, den ich jemals gesehen habe, daher sind die zwei Punkte schon richtig so. Aber es ist schon eher an der Grenze zur 1 als zur 3, da hast du Recht :D
      Und ich beglückwünsche dich dazu, dir das nicht angetan zu haben!

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  4. Erst dachte ich so... Jeff Bridges... das kann gar nicht schlecht werden... dann habe ich Ryan Reynolds gesehen und dachte nur noch... "Die lassen den noch Comic-Verfilmungen machen? WARUM?" ... und hab mir den Film nicht angeguckt. Will nicht das mein tolles Bild von Jeff zerstört wird ^^

    MfG, Tobias

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