Back Down to Earth

[Musikrezension] All things bright and beautiful - Owl City

Ein wenig später als die meisten anderen Fans, aber immerhin nicht erst ein halbes Jahr später, habe auch ich mir das neue Album von Owl City zugelegt. Nachdem ich Rezensionen verglichen und mir die Hörproben angehört habe, entschied ich mich schließlich dafür, der neuen Scheibe eine Chance zu geben, auch, wenn ich Angst hatte, nach dem wunderbaren Ocean Eyes enttäuscht zu werden. Aber was soll ich sagen? Es hat sich auf ganzer Linie gelohnt.

Owl Citys Stil ist, wie ja wohl alle wissen, ein unverkennbarer Mix aus Synthie-Pop, Elektronik, verzerrten Stimmen, weichen Klängen und wunderschönen Texten. Und das zeigt sich auf auf dieser CD. Sänger und Songwriter Adam Young zeigt hier wieder sein ganzes Können, lebt seine Fantasie und sein Talent aus und lässt den Hörer immer wieder sprachlos zurück. Die Melodien sind einfach zu schön, die Texte einfach zu wenig Mainstream und die Elektronik einfach zu gut eingebettet. Es fasziniert mich immer wieder, wenn es tatsächlich noch richtig gute Künstler schaffen, auf dem Musikmarkt aufzutauchen - und wenn sie sich dann auch noch so grandios halten und weiter entwickeln wie Owl City und das noch respektiert wird, dann haut mich das fast um. Wenn man bedenkt, dass wohl mindestens die Hälfte der Musikhörer nur Pop und Charts hört, ist das doch überraschend.

In All things bright and beautiful erfindet sich Owl City nicht neu, man könnte sagen, einige Lieder klingen ähnlich wie auf Ocean Eyes. Viele wird das wohl stören, aber jedes Lied hat trotzdem seine Eigenheit: Geigen im Hintergrund, Co-Sängerin Breanne Düren oder vollkommen neue, auch lautere Parts. Kannte man Adam Youngs Stimme vom Vorgängeralbum nur ruhig und sanft, so wird er hier auch mal noch eindringlicher, legt noch mehr Gefühl in seine Stimme und ruft das, was ihn bewegt, dem Zuhörer entgegen. Das fällt besonders auf in Angels und Kamikaze, wo es grandios passt.

Zwar hat dieses Album fast ausschließlich nur gute Seiten, so gibt es doch etwas zu bemängeln: Die extreme elektrische Verzerrung von Breanne Dürens Stimme in Honey and the bee. Ohne diese quitschige und nervende Frauenstimme wäre daraus ein toller Song geworden, doch so ist er spätestens nach dreimal Hören zum Ausrasten. Das Gequake ist hier leider misslungen und hätte ruhig weggelassen werden können.

Ansonsten ist die neue Platte von Owl City aber ein wirklich sehr würdiger Nachfolger. Wieder einmal konnte ich mich wunderbar schnell in die Musik einfinden und mitträumen, konnte mitsingen, mittanzen und einfach entspannen - das schafft die Band einfach immer und dafür mein vollster Respekt. Ich hoffe auf noch viele weitere Alben und werde jetzt versuchen, irgendwen dazu überreden, mit mir auf das Konzert in Köln zu gehen.

Anspieltipps:
Plant Life
Kamikaze
Dreams don't turn the dust
Angels



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Das Live-Video Angels von Owl Citys wunderschönem Konzert am 17. Juli in Charlotte

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