Back Down to Earth

Nibelungenmord - Judith Merchant


"Erzähl mir doch was. Von Bilbo und so. Wenn du das nicht schlimm findest, wegen deiner Mutter und, na, du weißt schon."
Bilbo. Natürlich würde er von Bilbo erzählen. Ihn selber würde das auch beruhigen. Und sie würde gleich einschlafen, beruhigt von seiner Gutenachtgeschichte, beruhigt auch von den Tabletten.
Immerhin waren drei davon in der Cola gewesen.


Über das Buch:
In einer der Drachenhöhlen im Nibelungental wird eine Leiche gefunden und noch am selben Tag verschwindet auch die Frau des Notars Sippmeyer. Ermittler Jan Seidel und sein Team tappen im Dunkeln, denn niemand weiß, wer die Tote ist und es führt keine Spur zu der verschwundenen Frau - außer die Geliebte des Mannes. Hat diese vielleicht ihre Rivalin beiseite geschafft?
Doch zum Glück hat Kommissar Seidel ja noch seine Großmutter Edith, die ihm zur Seite steht - und die beiden müssen erkennen, dass die Lösung des Rätsels wohl weitaus komplizierter ist als gedacht...


Meine Meinung:
Eigentlich bin ich kein Krimifan, ich stehe mehr auf Thriller, denn oft sind die tiefgreifender in der Psychologie und auch ein wenig heftiger. Dieser Krimi aber hat mich davon überzeugt, dass ich mich diesem Genre vielleicht mal öfter widmen sollte.
Judith Merchants Schreibstil ist wunderbar. Ihr Beschreibungen sind bildlich und gut ausformuliert, die Höhle, in der die Leiche gefunden wurde, konnte ich mir richtig gut vorstellen, vor meinem inneren Auge sah ich die Bilder der Künstlerin Romina Schleheck und ich habe mich gefühlt als würde ich mit den Charakteren durch die Gegend wandern.
Die Personen sind sehr gut charakterisiert, allen voran Jan Seidel und Romina Schleheck, meiner Meinung nach. Beide fand ich sehr authentisch, Romina als eine Künstlerin, die schon lange keinen Erfolg mehr hatte und nun endlich die Chance sieht, wieder erfolgreich zu werden - koste es was es wolle, vielleicht sogar ihren Verstand. Und Jan Seidel, der junge, nette Kommissar, der selbst mit einigen Problemen zu kämpfen hat, zum Beispiel mit dem von seiner geplatzten Hochzeit.
Bis zu Seite 300 etwa hatte ich keine Ahnung, wer der Täter sein könnte. Natürlich kann es sein, dass andere so etwas immer schon um einiges früher herausfinden, ich bin aber eher eine, die sich nicht lange mit Spekulationen aufhält, sonder möglichst immer so weit sein will wie die Personen im Buch. Das ist hier sehr gut gelungen, weil der Leser die meiste Zeit nicht mehr wusste als die Ermittler.
Das Buch ist statt in Kapitel in vier Tage unterteilt und darunter dann in etwa zehn verschiedene Sichten, die jeweils durch ein Sternchen abgetrennt werden. Manche Figuren kommen öfter zu Wort, andere nur einmal, aber immer verfolgt das einen genauen Sinn und das hat mir sehr gefallen. Ich fand es auch nicht sonderlich verwirrend, es war eher so, dass es immer von Neuem spannend wurde, wenn aus der Sicht von jemand anderem erzählt wurde - denn so kam natürlich auch der Täter öfter zu Wort, was man aber anfangs noch nicht ahnt. Eine sehr gute Erzählweise hat sich die Autorin hier ausgesucht!
Die Aufklärung des Mordes an der Frau und des Verschwindens der Margit Sippmeyer ist gut und schlüssig gelungen, das Einzige, was ich nicht so gut fand, war dass der Notar den Täter schützen wollte, obwohl er eigentlich gar nicht wissen konnte, dass die Tatwaffe diesem gehörte, darauf war nämlich kein einziger Hinweis gegeben worden.
Aber die anderen, positiven Aspekte gleichen das voll und ganz aus - deswegen von mir 5 Sterne/Bücher.

  1 Kommentar:

  1. Schöne Rezi, das Buch klingt wirklich gut. Ich bin eigentlich keine Krimi/Thriller Fan, aber vielleicht sollte ich mal ein zwei Bücher lesen ... :)

    AntwortenLöschen

Empfohlener Beitrag

[Gewinnspiel] Herbstlektüren

2017 Reading Challenge

Kittyzer has read 1 book toward her goal of 60 books.
hide

Meine aktuelle Lektüre

Meine aktuelle Lektüre
"Fuchsnacht" von Julia Mayer [191/330]

Mein letzter Kinobesuch

Mein letzter Kinobesuch
"Blade Runner 2049" am 13.10.
Folge mir auf Facebook
Folge mir auf Twitter