Back Down to Earth

[Buchrezension] The forest - Carrie Ryan

Sofort ist Travis an meiner Seite. Er zieht mich zur Treppe. Argos läuft im Kreis um uns herum und stupst uns voran. Er bleibt immer hinter uns und beschützt uns.  Wir sind die Treppe halb hinauf, als es so laut kracht, dass ich mir die Ohren zuhalte. Argos‘ Krallen kratzen auf den Stufen.
Hinter ihm erhebt sich das Stöhnen, es wird von den Wänden des Hauses zurückgeworfen. Wieder kracht und splittert es, man hört Möbel über Holz scharren.
Dann sind die Ungeweihten bei uns eingedrungen.

Inhalt:
Mary lebt in einem Dorf, das von der Schwesternschaft beherrscht wird. Sie sorgt dafür, dass alles sicher ist und die Ungeweihten von draußen nicht eindringen können. So leben die Menschen in ihrer kleinen Welt, heiraten, bekommen Kinder und leben, bis sie sterben. Nur Mary träumt immer von einer Welt außerhalb des Dorfes, von Städten, vom Meer. Obwohl ihr immer wieder gesagt wird, dass es sonst nichts mehr gibt auf der Erde, kann sie nicht aufhören, daran zu denken.
Eines Tages dann passiert doch das Unvorstellbare: Das Dorf wird überrannt und Mary muss gemeinsam mit ein paar Freunden fliehen. Aber während die anderen nur irgendwie überleben wollen, sucht sie immer noch nach dem Meer und der Freiheit. Und bringt so sich selbst und auch die anderen in Gefahr…

Die Buchaufmachung:
Das Cover ist sehr düster gehalten, man sieht den Wald der tausend Augen und im Vordergrund ein Mädchen mit roten Haaren in einem dunklen Kleid, das vielleicht Mary darstellen soll. Im hinteren Teil sieht man drei Figuren in Kutten, vielleicht die Schwestern der Schwesternschaft.
Die Gestaltung ist gut gelungen, allerdings wirkt es eher so, als wären die Schwestern das tragende Element der Geschichte und nicht die Ungeweihten.

Meine Meinung:
Wo ist der Grusel in der Geschichte, der versprochen wird? Wo ist die Leidenschaft und warum wird im Klappentext geschrieben, Mary wäre allein, obwohl sie mit fünf Freunden unterwegs ist? Wie wird das Dorf, in dem sie vorher lebten, mit Lebensmitteln versorgt und wieso ist Mary so unausstehlich?
Fragen über Fragen, die sich mir während des Lesens stellten und die ich leider noch immer nicht beanworten kann.

Mary ist wirklich eine ganz schreckliche Hauptperson. Anstatt sich nur einmal in ihrem Leben mit etwas zufrieden zu geben, zum Beispiel damit, mit ihrer großen Liebe zusammenzuleben, muss sie immer und grundsätzlich noch einen Schritt weiter, sie will mehr, eigentlich will sie alles. Einen Traum zu haben ist ja schön, sehe ich ein, aber muss man deswegen denn alle, die man liebt immer und immer wieder in Gefahr bringen? Ich weiß gar nicht mehr, wie viele Menschen das Mädchen im Laufe des Buches wegen ihrer Dummheit und Uneinsichtigkeit umgebracht hat. Und deshalb habe ich sie ab Mitte der Geschichte einfach nur noch gehasst, einfach, weil sie partout nicht aus den Geschehnissen lernen wollte.

Dafür habe ich Harry und Travis ebenso sehr ins Herz geschlossen wie den kleinen Jakob, auch wenn Mary sich grundsätzlich in den Vordergrund gedrängt hat. Immer wieder war ich sehr traurig, wenn sie die beiden Männer wieder einmal vor den Kopf stieß und sie traurig machte, denn beide waren immer nur auf ihr Wohl aus und haben sich um sie gesorgt. Wobei ich mich hier auch öfter gefragt habe, ob das bei einer solchen Person wie ihr noch möglich ist, dass man alles für sie aufgibt.

Bis das Buch überhaupt erst zu dem Part mit den einfallenden Eingeweihten kommt, ist schon ein Drittel des Buches um. Natürlich will man sich als Leser in die Umgebung und die Geschehnisse einfühlen können, man will auch die Personen kennenlernen, aber ich hätte nicht gedacht, dass erst noch Hochzeiten und unendliches Drumherumgelaber sein müssen, bis die Story endlich mal in Gang kommt. Leider habe ich aber nicht damit gerechnet, dass es von da an noch langweiliger werden würde. Denn entgegen meiner Vorstellung, dass sich Mary viel verteidigen muss, rühren die Probleme nicht von den Ungeweihten her sondern liegen schlicht und einfach daran, dass die Vorräte nicht reichen. Ging es noch einfallsoser?

Außerdem habe ich mir doch weit mehr Gänsehautfaktor und Grusel erhofft. Stattdessen fand ich die Monster draußen vielleicht grade ein bisschen doof, aber das war es auch schon. Sie sind augenscheinlich total dumm, können nicht richtig gucken, nur riechen, und wenn es regnet, nicht mal das. Was sind denn das für Monster, wenn die nichts können?

Das Ende war dann aber am Schlimmsten. Etwas unspektakuläreres habe ich wohl noch nie gelesen. Vor allem, weil Mary da wahrscheinlich fein nochmal ein paar Menschen mehr umbringt, um weiter ihrem Traum nachzujagen. Da habe ich mich so über sie aufgeregt, dass ich ernsthaft froh war, das Buch fertig zu haben, und das kommt wirklich nicht oft vor.

Das einzige Gute außer den Figuren Travis und Harry ist noch der Schreibstil. Zwar holpern die Sätze und Beschreibungen öfter mal, ansonsten ist er aber sehr flüssig und vor allem sehr einfach zu verstehen. Ich hätte mir noch ein paar mehr Details in der Beschreibung der Wohnungen und der gesamten Umgebung in Marys Dorf gewünscht, aber vielleicht wäre alles dann noch ermüdender geworden, weswegen ich eigentlich zufrieden damit bin, wie es ist.

Fazit:
Ich muss sagen, von diesem Buch habe ich einiges mehr erwartet und ich wurde sehr enttäuscht. Ich dachte, es wäre gruselig, leidenschaftlich und düster, aber stattdessen ist es ein Buch ohne wirkliche Story mit vielen Ungereimtheiten und einer Protagonistin, die einfach nicht weiß, was sie will. Im Gegensatz zu vielen anderen konnte ich mit diesem Buch eindeutig nichts anfangen und ich kann es auch nicht weiterempfehlen. Zwei Punkte.


   Kommentare:

  1. Schade das dir das Buch nicht sehr gefallen hat. Es steht ziemlich weit oben auf meinem Sub, aber momentan hat mich deine Rezi etwas unsicher gemacht :/ Trotzdem tolle Rezi! :)

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  2. Oje, das kling gar nicht gut... das ist jetzt schon die 3. oder 4. Negativrezi die ich zu "The Forest" lese. Ich glaube ich lasse das Buch lieber bleiben. (Ich rege mich nämlich beim Lesen auch ziemlich oft über die nervigen Protagonisten auf)

    Aber schöne Rezension :)

    Liebe Grüße
    Lisa

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  3. @ihr beide:
    Bei Amazon liest man fast nur positive Bewertungen, daher wundert mich das grade...^^ Aber wenn man nervige Buchcharakter hasst, dann sollte man das Buch auf jeden Fall bleiben lassen ;)

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  4. Ich habe noch nie was von dem buch gehört und ich glaube, ich will es jetzt auch nicht lesen. Es klingt interessant, aber so, wie du die Hauptperson schilderst, kann ich es auf keinen Fall lesen.
    Aber sehr gute Rezi!
    lgCrazyCat

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  5. Eine kleine Überraschung auf meinem Blog für dich:
    http://rozasleselieblinge.blogspot.com/2011/08/award-nummer-2-und-3.html

    LG Chrisy

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