Back Down to Earth

Buchrezension: Die Flammende - Kristin Cashore

"Du bist gut im Lieben", sagte sie, einfach weil es ihr so vorkam, als wäre das die Wahrheit. "Ich bin nicht so gut im Lieben. Ich bin wie ein Stacheltier. Ich stoße alle, die ich liebe, weg."
Er zuckte mit den Schultern. "Es macht mir nichts aus, von dir weggestoßen zu werden, wenn das bedeutet, dass du mich liebst, kleine Schwester."

Bildergebnis für die flammendeINHALT
Fire mit den atemberaubend roten Haaren wird sowohl gefürchtet als auch verehrt, denn sie ist ein Monster - jemand, der in das Bewusstsein anderer eindringen und es verändern kann. Deshalb wird sie an den Königshof gerufen - um dem König und seinen Gefolgsleuten zu helfen, den bevorstehenden Krieg für sich zu entscheiden, indem sie ihnen Informationen von Gefangenen liefert, die sie in ihren Köpfen findet.
Fire weigert sich vehement, weil sie niemanden zu so etwas zwingen möchte. Doch der Krieg rückt unaufhaltbar näher und sie muss sich entscheiden; will sie verhindern, dass das Königreich stürzt oder lässt sie es untergehen? Und dabei auch den unnahbaren Prinz Brigan, den sie nicht durchschauen kann und der doch eine unglaubliche Anziehung auf sie ausübt...?

BUCHAUFMACHUNG
Auf dem dicken Plastikumschlag ist der Hinterkopf eines Mädchens mit langen, roten Haaren zu sehen. Der Titel ist in goldenen Lettern aufgedruckt und steht ein wenig ab. Nimmt man den Umschlag ab, hält man ein leuchtend dunkelrotes Buch in den Händen, das sehr gut zur Geschichte und der Hauptprotagonistin passt.

MEINE MEINUNG
Kristin Cashore hat mich mit ihrem zweiten Buch wieder daran erinnert, warum sie zurecht eine echte Bestsellerautorin ist. Ich frage mich ehrlich gesagt immer noch, warum Die Flammende eigentlich zwei Monate in meinem Regal stand, bevor ich es endlich gelesen habe.

Seit langem ist es das erste Mal, dass ich die Hauptperson eines Buches auf Anhieb mochte und das freut mich sehr. Fire ist eine sehr starke und sture Persönlichkeit, aber auch unendlich sanft, liebevoll und sie hat ein großes, gutes Herz. Natürlich tut sie genau wie andere Buchfiguren und ja sicherlich wir selbst auch, manchmal Dinge, über die man als Leser nur den Kopf schütteln kann. Beispielsweise stört es sie überhaupt nicht, dass ihr Liebhaber noch zeitgleich mit ihr in die Betten aller möglichen anderen Frauen steigt. Und ich meine wirklich aller.

Trotzdem mochte und mag ich Fire wirklich gern. Ich habe mitgefiebert, mitgelacht, mitgebangt und mitgeweint. Die Art, wie Kristin Cashore die Gefühle ihrer Protagonistin beschreibt und beinahe fühlbar werden lässt, dass ist fast unvergleichlich.

Ebenso toll sind auch die Dialoge gelungen. Sie wirken echt, sie wirken authentisch und ich hatte manchmal das Gefühl, die Menschen stünden neben mir und würden sich hier unterhalten. Am schönsten fand ich dabei den oben genannten Dialog. Der hat mich so berührt, dass ich glatt ein bisschen geweint habe.

Die Geschichte selbst ist ganz anders als die aus Die Beschenkte. Hier handelt es sich nämlich nicht um Beschenkte, sondern um Monster, Tiermonster, Menschenmonster - aber Fire ist das letzte ihrer Art. Und sie hat stark damit zu kämpfen, was ihr Vater getan hat, als er noch lebte. Sie will nicht werden wie er und glaubt doch, dem jeden Tag einen Schritt näher zu kommen.

Zwar kommt auch hier ein Beschenkter vor, aber nur sehr, sehr oberflächlich - was ich schade fand, denn im Grunde wurde die Geschichte darum herum nur angerissen. Da hätte noch sehr viel mehr rausgeholt werden können, zumal das Ende dieser "Zwischenphase", wie ich sie nenne, doch ziemlich unspektakulär war. Ich habe mich gefragt, warum dieser Beschenkte einen ganzen Prolog bekommt und am Ende dann doch so wenig vorkommt, dass er gerade mal eine Nebenfigur bleibt. Schade!

Aber das rückt in den Hintergrund, denn so viel kann man darüber gar nicht nachdenken - weil einfach die Spannung nicht nachlässt. Spätestens ab Seite 200 hat einen die ganze Geschichte so sehr gefesselt, dass man nicht mehr aufhören kann, jedenfalls ging es mir so. Ich wollte wissen, was mit Brigan geschieht, mit Archer, wie Fire ihre Situation meistert - immer wieder kamen Geheimnisse ans Licht und Rätsel wurden gelöst, was einen kaum zu Atem kommen ließ. Dazu haben sicherlich auch die wunderbar charakterisierten Nebenfiguren beigetragen, wie beispielsweise natürlich Brigan, der undurchschaubare und nicht so gut aussehende Prinz, wie man es gewohnt ist. Oder Clara, die fürsorgliche Schwester, die aber auch alles tut, um das Königreich zu retten. Oder Archer, den schreckliche Launen plagen und der die eifersüchtigste Buchperson ist, die mir jemals untergekommen ist, aber den man trotzdem mögen muss.

FAZIT
Für mich ist Die Flammende ein absoluter Lesegenuss gewesen, auch wenn es ein, zwei Schwächen hat. Meine absolute Leseempfehlung!


Titel: Die Flammende
Originaltitel: Fire
Reihe: Die sieben Königreiche/Graceling Realm
Autor: Kristin Cashore
Übersetzer: Katharina Diestelmeier
Verlag: Carlsen 
Seitenzahl: 510 Seiten
ISBN-13: 978-3551582119

   Kommentare:

  1. Das hört sich super an! Werde ich mir auf jeden Fall holen! Würdest du dazu dann gleich die Beschenkte empfehlen? Oder liest sich das besser oder gleich gut einzeln? Tolle Rezension, erweckt echt Interesse in mir :D

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  2. Du kannst die Beschenkte selbstverständlich auch davor lesen, das ist auch gut. Aber die Flammende finde ich ehrlich gesagt noch besser ;)
    Und da es Bücher mit vollkommen verschiedenen Geschichten sind ist es kein Problem, wenn du erst dieses liest! :)

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  3. Hmm ... jetzt bin ich doch ein bisschen hin- und hergerissen :-/ Die Beschenkte fande ich ja nicht sooo gut, obwohl viele meinten, dass es toll sei. Na ja, muss ich mir mal meine eigene Meinung zu bilden :-)
    Schöne Rezension übrigens :-)
    Bin jetzt auch Leserin geworden und würde mich freuen, wenn du auch mal bei mir vorbeischaust!

    Liebe Grüße
    Sandra :-)

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  4. Für mich hatte das Buch leider mehr als eins, zwei Schwächen und von einem Lesegenuss kann ich auch nichts sagen. Leider!

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