Back Down to Earth

[Buchrezension] Portal des Vergessens - Stephan R. Bellem

"Wie viel Zeit haben wir noch, bevor sie uns erreichen?", fragte Barvhan beiläufig in Richtung des Magus.

Daljen schloss die Augen und führte einen der Juwelenringe an die Stirn. "Bei Einbruch der Dämmerung werden wir kämpfen müssen", sagte er nach einem kurzen Moment der Konzentration.

INHALT
Peter weiß nicht mehr weiter: Jede Nacht wird er von Träumen gequält, die ihm so real erscheinen, dass es ihm Angst macht. Darin geht es um die Brüder Vryn und Vorlokk, die gegeneinander um den Thron von Melaras kämpfen.
Mit jedem neuen Traum verblassen Peters Erinnerungen an seine tote Familie mehr und mehr, bis er schließlich glaubt, er würde wahnsinnig. Deswegen vertraut er sich letztendlich seiner Psychologin Dr. Wünschler an - doch die Frage ist: Kann sie ihm jetzt noch helfen, im Kampf um seine Realität?

MEINE MEINUNG
Das Thema des Buches klingt vielversprechend - ein junger Mann, der nicht weiß, wer er ist und der von schrecklichen und brutalen Träumen gequält wird, die ihn immer mehr an seinem Geisteszustand zweifeln lassen. Klingt nicht schlecht. Natürlich ist es nichts, worüber man sagen könnte: Das gabs ja noch nie! Aber es ist immerhin eine interessante Grundidee.

Leider war die Umsetzung aber nicht so gut. Die Charaktere wirkten recht klischeehaft, vor allem mit Peter konnte ich mich überhaupt nicht anfreunden - seine seltsame Art und seine schlecht und unglaubwürdig formulierten Gedanken habe ich irgendwann einfach nur noch überlesen.

Die Kämpfe waren dafür allesamt sehr gut und detailliert geschildert, es schien mir, als hätte der Autor Ahnung davon oder sich zumindest viele gute Gedanken gemacht. Der Umgang mit den Waffen und der Krieg, ebenso die Pläne wirkten realistisch und glaubhaft.
Dafür habe ich mich doch gefragt, auf was sich eigentlich der Titel bezieht. Portal des Vergessens. Da könnte man auf die Idee kommen, dass das Portal vergessen lässt. So ist es aber nicht. Die Portale lassen nicht vergessen, schließlich sind sie dazu da, einen an einen anderen Ort zu bringen. Womit wir auch schon bei meinem nächsten Kritikpunkt wären - ich finde es nicht besonders realistisch, dass erst Vryn durch ein Portal kommt, dann Netyra und schließlich Vorlokk - und die drei alle am selben Ort landen! Wie soll das denn funktionieren? Die kommen doch in großen Zeitabständen, woher wissen sie also, wohin sie müssen? Diese Frage hat mich die gesamte Zeit beschäftigt und sie wurde auch nicht gelöst.

Der Schreibstil des Autoren ist ganz gut. Er ist nicht so, dass ich sagen würde, dass ich ihn toll finde, aber er ist auch nicht schlecht. Einfach einer, den man recht schnell wieder vergisst, weil Stephan R. Bellem keine besondere Ausdrucksweise benutzt oder ähnliches. Schade, gerade so etwas hatte ich hier erwartet.

Dr. Wünschler, die Psychologin, war auch eine Person, die ich nicht besonders originell fand - die Frau, die eigentlich helfen soll, aber dem Patienten, also Peter, andauernd ausredet, dass diese Träume vielleicht Wirklichkeit sind. Die dann am Ende gar nicht so vertrauenswürdig ist, wie sie schien. Nicht sonderlich überraschend. Ich habe mir so etwas nämlich relativ schnell gedacht.
Das Ende war im Gegensatz zu dem meisten Teil des Buches, durch den ich mich wirklich durchquälen musste, doch recht gelungen. Besonders der Epilog hat nochmal überrascht und hat mir sehr gefallen. So etwas mag ich und nicht das Vorhersehbare!

Insgesamt hat mir das Buch mittelmäßig gefallen, daher vergebe ich 3 Punkte.



Originaltitel: -
Reihe: Nein 
Autor: Stephan R. Bellem
Übersetzer: -
Verlag: Ueberreuter/Otherworld
Seitenzahl: 285 Seiten
ISBN-13: 978-3453529199


  1 Kommentar:

  1. Danke für deine Rezension, ich habe nämlich schon länger mit dem Buch geliebäugelt, da ich das Cover irgendwie total interessant fand. Dann kommt lieber erstmal ein anderes dran. Diese Rezension fande ich übrigens sehr viel besser als die andere, da du noch mehr ins Detail gegegangen bist.

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